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Gutenberg > Martin Luther >
Die Bibel
Martin Luther: Die Bibel - Kapitel 1
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type tractate
title Die Bibel
author Martin Luther
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1. Buch Mose
Kapitel 1
1. Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.
2. Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe;
und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser.
3. Und Gott sprach: Es werde Licht! und es ward Licht.
4. Und Gott sah, daß das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von
der Finsternis
5. und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Da ward aus Abend
und Morgen der erste Tag.
6. Und Gott sprach: Es werde eine Feste zwischen den Wassern, und die
sei ein Unterschied zwischen den Wassern.
7. Da machte Gott die Feste und schied das Wasser unter der Feste von
dem Wasser über der Feste. Und es geschah also.
8. Und Gott nannte die Feste Himmel. Da ward aus Abend und Morgen der
andere Tag.
9. Und Gott sprach: Es sammle sich das Wasser unter dem Himmel an
besondere Örter, daß man das Trockene sehe. Und es geschah also.
10. Und Gott nannte das Trockene Erde, und die Sammlung der Wasser
nannte er Meer. Und Gott sah, daß es gut war.
11. Und Gott sprach: Es lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut, das
sich besame, und fruchtbare Bäume, da ein jeglicher nach seiner Art
Frucht trage und habe seinen eigenen Samen bei sich selbst auf Erden.
Und es geschah also.
12. Und die Erde ließ aufgehen Gras und Kraut, das sich besamte, ein
jegliches nach seiner Art, und Bäume, die da Frucht trugen und ihren
eigenen Samen bei sich selbst hatten, ein jeglicher nach seiner Art.
Und Gott sah, daß es gut war.
13. Da ward aus Abend und Morgen der dritte Tag.
14. Und Gott sprach: Es werden Lichter an der Feste des Himmels, die da
scheiden Tag und Nacht und geben Zeichen, Zeiten, Tage und Jahre
15. und seien Lichter an der Feste des Himmels, daß sie scheinen auf
Erden. Und es geschah also.
16. Und Gott machte zwei große Lichter: ein großes Licht, das den Tag
regiere, und ein kleines Licht, das die Nacht regiere, dazu auch
Sterne.
17. Und Gott setzte sie an die Feste des Himmels, daß sie schienen auf
die Erde
18. und den Tag und die Nacht regierten und schieden Licht und
Finsternis. Und Gott sah, daß es gut war.
19. Da ward aus Abend und Morgen der vierte Tag.
20. Und Gott sprach: Es errege sich das Wasser mit webenden und
lebendigen Tieren, und Gevögel fliege auf Erden unter der Feste des
Himmels.
21. Und Gott schuf große Walfische und allerlei Getier, daß da lebt und
webt, davon das Wasser sich erregte, ein jegliches nach seiner Art, und
allerlei gefiedertes Gevögel, ein jegliches nach seiner Art. Und Gott
sah, daß es gut war.
22. Und Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und mehrt euch und
erfüllt das Wasser im Meer; und das Gefieder mehre sich auf Erden.
23. Da ward aus Abend und Morgen der fünfte Tag.
24. Und Gott sprach: Die Erde bringe hervor lebendige Tiere, ein
jegliches nach seiner Art: Vieh, Gewürm und Tiere auf Erden, ein
jegliches nach seiner Art. Und es geschah also.
25. Und Gott machte die Tiere auf Erden, ein jegliches nach seiner Art,
und das Vieh nach seiner Art, und allerlei Gewürm auf Erden nach seiner
Art. Und Gott sah, daß es gut war.
26. Und Gott sprach: Laßt uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich
sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter
dem Himmel und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles
Gewürm, das auf Erden kriecht.
27. Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf
er ihn; und schuf sie einen Mann und ein Weib.
28. Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt
euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über
die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles
Getier, das auf Erden kriecht.
29. Und Gott sprach: Seht da, ich habe euch gegeben allerlei Kraut, das
sich besamt, auf der ganzen Erde und allerlei fruchtbare Bäume, die
sich besamen, zu eurer Speise,
30. und allem Getier auf Erden und allen Vögeln unter dem Himmel und
allem Gewürm, das da lebt auf Erden, daß sie allerlei grünes Kraut
essen. Und es geschah also.
31. Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte; und siehe da, es war
sehr gut. Da ward aus Abend und Morgen der sechste Tag.
Kapitel 2
1. Also ward vollendet Himmel und Erde mit ihrem ganzen Heer.
2. Und also vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er
machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er
machte.
3. Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, darum daß er an
demselben geruht hatte von allen seinen Werken, die Gott schuf und
machte.
4. Also ist Himmel und Erde geworden, da sie geschaffen sind, zu der
Zeit, da Gott der HERR Erde und Himmel machte.
5. Und allerlei Bäume auf dem Felde waren noch nicht auf Erden, und
allerlei Kraut auf dem Felde war noch nicht gewachsen; denn Gott der
HERR hatte noch nicht regnen lassen auf Erden, und es war kein Mensch,
der das Land baute.
6. Aber ein Nebel ging auf von der Erde und feuchtete alles Land.
7. Und Gott der HERR machte den Menschen aus einem Erdenkloß, uns blies
ihm ein den lebendigen Odem in seine Nase. Und also ward der Mensch
eine lebendige Seele.
8. Und Gott der HERR pflanzte einen Garten in Eden gegen Morgen und
setzte den Menschen hinein, den er gemacht hatte.
9. Und Gott der HERR ließ aufwachsen aus der Erde allerlei Bäume,
lustig anzusehen und gut zu essen, und den Baum des Lebens mitten im
Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen.
10. Und es ging aus von Eden ein Strom, zu wässern den Garten, und er
teilte sich von da in vier Hauptwasser.
11. Das erste heißt Pison, das fließt um das ganze Land Hevila; und
daselbst findet man Gold.
12. Und das Gold des Landes ist köstlich; und da findet man Bedellion
und den Edelstein Onyx.
13. Das andere Wasser heißt Gihon, das fließt um das ganze Mohrenland.
14. Das dritte Wasser heißt Hiddekel, das fließt vor Assyrien. Das
vierte Wasser ist der Euphrat.
15. Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten
Eden, daß er ihn baute und bewahrte.
16. Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Du sollst essen
von allerlei Bäumen im Garten;
17. aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen sollst du
nicht essen; denn welches Tages du davon ißt, wirst du des Todes
sterben.
18. Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein
sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei.
19. Denn als Gott der HERR gemacht hatte von der Erde allerlei Tiere
auf dem Felde und allerlei Vögel unter dem Himmel, brachte er sie zu
dem Menschen, daß er sähe, wie er sie nennte; denn der wie Mensch
allerlei lebendige Tiere nennen würde, so sollten sie heißen.
20. Und der Mensch gab einem jeglichen Vieh und Vogel unter dem Himmel
und Tier auf dem Felde seinen Namen; aber für den Menschen ward keine
Gehilfin gefunden, die um ihn wäre.
21. Da ließ Gott der HERR einen tiefen Schlaf fallen auf den Menschen,
und er schlief ein. Und er nahm seiner Rippen eine und schloß die
Stätte zu mit Fleisch.
22. Und Gott der HERR baute ein Weib aus der Rippe, die er vom Menschen
nahm, und brachte sie zu ihm.
23. Da sprach der Mensch: Das ist doch Bein von meinem Bein und Fleisch
von meinem Fleisch; man wird sie Männin heißen, darum daß sie vom Manne
genommen ist.
24. Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seinem Weibe
hangen, und sie werden sein ein Fleisch.
25. Und sie waren beide nackt, der Mensch und das Weib, und schämten
sich nicht.
Kapitel 3
1. Und die Schlange war listiger denn alle Tiere auf dem Felde, die
Gott der HERR gemacht hatte, und sprach zu dem Weibe: Ja, sollte Gott
gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von den Früchten der Bäume im
Garten?
2. Da sprach das Weib zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der
Bäume im Garten;
3. aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt:
Eßt nicht davon, rührt's auch nicht an, daß ihr nicht sterbt.
4. Da sprach die Schlange zum Weibe: Ihr werdet mitnichten des Todes
sterben;
5. sondern Gott weiß, daß, welches Tages ihr davon eßt, so werden eure
Augen aufgetan, und werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse
ist.
6. Und das Weib schaute an, daß von dem Baum gut zu essen wäre und daß
er lieblich anzusehen und ein lustiger Baum wäre, weil er klug machte;
und sie nahm von der Frucht und aß und gab ihrem Mann auch davon, und
er aß.
7. Da wurden ihrer beiden Augen aufgetan, und sie wurden gewahr, daß
sie nackt waren, und flochten Feigenblätter zusammen und machten sich
Schürze.
8. Und sie hörten die Stimme Gottes des HERRN, der im Garten ging, da
der Tag kühl geworden war. Und Adam versteckte sich mit seinem Weibe
vor dem Angesicht Gottes des HERRN unter die Bäume im Garten.
9. Und Gott der HERR rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du?
10. Und er sprach: Ich hörte deine Stimme im Garten und fürchtete mich;
denn ich bin nackt, darum versteckte ich mich.
11. Und er sprach: Wer hat dir's gesagt, daß du nackt bist? Hast du
nicht gegessen von dem Baum, davon ich dir gebot, du solltest nicht
davon essen?
12. Da sprach Adam: Das Weib, das du mir zugesellt hast, gab mir von
von dem Baum, und ich aß.
13. Da sprach Gott der HERR zum Weibe: Warum hast du das getan? Das
Weib sprach: Die Schlange betrog mich also, daß ich aß.
14. Da sprach Gott der HERR zu der Schlange: Weil du solches getan
hast, seist du verflucht vor allem Vieh und vor allen Tieren auf dem
Felde. Auf deinem Bauche sollst du gehen und Erde essen dein Leben
lang.
15. Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und
zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Derselbe soll dir den Kopf
zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen.
16. Und zum Weibe sprach er: Ich will dir viel Schmerzen schaffen, wenn
du schwanger wirst; du sollst mit Schmerzen Kinder gebären; und dein
Verlangen soll nach deinem Manne sein, und er soll dein Herr sein.
17. Und zu Adam sprach er: Dieweil du hast gehorcht der Stimme deines
Weibes und hast gegessen von dem Baum, davon ich dir gebot und sprach:
Du sollst nicht davon essen, verflucht sei der Acker um deinetwillen,
mit Kummer sollst du dich darauf nähren dein Leben lang.
18. Dornen und Disteln soll er dir tragen, und sollst das Kraut auf dem
Felde essen.
19. Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis daß du
wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und
sollst zu Erde werden.
20. Und Adam hieß sein Weib Eva, darum daß sie eine Mutter ist aller
Lebendigen.
21. Und Gott der HERR machte Adam und seinem Weibe Röcke von Fellen und
kleidete sie.
22. Und Gott der HERR sprach: Siehe, Adam ist geworden wie unsereiner
und weiß, was gut und böse ist. Nun aber, daß er nicht ausstrecke seine
Hand und breche auch von dem Baum des Lebens und esse und lebe
ewiglich!
23. Da wies ihn Gott der HERR aus dem Garten Eden, daß er das Feld
baute, davon er genommen ist,
24. und trieb Adam aus und lagerte vor den Garten Eden die Cherubim mit
dem bloßen, hauenden Schwert, zu bewahren den Weg zu dem Baum des
Lebens.
Kapitel 4
1. Und Adam erkannte sein Weib Eva, und sie ward schwanger und gebar
den Kain und sprach: Ich habe einen Mann gewonnen mit dem HERRN.
2. Und sie fuhr fort und gebar Abel, seinen Bruder. Und Abel ward ein
Schäfer; Kain aber ward ein Ackermann.
3. Es begab sich nach etlicher Zeit, daß Kain dem HERRN Opfer brachte
von den Früchten des Feldes;
4. und Abel brachte auch von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem
Fett. Und der HERR sah gnädig an Abel und sein Opfer;
5. aber Kain und sein Opfer sah er nicht gnädig an. Da ergrimmte Kain
sehr, und seine Gebärde verstellte sich.
6. Da sprach der HERR zu Kain: Warum ergrimmst du? und warum verstellt
sich deine Gebärde?
7. Ist's nicht also? Wenn du fromm bist, so bist du angenehm; bist du
aber nicht fromm, so ruht die Sünde vor der Tür, und nach dir hat sie
Verlangen; du aber herrsche über sie.
8. Da redete Kain mit seinem Bruder Abel. Und es begab sich, da sie auf
dem Felde waren, erhob sich Kain wider seinen Bruder Abel und schlug
ihn tot.
9. Da sprach der HERR zu Kain: Wo ist dein Bruder Abel? Er sprach: Ich
weiß nicht; soll ich meines Bruders Hüter sein?
10. Er aber sprach: Was hast du getan? Die Stimme des Bluts deines
Bruders schreit zu mir von der Erde.
11. Und nun verflucht seist du auf der Erde, die ihr Maul hat aufgetan
und deines Bruders Blut von deinen Händen empfangen.
12. Wenn du den Acker bauen wirst, soll er dir hinfort sein Vermögen
nicht geben. Unstet und flüchtig sollst du sein auf Erden.
13. Kain aber sprach zu dem HERRN: Meine Sünde ist größer, denn daß sie
mir vergeben werden möge.
14. Siehe, du treibst mich heute aus dem Lande, und ich muß mich vor
deinem Angesicht verbergen und muß unstet und flüchtig sein auf Erden.
So wird mir's gehen, daß mich totschlage, wer mich findet.
15. Aber der HERR sprach zu ihm: Nein; sondern wer Kain totschlägt, das
soll siebenfältig gerächt werden. Und der HERR machte ein Zeichen an
Kain, daß ihn niemand erschlüge, wer ihn fände.
16. Also ging Kain von dem Angesicht des HERRN und wohnte im Lande Nod,
jenseit Eden, gegen Morgen.
17. Und Kain erkannte sein Weib, die ward schwanger und gebar den
Henoch. Und er baute eine Stadt, die nannte er nach seines Sohnes Namen
Henoch.
18. Henoch aber zeugte Irad, Irad zeugte Mahujael, Mahujael zeugte
Methusael, Methusael zeugte Lamech.
19. Lamech aber nahm zwei Weiber; eine hieß Ada, die andere Zilla.
20. Und Ada gebar Jabal; von dem sind hergekommen, die in Hütten
wohnten und Vieh zogen.
21. Und sein Bruder hieß Jubal; von dem sind hergekommen die Geiger und
Pfeifer.
22. Die Zilla aber gebar auch, nämlich den Thubalkain, den Meister in
allerlei Erz-und Eisenwerk. Und die Schwester des Thubalkain war Naema.
23. Und Lamech sprach zu seinen Weibern Ada und Zilla: Ihr Weiber
Lamechs, hört meine Rede und merkt, was ich sage: Ich habe einen Mann
erschlagen für meine Wunde und einen Jüngling für meine Beule;
24. Kain soll siebenmal gerächt werden, aber Lamech
siebenundsiebzigmal.
25. Adam erkannte abermals sein Weib, und sie gebar einen Sohn, den
hieß sie Seth; denn Gott hat mir, sprach sie, einen andern Samen
gesetzt für Abel, den Kain erwürgt hat.
26. Und Seth zeugte auch einen Sohn und hieß ihn Enos. Zu der Zeit fing
man an, zu predigen von des HERRN Namen.
Kapitel 5
1. Dies ist das Buch von des Menschen Geschlecht. Da Gott den Menschen
schuf, machte er ihn nach dem Bilde Gottes;
2. und schuf sie einen Mann und ein Weib und segnete sie und hieß ihren
Namen Mensch zur Zeit, da sie geschaffen wurden.
3. Und Adam war hundertunddreißig Jahre alt und zeugte einen Sohn, der
seinem Bild ähnlich war und hieß ihn Seth
4. und lebte darnach achthundert Jahre und zeugte Söhne und Töchter;
5. daß sein ganzes Alter ward neunhundertunddreißig Jahre, und starb.
6. Seth war hundertundfünf Jahre alt und zeugte Enos
7. und lebte darnach achthundertundsieben Jahre und zeugte Söhne und
Töchter;
8. daß sein ganzes Alter ward neunhundertundzwölf Jahre, und starb.
9. Enos war neunzig Jahre alt und zeugte Kenan
10. und lebte darnach achthundertundfünzig Jahre und zeugte Söhne und
Töchter;
11. daß sein ganzes Alter ward neunhundertundfünf Jahre, und starb.
12. Kenan war siebzig Jahre alt und zeugte Mahalaleel
13. und lebte darnach achthundertundvierzig Jahre und zeugte Söhne und
Töchter;
14. daß sein ganzes Alter ward neunhundertundzehn Jahre, und starb.
15. Mahalaleel war fünfundsechzig Jahre und zeugte Jared
16. und lebte darnach achthundertunddreißig Jahre und zeugte Söhne und
Töchter;
17. daß sein ganzes Alter ward achthundert und fünfundneunzig Jahre,
und starb.
18. Jared war hundertzweiundsechzig Jahre alt und zeugte Henoch
19. und er lebte darnach achthundert Jahre und zeugte Söhne und
Töchter;
20. daß sein ganzes Alter ward neunhundert und zweiundsechzig Jahre,
und starb.
21. Henoch war fünfundsechzig Jahre alt und zeugte Methusalah.
22. Und nachdem er Methusalah gezeugt hatte, blieb er in einem
göttlichen Leben dreihundert Jahre und zeugte Söhne und Töchter;
23. daß sein ganzes Alter ward dreihundertfünfundsechzig Jahre.
24. Und dieweil er ein göttliches Leben führte, nahm ihn Gott hinweg,
und er ward nicht mehr gesehen.
25. Methusalah war hundertsiebenundachtzig Jahre alt und zeugte Lamech
26. und lebte darnach siebenhundert und zweiundachtzig Jahre und zeugte
Söhne und Töchter;
27. daß sein ganzes Alter ward neunhundert und neunundsechzig Jahre,
und starb.
28. Lamech war hundertzweiundachtzig Jahre alt und zeugte einen Sohn
29. und hieß ihn Noah und sprach: Der wird uns trösten in unsrer Mühe
und Arbeit auf der Erde, die der HERR verflucht hat.
30. Darnach lebte er fünfhundert und fünfundneunzig Jahre und zeugte
Söhne und Töchter;
31. daß sein ganzes Alter ward siebenhundert siebenundsiebzig Jahre,
und starb.
32. Noah war fünfhundert Jahre alt und zeugte Sem, Ham und Japheth.
Kapitel 6
1. Da sich aber die Menschen begannen zu mehren auf Erden und ihnen
Töchter geboren wurden,
2. da sahen die Kinder Gottes nach den Töchtern der Menschen, wie sie
schön waren, und nahmen zu Weibern, welche sie wollten.
3. Da sprach der HERR: Die Menschen wollen sich von meinem Geist nicht
mehr strafen lassen; denn sie sind Fleisch. Ich will ihnen noch Frist
geben hundertundzwanzig Jahre.
4. Es waren auch zu den Zeiten Tyrannen auf Erden; denn da die Kinder
Gottes zu den Töchtern der Menschen eingingen und sie ihnen Kinder
gebaren, wurden daraus Gewaltige in der Welt und berühmte Männer.
5. Da aber der HERR sah, daß der Menschen Bosheit groß war auf Erden
und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur böse war immerdar,
6. da reute es ihn, daß er die Menschen gemacht hatte auf Erden, und es
bekümmerte ihn in seinem Herzen,
7. und er sprach: Ich will die Menschen, die ich gemacht habe,
vertilgen von der Erde, vom Menschen an bis auf das Vieh und bis auf
das Gewürm und bis auf die Vögel unter dem Himmel; denn es reut mich,
daß ich sie gemacht habe.
8. Aber Noah fand Gnade vor dem HERRN.
9. Dies ist das Geschlecht Noahs. Noah war ein frommer Mann und ohne
Tadel und führte ein göttliches Leben zu seinen Zeiten
10. und zeugte drei Söhne Sem, Ham und Japheth.
11. Aber die Erde war verderbt vor Gottes Augen und voll Frevels.
12. Da sah Gott auf die Erde, und siehe, sie war verderbt; denn alles
Fleisch hatte seinen Weg verderbt auf Erden.
13. Da sprach Gott zu Noah: Alles Fleisches Ende ist vor mich gekommen;
denn die Erde ist voll Frevels von ihnen; und siehe da, ich will sie
verderben mit der Erde.
14. Mache dir einen Kasten von Tannenholz und mache Kammern darin und
verpiche ihn mit Pech inwendig und auswendig.
15. Und mache ihn also: Dreihundert Ellen sei die Länge, fünfzig Ellen
die Weite und dreißig Ellen die Höhe.
16. Ein Fenster sollst du daran machen obenan, eine Elle groß. Die Tür
sollst du mitten in seine Seite setzen. Und er soll drei Boden haben:
einen unten, den andern in der Mitte, den dritten in der Höhe.
17. Denn siehe, ich will eine Sintflut mit Wasser kommen lassen auf
Erden, zu verderben alles Fleisch, darin ein lebendiger Odem ist, unter
dem Himmel. Alles, was auf Erden ist, soll untergehen.
18. Aber mit dir will ich einen Bund aufrichten; und du sollst in den
Kasten gehen mit deinen Söhnen, mit deinem Weibe und mit deiner Söhne
Weibern.
19. Und du sollst in den Kasten tun allerlei Tiere von allem Fleisch,
je ein Paar, Männlein und Weiblein, daß sie lebendig bleiben bei dir.
20. Von den Vögeln nach ihrer Art, von dem Vieh nach seiner Art und von
allerlei Gewürm auf Erden nach seiner Art: von den allen soll je ein
Paar zu dir hineingehen, daß sie leben bleiben.
21. Und du sollst allerlei Speise zu dir nehmen, die man ißt, und
sollst sie bei dir sammeln, daß sie dir und ihnen zur Nahrung da sei.
22. Und Noah tat alles, was ihm Gott gebot.
Kapitel 7
1. Und der HERR sprach zu Noah: Gehe in den Kasten, du und dein ganzes
Haus; denn ich habe dich gerecht ersehen vor mir zu dieser Zeit.
2. Aus allerlei reinem Vieh nimm zu dir je sieben und sieben, das
Männlein und sein Weiblein; von dem unreinen Vieh aber je ein Paar, das
Männlein und sein Weiblein.
3. Desgleichen von den Vögeln unter dem Himmel je sieben und sieben,
das Männlein und sein Weiblein, auf daß Same lebendig bleibe auf dem
ganzen Erdboden.
4. Denn von nun an über sieben Tage will ich regnen lassen auf Erden
vierzig Tage und vierzig Nächte und vertilgen von dem Erdboden alles,
was Wesen hat, was ich gemacht habe.
5. Und Noah tat alles, was ihm der HERR gebot.
6. Er war aber sechshundert Jahre alt, da das Wasser der Sintflut auf
Erden kam.
7. Und er ging in den Kasten mit seinen Söhnen, seinem Weibe und seiner
Söhne Weibern vor dem Gewässer der Sintflut.
8. Von dem reinen Vieh und von dem unreinen, von den Vögeln und von
allem Gewürm auf Erden
9. gingen zu ihm in den Kasten paarweise, je ein Männlein und Weiblein,
wie ihm Gott geboten hatte.
10. Und da die sieben Tage vergangen waren, kam das Gewässer der
Sintflut auf Erden.
11. In dem sechshundertsten Jahr des Alters Noahs, am siebzehnten Tage
des zweiten Monats, das ist der Tag, da aufbrachen alle Brunnen der
großen Tiefe, und taten sich auf die Fenster des Himmels,
12. und kam ein Regen auf Erden vierzig Tage und vierzig Nächte.
13. Eben am selben Tage ging Noah in den Kasten mit Sem, Ham und
Japheth, seinen Söhnen, und mit seinem Weibe und seiner Söhne drei
Weibern,
14. dazu allerlei Getier nach seiner Art, allerlei Vieh nach seiner
Art, allerlei Gewürm, das auf Erden kriecht, nach seiner Art und
allerlei Vögel nach ihrer Art, alles was fliegen konnte, alles, was
Fittiche hatte;
15. das ging alles zu Noah in den Kasten paarweise, von allem Fleisch,
darin ein lebendiger Geist war.
16. Und das waren Männlein und Weiblein von allerlei Fleisch, und
gingen hinein, wie denn Gott ihm geboten hatte. Und der HERR schloß
hinter ihm zu.
17. Da kam die Sintflut vierzig Tage auf Erden, und die Wasser wuchsen
und hoben den Kasten auf und trugen ihn empor über die Erde.
18. Also nahm das Gewässer überhand und wuchs sehr auf Erden, daß der
Kasten auf dem Gewässer fuhr.
19. Und das Gewässer nahm überhand und wuchs so sehr auf Erden, daß
alle hohen Berge unter dem ganzen Himmel bedeckt wurden.
20. Fünfzehn Ellen hoch ging das Gewässer über die Berge, die bedeckt
wurden.
21. Da ging alles Fleisch unter, das auf Erden kriecht, an Vögeln, an
Vieh, an Tieren und an allem, was sich regt auf Erden, und alle
Menschen.
22. Alles, was einen lebendigen Odem hatte auf dem Trockenen, das
starb.
23. Also ward vertilgt alles, was auf dem Erdboden war, vom Menschen an
bis auf das Vieh und das Gewürm und auf die Vögel unter dem Himmel; das
ward alles von der Erde vertilgt. Allein Noah blieb übrig und was mit
ihm in dem Kasten war.
24. Und das Gewässer stand auf Erden hundertundfünfzig Tage.
Kapitel 8
1. Da gedachte Gott an Noah und an alle Tiere und an alles Vieh, das
mit ihm in dem Kasten war, und ließ Wind auf Erden kommen, und die
Wasser fielen;
2. und die Brunnen der Tiefe wurden verstopft samt den Fenstern des
Himmels, und dem Regen vom Himmel ward gewehrt;
3. und das Gewässer verlief sich von der Erde immer mehr und nahm ab
nach hundertfünfzig Tagen.
4. Am siebzehnten Tage des siebenten Monats ließ sich der Kasten nieder
auf das Gebirge Ararat.
5. Es nahm aber das Gewässer immer mehr ab bis auf den zehnten Monat.
Am ersten Tage des zehnten Monats sahen der Berge Spitzen hervor.
6. Nach vierzig Tagen tat Noah das Fenster auf an dem Kasten, das er
gemacht hatte,
7. und ließ einen Raben ausfliegen; der flog immer hin und wieder her,
bis das Gewässer vertrocknete auf Erden.
8. Darnach ließ er eine Taube von sich ausfliegen, auf daß er erführe,
ob das Gewässer gefallen wäre auf Erden.
9. Da aber die Taube nicht fand, da ihr Fuß ruhen konnte, kam sie
wieder zu ihm in den Kasten; denn das Gewässer war noch auf dem ganzen
Erdboden. Da tat er die Hand heraus und nahm sie zu sich in den Kasten.
10. Da harrte er noch weitere sieben Tage und ließ abermals eine Taube
fliegen aus dem Kasten.
11. Die kam zu ihm zur Abendzeit, und siehe, ein Ölblatt hatte sie
abgebrochen und trug's in ihrem Munde. Da merkte Noah, daß das Gewässer
gefallen wäre auf Erden.
12. Aber er harrte noch weiter sieben Tage und ließ eine Taube
ausfliegen; die kam nicht wieder zu ihm.
13. Im sechshundertundersten Jahr des Alters Noahs, am ersten Tage des
ersten Monats vertrocknete das Gewässer auf Erden. Da tat Noah das Dach
von dem Kasten und sah, daß der Erdboden trocken war.
14. Also ward die Erde ganz trocken am siebenundzwanzigsten Tage des
zweiten Monats.
15. Da redete Gott mit Noah und sprach:
16. Gehe aus dem Kasten, du und dein Weib, deine Söhne und deiner Söhne
Weiber mit dir.
17. Allerlei Getier, das bei dir ist, von allerlei Fleisch, an Vögeln,
an Vieh und an allerlei Gewürm, das auf Erden kriecht, das gehe heraus
mit dir, daß sie sich regen auf Erden und fruchtbar seien und sich
mehren auf Erden.
18. Also ging Noah heraus mit seinen Söhnen und seinem Weibe und seiner
Söhne Weibern,
19. dazu allerlei Getier, allerlei Gewürm, allerlei Vögel und alles,
was auf Erden kriecht; das ging aus dem Kasten, ein jegliches mit
seinesgleichen.
20. Noah aber baute dem HERRN einen Altar und nahm von allerlei reinem
Vieh und von allerlei reinem Geflügel und opferte Brandopfer auf dem
Altar.
21. Und der HERR roch den lieblichen Geruch und sprach in seinem
Herzen: Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen
willen; denn das Dichten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend
auf. Und ich will hinfort nicht mehr schlagen alles, was da lebt, wie
ich getan habe.
22. Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost
und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.
Kapitel 9
1. Und Gott segnete Noah und seine Söhne und sprach: Seid fruchtbar und
mehrt euch und erfüllt die Erde.
2. Furcht und Schrecken vor euch sei über alle Tiere auf Erden und über
alle Vögel unter dem Himmel, über alles, was auf dem Erdboden kriecht,
und über alle Fische im Meer; in eure Hände seien sie gegeben.
3. Alles, was sich regt und lebt, das sei eure Speise; wie das grüne
Kraut habe ich's euch alles gegeben.
4. Allein eßt das Fleisch nicht, das noch lebt in seinem Blut.
5. Auch will ich eures Leibes Blut rächen und will's an allen Tieren
rächen und will des Menschen Leben rächen an einem jeglichen Menschen
als dem, der sein Bruder ist.
6. Wer Menschenblut vergießt, des Blut soll auch durch Menschen
vergossen werden; denn Gott hat den Menschen zu seinem Bilde gemacht.
7. Seid fruchtbar und mehrt euch und regt euch auf Erden, daß euer viel
darauf werden.
8. Und Gott sagte zu Noah und seinen Söhnen mit ihm:
9. Siehe, ich richte mit euch einen Bund auf und mit eurem Samen nach
euch
10. und mit allem lebendigen Getier bei euch, an Vögeln, an Vieh und an
allen Tieren auf Erden bei euch, von allem, was aus dem Kasten gegangen
ist, was für Tiere es sind auf Erden.
11. Und richte meinen Bund also mit euch auf, daß hinfort nicht mehr
alles Fleisch verderbt werden soll mit dem Wasser der Sintflut, und
soll hinfort keine Sintflut mehr kommen, die die Erde verderbe.
12. Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich gemacht
habe zwischen mir und euch und allen lebendigen Seelen bei euch hinfort
ewiglich:
13. Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen
sein des Bundes zwischen mir und der Erde.
14. Und wenn es kommt, daß ich Wolken über die Erde führe, so soll man
meinen Bogen sehen in den Wolken.
15. Alsdann will ich gedenken an meinen Bund zwischen mir und euch und
allen lebendigen Seelen in allerlei Fleisch, daß nicht mehr hinfort
eine Sintflut komme, die alles Fleisch verderbe.
16. Darum soll mein Bogen in den Wolken sein, daß ich ihn ansehe und
gedenke an den ewigen Bund zwischen Gott und allen lebendigen Seelen in
allem Fleisch, das auf Erden ist.
17. Und Gott sagte zu Noah: Das sei das Zeichen des Bundes, den ich
aufgerichtet habe zwischen mir und allem Fleisch auf Erden.
18. Die Söhne Noahs, die aus dem Kasten gingen, sind diese: Sem, Ham
und Japheth. Ham aber ist der Vater Kanaans.
19. Das sind die drei Söhne Noahs, von denen ist alles Land besetzt.
20. Noah aber fing an und ward ein Ackermann und pflanzte Weinberge.
21. Und da er von dem Wein trank, ward er trunken und lag in der Hütte
aufgedeckt.
22. Da nun Ham, Kanaans Vater, sah seines Vaters Blöße, sagte er's
seinen beiden Brüdern draußen.
23. Da nahmen Sem und Japheth ein Kleid und legten es auf ihrer beider
Schultern und gingen rücklings hinzu und deckten des Vaters Blöße zu;
und ihr Angesicht war abgewandt, daß sie ihres Vater Blöße nicht sahen.
24. Als nun Noah erwachte von seinem Wein und erfuhr, was ihm sein
jüngster Sohn getan hatte,
25. sprach er: Verflucht sei Kanaan und sei ein Knecht aller Knechte
unter seinen Brüdern!
26. und sprach weiter: Gelobt sei der HERR, der Gott Sem's; und Kanaan
sei sein Knecht!
27. Gott breite Japheth aus, und lasse ihn wohnen in den Hütten des
Sem; und Kanaan sei sein Knecht!
28. Noah aber lebte nach der Sintflut dreihundertfünfzig Jahre,
29. daß sein ganzes Alter ward neunhundertundfünfzig Jahre, und starb.
Kapitel 10
1. Dies ist das Geschlecht der Kinder Noahs: Sem, Ham, Japheth. Und sie
zeugten Kinder nach der Sintflut.
2. Die Kinder Japheths sind diese: Gomer, Magog, Madai, Javan, Thubal,
Mesech und Thiras.
3. Aber die Kinder von Gomer sind diese: Askenas, Riphath und Thorgama.
4. Die Kinder von Javan sind diese: Elisa, Tharsis, die Chittiter und
die Dodaniter.
5. Von diesen sind ausgebreitet die Inseln der Heiden in ihren Ländern,
jegliche nach ihren Sprachen, Geschlechtern und Leuten.
6. Die Kinder von Ham sind diese: Chus, Mizraim, Put und Kanaan.
7. Aber die Kinder von Chus sind diese: Seba, Hevila, Sabtha, Ragma und
Sabthecha. Aber die Kinder von Ragma sind diese: Saba und Dedan.
8. Chus aber zeugte den Nimrod. Der fing an ein gewaltiger Herr zu sein
auf Erden,
9. und war ein gewaltiger Jäger vor dem HERRN. Daher spricht man: Das
ist ein gewaltiger Jäger vor dem HERRN wie Nimrod.
10. Und der Anfang seines Reiches war Babel, Erech, Akkad und Chalne im
Lande Sinear.
11. Von dem Land ist er gekommen nach Assur und baute Ninive und
Rehoboth-Ir und Kalah,
12. dazu Resen zwischen Ninive und Kalah. Dies ist die große Stadt.
13. Mizraim zeugte die Luditer, die Anamiter, die Lehabiter, die
Naphthuhiter,
14. die Pathrusiter und die Kasluhiter (von dannen sind gekommen die
Philister) und die Kaphthoriter.
15. Kanaan aber zeugte Sidon, seinen ersten Sohn, und Heth,
16. den Jebusiter, den Amoriter, den Girgasiter,
17. den Heviter, den Arkiter, den Siniter,
18. den Arvaditer, den Zemariter und den Hamathiter. Daher sind
ausgebreitet die Geschlechter der Kanaaniter.
19. Und ihre Grenzen waren von Sidon an durch Gerar bis gen Gaza, bis
man kommt gen Sodom, Gomorra, Adama, Zeboim und bis gen Lasa.
20. Das sind die Kinder Hams in ihren Geschlechtern, Sprachen und
Leuten.
21. Sem aber, Japheths, des Ältern, Bruder, zeugte auch Kinder, der ein
Vater ist aller Kinder von Eber.
22. Und dies sind seine Kinder: Elam, Assur, Arphachsad, Lud und Aram.
23. Die Kinder von Aram sind diese: Uz, Hul, Gether und Mas.
24. Arphachsad aber zeugte Salah, Salah zeugte Eber.
25. Eber zeugte zwei Söhne. Einer hieß Peleg, darum daß zu seiner Zeit
die Welt zerteilt ward; des Bruder hieß Joktan.
26. Und Joktan zeugte Almodad, Saleph, Hazarmaveth, Jarah,
27. Hadoram, Usal, Dikla,
28. Obal, Abimael, Saba,
29. Ophir, Hevila und Jobab. Das sind die Kinder von Joktan.
30. Und ihre Wohnung war von Mesa an, bis man kommt gen Sephar, an den
Berg gegen Morgen.
31. Das sind die Kinder von Sem in ihren Geschlechtern, Sprachen,
Ländern und Leuten.
32. Das sind die Nachkommen der Kinder Noahs in ihren Geschlechtern und
Leuten. Von denen sind ausgebreitet die Leute auf Erden nach der
Sintflut.
Kapitel 11
1. Es hatte aber alle Welt einerlei Zunge und Sprache.
2. Da sie nun zogen gen Morgen, fanden sie ein ebenes Land im Lande
Sinear, und wohnten daselbst.
3. Und sie sprachen untereinander: Wohlauf, laß uns Ziegel streichen
und brennen! und nahmen Ziegel zu Stein und Erdharz zu Kalk
4. und sprachen: Wohlauf, laßt uns eine Stadt und einen Turm bauen, des
Spitze bis an den Himmel reiche, daß wir uns einen Namen machen! denn
wir werden sonst zerstreut in alle Länder.
5. Da fuhr der HERR hernieder, daß er sähe die Stadt und den Turm, die
die Menschenkinder bauten.
6. Und der HERR sprach: Siehe, es ist einerlei Volk und einerlei
Sprache unter ihnen allen, und haben das angefangen zu tun; sie werden
nicht ablassen von allem, was sie sich vorgenommen haben zu tun.
7. Wohlauf, laßt uns herniederfahren und ihre Sprache daselbst
verwirren, daß keiner des andern Sprache verstehe!
8. Also zerstreute sie der HERR von dort alle Länder, daß sie mußten
aufhören die Stadt zu bauen.
9. Daher heißt ihr Name Babel, daß der HERR daselbst verwirrt hatte
aller Länder Sprache und sie zerstreut von dort in alle Länder.
10. Dies sind die Geschlechter Sems: Sem war hundert Jahre alt und
zeugte Arphachsad, zwei Jahre nach der Sintflut,
11. und lebte darnach fünfhundert Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
12. Arphachsad war fünfunddreißig Jahre alt und zeugte Salah
13. und lebte darnach vierhundertunddrei Jahre und zeugte Söhne und
Töchter.
14. Salah war dreißig Jahre alt und zeugte Eber
15. und lebte darnach vierhundertunddrei Jahre und zeugte Söhne und
Töchter.
16. Eber war vierunddreißig Jahre alt und zeugte Peleg
17. und lebte darnach vierhundertunddreißig Jahre und zeugte Söhne und
Töchter.
18. Peleg war dreißig Jahre alt und zeugte Regu
19. und lebte darnach zweihundertundneun Jahre und zeugte Söhne und
Töchter.
20. Regu war zweiundreißig Jahre alt und zeugte Serug
21. und lebte darnach zweihundertundsieben Jahre und zeugte Söhne und
Töchter.
22. Serug war dreißig Jahre alt und zeugte Nahor
23. und lebte darnach zweihundert Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
24. Nahor war neunundzwanzig Jahre alt und zeugte Tharah
25. und lebte darnach hundertundneunzehn Jahre und zeugte Söhne und
Töchter.
26. Tharah war siebzig Jahre alt und zeugte Abram, Nahor und Haran.
27. Dies sind die Geschlechter Tharahs: Tharah zeugte Abram, Nahor und
Haran. Aber Haran zeugte Lot.
28. Haran aber starb vor seinem Vater Tharah in seinem Vaterlande zu Ur
in Chaldäa.
29. Da nahmen Abram und Nahor Weiber. Abrams Weib hieß Sarai, und
Nahors Weib Milka, Harans Tochter, der ein Vater war der Milka und der
Jiska.
30. Aber Sarai war unfruchtbar und hatte kein Kind.
31. Da nahm Tharah seinen Sohn Abram und Lot, seines Sohnes Harans
Sohn, und seine Schwiegertochter Sarai, seines Sohnes Abrams Weib, und
führte sie aus Ur in Chaldäa, daß er ins Land Kanaan zöge; und sie
kamen gen Haran und wohnten daselbst.
32. Und Tharah war zweihundertundfünf Jahre alt und starb in Haran.
Kapitel 12
1. Und der HERR sprach zu Abram: Gehe aus deinem Vaterlande und von
deiner Freundschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich
dir zeigen will.
2. Und ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und
dir einen großen Namen machen, und sollst ein Segen sein.
3. Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich
verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf
Erden.
4. Da zog Abram aus, wie der HERR zu ihm gesagt hatte, und Lot zog mit
ihm. Abram aber ward fünfundsiebzig Jahre alt, da er aus Haran zog.
5. Also nahm Abram sein Weib Sarai und Lot, seines Bruders Sohn, mit
aller ihrer Habe, die sie gewonnen hatten, und die Seelen, die sie
erworben hatten in Haran; und zogen aus, zu reisen in das Land Kanaan.
Und als sie gekommen waren in dasselbe Land,
6. zog Abram durch bis an die Stätte Sichem und an den Hain More; es
wohnten aber zu der Zeit die Kanaaniter im Lande.
7. Da erschien der HERR dem Abram und sprach: Deinem Samen will ich
dies Land geben. Und er baute daselbst einen Altar dem HERRN, der ihm
erschienen war.
8. Darnach brach er auf von dort an einen Berg, der lag gegen Morgen
von der Stadt Beth-El, und richtete seine Hütte auf, daß er Beth-El
gegen Abend und Ai gegen Morgen hatte, und baute daselbst dem HERRN
einen Altar und predigte von dem Namen des HERRN.
9. Darnach zog Abram weiter und zog aus ins Mittagsland.
10. Es kam aber eine Teuerung in das Land. Da zog Abram hinab nach
Ägypten, daß er sich daselbst als ein Fremdling aufhielte; denn die
Teuerung war groß im Lande.
11. Und da er nahe an Ägypten kam, sprach er zu seinem Weib Sarai:
Siehe, ich weiß, daß du ein schönes Weib von Angesicht bist.
12. Wenn dich nun die Ägypter sehen werden, so werden sie sagen: Das
ist sein Weib, und werden mich erwürgen, und dich leben lassen.
13. Sage doch, du seist meine Schwester, auf daß mir's wohl gehe um
deinetwillen und meine Seele am Leben bleibe um deinetwillen.
14. Als nun Abram nach Ägypten kam, sahen die Ägypter das Weib, daß sie
sehr schön war.
15. Und die Fürsten des Pharao sahen sie und priesen sie vor ihm. Da
ward sie in des Pharao Haus gebracht.
16. Und er tat Abram Gutes um ihretwillen. Und er hatte Schafe, Rinder,
Esel, Knechte und Mägde, Eselinnen und Kamele.
17. Aber der HERR plagte den Pharao mit großen Plagen und sein Haus um
Sarais, Abrams Weibes, willen.
18. Da rief Pharao Abram zu sich und sprach zu ihm: Warum hast du mir
das getan? Warum sagtest du mir's nicht, daß sie dein Weib wäre?
19. Warum sprachst du denn, sie wäre deine Schwester? Derhalben ich sie
mir zum Weibe nehmen wollte. Und nun siehe, da hast du dein Weib; nimm
sie und ziehe hin.
20. Und Pharao befahl seinen Leuten über ihm, daß sie ihn geleiteten
und sein Weib und alles, was er hatte.
Kapitel 13
1. Also zog Abram herauf aus Ägypten mit seinem Weibe und mit allem,
was er hatte, und Lot auch mit ihm, ins Mittagsland.
2. Abram aber war sehr reich an Vieh, Silber und Gold.
3. Und er zog immer fort von Mittag bis gen Beth-El, an die Stätte, da
am ersten seine Hütte war, zwischen Beth-El und Ai,
4. eben an den Ort, da er zuvor den Altar gemacht hatte. Und er
predigte allda den Namen des HERRN.
5. Lot aber, der mit Abram zog, der hatte auch Schafe und Rinder und
Hütten.
6. Und das Land konnte es nicht ertragen, daß sie beieinander wohnten;
denn ihre Habe war groß, und konnten nicht beieinander wohnen.
7. Und es war immer Zank zwischen den Hirten über Abrams Vieh und
zwischen den Hirten über Lots Vieh. So wohnten auch zu der Zeit die
Kanaaniter und Pheresiter im Lande.
8. Da sprach Abram zu Lot: Laß doch nicht Zank sein zwischen mir und
dir und zwischen meinen und deinen Hirten; denn wir sind Gebrüder.
9. Steht dir nicht alles Land offen? Scheide dich doch von mir. Willst
du zur Linken, so will ich zur Rechten; oder willst du zur Rechten, so
will ich zur Linken.
10. Da hob Lot sein Augen auf und besah die ganze Gegend am Jordan.
Denn ehe der HERR Sodom und Gomorra verderbte, war sie wasserreich, bis
man gen Zoar kommt, als ein Garten des HERRN, gleichwie Ägyptenland.
11. Da erwählte sich Lot die ganze Gegend am Jordan und zog gegen
Morgen. Also schied sich ein Bruder von dem andern,
12. daß Abram wohnte im Lande Kanaan und Lot in den Städten der
Jordangegend und setzte seine Hütte gen Sodom.
13. Aber die Leute zu Sodom waren böse und sündigten sehr wider den
HERRN.
14. Da nun Lot sich von Abram geschieden hatte, sprach der HERR zu
Abram: Hebe dein Augen auf und siehe von der Stätte an, da du wohnst,
gegen Mittag, gegen Morgen und gegen Abend.
15. Denn alles Land, das du siehst, will ich dir geben und deinem Samen
ewiglich;
16. und ich will deinen Samen machen wie den Staub auf Erden. Kann ein
Mensch den Staub auf Erden zählen, der wird auch deinen Samen zählen.
17. Darum so mache dich auf und ziehe durch das Land in die Länge und
Breite; denn dir will ich's geben.
18. Also erhob Abram sein Hütte, kam und wohnte im Hain Mamre, der zu
Hebron ist, und baute daselbst dem HERRN einen Altar.
Kapitel 14
1. Und es begab sich zu der Zeit des Königs Amraphel von Sinear,
Ariochs, des Königs von Ellasar, Kedor-Laomors, des Königs von Elam,
und Thideals, des Königs der Heiden,
2. daß sie kriegten mit Bera, dem König von Sodom, und mit Birsa, dem
König von Gomorra, und mit Sineab, dem König von Adama, und mit
Semeber, dem König von Zeboim, und mit dem König von Bela, das Zoar
heißt.
3. Diese kamen alle zusammen in das Tal Siddim, wo nun das Salzmeer
ist.
4. Denn sie waren zwölf Jahre unter dem König Kedor-Laomor gewesen, und
im dreizehnten Jahr waren sie von ihm abgefallen.
5. Darum kam Kedor-Laomor und die Könige, die mit ihm waren, im
vierzehnten Jahr und schlugen die Riesen zu Astharoth-Karnaim und die
Susiter zu Ham und die Emiter in dem Felde Kirjathaim
6. und die Horiter auf dem Gebirge Seir, bis El-Pharan, welches an die
Wüste stößt.
7. Darnach wandten sie um und kamen an den Born Mispat, das ist Kades,
und schlugen das ganze Land der Amalekiter, dazu die Amoriter, die zu
Hazezon-Thamar wohnten.
8. Da zogen aus der König von Sodom, der König von Gomorra, der König
von Adama, der König von Zeboim und der König von Bela, das Zoar heißt,
und rüsteten sich, zu streiten im Tal Siddim
9. mit Kedor-Laomor, dem König von Elam, und mit Thideal, dem König der
Heiden, und mit Amraphel, dem König von Sinear, und mit Arioch, dem
König von Ellasar: vier Könige mit fünfen.
10. Das Tal Siddim aber hatte viel Erdharzgruben; und die Könige von
Sodom und Gomorra wurden in die Flucht geschlagen und fielen da hinein,
und was übrig blieb, floh auf das Gebirge.
11. Da nahmen sie alle Habe zu Sodom und Gomorra und alle Speise und
zogen davon.
12. Sie nahmen auch mit sich Lot, Abrams Bruderssohn, und seine Habe,
denn er wohnte zu Sodom, und zogen davon.
13. Da kam einer, der entronnen war, und sagte es Abram an, dem
Ausländer, der da wohnte im Hain Mamres, des Amoriters, welcher ein
Bruder war Eskols und Aners. Diese waren mit Abram im Bunde.
14. Als nun Abram hörte, daß sein Bruder gefangen war, wappnete er
seine Knechte, dreihundertundachtzehn, in seinem Hause geboren, und
jagte ihnen nach bis gen Dan
15. und teilte sich, fiel des Nachts über sie mit seinen Knechten und
schlug sie und jagte sie bis gen Hoba, das zur Linken der Stadt
Damaskus liegt,
16. und brachte alle Habe wieder, dazu auch Lot, seinen Bruder, mit
seiner Habe, auch die Weiber und das Volk.
17. Als er nun wiederkam von der Schlacht des Kedor-Laomor und der
Könige mit ihm, ging ihm entgegen der König von Sodom in das Feld, das
Königstal heißt.
18. Aber Melchisedek, der König von Salem, trug Brot und Wein hervor.
Und er war ein Priester Gottes des Höchsten.
19. Und segnete ihn und sprach: Gesegnet seist du, Abram, dem höchsten
Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat;
20. und gelobt sei Gott der Höchste, der deine Feinde in deine Hand
beschlossen hat. Und demselben gab Abram den Zehnten von allem.
21. Da sprach der König von Sodom zu Abram: Gib mir die Leute; die
Güter behalte dir.
22. Aber Abram sprach zu dem König von Sodom: Ich hebe mein Hände auf
zu dem HERRN, dem höchsten Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat,
23. daß ich von allem, was dein ist, nicht einen Faden noch einen
Schuhriemen nehmen will, daß du nicht sagst, du hast Abram reich
gemacht;
24. ausgenommen, was die Jünglinge verzehrt haben; und die Männer Aner,
Eskol und Mamre, die mit mir gezogen sind, die laß ihr Teil nehmen.
Kapitel 15
1. Nach diesen Geschichten begab sich's, daß zu Abram geschah das Wort
des HERRN im Gesicht und sprach: Fürchte dich nicht Abram! Ich bin dein
Schild und dein sehr großer Lohn.
2. Abram sprach aber: HERR, was willst du mir geben? Ich gehe dahin
ohne Kinder; und dieser Elieser von Damaskus wird mein Haus besitzen.
3. Und Abram sprach weiter: Mir hast du keinen Samen gegeben; und
siehe, einer von meinem Gesinde soll mein Erbe sein.
4. Und siehe, der HERR sprach zu ihm: Er soll nicht dein Erbe sein;
sondern der von deinem Leib kommen wird, der soll dein Erbe sein.
5. Und er hieß ihn hinausgehen und sprach: Siehe gen Himmel und zähle
die Sterne; kannst du sie zählen? und sprach zu ihm: Also soll dein
Same werden.
6. Abram glaubte dem HERRN, und das rechnete er ihm zur Gerechtigkeit.
7. Und er sprach zu ihm: Ich bin der HERR, der dich von Ur in Chaldäa
ausgeführt hat, daß ich dir dies Land zu besitzen gebe.
8. Abram aber sprach: HERR, woran soll ich merken, daß ich's besitzen
werde?
9. Und er sprach zu ihm: Bringe mir eine dreijährige Kuh und eine
dreijährige Ziege und einen dreijährigen Widder und eine Turteltaube
und eine junge Taube.
10. Und er brachte ihm solches alles und zerteilte es mitten
voneinander und legte einen Teil dem andern gegenüber; aber die Vögel
zerteilte er nicht.
11. Und die Raubvögel fielen auf die Aase; aber Abram scheuchte sie
davon.
12. Da nun die Sonne am Untergehen war, fiel ein tiefer Schlaf auf
Abram; und siehe, Schrecken und große Finsternis überfiel ihn.
13. Da sprach er zu Abram: Das sollst du wissen, daß dein Same wird
fremd sein in einem Lande, das nicht sein ist; und da wird man sie zu
dienen zwingen und plagen vierhundert Jahre.
14. Aber ich will richten das Volk, dem sie dienen müssen. Darnach
sollen sie ausziehen mit großem Gut.
15. Und du sollst fahren zu deinen Vätern mit Frieden und in gutem
Alter begraben werden.
16. Sie aber sollen nach vier Mannesaltern wieder hierher kommen; denn
die Missetat der Amoriter ist noch nicht voll.
17. Als nun die Sonne untergegangen und es finster geworden war, siehe,
da rauchte ein Ofen, und ein Feuerflamme fuhr zwischen den Stücken hin.
18. An dem Tage machte der HERR einen Bund mit Abram und sprach: Deinem
Samen will ich dies Land geben, von dem Wasser Ägyptens an bis an das
große Wasser Euphrat:
19. die Keniter, die Kenisiter, die Kadmoniter,
20. die Hethiter, die Pheresiter, die Riesen,
21. die Amoriter, die Kanaaniter, die Girgasiter, die Jebusiter.
Kapitel 16
1. Sarai, Abrams Weib, gebar ihm kein Kind. Sie hatte eine ägyptische
Magd, die hieß Hagar.
2. Und sie sprach zu Abram: Siehe, der HERR hat mich verschlossen, daß
ich nicht gebären kann. Gehe doch zu meiner Magd, ob ich vielleicht aus
ihr mich aufbauen möge. Und Abram gehorchte der Stimme Sarais.
3. Da nahm Sarai, Abrams Weib, ihre ägyptische Magd, Hagar, und gab sie
Abram, ihrem Mann, zum Weibe, nachdem sie zehn Jahre im Lande Kanaan
gewohnt hatten.
4. Und er ging zu Hagar, die ward schwanger. Als sie nun sah, daß sie
schwanger war, achtete sie ihre Frau gering gegen sich.
5. Da sprach Sarai zu Abram: Du tust unrecht an mir. Ich habe meine
Magd dir in die Arme gegeben; nun sie aber sieht, daß sie schwanger
geworden ist, muß ich gering sein in ihren Augen. Der HERR sei Richter
zwischen mir und dir.
6. Abram aber sprach zu Sarai: Siehe, deine Magd ist unter deiner
Gewalt; tue mit ihr, wie dir's gefällt. Da sie nun Sarai wollte
demütigen, floh sie von ihr.
7. Aber der Engel des HERRN fand sie bei einem Wasserbrunnen in der
Wüste, nämlich bei dem Brunnen am Wege gen Sur.
8. Der sprach zu ihr: Hagar, Sarais Magd, wo kommst du her, und wo
willst du hin? Sie sprach: Ich bin von meiner Frau Sarai geflohen.
9. Und der Engel des HERRN sprach zu ihr: Kehre wieder um zu deiner
Frau, und demütige dich unter ihre Hand.
10. Und der Engel des HERRN sprach zu ihr: Ich will deinen Samen also
mehren, daß er vor großer Menge nicht soll gezählt werden.
11. Weiter sprach der Engel des HERRN zu ihr: Siehe, du bist schwanger
geworden und wirst einen Sohn gebären, des namen sollst du Ismael
heißen, darum daß der HERR dein Elend erhört hat.
12. Er wird ein wilder Mensch sein: seine Hand wider jedermann und
jedermanns Hand wider ihn, und wird gegen alle seine Brüder wohnen.
13. Und sie hieß den Namen des HERRN, der mit ihr redete: Du Gott
siehst mich. Denn sie sprach: Gewiß habe ich hier gesehen den, der mich
hernach angesehen hat.
14. Darum hieß man den Brunnen einen Brunnen des Lebendigen, der mich
ansieht; welcher Brunnen ist zwischen Kades und Bared.
15. Und Hagar gebar einen Sohn; und Abram hieß den Sohn, den ihm Hagar
gebar, Ismael.
16. Und Abram war sechsundachtzig Jahre alt, da ihm Hagar den Ismael
gebar.
Kapitel 17
1. Als nun Abram neunundneunzig Jahre alt war, erschien ihm der HERR
und sprach zu ihm: Ich bin der allmächtige Gott; wandle vor mir und sei
fromm.
2. Und ich will meinen Bund zwischen mir und dir machen und ich will
dich gar sehr mehren.
3. Da fiel Abram auf sein Angesicht. Und Gott redete weiter mit ihm und
sprach:
4. Siehe, ich bin's und habe meinen Bund mit dir, und du sollst ein
Vater vieler Völker werden.
5. Darum sollst du nicht mehr Abram heißen, sondern Abraham soll dein
Name sein; denn ich habe dich gemacht zum Vater vieler Völker
6. und will dich gar sehr fruchtbar machen und will von dir Völker
machen, und sollen auch Könige von dir kommen.
7. Und ich will aufrichten meinen Bund zwischen mir und dir und deinem
Samen nach dir, bei ihren Nachkommen, daß es ein ewiger Bund sei, also
daß ich dein Gott sei und deines Samens nach dir,
8. und ich will dir und deinem Samen nach dir geben das Land, darin du
ein Fremdling bist, das ganze Land Kanaan, zu ewiger Besitzung, und
will ihr Gott sein.
9. Und Gott sprach zu Abraham: So halte nun meinen Bund, du und dein
Same nach dir, bei ihren Nachkommen.
10. Das ist aber mein Bund, den ihr halten sollt zwischen mir und euch
und deinem Samen nach dir: Alles, was männlich ist unter euch, soll
beschnitten werden.
11. Ihr sollt aber die Vorhaut an eurem Fleisch beschneiden. Das soll
ein Zeichen sein des Bundes zwischen mir und euch.
12. Ein jegliches Knäblein, wenn's acht Tage alt ist, sollt ihr
beschneiden bei euren Nachkommen.
13. Beschnitten werden soll alles Gesinde, das dir daheim geboren oder
erkauft ist. Und also soll mein Bund an eurem Fleisch sein zum ewigen
Bund.
14. Und wo ein Mannsbild nicht wird beschnitten an der Vorhaut seines
Fleisches, des Seele soll ausgerottet werden aus seinem Volk, darum daß
es meinen Bund unterlassen hat.
15. Und Gott sprach abermals zu Abraham: Du sollst dein Weib Sarai
nicht mehr Sarai heißen, sondern Sara soll ihr Name sein.
16. Denn ich will sie segnen, und auch von ihr will ich dir einen Sohn
geben; denn ich will sie segnen, und Völker sollen aus ihr werden und
Könige über viele Völker.
17. Da fiel Abraham auf sein Angesicht und lachte, und sprach in seinem
Herzen: Soll mir, hundert Jahre alt, ein Kind geboren werden, und Sara,
neunzig Jahre alt, gebären?
18. Und Abraham sprach zu Gott: Ach, daß Ismael leben sollte vor dir!
19. Da sprach Gott: Ja, Sara, dein Weib, soll dir einen Sohn gebären,
den sollst du Isaak heißen; denn mit ihm will ich meinen ewigen Bund
aufrichten und mit seinem Samen nach ihm.
20. Dazu um Ismael habe ich dich auch erhört. Siehe, ich habe ihn
gesegnet und will ihn fruchtbar machen und mehren gar sehr. Zwölf
Fürsten wird er zeugen, und ich will ihn zum großen Volk machen.
21. Aber meinen Bund will ich aufrichten mit Isaak, den dir Sara
gebären soll um diese Zeit im andern Jahr.
22. Und er hörte auf, mit ihm zu reden. Und Gott fuhr auf von Abraham.
23. Da nahm Abraham seinen Sohn Ismael und alle Knechte, die daheim
geboren, und alle, die erkauft, und alles, was männlich war in seinem
Hause, und beschnitt die Vorhaut an ihrem Fleisch ebendesselben Tages,
wie ihm Gott gesagt hatte.
24. Und Abraham war neunundneunzig Jahre alt, da er die Vorhaut an
seinem Fleisch beschnitt.
25. Ismael aber, sein Sohn, war dreizehn Jahre alt, da seines Fleisches
Vorhaut beschnitten ward.
26. Eben auf einen Tag wurden sie alle beschnitten, Abraham, sein Sohn
Ismael,
27. und was männlich in seinem Hause war, daheim geboren und erkauft
von Fremden; es ward alles mit ihm beschnitten.
Kapitel 18
1. Und der HERR erschien ihm im Hain Mamre, da saß er an der Tür seiner
Hütte, da der Tag am heißesten war.
2. Und als er seine Augen aufhob und sah, siehe, da standen drei Männer
vor ihm. Und da er sie sah, lief er ihnen entgegen von der Tür seiner
Hütte und bückte sich nieder zur Erde
3. und sprach: HERR, habe ich Gnade gefunden vor deinen Augen, so gehe
nicht an deinem Knecht vorüber.
4. Man soll euch ein wenig Wasser bringen und eure Füße waschen, und
lehnt euch unter den Baum.
5. Und ich will einen Bissen Brot bringen, daß ihr euer Herz labt;
darnach sollt ihr fortgehen. Denn darum seid ihr zu eurem Knecht
gekommen. Sie sprachen: Tue wie du gesagt hast.
6. Abraham eilte in die Hütte zu Sara und sprach: Eile und menge drei
Maß Semmelmehl, knete und backe Kuchen.
7. Er aber lief zu den Rindern und holte ein zartes, gutes Kalb und
gab's dem Knechte; der eilte und bereitete es zu.
8. Und er trug auf Butter und Milch und von dem Kalbe, das er
zubereitet hatte, und setzte es ihnen vor und blieb stehen vor ihnen
unter dem Baum, und sie aßen.
9. Da sprachen sie zu ihm: Wo ist dein Weib Sara? Er antwortete:
Drinnen in der Hütte.
10. Da sprach er: Ich will wieder zu dir kommen über ein Jahr; siehe,
so soll Sara, dein Weib, einen Sohn haben. Das hörte Sara hinter ihm,
hinter der Tür der Hütte.
11. Und sie waren beide, Abraham und Sara, alt und wohl betagt, also
daß es Sara nicht mehr ging nach der Weiber Weise.
12. Darum lachte sie bei sich selbst und sprach: Nun ich alt bin, soll
ich noch Wollust pflegen, und mein Herr ist auch alt?
13. Da sprach der HERR zu Abraham: Warum lacht Sara und spricht: Meinst
du, das es wahr sei, daß ich noch gebären werde, so ich doch alt bin?
14. Sollte dem HERRN etwas unmöglich sein? Um diese Zeit will ich
wieder zu dir kommen über ein Jahr, so soll Sara einen Sohn haben.
15. Da leugnete Sara und sprach: Ich habe nicht gelacht; denn sie
fürchtete sich. Aber er sprach: Es ist nicht also; du hast gelacht.
16. Da standen die Männer auf von dannen und wandten sich gegen Sodom;
und Abraham ging mit ihnen, daß er sie geleitete.
17. Da sprach der HERR: Wie kann ich Abraham verbergen, was ich tue,
18. sintemal er ein großes und mächtiges Volk soll werden, und alle
Völker auf Erden in ihm gesegnet werden sollen?
19. Denn ich weiß, er wird befehlen seinen Kindern und seinem Hause
nach ihm, daß sie des HERRN Wege halten und tun, was recht und gut ist,
auf daß der HERR auf Abraham kommen lasse, was er ihm verheißen hat.
20. Und der HERR sprach: Es ist ein Geschrei zu Sodom und Gomorra, das
ist groß, und ihre Sünden sind sehr schwer.
21. Darum will ich hinabfahren und sehen, ob sie alles getan haben nach
dem Geschrei, das vor mich gekommen ist, oder ob's nicht also sei, daß
ich's wisse.
22. Und die Männer wandten ihr Angesicht und gingen gen Sodom; aber
Abraham blieb stehen vor dem HERRN
23. und trat zu ihm und sprach: Willst du denn den Gerechten mit dem
Gottlosen umbringen?
24. Es mögen vielleicht fünfzig Gerechte in der Stadt sein; wolltest du
die umbringen und dem Ort nicht vergeben um fünfzig Gerechter willen,
die darin wären?
25. Das sei ferne von dir, daß du das tust und tötest den Gerechten mit
dem Gottlosen, daß der Gerechte sei gleich wie der Gottlose! Das sei
ferne von dir, der du aller Welt Richter bist! Du wirst so nicht
richten.
26. Der HERR sprach: Finde ich fünfzig Gerechte zu Sodom in der Stadt,
so will ich um ihrer willen dem ganzen Ort vergeben.
27. Abraham antwortete und sprach: Ach siehe, ich habe mich unterwunden
zu reden mit dem HERRN, wie wohl ich Erde und Asche bin.
28. Es möchten vielleicht fünf weniger den fünfzig Gerechte darin sein;
wolltest du denn die ganze Stadt verderben um der fünf willen? Er
sprach: Finde ich darin fünfundvierzig, so will ich sie nicht
verderben.
29. Und er fuhr fort mit ihm zu reden und sprach: Man möchte vielleicht
vierzig darin finden. Er aber sprach: Ich will ihnen nichts tun um der
vierzig willen.
30. Abraham sprach: Zürne nicht, HERR, daß ich noch mehr rede. Man
möchte vielleicht dreißig darin finden. Er aber sprach: Finde ich
dreißig darin, so will ich ihnen nichts tun.
31. Und er sprach: Ach siehe, ich habe mich unterwunden mit dem HERRN
zu reden. Man möchte vielleicht zwanzig darin finden. Er antwortete:
Ich will sie nicht verderben um der zwanzig willen.
32. Und er sprach: Ach zürne nicht, HERR, daß ich nur noch einmal rede.
Man möchte vielleicht zehn darin finden. Er aber sprach: Ich will sie
nicht verderben um der zehn willen.
33. Und der HERR ging hin, da er mit Abraham ausgeredet hatte; und
Abraham kehrte wieder um an seinen Ort.
Kapitel 19
1. Die zwei Engel kamen gen Sodom des Abends; Lot aber saß zu Sodom
unter dem Tor. Und da er sie sah, stand er auf, ihnen entgegen, und
bückte sich mit seinem Angesicht zur Erde
2. und sprach: Siehe, liebe Herren, kehrt doch ein zum Hause eures
Knechtes und bleibt über Nacht; laßt eure Füße waschen, so steht ihr
morgens früh auf und zieht eure Straße. Aber sie sprachen: Nein,
sondern wir wollen über Nacht auf der Gasse bleiben.
3. Da nötigte er sie sehr; und sie kehrten zu ihm ein und kamen in sein
Haus. Und er machte ihnen ein Mahl und buk ungesäuerte Kuchen; und sie
aßen.
4. Aber ehe sie sich legten, kamen die Leute der Stadt Sodom und
umgaben das ganze Haus, jung und alt, das ganze Volk aus allen Enden,
5. und forderten Lot und sprachen zu ihm: Wo sind die Männer, die zu
dir gekommen sind diese Nacht? Führe sie heraus zu uns, daß wir sie
erkennen.
6. Lot ging heraus zu ihnen vor die Tür und schloß die Tür hinter sich
zu
7. und sprach: Ach, liebe Brüder, tut nicht so übel!
8. Siehe, ich habe zwei Töchter, die haben noch keinen Mann erkannt,
die will ich herausgeben unter euch, und tut mit ihnen, was euch
gefällt; allein diesen Männern tut nichts, denn darum sind sie unter
den Schatten meines Daches eingegangen.
9. Sie aber sprachen: Geh hinweg! und sprachen auch: Du bist der
einzige Fremdling hier und willst regieren? Wohlan, wir wollen dich
übler plagen denn jene. Und sie drangen hart auf den Mann Lot. Und da
sie hinzuliefen und wollten die Tür aufbrechen,
10. griffen die Männer hinaus und zogen Lot hinein zu sich ins Haus und
schlossen die Tür zu.
11. Und die Männer vor der Tür wurden mit Blindheit geschlagen, klein
und groß, bis sie müde wurden und die Tür nicht finden konnten.
12. Und die Männer sprachen zu Lot: Hast du noch irgend hier einen
Eidam und Söhne und Töchter, und wer dir angehört in der Stadt, den
führe aus dieser Stätte.
13. Denn wir werden diese Stätte verderben, darum daß ihr Geschrei groß
ist vor dem HERRN; der hat uns gesandt, sie zu verderben.
14. Da ging Lot hinaus und redete mit seinen Eidamen, die seine Töchter
nehmen sollten: Macht euch auf und geht aus diesem Ort; denn der HERR
wird diese Stadt verderben. Aber es war ihnen lächerlich.
15. Da nun die Morgenröte aufging, hießen die Engel den Lot eilen und
sprachen: Mache dich auf, nimm dein Weib und deine zwei Töchter, die
vorhanden sind, daß du nicht auch umkommst in der Missetat dieser
Stadt.
16. Da er aber verzog, ergriffen die Männer ihn und sein Weib und seine
zwei Töchter bei der Hand, darum daß der HERR ihn verschonte, und
führten ihn hinaus und ließen ihn draußen vor der Stadt.
17. Und als sie ihn hatten hinausgebracht, sprach er: Errette dein
Seele und sieh nicht hinter dich; auch stehe nicht in dieser ganzen
Gegend. Auf den Berg rette dich, daß du nicht umkommst.
18. Aber Lot sprach zu ihnen: Ach nein, Herr!
19. Siehe, dieweil dein Knecht Gnade gefunden hat vor deinen Augen, so
wollest du deine Barmherzigkeit groß machen, die du an mir getan hast,
daß du meine Seele am Leben erhieltest. Ich kann mich nicht auf den
Berg retten; es möchte mich ein Unfall ankommen, daß ich stürbe.
20. Siehe, da ist eine Stadt nahe, darein ich fliehen kann, und sie ist
klein; dahin will ich mich retten (ist sie doch klein), daß meine Seele
lebendig bleibe.
21. Da sprach er zu ihm: Siehe, ich habe auch in diesem Stück dich
angesehen, daß ich die Stadt nicht umkehre, von der du geredet hast.
22. Eile und rette dich dahin; denn ich kann nichts tun, bis daß du
hineinkommst. Daher ist diese Stadt genannt Zoar.
23. Und die Sonne war aufgegangen auf Erden, da Lot nach Zoar kam.
24. Da ließ der HERR Schwefel und Feuer regnen von Himmel herab auf
Sodom und Gomorra
25. und kehrte die Städte um und die ganze Gegend und alle Einwohner
der Städte und was auf dem Lande gewachsen war.
26. Und sein Weib sah hinter sich und ward zur Salzsäule.
27. Abraham aber machte sich des Morgens früh auf an den Ort, da er
gestanden vor dem HERRN,
28. und wandte sein Angesicht gegen Sodom und Gomorra und alles Land
der Gegend und schaute; und siehe, da ging Rauch auf vom Lande wie ein
Rauch vom Ofen.
29. Und es geschah, da Gott die Städte in der Gegend verderbte,
gedachte er an den Abraham und geleitete Lot aus den Städten, die er
umkehrte, darin Lot wohnte.
30. Und Lot zog aus Zoar und blieb auf dem Berge mit seinen beiden
Töchtern; denn er fürchtete sich, zu Zoar zu bleiben; und blieb also in
einer Höhle mit seinen beiden Töchtern.
31. Da sprach die ältere zu der jüngeren: Unser Vater ist alt, und ist
kein Mann mehr auf Erden der zu uns eingehen möge nach aller Welt
Weise;
32. so komm, laß uns unserm Vater Wein zu trinken geben und bei ihm
schlafen, daß wir Samen von unserm Vater erhalten.
33. Also gaben sie ihrem Vater Wein zu trinken in derselben Nacht. Und
die erste ging hinein und legte sich zu ihrem Vater; und der ward's
nicht gewahr, da sie sich legte noch da sie aufstand.
34. Des Morgens sprach die ältere zu der jüngeren: Siehe, ich habe
gestern bei meinem Vater gelegen. Laß uns ihm diese Nacht auch Wein zu
trinken geben, daß du hineingehst und legst dich zu ihm, daß wir Samen
von unserm Vater erhalten.
35. Also gaben sie ihrem Vater die Nacht auch Wein zu trinken. Und die
jüngere machte sich auf und legte sich zu ihm; und er ward's nicht
gewahr, da sie sich legte noch da sie aufstand.
36. Also wurden beide Töchter Lots schwanger von ihrem Vater.
37. Und die ältere gebar einen Sohn, den nannte sie Moab. Von dem
kommen her die Moabiter bis auf den heutigen Tag.
38. Und die jüngere gebar auch einen Sohn, den hieß sie das Kind Ammi.
Von dem kommen die Kinder Ammon bis auf den heutigen Tag.
Kapitel 20
1. Abraham aber zog von dannen ins Land gegen Mittag und wohnte
zwischen Kades und Sur und ward ein Fremdling zu Gerar.
2. Er sprach aber von seinem Weibe Sara: Es ist meine Schwester. Da
sandte Abimelech, der König zu Gerar, nach ihr und ließ sie holen.
3. Aber Gott kam zu Abimelech des Nachts im Traum und sprach zu ihm:
Siehe da, du bist des Todes um des Weibes willen, das du genommen hast;
denn sie ist eines Mannes Eheweib.
4. Abimelech aber hatte sie nicht berührt und sprach: HERR, willst du
denn auch ein gerechtes Volk erwürgen?
5. Hat er nicht zu mir gesagt: Sie sei seine Schwester? Und sie hat
auch gesagt: Er ist mein Bruder. Habe ich doch das getan mit
einfältigem Herzen und unschuldigen Händen.
6. Und Gott sprach zu ihm im Traum: Ich weiß auch, daß du mit
einfältigem Herzen das getan hast. Darum habe ich dich auch behütet,
daß du nicht wider mich sündigtest, und habe es nicht zugegeben, daß du
sie berührtest.
7. So gib nun dem Manne sein Weib wieder, denn er ist ein Prophet; und
laß ihn für dich bitten, so wirst du lebendig bleiben. Wo du sie aber
nicht wiedergibst, so wisse, daß du des Todes sterben mußt und alles,
was dein ist.
8. Da stand Abimelech des Morgens früh auf und rief alle seine Knechte
und sagte ihnen dieses alles vor ihren Ohren. Und die Leute fürchteten
sich sehr.
9. Und Abimelech rief Abraham auch und sprach zu ihm: Warum hast du uns
das getan? Und was habe ich an dir gesündigt, daß du so eine große
Sünde wolltest auf mich und mein Reich bringen? Du hast mit mir
gehandelt, wie man nicht handeln soll.
10. Und Abimelech sprach weiter zu Abraham: Was hast du gesehen, daß du
solches getan hast?
11. Abraham sprach: Ich dachte, vielleicht ist keine Gottesfurcht an
diesem Orte, und sie werden mich um meines Weibes willen erwürgen.
12. Auch ist sie wahrhaftig meine Schwester; denn sie ist meines Vaters
Tochter, aber nicht meiner Mutter Tochter, und ist mein geworden.
13. Da mich aber Gott aus meines Vaters Hause wandern hieß, sprach ich
zu ihr: Die Barmherzigkeit tu an mir, daß, wo wir hinkommen, du sagst,
ich sei dein Bruder.
14. Da nahm Abimelech Schafe und Rinder, Knechte und Mägde und gab sie
Abraham und gab ihm wieder sein Weib Sara
15. und sprach: Siehe da, mein Land steht dir offen; wohne, wo dir's
wohl gefällt.
16. Und sprach zu Sara: Siehe da, ich habe deinem Bruder tausend
Silberlinge gegeben; siehe, das soll dir eine Decke der Augen sein vor
allen, die bei dir sind, und allenthalben. Und damit war ihr Recht
verschafft.
17. Abraham aber betete zu Gott; da heilte Gott Abimelech und sein Weib
und seine Mägde, daß sie Kinder gebaren.
18. Denn der HERR hatte zuvor hart verschlossen alle Mütter des Hauses
Abimelechs um Saras, Abrahams Weibes, willen.
Kapitel 21
1. Und der HERR suchte heim Sara, wie er geredet hatte, und tat mit
ihr, wie er geredet hatte.
2. Und Sara ward schwanger und gebar Abraham einen Sohn in seinem Alter
um die Zeit, von der ihm Gott geredet hatte.
3. Und Abraham hieß seinen Sohn, der ihm geboren war, Isaak, den ihm
Sara gebar,
4. und beschnitt ihn am achten Tage, wie ihm Gott geboten hatte.
5. Hundert Jahre war Abraham alt, da ihm sein Sohn Isaak geboren ward.
6. Und Sara sprach: Gott hat mir ein Lachen zugerichtet; denn wer es
hören wird, der wird über mich lachen,
7. und sprach: Wer durfte von Abraham sagen, daß Sara Kinder säuge?
Denn ich habe ihm einen Sohn geboren in seinem Alter.
8. Und das Kind wuchs und ward entwöhnt; und Abraham machte ein großes
Mahl am Tage, da Isaak entwöhnt ward.
9. Und Sara sah den Sohn Hagars, der Ägyptischen, den sie Abraham
geboren hatte, daß er ein Spötter war,
10. und sprach zu Abraham: Treibe diese Magd aus mit ihrem Sohn; denn
dieser Magd Sohn soll nicht erben mit meinem Sohn Isaak.
11. Das Wort gefiel Abraham sehr übel um seines Sohnes willen.
12. Aber Gott sprach zu ihm: Laß dir's nicht übel gefallen des Knaben
und der Magd halben. Alles, was Sara dir gesagt hat, dem gehorche; denn
in Isaak soll dir der Same genannt werden.
13. Auch will ich der Magd Sohn zum Volk machen, darum daß er deines
Samens ist.
14. Da stand Abraham des Morgens früh auf und nahm Brot und einen
Schlauch mit Wasser und legte es Hagar auf ihre Schulter und den Knaben
mit und ließ sie von sich. Da zog sie hin und ging in der Wüste irre
bei Beer-Seba.
15. Da nun das Wasser in dem Schlauch aus war, warf sie den Knaben
unter einen Strauch
16. und ging hin und setzte sich gegenüber von fern, einen Bogenschuß
weit; denn sie sprach: Ich kann nicht ansehen des Knaben Sterben. Und
sie setzte sich gegenüber und hob ihre Stimme auf und weinte.
17. Da erhörte Gott die Stimme des Knaben. Und der Engel Gottes rief
vom Himmel der Hagar und sprach zu ihr: Was ist dir Hagar? Fürchte dich
nicht; denn Gott hat erhört die Stimme des Knaben, da er liegt.
18. Steh auf, nimm den Knaben und führe ihn an deiner Hand; denn ich
will ihn zum großen Volk machen.
19. Und Gott tat ihr die Augen auf, daß sie einen Wasserbrunnen sah. Da
ging sie hin und füllte den Schlauch mit Wasser und tränkte den Knaben.
20. Und Gott war mit dem Knaben; der wuchs und wohnte in der Wüste und
ward ein guter Schütze.
21. Und er wohnte in der Wüste Pharan, und seine Mutter nahm ihm ein
Weib aus Ägyptenland.
22. Zu der Zeit redete Abimelech und Phichol, sein Feldhauptmann, mit
Abraham und sprach: Gott ist mit dir in allem, das du tust.
23. So schwöre mir nun bei Gott, daß du mir und meinen Kindern und
meinen Enkeln keine Untreue erzeigen wollest, sondern die
Barmherzigkeit, die ich an dir getan habe, an mir auch tust und an dem
Lande, darin du ein Fremdling bist.
24. Da sprach Abraham: Ich will schwören.
25. Und Abraham setzte Abimelech zur Rede um des Wasserbrunnens willen,
den Abimelechs Knechte hatten mit Gewalt genommen.
26. Da antwortete Abimelech: Ich habe es nicht gewußt, wer das getan
hat; auch hast du mir's nicht angesagt; dazu habe ich's nicht gehört
bis heute.
27. Da nahm Abraham Schafe und Rinder und gab sie Abimelech; und sie
machten beide einen Bund miteinander.
28. Und Abraham stellt sieben Lämmer besonders.
29. Da sprach Abimelech zu Abraham: Was sollen die sieben Lämmer, die
du besonders gestellt hast?
30. Er antwortete: Sieben Lämmer sollst du von meiner Hand nehmen, daß
sie mir zum Zeugnis seien, daß ich diesen Brunnen gegraben habe.
31. Daher heißt die Stätte Beer-Seba, weil sie beide miteinander da
geschworen haben.
32. Und also machten sie den Bund zu Beer-Seba. Da machten sich auf
Abimelech und Phichol, sein Feldhauptmann, und zogen wieder in der
Philister Land.
33. Abraham aber pflanzte Bäume zu Beer-Seba und predigte daselbst von
dem Namen des HERRN, des ewigen Gottes.
34. Und er war ein Fremdling in der Philister Lande eine lange Zeit.
Kapitel 22
1. Nach diesen Geschichten versuchte Gott Abraham und sprach zu ihm:
Abraham! Und er antwortete: Hier bin ich.
2. Und er sprach: Nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du lieb hast,
und gehe hin in das Land Morija und opfere ihn daselbst zum Brandopfer
auf einem Berge, den ich dir sagen werde.
3. Da stand Abraham des Morgens früh auf und gürtete seinen Esel und
nahm mit sich zwei Knechte und seinen Sohn Isaak und spaltete Holz zum
Brandopfer, machte sich auf und ging an den Ort, davon ihm Gott gesagt
hatte.
4. Am dritten Tage hob Abraham seine Augen auf und sah die Stätte von
ferne
5. und sprach zu seinen Knechten: Bleibt ihr hier mit dem Esel! Ich und
der Knabe wollen dorthin gehen; und wenn wir angebetet haben, wollen
wir wieder zu euch kommen.
6. Und Abraham nahm das Holz zum Brandopfer und legte es auf seinen
Sohn Isaak; er aber nahm das Feuer und Messer in seine Hand, und gingen
die beiden miteinander.
7. Da sprach Isaak zu seinem Vater Abraham: Mein Vater! Abraham
antwortete: Hier bin ich mein Sohn. Und er sprach: Siehe, hier ist
Feuer und Holz; wo ist aber das Schaf zum Brandopfer?
8. Abraham antwortete: Mein Sohn, Gott wird sich ersehen ein Schaf zum
Brandopfer. Und gingen beide miteinander.
9. Und als sie kamen an die Stätte, die ihm Gott gesagt hatte, baute
Abraham daselbst einen Altar und legte das Holz darauf und band seinen
Sohn Isaak, legte ihn auf den Altar oben auf das Holz
10. und reckte seine Hand aus und faßte das Messer, daß er seinen Sohn
schlachtete.
11. Da rief ihm der Engel des HERRN vom Himmel und sprach: Abraham!
Abraham! Er antwortete: Hier bin ich.
12. Er sprach: Lege deine Hand nicht an den Knaben und tue ihm nichts;
denn nun weiß ich, daß du Gott fürchtest und hast deines einzigen
Sohnes nicht verschont um meinetwillen.
13. Da hob Abraham sein Augen auf und sah einen Widder hinter sich in
der Hecke mit seinen Hörnern hangen und ging hin und nahm den Widder
und opferte ihn zum Brandopfer an seines Sohnes Statt.
14. Und Abraham hieß die Stätte: Der HERR sieht. Daher man noch
heutigestages sagt: Auf dem Berge, da der HERR sieht.
15. Und der Engel des HERRN rief Abraham abermals vom Himmel
16. und sprach: Ich habe bei mir selbst geschworen, spricht der HERR,
weil du solches getan hast und hast deines einzigen Sohnes nicht
verschont,
17. daß ich deinen Samen segnen und mehren will wie die Sterne am
Himmel und wie den Sand am Ufer des Meeres; und dein Same soll besitzen
die Tore seiner Feinde;
18. und durch deinen Samen sollen alle Völker auf Erden gesegnet
werden, darum daß du meiner Stimme gehorcht hast.
19. Also kehrte Abraham wieder zu seinen Knechten; und sie machten sich
auf und zogen miteinander gen Beer-Seba; und er wohnte daselbst.
20. Nach diesen Geschichten begab sich's, daß Abraham angesagt ward:
Siehe, Milka hat auch Kinder geboren deinem Bruder Nahor,
21. nämlich Uz, den Erstgeborenen, und Buz, seinen Bruder, und Kemuel,
von dem die Syrer kommen,
22. und Chesed und Haso und Phildas und Jedlaph und Bethuel.
23. Bethuel aber zeugte Rebekka. Diese acht gebar Milka dem Nahor,
Abrahams Bruder.
24. Und sein Kebsweib, mit Namen Rehuma, gebar auch, nämlich den Tebah,
Gaham, Thahas und Maacha.
Kapitel 23
1. Sara ward hundertsiebenundzwanzig Jahre alt
2. und starb in Kirjat-Arba, das Hebron heißt, im Lande Kanaan. Da kam
Abraham, daß er sie beklagte und beweinte.
3. Darnach stand er auf von seiner Leiche und redete mit den Kindern
Heth und sprach:
4. Ich bin ein Fremder und Einwohner bei euch; gebt mir ein
Erbbegräbnis bei euch, daß ich meinen Toten begrabe, der vor mir liegt.
5. Da antworteten Abraham die Kinder Heth und sprachen zu ihm:
6. Höre uns, lieber Herr! Du bist ein Fürst Gottes unter uns, begrabe
deinen Toten in unsern vornehmsten Gräbern; kein Mensch soll dir unter
uns wehren, daß du in seinem Grabe begrabest deinen Toten.
7. Da stand Abraham auf und bückte sich vor dem Volk des Landes, vor
den Kindern Heth.
8. Und er redete mit ihnen und sprach: Gefällt es euch, daß ich meinen
Toten, der vor mir liegt, begrabe, so hört mich und bittet für mich
Ephron, den Sohn Zohars,
9. daß er mir gebe seine zwiefache Höhle, die er hat am Ende seines
Ackers; er gebe sie mir um Geld, soviel sie wert ist, unter euch zum
Erbbegräbnis.
10. Ephron aber saß unter den Kindern Heth. Da antwortete Ephron, der
Hethiter, Abraham, daß zuhörten die Kinder Heth, vor allen, die zu
seiner Stadt Tor aus und ein gingen, und sprach:
11. Nein, mein Herr, sondern höre mir zu! Ich schenke dir den Acker und
die Höhle darin dazu und übergebe dir's vor den Augen der Kinder meines
Volkes, zu begraben deinen Toten.
12. Da bückte sich Abraham vor dem Volk des Landes
13. und redete mit Ephron, daß zuhörte das Volk des Landes, und sprach:
Willst du mir ihn lassen, so bitte ich, nimm von mir das Geld für den
Acker, das ich dir gebe, so will ich meinen Toten daselbst begraben.
14. Ephron antwortete Abraham und sprach zu ihm:
15. Mein Herr, höre doch mich! Das Feld ist vierhundert Lot Silber
wert; was ist das aber zwischen mir und dir? Begrabe nur deinen Toten!
16. Abraham gehorchte Ephron und wog ihm das Geld dar, das er gesagt
hatte, daß zuhörten die Kinder Heth, vierhundert Lot Silber, das im
Kauf gang und gäbe war.
17. Also ward Ephrons Acker, darin die zwiefache Höhle ist, Mamre
gegenüber, Abraham zum eigenen Gut bestätigt mit der Höhle darin und
mit allen Bäumen auf dem Acker umher,
18. daß die Kinder Heth zusahen und alle, die zu seiner Stadt Tor aus
und ein gingen.
19. Darnach begrub Abraham Sara, sein Weib, in der Höhle des Ackers,
die zwiefach ist, Mamre gegenüber, das ist Hebron, im Lande Kanaan.
20. Also ward bestätigt der Acker und die Höhle darin Abraham zum
Erbbegräbnis von den Kindern Heth.
Kapitel 24
1. Abraham ward alt und wohl betagt, und der HERR hatte ihn gesegnet
allenthalben.
2. Und er sprach zu dem ältesten Knecht seines Hauses, der allen seinen
Gütern vorstand: Lege deine Hand unter meine Hüfte
3. und schwöre mir bei dem HERRN, dem Gott des Himmels und der Erde,
daß du meinem Sohn kein Weib nehmest von den Töchtern der Kanaaniter,
unter welchen ich wohne,
4. sondern daß du ziehst in mein Vaterland und zu meiner Freundschaft
und nehmest meinem Sohn Isaak ein Weib.
5. Der Knecht sprach: Wie, wenn das Weib mir nicht wollte folgen in
dies Land, soll ich dann deinen Sohn wiederbringen in jenes Land,
daraus du gezogen bist?
6. Abraham sprach zu ihm: Davor hüte dich, daß du meinen Sohn nicht
wieder dahin bringst.
7. Der HERR, der Gott des Himmels, der mich von meines Vaters Hause
genommen hat und von meiner Heimat, der mir geredet hat und mir auch
geschworen hat und gesagt: Dies Land will ich deinem Samen geben, der
wird seine Engel vor dir her senden, daß du meinem Sohn daselbst ein
Weib nehmest.
8. So aber das Weib dir nicht folgen will, so bist du dieses Eides
quitt. Allein bringe meinen Sohn nicht wieder dorthin.
9. Da legte der Knecht seine Hand unter die Hüfte Abrahams, seines
Herrn, und schwur ihm solches.
10. Also nahm der Knecht zehn Kamele von den Kamelen seines Herrn und
zog hin und hatte mit sich allerlei Güter seines Herrn und machte sich
auf und zog nach Mesopotamien zu der Stadt Nahors.
11. Da ließ er die Kamele sich lagern draußen vor der Stadt bei einem
Wasserbrunnen, des Abends um die Zeit, wo die Weiber pflegten
herauszugehen und Wasser zu schöpfen,
12. und sprach: HERR, du Gott meines Herrn Abraham, begegne mir heute
und tue Barmherzigkeit an meinem Herrn Abraham!
13. Siehe, ich stehe hier bei dem Wasserbrunnen, und der Leute Töchter
in dieser Stadt werden herauskommen, Wasser zu schöpfen.
14. Wenn nun eine Dirne kommt, zu der ich spreche: Neige deinen Krug,
und laß mich trinken, und sie sprechen wird: Trinke, ich will deine
Kamele auch tränken: das sei die, die du deinem Diener Isaak beschert
hast, und daran werde ich erkennen, daß du Barmherzigkeit an meinem
Herrn getan habest.
15. Und ehe er ausgeredet hatte, siehe, da kam heraus Rebekka, Bethuels
Tochter, der ein Sohn der Milka war, welche Nahors, Abrahams Bruders,
Weib war, und trug einen Krug auf ihrer Achsel.
16. Und sie war eine sehr schöne Dirne von Angesicht, noch eine
Jungfrau, und kein Mann hatte sie erkannt. Die stieg hinab zum Brunnen
und füllte den Krug und stieg herauf.
17. Da lief ihr der Knecht entgegen und sprach: Laß mich ein wenig
Wasser aus deinem Kruge trinken.
18. Und sie sprach: Trinke, mein Herr! und eilend ließ sie den Krug
hernieder auf ihre Hand und gab ihm zu trinken.
19. Und da sie ihm zu trinken gegeben hatte, sprach sie: Ich will
deinen Kamelen auch schöpfen, bis sie alle getrunken haben.
20. Und eilte und goß den Krug aus in die Tränke und lief abermals zum
Brunnen, zu schöpfen, und schöpfte allen seinen Kamelen.
21. Der Mann aber wunderte sich ihrer und schwieg still, bis er
erkennete, ob der HERR zu seiner Reise Gnade gegeben hätte oder nicht.
22. Da nun die Kamele alle getrunken hatten, nahm er einen goldenen
Reif, ein halbes Lot schwer, und zwei Armringe an ihre Hände, zehn Lot
Goldes schwer,
23. und sprach: Wes Tochter bist du? das sage mir doch. Haben wir Raum
in deines Vaters Hause, zu beherbergen?
24. Sie sprach zu ihm: Ich bin Bethuels Tochter, des Sohnes Milkas, den
sie dem Nahor geboren hat,
25. und sagte weiter zu ihm: Es ist auch viel Stroh und Futter bei uns
und Raum genug, zu beherbergen.
26. Da neigte sich der Mann und betete den HERRN an
27. und sprach: Gelobt sei der HERR, der Gott meines Herrn Abraham, der
seine Barmherzigkeit und seine Wahrheit nicht verlassen hat an meinem
Herrn; denn der HERR hat mich den Weg geführt zum Hause des Bruders
meines Herrn.
28. Und die Dirne lief und sagte solches alles an in ihrer Mutter
Hause.
29. Und Rebekka hatte einen Bruder, der hieß Laban; und Laban lief zu
dem Mann draußen bei dem Brunnen.
30. Und als er sah den Reif und die Armringe an seiner Schwester Händen
und hörte die Worte Rebekkas, seiner Schwester, daß sie sprach: Also
hat mir der Mann gesagt, kam er zu dem Mann, und siehe, er stand bei
den Kamelen am Brunnen.
31. Und er sprach: Komm herein, du Gesegneter des HERRN! Warum stehst
du draußen? Ich habe das Haus geräumt und für die Kamele auch Raum
gemacht.
32. Also führte er den Mann ins Haus und zäumte die Kamele ab und gab
ihnen Stroh und Futter und Wasser, zu waschen seine Füße und die Füße
der Männer, die mit ihm waren,
33. und setzte ihnen Essen vor. Er sprach aber: Ich will nicht essen,
bis daß ich zuvor meine Sache vorgebracht habe. Sie antworteten: Sage
an!
34. Er sprach: Ich bin Abrahams Knecht.
35. Und der HERR hat meinen Herrn reichlich gesegnet, daß er groß
geworden ist, und hat ihm Schafe und Ochsen, Silber und Gold, Knechte
und Mägde, Kamele und Esel gegeben.
36. Dazu hat Sara, meines Herrn Weib, einen Sohn geboren meinem Herrn
in seinem Alter; dem hat er alles gegeben, was er hat.
37. Und mein Herr hat einen Eid von mir genommen und gesagt: Du sollst
meinem Sohn kein Weib nehmen von den Töchtern der Kanaaniter, in deren
Land ich wohne,
38. sondern ziehe hin zu meines Vaters Hause und zu meinem Geschlecht;
daselbst nimm meinem Sohn ein Weib.
39. Ich aber sprach zu meinem Herrn: Wie, wenn mir das Weib nicht
folgen will?
40. Da sprach er zu mir: Der HERR, vor dem ich wandle, wird seinen
Engel mit dir senden und Gnade zu deiner Reise geben, daß du meinem
Sohn ein Weib nehmest von meiner Freundschaft und meines Vaters Hause.
41. Alsdann sollst du meines Eides quitt sein, wenn du zu meiner
Freundschaft kommst; geben sie dir sie nicht, so bist du meines Eides
quitt.
42. Also kam ich heute zum Brunnen und sprach: HERR, Gott meines Herrn
Abraham, hast du Gnade zu meiner Reise gegeben, auf der ich bin,
43. siehe, so stehe ich hier bei dem Wasserbrunnen. Wenn nun eine
Jungfrau herauskommt, zu schöpfen, und ich zu ihr spreche: Gib mir ein
wenig Wasser zu trinken aus deinem Krug,
44. und sie wird sagen: Trinke du, ich will deinen Kamelen auch
schöpfen: die sei das Weib, das der HERR meines Herrn Sohne beschert
hat.
45. Ehe ich nun solche Worte ausgeredet hatte in meinem Herzen, siehe,
da kommt Rebekka heraus mit einem Krug auf ihrer Achsel und geht hinab
zum Brunnen und schöpft. Da sprach ich zu ihr: Gib mir zu trinken.
46. Und sie nahm eilend den Krug von ihrer Achsel und sprach: Trinke,
und deine Kamele will ich auch tränken. Also trank ich, und sie tränkte
die Kamele auch.
47. Und ich fragte sie und sprach: Wes Tochter bist du? Sie antwortete:
Ich bin Bethuels Tochter, des Sohnes Nahors, den ihm Milka geboren hat.
Da legte ich einen Reif an ihre Stirn und Armringe an ihre Hände
48. und neigte mich und betete den HERRN an und lobte den HERRN, den
Gott meines Herrn Abraham, der mich den rechten Weg geführt hat, daß
ich seinem Sohn die Tochter nehme des Bruders meines Herrn.
49. Seid ihr nun die, so an meinem Herrn Freundschaft und Treue
beweisen wollen, so sagt mir's; wo nicht, so sagt mir's auch, daß ich
mich wende zur Rechten oder zur Linken.
50. Da antworteten Laban und Bethuel und sprachen: Das kommt vom HERRN;
darum können wir nicht wider dich reden, weder Böses noch Gutes;
51. da ist Rebekka vor dir, nimm sie und zieh hin, daß sie das Weib sei
des Sohnes deines Herrn, wie der HERR geredet hat.
52. Da diese Worte hörte Abrahams Knecht, bückte er sich vor dem Herrn
zur Erde
53. und zog hervor silberne und goldene Kleinode und Kleider und gab
sie Rebekka; aber ihrem Bruder und der Mutter gab er Würze.
54. Da aß und trank er samt den Männern, die mit ihm waren, und blieb
über Nacht allda. Des Morgens aber stand er auf und sprach: Laß mich
ziehen zu meinem Herrn.
55. Aber ihr Bruder und ihre Mutter sprachen: Laß doch die Dirne einen
Tag oder zehn bei uns bleiben; darnach sollst du ziehen.
56. Da sprach er zu ihnen: Haltet mich nicht auf; denn der HERR hat
Gnade zu meiner Reise gegeben. Laßt mich, daß ich zu meinem Herrn
ziehe.
57. Da sprachen sie: Laßt uns die Dirne rufen und fragen, was sie dazu
sagt.
58. Und sie riefen Rebekka und sprachen zu ihr: Willst du mit diesem
Mann ziehen? Sie antwortete: Ja, ich will mit ihm.
59. Also ließen sie Rebekka, ihre Schwester, ziehen mit ihrer Amme samt
Abrahams Knecht und seinen Leuten.
60. Und sie segneten Rebekka und sprachen zu ihr: Du bist unsre
Schwester; wachse in vieltausendmal tausend, und dein Same besitze die
Tore seiner Feinde.
61. Also machte sich Rebekka auf mit ihren Dirnen, und setzten sich auf
die Kamele und zogen dem Manne nach. Und der Knecht nahm Rebekka und
zog hin.
62. Isaak aber kam vom Brunnen des Lebendigen und Sehenden (denn er
wohnte im Lande gegen Mittag)
63. und war ausgegangen, zu beten auf dem Felde um den Abend, und hob
seine Augen auf und sah, daß Kamele daherkamen.
64. Und Rebekka hob ihre Augen auf und sah Isaak; da stieg sie eilend
vom Kamel
65. und sprach zu dem Knecht: Wer ist der Mann auf dem Felde? Der
Knecht sprach: Das ist mein Herr. Da nahm sie den Mantel und verhüllte
sich.
66. Und der Knecht erzählte Isaak alle Sachen, die er ausgerichtet
hatte.
67. Da führte sie Isaak in die Hütte seiner Mutter Sara und nahm die
Rebekka und sie war sein Weib, und er gewann sie lieb. Also ward Isaak
getröstet über seine Mutter.
Kapitel 25
1. Abraham nahm wieder ein Weib, die hieß Ketura.
2. Die gebar ihm Simran und Joksan, Medan und Midian, Jesbak und Suah.
3. Joksan aber zeugte Saba und Dedan. Die Kinder aber von Dedan waren:
die Assuriter, die Letusiter und die Leumiter.
4. Die Kinder Midians waren: Epha, Epher, Henoch, Abida und Eldaa.
Diese alle sind Kinder der Ketura.
5. Und Abraham gab all sein Gut Isaak.
6. Aber den Kindern, die er von den Kebsweibern hatte, gab er Geschenke
und ließ sie von seinen Sohn Isaak ziehen, dieweil er noch lebte, gegen
Aufgang in das Morgenland.
7. Das aber ist Abrahams Alter, das er gelebt hat:
hundertfünfundsiebzig Jahre.
8. Und er nahm ab und starb in einem ruhigen Alter, da er alt und
lebenssatt war, und ward zu seinem Volk gesammelt.
9. Und es begruben ihn die Söhne Isaak und Ismael in der zwiefachen
Höhle auf dem Acker Ephrons, des Sohnes Zohars, des Hethiters, die da
liegt Mamre gegenüber,
10. in dem Felde, das Abraham von den Kindern Heth gekauft hatte. Da
ist Abraham begraben mit Sara, seinem Weibe.
11. Und nach dem Tode Abrahams segnete Gott Isaak, seinen Sohn. Und er
wohnte bei dem Brunnen des Lebendigen und Sehenden.
12. Dies ist das Geschlecht Ismaels, des Sohnes Abrahams, den ihm Hagar
gebar, die Magd Saras aus Ägypten;
13. und das sind die Namen der Kinder Ismaels, davon ihre Geschlechter
genannt sind: der erstgeborene Sohn Ismaels, Nebajoth, -Kedar, Abdeel,
Mibsam,
14. Misma, Duma, Massa,
15. Hadar, Thema, Jetur, Naphis und Kedma.
16. Dies sind die Kinder Ismaels mit ihren Namen in ihren Höfen und
Zeltdörfern, zwölf Fürsten über ihre Leute.
17. Und das ist das Alter Ismaels: hundert und siebenunddreißig Jahre.
Und er nahm ab und starb und ward gesammelt zu seinem Volk.
18. Und sie wohnten von Hevila an bis gen Sur vor Ägypten und bis wo
man nach Assyrien geht. Er ließ sich aber nieder gegen alle seine
Brüder.
19. Dies ist das Geschlecht Isaaks, des Sohnes Abrahams: Abraham zeugte
Isaak.
20. Isaak aber war vierzig Jahre alt, da er Rebekka zum Weibe nahm, die
Tochter Bethuels, des Syrers, von Mesopotamien, Labans, des Syrers
Schwester.
21. Isaak aber bat den HERRN für sein Weib, denn sie war unfruchtbar.
Und der HERR ließ sich erbitten, und Rebekka, sein Weib, ward
schwanger.
22. Und die Kinder stießen sich miteinander in ihrem Leibe. Da sprach
sie: Da mir's also sollte gehen, warum bin ich schwanger geworden? und
sie ging hin, den HERRN zu fragen.
23. Und der HERR sprach zu ihr: Zwei Völker sind in deinem Leibe, und
zweierlei Leute werden sich scheiden aus deinem Leibe; und ein Volk
wird dem andern Überlegen sein, und der Ältere wird dem Jüngeren
dienen.
24. Da nun die Zeit kam, daß sie gebären sollte, siehe, da waren
Zwillinge in ihrem Leibe.
25. Der erste, der herauskam, war rötlich, ganz rauh wie ein Fell; und
sie nannten ihn Esau.
26. Darnach kam heraus sein Bruder, der hielt mit seiner Hand die Ferse
des Esau; und sie hießen ihn Jakob. Sechzig Jahre alt war Isaak, da sie
geboren wurden.
27. Und da nun die Knaben groß wurden, ward Esau ein Jäger und streifte
auf dem Felde, Jakob aber ein sanfter Mann und blieb in seinen Hütten.
28. Und Isaak hatte Esau lieb und aß gern von seinem Weidwerk; Rebekka
aber hatte Jakob lieb.
29. Und Jakob kochte ein Gericht. Da kam Esau vom Felde und war müde
30. und sprach zu Jakob: Laß mich kosten das rote Gericht; denn ich bin
müde. Daher heißt er Edom.
31. Aber Jakob sprach: Verkaufe mir heute deine Erstgeburt.
32. Esau antwortete: Siehe, ich muß doch sterben; was soll mir denn die
Erstgeburt?
33. Jakob sprach: So schwöre mir heute. Und er schwur ihm und verkaufte
also Jakob seine Erstgeburt.
34. Da gab ihm Jakob Brot und das Linsengericht, und er aß und trank
und stand auf und ging davon. Also verachtete Esau seine Erstgeburt.
Kapitel 26
1. Es kam aber eine Teuerung ins Land nach der vorigen, so zu Abrahams
Zeiten war. Und Isaak zog zu Abimelech, der Philister König, zu Gerar.
2. Da erschien ihm der HERR und sprach: Ziehe nicht hinab nach Ägypten,
sondern bleibe in dem Lande, das ich dir sage.
3. Sei ein Fremdling in diesem Lande, und ich will mit dir sein und
dich segnen; denn dir und deinem Samen will ich alle diese Länder geben
und will meinen Eid bestätigen, den ich deinem Vater Abraham geschworen
habe,
4. und will deinem Samen mehren wie die Sterne am Himmel und will
deinem Samen alle diese Länder geben. Und durch deinen Samen sollen
alle Völker auf Erden gesegnet werden,
5. darum daß Abraham meiner Stimme gehorsam gewesen ist und hat
gehalten meine Rechte, meine Gebote, meine Weise und mein Gesetz.
6. Also wohnte Isaak zu Gerar.
7. Und wenn die Leute an demselben Ort fragten nach seinem Weibe, so
sprach er: Sie ist meine Schwester. Denn er fürchtete sich zu sagen:
Sie ist mein Weib; sie möchten mich erwürgen um Rebekkas willen, denn
sie war schön von Angesicht.
8. Als er nun eine Zeitlang da war, sah Abimelech, der Philister König,
durchs Fenster und ward gewahr, daß Isaak scherzte mit seinem Weibe
Rebekka.
9. Da rief Abimelech den Isaak und sprach: Siehe, es ist dein Weib. Wie
hast du denn gesagt: Sie ist meine Schwester? Isaak antwortete ihm: Ich
gedachte, ich möchte vielleicht sterben müssen um ihretwillen.
10. Abimelech sprach: Warum hast du das getan? Es wäre leicht
geschehen, daß jemand vom Volk sich zu deinem Weibe gelegt hätte, und
hättest also eine Schuld auf uns gebracht.
11. Da gebot Abimelech allem Volk und sprach: Wer diesen Mann oder sein
Weib antastet, der soll des Todes sterben.
12. Und Isaak säte in dem Lande und erntete desselben Jahres
hundertfältig; denn der HERR segnete ihn.
13. Und er ward ein großer Mann und nahm immer mehr zu, bis er sehr
groß ward,
14. daß er viel Gut hatte an kleinem und großem Vieh und ein großes
Gesinde. Darum beneideten ihn die Philister
15. und verstopften alle Brunnen, die seines Vaters Knechte gegraben
hatten zur Zeit Abrahams, seines Vaters, und füllten sie mit Erde;
16. daß auch Abimelech zu ihm sprach: Ziehe von uns, denn du bist uns
zu mächtig geworden.
17. Da zog Isaak von dannen und schlug sein Gezelt auf im Grunde Gerar
und wohnte allda
18. und ließ die Wasserbrunnen wieder aufgraben, die sie zu Abrahams,
seines Vaters, Zeiten gegraben hatten, welche die Philister verstopft
hatten nach Abrahams Tod, und nannte sie mit demselben Namen mit denen
sie sein Vater genannt hatte.
19. Auch gruben Isaaks Knechte im Grunde und fanden daselbst einen
Brunnen lebendigen Wassers.
20. Aber die Hirten von Gerar zankten mit den Hirten Isaaks und
sprachen: Das Wasser ist unser. Da hieß er den Brunnen Esek, darum daß
sie ihm unrecht getan hatten.
21. Da gruben sie einen andern Brunnen. Darüber zankten sie auch, darum
hieß er ihn Sitna.
22. Da machte er sich von dannen und grub einen andern Brunnen. Darüber
zankten sie sich nicht; darum hieß er ihn Rehoboth und sprach: Nun hat
uns der HERR Raum gemacht und uns wachsen lassen im Lande.
23. Darnach zog er von dannen gen Beer-Seba.
24. Und der HERR erschien ihm in derselben Nacht und sprach: Ich bin
deines Vaters Abrahams Gott. Fürchte dich nicht; denn ich bin mit dir
und will dich segnen und deinen Samen mehren um meines Knechtes Abraham
willen.
25. Da baute er einen Altar daselbst und predigte von dem Namen des
HERRN und richtete daselbst seine Hütte auf, und seine Knechte gruben
daselbst einen Brunnen.
26. Und Abimelech ging zu ihm von Gerar, und Ahussat, sein Freund, und
Phichol, sein Feldhauptmann.
27. Aber Isaak sprach zu ihnen: Warum kommt ihr zu mir? Haßt ihr mich
doch und habt mich von euch getrieben.
28. Sie sprachen: Wir sehen mit sehenden Augen, daß der HERR mit dir
ist. Darum sprachen wir: Es soll ein Eid zwischen uns und dir sein, und
wir wollen einen Bund mit dir machen,
29. daß du uns keinen Schaden tust, gleichwie wir dir nichts denn alles
Gute getan haben und dich mit Frieden haben ziehen lassen. Du aber bist
nun der Gesegnete des HERRN.
30. Da machte er ihnen ein Mahl, und sie aßen und tranken.
31. Und des Morgens früh standen sie auf und schwur einer dem andern;
und Isaak ließ sie gehen, und sie zogen von ihm mit Frieden.
32. Desselben Tages aber kamen Isaaks Knechte und sagten ihm an von dem
Brunnen, den sie gegraben hatten, und sprachen zu ihm: Wir haben Wasser
gefunden.
33. Und er nannte ihn Seba; daher heißt die Stadt Beer-Seba bis auf den
heutigen Tag.
34. Da Esau vierzig Jahre alt war, nahm er zum Weibe Judith, die
Tochter Beeris, des Hethiters, und Basmath, die Tochter Elons, des
Hethiters.
35. Die machten beide Isaak und Rebekka eitel Herzeleid.
Kapitel 27
1. Und es begab sich, da Isaak alt war geworden und seine Augen dunkel
wurden zu sehen, rief er Esau, seinen älteren Sohn, und sprach zu ihm:
Mein Sohn! Er aber antwortete ihm: Hier bin ich.
2. Und er sprach: Siehe, ich bin alt geworden und weiß nicht, wann ich
sterben soll.
3. So nimm nun dein Geräte, Köcher und Bogen, und geh aufs Feld und
fange mir ein Wildbret
4. und mache mir ein Essen, wie ich's gern habe, und bringe mir's
herein, daß ich esse, daß dich meine Seele segne, ehe ich sterbe.
5. Rebekka aber hörte solche Worte, die Isaak zu seinem Sohn Esau
sagte. Und Esau ging hin aufs Feld, daß er ein Wildbret jagte und
heimbrächte.
6. Da sprach Rebekka zu Jakob, ihrem Sohn: Siehe, ich habe gehört
deinen Vater reden mit Esau, deinem Bruder, und sagen:
7. Bringe mir ein Wildbret und mache mir ein Essen, daß ich esse und
dich segne vor dem HERRN, ehe ich sterbe.
8. So höre nun, mein Sohn, meine Stimme, was ich dich heiße.
9. Gehe hin zur Herde und hole mir zwei gute Böcklein, daß ich deinem
Vater ein Essen davon mache, wie er's gerne hat.
10. Das sollst du deinem Vater hineintragen, daß er esse, auf daß er
dich segne vor seinem Tode.
11. Jakob aber sprach zu seiner Mutter Rebekka: Siehe, mein Bruder Esau
ist rauh, und ich glatt;
12. so möchte vielleicht mein Vater mich betasten, und ich würde vor
ihm geachtet, als ob ich ihn betrügen wollte, und brächte über mich
einen Fluch und nicht einen Segen.
13. Da sprach seine Mutter zu ihm: Der Fluch sei auf mir, mein Sohn;
gehorche nur meiner Stimme, gehe und hole mir.
14. Da ging er hin und holte und brachte es seiner Mutter. Da machte
seine Mutter ein Essen, wie es sein Vater gern hatte,
15. und nahm Esaus, ihres älteren Sohnes, köstliche Kleider, die sie
bei sich im Hause hatte, und zog sie Jakob an, ihrem jüngeren Sohn;
16. aber die Felle von den Böcklein tat sie um seine Hände, und wo er
glatt war am Halse,
17. und gab also das Essen mit Brot, wie sie es gemacht hatte, in
Jakobs Hand, ihres Sohnes.
18. Und er ging hinein zu seinem Vater und sprach: Mein Vater! Er
antwortete: Hier bin ich. Wer bist du, mein Sohn?
19. Jakob sprach zu seinem Vater: Ich bin Esau, dein erstgeborener
Sohn; ich habe getan, wie du mir gesagt hast. Steh auf, setze dich und
iß von meinem Wildbret, auf daß mich deine Seele segne.
20. Isaak aber sprach zu seinem Sohn: Mein Sohn, wie hast du so bald
gefunden? Er antwortete: Der HERR, dein Gott, bescherte mir's.
21. Da sprach Isaak zu Jakob: Tritt herzu, mein Sohn, daß ich dich
betaste, ob du mein Sohn Esau seiest oder nicht.
22. Also trat Jakob zu seinem Vater Isaak; und da er ihn betastet
hatte, sprach er: Die Stimme ist Jakobs Stimme, aber die Hände sind
Esaus Hände.
23. Und er kannte ihn nicht; denn seine Hände waren rauh wie Esaus,
seines Bruders, Hände. Und er segnete ihn
24. und sprach zu ihm: Bist du mein Sohn Esau? Er antwortete: Ja, ich
bin's.
25. Da sprach er: So bringe mir her, mein Sohn, zu essen von deinem
Wildbret, daß dich meine Seele segne. Da brachte er's ihm, und er aß,
und trug ihm auch Wein hinein, und er trank.
26. Und Isaak, sein Vater, sprach zu ihm: Komm her und küsse mich, mein
Sohn.
27. Er trat hinzu und küßte ihn. Da roch er den Geruch seiner Kleider
und segnete ihn und sprach: Siehe, der Geruch meines Sohnes ist wie ein
Geruch des Feldes, das der HERR gesegnet hat.
28. Gott gebe dir vom Tau des Himmels und von der Fettigkeit der Erde
und Korn und Wein die Fülle.
29. Völker müssen dir dienen, und Leute müssen dir zu Fuße fallen. Sei
ein Herr über deine Brüder, und deiner Mutter Kinder müssen dir zu Fuße
fallen. Verflucht sei, wer dir flucht; gesegnet sei, wer dich segnet.
30. Als nun Isaak vollendet hatte den Segen über Jakob, und Jakob kaum
hinausgegangen war von seinem Vater Isaak, da kam Esau, sein Bruder,
von seiner Jagd
31. und machte auch ein Essen und trug's hinein zu seinem Vater und
sprach zu ihm: Steh auf, mein Vater, und iß von dem Wildbret deines
Sohnes, daß mich deine Seele segne.
32. Da antwortete ihm Isaak, sein Vater: Wer bist du? Er sprach: Ich
bin Esau, dein erstgeborener Sohn.
33. Da entsetzte sich Isaak über die Maßen sehr und sprach: Wer ist
denn der Jäger, der mir gebracht hat, und ich habe von allem gegessen,
ehe du kamst, und habe ihn gesegnet? Er wird auch gesegnet bleiben.
34. Als Esau diese Rede seines Vaters hörte, schrie er laut und ward
über die Maßen sehr betrübt und sprach zu seinem Vater: Segne mich
auch, mein Vater!
35. Er aber sprach: Dein Bruder ist gekommen mit List und hat deinen
Segen hinweg.
36. Da sprach er: Er heißt wohl Jakob; denn er hat mich nun zweimal
überlistet. Meine Erstgeburt hat er dahin; und siehe, nun nimmt er auch
meinen Segen. Und sprach: Hast du mir denn keinen Segen vorbehalten?
37. Isaak antwortete und sprach zu ihm: Ich habe ihn zu Herrn über dich
gesetzt, und alle seine Brüder habe ich ihm zu Knechten gemacht, mit
Korn und Wein habe ich ihn versehen; was soll ich doch dir nun tun,
mein Sohn?
38. Esau sprach zu seinem Vater: Hast du denn nur einen Segen, mein
Vater? Segne mich auch, mein Vater! und hob auf seine Stimme und
weinte.
39. Da antwortete Isaak, sein Vater, und sprach zu ihm: Siehe da, du
wirst eine Wohnung haben ohne Fettigkeit der Erde und ohne Tau des
Himmels von obenher.
40. Von deinem Schwerte wirst du dich nähren und deinem Bruder dienen.
Und es wird geschehen, daß du auch ein Herr sein und sein Joch von
deinem Halse reißen wirst.
41. Und Esau war Jakob gram um des Segens willen, mit dem ihn sein
Vater gesegnet hatte, und sprach in seinem Herzen: Es wird die Zeit
bald kommen, da man um meinen Vater Leid tragen muß; dann will ich
meinen Bruder Jakob erwürgen.
42. Da wurden Rebekka angesagt diese Worte ihres älteren Sohnes Esau;
und sie schickte hin und ließ Jakob, ihren jüngeren Sohn, rufen und
sprach zu ihm: Siehe, dein Bruder Esau droht dir, daß er dich erwürgen
will.
43. Und nun höre meine Stimme, mein Sohn: Mache dich auf und fliehe zu
meinem Bruder Laban gen Haran
44. und bleib eine Weile bei ihm, bis sich der Grimm deines Bruders
legt
45. und bis sich sein Zorn wider dich von dir wendet und er vergißt,
was du an ihm getan hast; so will ich darnach schicken und dich von
dannen holen lassen. Warum sollte ich euer beider beraubt werden auf
einen Tag?
46. Und Rebekka sprach zu Isaak: Mich verdrießt, zu leben vor den
Töchter Heth. Wo Jakob ein Weib nimmt von den Töchter Heth wie diese,
von den Töchtern des Landes, was soll mir das Leben?
Kapitel 28
1. Da rief Isaak seinen Sohn Jakob und segnete ihn und gebot ihm und
sprach zu ihm: Nimm nicht ein Weib von den Töchtern Kanaans;
2. sondern mache dich auf und ziehe nach Mesopotamien zum Hause
Bethuels, des Vaters deiner Mutter, und nimm dir ein Weib daselbst von
den Töchtern Labans, des Bruders deiner Mutter.
3. Aber der allmächtige Gott segne dich und mache dich fruchtbar und
mehre dich, daß du werdest ein Haufe Völker,
4. und gebe dir den Segen Abrahams, dir und deinem Samen mit dir, daß
du besitzest das Land, darin du ein Fremdling bist, das Gott Abraham
gegeben hat.
5. Also fertigte Isaak den Jakob ab, daß er nach Mesopotamien zog zu
Laban, Bethuels Sohn, in Syrien, dem Bruder Rebekkas, seiner und Esaus
Mutter.
6. Als nun Esau sah, daß Isaak Jakob gesegnet hatte und abgefertigt
nach Mesopotamien, daß er daselbst ein Weib nähme, und daß er, indem er
ihn segnete, ihm gebot und sprach: Du sollst nicht ein Weib nehmen von
den Töchtern Kanaans,
7. und daß Jakob seinem Vater und seiner Mutter gehorchte und nach
Mesopotamien zog,
8. sah auch, daß Isaak, sein Vater, nicht gerne sah die Töchter
Kanaans:
9. ging er hin zu Ismael und nahm zu den Weibern, die er zuvor hatte,
Mahalath, die Tochter Ismaels, des Sohnes Abrahams, die Schwester
Nebajoths, zum Weibe.
10. Aber Jakob zog aus von Beer-Seba und reiste gen Haran
11. und kam an einen Ort, da blieb er über Nacht; denn die Sonne war
untergegangen. Und er nahm einen Stein des Orts und legte ihn zu seinen
Häupten und legte sich an dem Ort schlafen.
12. Und ihm träumte; und siehe, eine Leiter stand auf der Erde, die
rührte mit der Spitze an den Himmel, und siehe, die Engel Gottes
stiegen daran auf und nieder;
13. und der HERR stand obendarauf und sprach: Ich bin der HERR,
Abrahams, deines Vaters, Gott und Isaaks Gott; das Land darauf du
liegst, will ich dir und deinem Samen geben.
14. Und dein Same soll werden wie der Staub auf Erden, und du sollst
ausgebreitet werden gegen Abend, Morgen, Mitternacht und Mittag; und
durch dich und deinen Samen sollen alle Geschlechter auf Erden gesegnet
werden.
15. Und siehe, ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hin ziehst,
und will dich wieder herbringen in dies Land. Denn ich will dich nicht
lassen, bis daß ich tue alles, was ich dir geredet habe.
16. Da nun Jakob von seinem Schlaf aufwachte, sprach er: Gewiß ist der
HERR an diesem Ort, und ich wußte es nicht;
17. und fürchtete sich und sprach: Wie heilig ist diese Stätte! Hier
ist nichts anderes als Gottes Haus, und hier ist die Pforte des
Himmels.
18. Und Jakob stand des Morgens früh auf und nahm den Stein, den er zu
seinen Häupten gelegt hatte, und richtete ihn auf zu einem Mal und goß
Öl obendarauf
19. und hieß die Stätte Beth-El; zuvor aber hieß die Stadt Lus.
20. Und Jakob tat ein Gelübde und sprach: So Gott wird mit mir sein und
mich behüten auf dem Wege, den ich reise, und mir Brot zu essen geben
und Kleider anzuziehen
21. und mich in Frieden wieder heim zu meinem Vater bringen, so soll
der HERR mein Gott sein;
22. und dieser Stein, den ich aufgerichtet habe zu einem Mal, soll ein
Gotteshaus werden; und von allem, was du mir gibst, will ich dir den
Zehnten geben.
Kapitel 29
1. Da hob Jakob seine Füße auf und ging in das Land, das gegen Morgen
liegt,
2. und sah sich um, und siehe, da war ein Brunnen auf dem Felde, und
siehe, drei Herden Schafe lagen dabei; denn von dem Brunnen pflegten
sie die Herden zu tränken, und ein großer Stein lag vor dem Loch des
Brunnens.
3. Und sie pflegten die Herden alle daselbst zu versammeln und den
Stein von dem Brunnenloch zu wälzen und die Schafe zu tränken und taten
alsdann den Stein wieder vor das Loch an seine Stätte.
4. Und Jakob sprach zu ihnen: Liebe Brüder, wo seid ihr her? Sie
antworteten: Wir sind von Haran.
5. Er sprach zu ihnen: Kennt ihr auch Laban, den Sohn Nahors? Sie
antworteten: Wir kennen ihn wohl.
6. Er sprach: Geht es ihm auch wohl? Sie antworteten: Es geht ihm wohl;
und siehe, da kommt seine Tochter Rahel mit den Schafen.
7. Er sprach: Es ist noch hoher Tag und ist noch nicht Zeit das Vieh
einzutreiben; tränkt doch die Schafe und geht hin und weidet sie.
8. Sie antworteten: Wir können nicht, bis daß alle Herden
zusammengebracht werden und wir den Stein von des Brunnens Loch wälzen
und also die Schafe tränken.
9. Als er noch mit ihnen redete, kam Rahel mit den Schafen ihres
Vaters; denn sie hütete die Schafe.
10. Da aber Jakob sah Rahel, die Tochter Labans, des Bruders seiner
Mutter, und die Schafe Labans, des Bruders seiner Mutter, trat er hinzu
und wälzte den Stein von dem Loch des Brunnens und tränkte die Schafe
Labans, des Bruders seiner Mutter.
11. Und er küßte Rahel und weinte laut
12. und sagte ihr an, daß er ihres Vaters Bruder wäre und Rebekkas
Sohn. Da lief sie und sagte es ihrem Vater an.
13. Da aber Laban hörte von Jakob, seiner Schwester Sohn, lief er ihm
entgegen und herzte und küßte ihn und führte ihn in sein Haus. Da
erzählte er dem Laban alle diese Sachen.
14. Da sprach Laban zu ihm: Wohlan, du bist mein Bein und mein Fleisch.
Und da er einen Monat lang bei ihm gewesen war,
15. sprach Laban zu Jakob: Wiewohl du mein Bruder bist, solltest du mir
darum umsonst dienen? Sage an, was soll dein Lohn sein?
16. Laban aber hatte zwei Töchter; die ältere hieß Lea und die jüngere
Rahel.
17. Aber Lea hatte ein blödes Gesicht, Rahel war hübsch und schön.
18. Und Jakob gewann die Rahel lieb und sprach: Ich will dir sieben
Jahre um Rahel, deine jüngere Tochter, dienen.
19. Laban antwortete: Es ist besser, ich gebe sie dir als einem andern;
bleibe bei mir.
20. Also diente Jakob um Rahel sieben Jahre, und sie deuchten ihn, als
wären's einzelne Tage, so lieb hatte er sie.
21. Und Jakob sprach zu Laban: Gib mir nun mein Weib, denn die Zeit ist
hier, daß ich zu ihr gehe.
22. Da lud Laban alle Leute des Orts und machte ein Hochzeitsmahl.
23. Des Abends aber nahm er seine Tochter Lea und brachte sie zu ihm;
und er ging zu ihr.
24. Und Laban gab seiner Tochter Lea seine Magd Silpa zur Magd.
25. Des Morgens aber, siehe, da war es Lea. Und er sprach zu Laban:
Warum hast du mir das getan? Habe ich dir nicht um Rahel gedient? Warum
hast du mich denn betrogen?
26. Laban antwortete: Es ist nicht Sitte in unserm lande, daß man die
jüngere ausgebe vor der älteren.
27. Halte mit dieser die Woche aus, so will ich dir diese auch geben um
den Dienst, den du bei mir noch andere sieben Jahre dienen sollst.
28. Jakob tat also und hielt die Woche aus. Da gab ihm Laban Rahel,
seine Tochter, zum Weibe
29. und gab seiner Tochter Rahel seine Magd Bilha zur Magd.
30. Also ging er auch zu Rahel ein, und hatte Rahel lieber als Lea; und
diente bei ihm fürder die andern sieben Jahre.
31. Da aber der HERR sah, daß Lea unwert war, machte er sie fruchtbar;
Rahel aber war unfruchtbar.
32. Und Lea ward schwanger und gebar einen Sohn; den hieß sie Ruben,
und sprach: Der HERR hat angesehen mein Elend; nun wird mich mein Mann
liebhaben.
33. Und ward abermals schwanger und gebar einen Sohn und sprach: Der
HERR hat gehört, daß ich unwert bin, und hat mir diesen auch gegeben.
Und sie hieß ihn Simeon.
34. Abermals ward sie schwanger und gebar einen Sohn und sprach: Nun
wird mein Mann mir doch zugetan sein, denn ich habe ihm drei Söhne
geboren. Darum hieß sie ihn Levi.
35. Zum vierten ward sie schwanger und gebar einen Sohn und sprach: Nun
will ich dem HERRN danken. Darum hieß sie ihn Juda. Und hörte auf,
Kinder zu gebären.
Kapitel 30
1. Da Rahel sah, daß sie dem Jakob kein Kind gebar, beneidete sie ihre
Schwester und sprach zu Jakob: Schaffe mir Kinder, wo nicht, so sterbe
ich.
2. Jakob aber ward sehr zornig auf Rahel und sprach: Bin ich doch nicht
Gott, der dir deines Leibes Frucht nicht geben will.
3. Sie aber sprach: Siehe, da ist meine Magd Bilha; gehe zu ihr, daß
sie auf meinen Schoß gebäre und ich doch durch sie aufgebaut werde.
4. Und sie gab ihm also Bilha, ihre Magd, zum Weibe, und Jakob ging zu
ihr.
5. Also ward Bilha schwanger und gebar Jakob einen Sohn.
6. Da sprach Rahel: Gott hat meine Sache gerichtet und meine Stimme
erhört und mir einen Sohn gegeben. Darum hieß sie ihn Dan.
7. Abermals ward Bilha, Rahels Magd, schwanger und gebar Jakob den
andern Sohn.
8. Da sprach Rahel: Gott hat es gewandt mit mir und meiner Schwester,
und ich werde es ihr zuvortun. Und hieß ihn Naphthali.
9. Da nun Lea sah, daß sie aufgehört hatte zu gebären, nahm sie ihre
Magd Silpa und gab sie Jakob zum Weibe.
10. Also gebar Silpa, Leas Magd, Jakob einen Sohn.
11. Da sprach Lea: Rüstig! Und hieß ihn Gad.
12. Darnach gebar Silpa, Leas Magd, Jakob den andern Sohn.
13. Da sprach Lea: Wohl mir! denn mich werden selig preisen die
Töchter. Und hieß ihn Asser.
14. Ruben ging aus zur Zeit der Weizenernte und fand Liebesäpfel auf
dem Felde und brachte sie heim seiner Mutter Lea. Da sprach Rahel zu
Lea: Gib mir von den Liebesäpfeln deines Sohnes einen Teil.
15. Sie antwortete: Hast du nicht genug, daß du mir meinen Mann
genommen hast, und willst auch die Liebesäpfel meines Sohnes nehmen?
Rahel sprach: Wohlan, laß ihn diese Nacht bei dir schlafen um die
Liebesäpfel deines Sohnes.
16. Da nun Jakob des Abends vom Felde kam, ging ihm Lea hinaus entgegen
und sprach: Zu mir sollst du kommen; denn ich habe dich erkauft um die
Liebesäpfel meines Sohnes. Und er schlief die Nacht bei ihr.
17. Und Gott erhörte Lea, und sie ward schwanger und gebar Jakob den
fünften Sohn
18. und sprach Gott hat mir gelohnt, daß ich meine Magd meinem Manne
gegeben habe. Und hieß ihn Isaschar.
19. Abermals ward Lea schwanger und gebar Jakob den sechsten Sohn,
20. und sprach: Gott hat mich wohl beraten; nun wird mein Mann doch bei
mir wohnen, denn ich habe ihm sechs Söhne geboren. Und hieß ihn
Sebulon.
21. Darnach gebar sie eine Tochter, die hieß sie Dina.
22. Gott gedachte aber an Rahel und erhörte sie und machte sie
fruchtbar.
23. Da ward sie schwanger und gebar einen Sohn und sprach: Gott hat
meine Schmach von mir genommen.
24. Und hieß ihn Joseph und sprach: Der HERR wolle mir noch einen Sohn
dazugeben!
25. Da nun Rahel den Joseph geboren hatte, sprach Jakob zu Laban: Laß
mich ziehen und reisen an meinen Ort in mein Land.
26. Gib mir meine Weiber und meine Kinder um die ich dir gedient habe,
daß ich ziehe; denn du weißt, wie ich dir gedient habe.
27. Laban sprach zu ihm: Laß mich Gnade vor deinen Augen finden. Ich
spüre, daß mich der HERR segnet um deinetwillen;
28. bestimme den Lohn, den ich dir geben soll.
29. Er aber sprach zu ihm: Du weißt, wie ich dir gedient habe und was
du für Vieh hast unter mir.
30. Du hattest wenig, ehe ich her kam, nun aber ist's ausgebreitet in
die Menge, und der HERR hat dich gesegnet durch meinen Fuß. Und nun,
wann soll ich auch mein Haus versorgen?
31. Er aber sprach: Was soll ich dir denn geben? Jakob sprach: Du
sollst mir nichts geben; sondern so du mir tun willst, was ich sage, so
will ich wiederum weiden und hüten deine Schafe.
32. Ich will heute durch alle deine Herden gehen und aussondern alle
gefleckten und bunten Schafe und alle schwarzen Schafe und die bunten
und gefleckten Ziegen. Was nun bunt und gefleckt fallen wird, das soll
mein Lohn sein.
33. So wird meine Gerechtigkeit zeugen heute oder morgen, wenn es
kommt, daß ich meinen Lohn von dir nehmen soll; also daß, was nicht
gefleckt oder bunt unter den Ziegen und nicht schwarz sein wird unter
den Lämmern, das sei ein Diebstahl bei mir.
34. Da sprach Laban: Siehe da, es sei, wie du gesagt hast.
35. Und sonderte des Tages die sprenkligen und bunten Böcke und alle
gefleckten und bunten Ziegen, wo nur was Weißes daran war, und alles,
was schwarz war unter den Lämmern, und tat's unter die Hand seiner
Kinder
36. und machte Raum drei Tagereisen weit zwischen sich und Jakob. Also
weidete Jakob die übrigen Herden Labans.
37. Jakob aber nahm Stäbe von grünen Pappelbäumen, Haseln und Kastanien
und schälte weiße Streifen daran, daß an den Stäben das Weiß bloß ward,
38. und legte die Stäbe, die er geschält hatte, in die Tränkrinnen vor
die Herden, die kommen mußten, zu trinken, daß sie da empfangen
sollten, wenn sie zu trinken kämen.
39. Also empfingen die Herden über den Stäben und brachten Sprenklinge,
Gefleckte und Bunte.
40. Da schied Jakob die Lämmer und richtete die Herde mit dem Angesicht
gegen die Gefleckten und Schwarzen in der Herde Labans und machte sich
eine eigene Herde, die tat er nicht zu der Herde Labans.
41. Wenn aber der Lauf der Frühling-Herde war, legte er die Stäbe in
die Rinnen vor die Augen der Herde, daß sie über den Stäben empfingen;
42. aber in der Spätlinge Lauf legte er sie nicht hinein. Also wurden
die Spätlinge des Laban, aber die Frühlinge des Jakob.
43. Daher ward der Mann über die Maßen reich, daß er viele Schafe,
Mägde und Knechte, Kamele und Esel hatte.
Kapitel 31
1. Und es kamen vor ihn die Reden der Kinder Labans, daß sie sprachen:
Jakob hat alles Gut unsers Vaters an sich gebracht, und von unsers
Vaters Gut hat er solchen Reichtum zuwege gebracht.
2. Und Jakob sah an das Angesicht Labans; und siehe, es war nicht gegen
ihn wie gestern und ehegestern.
3. Und der HERR sprach zu Jakob: Ziehe wieder in deiner Väter Land und
zu deiner Freundschaft; ich will mit dir sein.
4. Da sandte Jakob hin und ließ rufen Rahel und Lea aufs Feld zu seiner
Herde
5. und sprach zu ihnen: Ich sehe eures Vaters Angesicht, daß es nicht
gegen mich ist wie gestern und ehegestern; aber der Gott meines Vaters
ist mit mir gewesen.
6. Und ihr wißt, daß ich aus allen meinen Kräften eurem Vater gedient
habe.
7. Und er hat mich getäuscht und nun zehnmal meinen Lohn verändert;
aber Gott hat ihm nicht gestattet, daß er mir Schaden täte.
8. Wenn er sprach: Die Bunten sollen dein Lohn sein, so trug die ganze
Herde Bunte. Wenn er aber sprach: Die Sprenkligen sollen dein Lohn
sein, so trug die ganze Herde Sprenklinge.
9. Also hat Gott die Güter eures Vaters ihm entwandt und mir gegeben.
10. Denn wenn die Zeit des Laufs kam, hob ich meine Augen auf und sah
im Traum, und siehe, die Böcke, die auf die Herde sprangen, waren
sprenklig, gefleckt und bunt.
11. Und der Engel Gottes sprach zu mir im Traum: Jakob! Und ich
antwortete: Hier bin ich.
12. Er aber sprach: Hebe deine Augen, und siehe, alle Böcke, die auf
die Herde springen, sind sprenklig, gefleckt und bunt; denn ich habe
alles gesehen, was dir Laban tut.
13. Ich bin der Gott zu Beth-El, da du den Stein gesalbt hast und mir
daselbst ein Gelübde getan. Nun mache dich auf und zieh aus diesem Land
und zieh wieder in das Land deiner Freundschaft.
14. Da antworteten Rahel und Lea und sprachen zu ihm: Wir haben doch
kein Teil noch Erbe mehr in unsers Vaters Hause.
15. Hat er uns doch gehalten wie die Fremden; denn er hat uns verkauft
und unsern Lohn verzehrt;
16. darum hat Gott unserm Vater entwandt seinen Reichtum zu uns und
unsern Kindern. Alles nun, was Gott dir gesagt hat, das tue.
17. Also machte sich Jakob auf und lud seine Kinder und Weiber auf
Kamele
18. und führte weg all sein Vieh und alle seine Habe, die er zu
Mesopotamien erworben hatte, daß er käme zu Isaak, seinem Vater, ins
Land Kanaan.
19. (Laban aber war gegangen sein Herde zu scheren.) Und Rahel stahl
ihres Vaters Götzen.
20. Also täuschte Jakob den Laban zu Syrien damit, daß er ihm nicht
ansagte, daß er floh.
21. Also floh er und alles, was sein war, machte sich auf und fuhr über
den Strom und richtete sich nach dem Berge Gilead.
22. Am dritten Tage ward Laban angesagt, daß Jakob geflohen wäre.
23. Und er nahm seine Brüder zu sich und jagte ihm nach sieben
Tagereisen und ereilte ihn auf dem Berge Gilead.
24. Aber Gott kam zu Laban, dem Syrer, im Traum des Nachts und sprach
zu ihm: Hüte dich, daß du mit Jakob nicht anders redest als freundlich.
25. Und Laban nahte zu Jakob. Jakob aber hatte seine Hütte
aufgeschlagen auf dem Berge; und Laban mit seinen Brüdern schlug seine
Hütte auch auf auf dem Berge Gilead.
26. Da sprach Laban zu Jakob: Was hast du getan, daß du mich getäuscht
hast und hast meine Töchter entführt, als wenn sie durchs Schwert
gefangen wären?
27. Warum bist du heimlich geflohen und hast dich weggestohlen und hast
mir's nicht angesagt, daß ich dich hätte geleitet mit Freuden, mit
Singen mit Pauken und Harfen?
28. Und hast mich nicht lassen meine Kinder und Töchter küssen? Nun, du
hast töricht getan.
29. Und ich hätte wohl so viel Macht, daß ich euch könnte Übles tun;
aber eures Vaters Gott hat gestern zu mir gesagt: Hüte dich, daß du mit
Jakob nicht anders als freundlich redest.
30. Und weil du denn ja wolltest ziehen und sehntest dich so sehr nach
deines Vaters Hause, warum hast du mir meine Götter gestohlen?
31. Jakob antwortete und sprach zu Laban: Ich fürchtete mich und
dachte, du würdest deine Töchter von mir reißen.
32. Bei welchem du aber deine Götter findest, der sterbe hier vor
unsern Brüdern. Suche das Deine bei mir und nimm's hin. Jakob wußte
aber nicht, daß sie Rahel gestohlen hatte.
33. Da ging Laban in die Hütten Jakobs und Leas und der beiden Mägde,
und fand nichts; und ging aus der Hütte Leas in die Hütte Rahels.
34. Da nahm Rahel die Götzen und legte sie unter den Kamelsattel und
setzte sich darauf. Laban aber betastete die ganze Hütte und fand
nichts.
35. Da sprach sie zu ihrem Vater: Mein Herr, zürne mir nicht, denn ich
kann nicht aufstehen vor dir, denn es geht mir nach der Frauen Weise.
Also fand er die Götzen nicht, wie sehr er suchte.
36. Und Jakob ward zornig und schalt Laban und sprach zu ihm: Was habe
ich mißgehandelt oder gesündigt, daß du so auf mich erhitzt bist?
37. Du hast allen meinen Hausrat betastet. Was hast du von meinem
Hausrat gefunden? Lege das dar vor meinen und deinen Brüdern, daß sie
zwischen uns beiden richten.
38. Diese zwanzig Jahre bin ich bei dir gewesen, deine Schafe und
Ziegen sind nicht unfruchtbar gewesen; die Widder deiner Herde habe ich
nie gegessen;
39. was die Tiere zerrissen, brachte ich dir nicht, ich mußte es
bezahlen; du fordertest es von meiner Hand, es mochte mir des Tages
oder des Nachts gestohlen sein.
40. Des Tages verschmachtete ich vor Hitze und des Nachts vor Frost,
und kam kein Schlaf in meine Augen.
41. Also habe ich diese zwanzig Jahre in deinem Hause gedient, vierzehn
um deine Töchter und sechs um deine Herde, und du hast mir meinen Lohn
zehnmal verändert.
42. Wo nicht der Gott meines Vaters, der Gott Abrahams und die Furcht
Isaaks, auf meiner Seite gewesen wäre, du hättest mich leer lassen
ziehen. Aber Gott hat mein Elend und meine Mühe angesehen und hat dich
gestern gestraft.
43. Laban antwortete und sprach zu Jakob: Die Töchter sind meine
Töchter, und die Kinder sind meine Kinder, und die Herden sind meine
Herden, und alles, was du siehst, ist mein. Was kann ich meinen
Töchtern heute oder ihren Kindern tun, die sie geboren haben?
44. So komm nun und laß uns einen Bund machen, ich und du, der ein
Zeugnis sei zwischen mir und dir.
45. Da nahm Jakob einen Stein und richtete ihn auf zu einem Mal.
46. und sprach zu seinen Brüdern: Leset Steine auf! Und sie nahmen
Steine und machten einen Haufen und aßen auf dem Haufen.
47. Und Laban hieß ihn Jegar-Sahadutha; Jakob aber hieß ihn Gilead.
48. Da sprach Laban: Der Haufe sei heute Zeuge zwischen mir und dir
(daher heißt man ihn Gilead)
49. und sei eine Warte; denn er sprach: Der HERR sehe darein zwischen
mir und dir, wenn wir voneinander kommen,
50. wo du meine Töchter bedrückst oder andere Weiber dazunimmst über
meine Töchter. Es ist kein Mensch hier mit uns; siehe aber, Gott ist
der Zeuge zwischen mir und dir.
51. Und Laban sprach weiter zu Jakob: Siehe, das ist der Haufe, und das
ist das Mal, das ich aufgerichtet habe zwischen mir und dir.
52. Derselbe Haufe sei Zeuge, und das Mal sei auch Zeuge, wenn ich
herüberfahre zu dir oder du herüberfährst zu mir über diesen Haufen und
dies Mal, zu beschädigen.
53. Der Gott Abrahams und der Gott Nahors, der Gott ihres Vaters sei
Richter zwischen uns.
54. Und Jakob schwur ihm bei der Furcht seines Vaters Isaak. Und Jakob
opferte auf dem Berge und lud seine Brüder zum Essen. Und da sie
gegessen hatten, blieben sie auf dem Berge über Nacht.
55. Des Morgens aber stand Laban früh auf, küßte seine Kinder und
Töchter und segnete sie und zog hin und kam wieder an seinen Ort.
Kapitel 32
1. Jakob aber zog seinen Weg; und es begegneten ihm die Engel Gottes.
2. Und da er sie sah, sprach er: Es sind Gottes Heere; und hieß die
Stätte Mahanaim.
3. Jakob aber schickte Boten vor sich her zu seinem Bruder Esau ins
Land Seir, in die Gegend Edoms,
4. und befahl ihnen und sprach: Also sagt meinem Herrn Esau: Dein
Knecht Jakob läßt dir sagen: Ich bin bis daher bei Laban lange außen
gewesen
5. und habe Rinder und Esel, Schafe, Knechte und Mägde; und habe
ausgesandt, dir, meinem Herrn, anzusagen, daß ich Gnade vor deinen
Augen fände.
6. Die Boten kamen wieder zu Jakob und sprachen: Wir kamen zu deinem
Bruder Esau; und er zieht dir auch entgegen mit vierhundert Mann.
7. Da fürchtete sich Jakob sehr, und ihm ward bange; und teilte das
Volk, das bei ihm war, und die Schafe und die Rinder und die Kamele in
zwei Heere
8. und sprach: So Esau kommt auf das eine Heer und schlägt es, so wird
das übrige entrinnen.
9. Weiter sprach Jakob: Gott meines Vaters Abraham und Gott meines
Vaters Isaak, HERR, der du zu mir gesagt hast: Zieh wieder in dein Land
und zu deiner Freundschaft, ich will dir wohltun!
10. ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und aller Treue, die du an
deinem Knechte getan hast; denn ich hatte nicht mehr als diesen Stab,
da ich über den Jordan ging, und nun bin ich zwei Heere geworden.
11. Errette mich von der Hand meines Bruders, von der Hand Esaus; denn
ich fürchte mich vor ihm, daß er nicht komme und schlage mich, die
Mütter samt den Kindern.
12. Du hast gesagt ich will dir wohltun und deinen Samen machen wie den
Sand am Meer, den man nicht zählen kann vor der Menge.
13. Und er blieb die Nacht da und nahm von dem, das er vor Handen
hatte, ein Geschenk für seinen Bruder Esau:
14. zweihundert Ziegen, zwanzig Böcke, zweihundert Schafe, zwanzig
Widder
15. und dreißig säugende Kamele mit ihren Füllen, vierzig Kühe und zehn
Farren, zwanzig Eselinnen mit zehn Füllen,
16. und tat sie unter die Hand seiner Knechte, je eine Herde besonders,
und sprach zu ihnen: Gehet vor mir hin und lasset Raum zwischen einer
Herde nach der andern;
17. und gebot dem ersten und sprach: Wenn dir mein Bruder Esau begegnet
und dich fragt: Wem gehörst du an, und wo willst du hin, und wes ist's,
was du vor dir treibst?
18. sollst du sagen: Es gehört deinem Knechte Jakob zu, der sendet
Geschenk seinem Herrn Esau und zieht hinter uns her.
19. Also gebot er auch dem andern und dem dritten und allen, die den
Herden nachgingen, und sprach: Wie ich euch gesagt habe, so sagt zu
Esau, wenn ihr ihm begegnet;
20. und sagt ja auch: Siehe, dein Knecht Jakob ist hinter uns. Denn er
gedachte: Ich will ihn versöhnen mit dem Geschenk, das vor mir her
geht; darnach will ich ihn sehen, vielleicht wird er mich annehmen.
21. Also ging das Geschenk vor ihm her, aber er blieb dieselbe Nacht
beim Heer
22. und stand auf in der Nacht und nahm seine zwei Weiber und die zwei
Mägde und seine elf Kinder und zog an die Furt des Jabbok,
23. nahm sie und führte sie über das Wasser, daß hinüberkam, was er
hatte,
24. und blieb allein. Da rang ein Mann mit ihm, bis die Morgenröte
anbrach.
25. Und da er sah, daß er ihn nicht übermochte, rührte er das Gelenk
seiner Hüfte an; und das Gelenk der Hüfte Jakobs ward über dem Ringen
mit ihm verrenkt.
26. Und er sprach: Laß mich gehen, denn die Morgenröte bricht an. Aber
er antwortete: Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn.
27. Er sprach: Wie heißt du? Er antwortete: Jakob.
28. Er sprach: Du sollst nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel; denn
du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und bist obgelegen.
29. Und Jakob fragte ihn und sprach: Sage doch, wie heißt du? Er aber
sprach: Warum fragst du, wie ich heiße? Und er segnete ihn daselbst.
30. Und Jakob hieß die Stätte Pniel; denn ich habe Gott von Angesicht
gesehen, und meine Seele ist genesen.
31. Und als er an Pniel vorüberkam, ging ihm die Sonne auf; und er
hinkte an seiner Hüfte.
32. Daher essen die Kinder Israel keine Spannader auf dem Gelenk der
Hüfte bis auf den heutigen Tag, darum daß die Spannader an dem Gelenk
der Hüfte Jakobs angerührt ward.
Kapitel 33
1. Jakob hob seine Augen auf und sah seinen Bruder Esau kommen mit
vierhundert Mann. Und er teilte seine Kinder zu Lea und Rahel und zu
den beiden Mägden
2. und stellte die Mägde mit ihren Kindern vornean und Lea mit ihren
Kindern hernach und Rahel mit Joseph zuletzt.
3. Und er ging vor ihnen her und neigte sich siebenmal auf die Erde,
bis er zu seinem Bruder kam.
4. Esau aber lief ihm entgegen und herzte ihn und fiel ihm um den Hals
und küßte ihn; und sie weinten.
5. Und er hob seine Augen auf und sah die Weiber mit den Kindern und
sprach: Wer sind diese bei dir? Er antwortete: Es sind Kinder, die Gott
deinem Knecht beschert hat.
6. Und die Mägde traten herzu mit ihren Kindern und neigten sich vor
ihm.
7. Lea trat auch herzu mit ihren Kindern und neigten sich vor ihm.
Darnach trat Joseph und Rahel herzu und neigten sich auch vor ihm.
8. Und er sprach: Was willst du mit all dem Heere, dem ich begegnet
bin? Er antwortete: Daß ich Gnade fände vor meinem Herrn.
9. Esau sprach: Ich habe genug, mein Bruder; behalte was du hast.
10. Jakob antwortete: Ach, nicht! Habe ich Gnade gefunden vor dir, so
nimm mein Geschenk von meiner Hand; denn ich sah dein Angesicht, als
sähe ich Gottes Angesicht; und laß dir's wohl gefallen von mir.
11. Nimm doch den Segen von mir an, den ich dir zugebracht habe; denn
Gott hat mir's beschert, und ich habe alles genug. Also nötigte er ihn,
daß er's nahm.
12. Und er sprach: Laß uns fortziehen und reisen, ich will mit dir
ziehen.
13. Er aber sprach zu ihm: Mein Herr, du erkennest, daß ich zarte
Kinder bei mir habe, dazu säugende Schafe und Kühe; wenn sie einen Tag
übertrieben würden, würde mir die ganze Herde sterben.
14. Mein Herr ziehe vor seinem Knechte hin. Ich will gemächlich
hintennach treiben, nach dem das Vieh und die Kinder gehen können, bis
daß ich komme zu meinem Herrn nach Seir.
15. Esau sprach: So will ich doch etliche bei dir lassen vom Volk, das
mit mir ist. Er antwortete: Was ist's vonnöten? Laß mich nur Gnade vor
meinem Herrn finden.
16. Also zog des Tages Esau wiederum seines Weges gen Seir.
17. Und Jakob zog gen Sukkoth und baute sich ein Haus und machte seinem
Vieh Hütten; daher heißt die Stätte Sukkoth.
18. Darnach zog Jakob mit Frieden zu der Stadt Sichems, die im Lande
Kanaan liegt (nachdem er aus Mesopotamien gekommen war), und machte
sein Lager vor der Stadt
19. und kaufte ein Stück Acker von den Kindern Hemors, des Vaters
Sichems, um hundert Groschen; daselbst richtete er seine Hütte auf.
20. Und er richtete daselbst einen Altar zu und rief an den Namen des
starken Gottes Israels.
Kapitel 34
1. Dina aber, Leas Tochter, die sie Jakob geboren hatte, ging heraus,
die Töchter des Landes zu sehen.
2. Da die sah Sichem, Hemors Sohn, des Heviters, der des Landes Herr
war, nahm er sie und lag bei ihr und schwächte sie.
3. Und sein Herz hing an ihr, und er hatte die Dirne lieb und redete
freundlich mit ihr.
4. Und Sichem sprach zu seinem Vater Hemor: Nimm mir das Mägdlein zum
Weibe.
5. Und Jakob erfuhr, daß seine Tochter Dina geschändet war; und seine
Söhne waren mit dem Vieh auf dem Felde, und Jakob schwieg bis daß sie
kamen.
6. Da ging Hemor, Sichems Vater, heraus zu Jakob, mit ihm zu reden.
7. Indes kamen die Söhne Jakobs vom Felde. Und da sie es hörten,
verdroß es die Männer, und sie wurden sehr zornig, daß er eine Torheit
an Israel begangen und bei Jakobs Tochter gelegen hatte, denn so sollte
es nicht sein.
8. Da redete Hemor mit ihnen und sprach: Meines Sohnes Sichem Herz
sehnt sich nach eurer Tochter; gebt sie ihm doch zum Weibe.
9. Befreundet euch mit uns; gebt uns eure Töchter und nehmt ihr unsere
Töchter
10. und wohnt bei uns. Das Land soll euch offen sein; wohnt und werbet
und gewinnet darin.
11. Und Sichem sprach zu ihrem Vater und ihren Brüdern: Laßt uns Gnade
bei euch finden; was ihr mir sagt, das will ich euch geben.
12. Fordert nur getrost von mir Morgengabe und Geschenk, ich will's
geben, wie ihr heischt; gebt mir nur die Dirne zum Weibe.
13. Da antworteten Jakobs Söhne dem Sichem und seinem Vater Hemor
betrüglich, darum daß ihre Schwester Dina geschändet war,
14. und sprachen zu ihnen: Wir können das nicht tun, daß wir unsere
Schwester einem unbeschnittenem Mann geben; denn das wäre uns eine
Schande.
15. Doch dann wollen wir euch zu Willen sein, so ihr uns gleich werdet
und alles, was männlich unter euch ist, beschnitten werde;
16. dann wollen wir unsere Töchter euch geben und eure Töchter uns
nehmen und bei euch wohnen und ein Volk sein.
17. Wo ihr aber nicht darein willigen wollt, euch zu beschneiden, so
wollen wir unsere Tochter nehmen und davonziehen.
18. Die Rede gefiel Hemor und seinem Sohn wohl.
19. Und der Jüngling verzog nicht, solches zu tun; denn er hatte Lust
zu der Tochter Jakobs. Und er war herrlich gehalten über alle in seines
Vaters Hause.
20. Da kamen sie nun, Hemor und sein Sohn Sichem, unter der Stadt Tor
und redeten mit den Bürgern der Stadt und sprachen:
21. Diese Leute sind friedsam bei uns und wollen im Lande wohnen und
werben; so ist nun das Land weit genug für sie. Wir wollen uns ihre
Töchter zu Weibern nehmen und ihnen unser Töchter geben.
22. Aber dann wollen sie uns zu Willen sein, daß sie bei uns wohnen und
ein Volk mit uns werden, wo wir alles, was männlich unter uns ist,
beschneiden, gleich wie sie beschnitten sind.
23. Ihr Vieh und ihre Güter und alles, was sie haben, wird unser sein,
so wir nur ihnen zu Willen werden, daß sie bei uns wohnen.
24. Und sie gehorchten dem Hemor und Sichem, seinem Sohn, alle, die zu
seiner Stadt Tor aus und ein gingen, und beschnitten alles, was
männlich war, das zu dieser Stadt aus und ein ging.
25. Und am dritten Tage, da sie Schmerzen hatten, nahmen die zwei Söhne
Jakobs, Simeon und Levi, der Dina Brüder, ein jeglicher sein Schwert
und gingen kühn in die Stadt und erwürgten alles, was männlich war.
26. und erwürgten auch Hemor und seinen Sohn Sichem mit der Schärfe des
Schwerts und nahmen ihre Schwester Dina aus dem Hause Sichems und
gingen davon.
27. Da kamen die Söhne Jakobs über die erschlagenen und plünderten die
Stadt, darum daß sie hatten ihre Schwester geschändet.
28. Und nahmen ihre Schafe, Rinder, Esel und was in der Stadt und auf
dem Felde war
29. und alle ihre Habe; alle Kinder und Weiber nahmen sie gefangen, und
plünderten alles, was in den Häusern war.
30. Und Jakob sprach zu Simeon und Levi: Ihr habt mir Unglück
zugerichtet und mich stinkend gemacht vor den Einwohnern dieses Landes,
den Kanaanitern und Pheresitern; und ich bin ein geringer Haufe. Wenn
sie sich nun versammeln über mich, so werden sie mich schlagen. Also
werde ich vertilgt samt meinem Hause.
31. Sie antworteten aber: Sollten sie denn mit unsrer Schwester wie mit
einer Hure handeln?
Kapitel 35
1. Und Gott sprach zu Jakob: Mache dich auf und ziehe gen Beth-El und
wohne daselbst und mache daselbst einen Altar dem Gott, der dir
erschien, da du flohest vor deinem Bruder Esau.
2. Da sprach Jakob zu seinem Hause und zu allen, die mit ihm waren: Tut
von euch fremde Götter, so unter euch sind, und reinigt euch und ändert
eure Kleider
3. und laßt uns auf sein und gen Beth-El ziehen, daß ich daselbst einen
Altar mache dem Gott, der mich erhört hat zur Zeit meiner Trübsal und
ist mit mir gewesen auf dem Wege, den ich gezogen bin.
4. Da gaben sie ihm alle fremden Götter, die unter ihren Händen waren,
und ihre Ohrenspangen; und er vergrub sie unter einer Eiche, die neben
Sichem stand.
5. Und sie zogen aus. Und es kam die Furcht Gottes über die Städte, die
um sie her lagen, daß sie den Söhnen Jakobs nicht nachjagten.
6. Also kam Jakob gen Lus im Lande Kanaan, das da Beth-El heißt, samt
all dem Volk, das mit ihm war,
7. und baute daselbst einen Altar und hieß die Stätte El-Beth-El, darum
daß ihm daselbst Gott offenbart war, da er floh vor seinem Bruder.
8. Da starb Debora, der Rebekka Amme, und ward begraben unterhalb
Beth-El unter der Eiche; die ward genannt die Klageeiche.
9. Und Gott erschien Jakob abermals, nachdem er aus Mesopotamien
gekommen war, und segnete ihn
10. und sprach zu ihm: Du heißt Jakob; aber du sollst nicht mehr Jakob
heißen, sondern Israel sollst du heißen. Und also heißt man ihn Israel.
11. Und Gott sprach zu ihm: Ich bin der allmächtige Gott; sei fruchtbar
und mehre dich; Völker und Völkerhaufen sollen von dir kommen, und
Könige sollen aus deinen Lenden kommen;
12. und das Land, das ich Abraham und Isaak gegeben habe, will ich dir
geben und will's deinem Samen nach dir geben.
13. Also fuhr Gott auf von ihm von dem Ort, da er mit ihm geredet
hatte.
14. Jakob aber richtete ein steinernes Mal auf an dem Ort, da er mit
ihm geredet hatte, und goß ein Trankopfer darauf und begoß es mit Öl.
15. Und Jakob hieß den Ort, da Gott mit ihm geredet hatte, Beth-El.
16. Und sie zogen von Beth-El. Und da noch ein Feld Weges war von
Ephrath, da gebar Rahel.
17. Und es kam sie hart an über der Geburt. Da aber die Geburt so
schwer ward, sprach die Wehmutter zu ihr: Fürchte dich nicht, denn
diesen Sohn wirst du auch haben.
18. Da ihr aber die Seele ausging, daß sie sterben mußte, hieß sie ihn
Ben-Oni; aber sein Vater hieß ihn Ben-Jamin.
19. Also starb Rahel und ward begraben an dem Wege gen Ephrath, das nun
heißt Bethlehem.
20. Und Jakob richtete ein Mal auf über ihrem Grabe; dasselbe ist das
Grabmal Rahels bis auf diesen Tag.
21. Und Israel zog aus und richtete seine Hütte auf jenseit des Turms
Eder.
22. Und es begab sich, da Israel im Lande wohnte, ging Ruben hin und
schlief bei Bilha, seines Vaters Kebsweib; und das kam vor Israel. Es
hatte aber Jakob zwölf Söhne.
23. Die Söhne Leas waren diese: Ruben, der erstgeborene Sohn Jakobs,
Simeon, Levi, Juda, Isaschar und Sebulon;
24. die Söhne Rahel waren: Joseph und Benjamin;
25. die Söhne Bilhas, Rahels Magd: Dan und Naphthali;
26. die Söhne Silpas, Leas Magd: Gad und Asser. Das sind die Söhne
Jakobs, die ihm geboren sind in Mesopotamien.
27. Und Jakob kam zu seinem Vater Isaak gen Mamre zu Kirjat-Arba, das
da heißt Hebron, darin Abraham und Isaak Fremdlinge gewesen sind.
28. Und Isaak ward hundertundachtzig Jahre alt
29. und nahm ab und starb und ward versammelt zu seinem Volk, alt und
des Lebens satt. Und seine Söhne Esau und Jakob begruben ihn.
Kapitel 36
1. Das ist das Geschlecht Esaus, der da heißt Edom.
2. Esau nahm Weiber von den Töchtern Kanaans: Ada, die Tochter Elons,
des Hethiters, und Oholibama, die Tochter des Ana, die Enkelin des
Zibeons, des Heviters,
3. und Basmath, Ismaels Tochter, Nebajoths Schwester.
4. Und Ada gebar dem Esau Eliphas, aber Basmath gebar Reguel.
5. Oholibama gebar Jehus, Jaelam und Korah. Das sind Esaus Kinder, die
ihm geboren sind im Lande Kanaan.
6. Und Esau nahm seine Weiber, Söhne und Töchter und alle Seelen seines
Hauses, seine Habe und alles Vieh mit allen Gütern, so er im Lande
Kanaan erworben hatte, und zog in ein ander Land, hinweg von seinem
Bruder Jakob.
7. Denn ihre Habe war zu groß, daß sie nicht konnten beieinander
wohnen; und das Land darin sie Fremdlinge waren, vermochte sie nicht zu
ertragen vor der Menge ihres Viehs.
8. Also wohnte Esau auf dem Gebirge Seir. Und Esau ist der Edom.
9. Dies ist das Geschlecht Esaus, von dem die Edomiter herkommen, auf
dem Gebirge Seir.
10. Und so heißen die Kinder Esaus: Eliphas, der Sohn Adas, Esaus
Weibes; Reguel, der Sohn Basmaths, Esaus Weibes.
11. Des Eliphas Söhne aber waren diese: Theman, Omar, Zepho, Gaetham
und Kenas.
12. Und Thimna war ein Kebsweib des Eliphas, Esaus Sohnes; die gebar
ihm Amalek. Das sind die Kinder von Ada, Esaus Weib.
13. Die Kinder aber Reguels sind diese: Nahath, Serah, Samma, Missa.
Das sind die Kinder von Basmath, Esaus Weib.
14. Die Kinder aber von Oholibama, Esaus Weib, der Tochter des Ana, der
Enkelin Zibeons, sind diese, die sie dem Esau gebar: Jehus, Jaelam und
Korah.
15. Das sind die Fürsten unter den Kindern Esaus. Die Kinder des
Eliphas, des ersten Sohnes Esaus: der Fürst Theman, der Fürst Omar, der
Fürst Zepho, der Fürst Kenas,
16. der Fürst Korah, der Fürst Gaetham, der Fürst Amalek. Das sind die
Fürsten von Eliphas im Lande Edom und sind Kinder der Ada.
17. Und das sind die Kinder Reguels, Esaus Sohnes: der Fürst Nahath,
der Fürst Serah, der Fürst Samma, der Fürst Missa. Das sind die Fürsten
von Reguel im Lande der Edomiter und sind Kinder von der Basmath, Esaus
Weib.
18. Das sind die Kinder Oholibamas, Esaus Weibes: der Fürst Jehus, der
Fürst Jaelam, der Fürst Korah. Das sind die Fürsten von Oholibama, der
Tochter des Ana, Esaus Weib.
19. Das sind die Kinder und ihre Fürsten. Er ist der Edom.
20. Die Kinder aber von Seir, dem Horiter, die im Lande wohnten, sind
diese: Lotan, Sobal, Zibeon, Ana, Dison, Ezer und Disan.
21. Das sind die Fürsten der Horiter, Kinder des Seir, im Lande Edom.
22. Aber des Lotan Kinder waren diese: Hori, Heman; und Lotans
Schwester hieß Thimna.
23. Die Kinder von Sobal waren diese: Alwan, Manahath, Ebal, Sepho und
Onam.
24. Die Kinder von Zibeon waren diese: Aja und Ana. Das ist der Ana,
der in der Wüste die warmen Quellen fand, da er seines Vaters Zibeon
Esel hütete.
25. Die Kinder aber Anas waren: Dison und Oholibama, das ist die
Tochter Anas.
26. Die Kinder Disons waren: Hemdan, Esban, Jethran und Cheran.
27. Die Kinder Ezers waren: Bilhan, Sawan und Akan.
28. Die Kinder Disans waren: Uz und Aran.
29. Dies sind die Fürsten der Horiter: der Fürst Lotan, der Fürst
Sobal, der Fürst Zibeon, der Fürst Ana,
30. der Fürst Dison, der Fürst Ezer, der Fürst Disan. Das sind die
Fürsten der Horiter, die regiert haben im Lande Seir.
31. Die Könige aber, die im Lande Edom regiert haben, ehe denn die
Kinder Israel Könige hatten, sind diese:
32. Bela war König in Edom, ein Sohn Beors, und seine Stadt hieß
Dinhaba.
33. Und da Bela starb, ward König an seiner Statt Jobab, ein Sohn
Serahs von Bozra.
34. Da Jobab starb, ward an seiner Statt König Husam aus der Themaniter
Lande.
35. Da Husam starb, ward König an seiner Statt Hadad, ein Sohn Bedads,
der die Midianiter schlug auf der Moabiter Felde; und seine Stadt hieß
Awith.
36. Da Hadad starb, regierte Samla von Masrek.
37. Da Samla starb, ward Saul König, von Rehoboth am Strom.
38. Da Saul starb, ward an seiner Statt König Baal-Hanan, der Sohn
Achbors.
39. Da Baal-Hanan, Achbors Sohn, starb, ward an seiner Statt König
Hadar; und seine Stadt hieß Pagu, und sein Weib Mehetabeel, eine
Tochter Matreds, die Mesahabs Tochter war.
40. Also heißen die Fürsten von Esau in ihren Geschlechtern, Örtern und
Namen: der Fürst Thimna, der Fürst Alwa, der Fürst Jetheth,
41. der Fürst Oholibama, der Fürst Ela, der Fürst Pinon,
42. der Fürst Kenas, der Fürst Theman, der Fürst Mibzar,
43. der Fürst Magdiel, der Fürst Iram. Das sind die Fürsten in Edom,
wie sie gewohnt haben in ihrem Erblande. Das ist Esau, der Vater der
Edomiter.
Kapitel 37
1. Jakob aber wohnte im Lande, darin sein Vater ein Fremdling gewesen
war, im Lande Kanaan.
2. Und dies sind die Geschlechter Jakobs: Joseph war siebzehn Jahre
alt, da er ein Hirte des Viehs ward mit seinen Brüdern; und der Knabe
war bei den Kinder Bilhas und Silpas, der Weiber seines Vaters, und
brachte vor ihren Vater, wo ein böses Geschrei wider sie war.
3. Israel aber hatte Joseph lieber als alle seine Kinder, darum daß er
ihn im Alter gezeugt hatte; und machte ihm einen bunten Rock.
4. Da nun seine Brüder sahen, daß ihn ihr Vater lieber hatte als alle
seine Brüder, waren sie ihm feind und konnten ihm kein freundlich Wort
zusprechen.
5. Dazu hatte Joseph einmal einen Traum und sagte zu seinen Brüdern
davon; da wurden sie ihm noch feinder.
6. Denn er sprach zu ihnen: Höret doch, was mir geträumt hat:
7. Mich deuchte, wir banden Garben auf dem Felde, und meine Garbe
richtete sich auf und stand, und eure Garben umher neigten sich vor
meiner Garbe.
8. Da sprachen seine Brüder zu ihm: Solltest du unser König werden und
über uns herrschen? und sie wurden ihm noch feinder um seines Traumes
und seiner Rede willen.
9. Und er hatte noch einen andern Traum, den erzählte er seinen Brüdern
und sprach: Siehe, ich habe einen Traum gehabt: Mich deuchte, die Sonne
und der Mond und elf Sterne neigten sich vor mir.
10. Und da das seinem Vater und seinen Brüdern gesagt ward, strafte ihn
sein Vater und sprach zu ihm: Was ist das für ein Traum, der dir
geträumt hat? Soll ich und deine Mutter und deine Brüder kommen und vor
dir niederfallen?
11. Und seine Brüder beneideten ihn. Aber sein Vater behielt diese
Worte.
12. Da nun seine Brüder hingingen, zu weiden das Vieh ihres Vaters in
Sichem,
13. sprach Israel zu Joseph: Hüten nicht deine Brüder das Vieh in
Sichem? Komm, ich will dich zu ihnen senden. Er aber sprach: Hier bin
ich.
14. Und er sprach: Gehe hin und sieh, ob's wohl stehe um deine Brüder
und um das Vieh, und sage mir wieder Antwort. Und er sandte ihn aus dem
Tal Hebron, daß er gen Sichem ginge.
15. Da fand ihn ein Mann, daß er irreging auf dem Felde; der fragte ihn
und sprach: Wen suchst du?
16. Er antwortete: Ich suche meine Brüder; sage mir doch an, wo sie
hüten.
17. Der Mann sprach: Sie sind von dannen gezogen; denn ich hörte, daß
sie sagten: Laßt uns gen Dothan gehen. Da folgte Joseph seinen Brüdern
nach und fand sie zu Dothan.
18. Als sie ihn nun sahen von ferne, ehe er denn nahe zu ihnen kam
machten sie einen Anschlag, daß sie ihn töteten,
19. und sprachen untereinander: Seht, der Träumer kommt daher.
20. So kommt nun und laßt uns ihn erwürgen und in eine Grube werfen und
sagen, ein böses Tier habe ihn gefressen, so wird man sehen, was seine
Träume sind.
21. Da das Ruben hörte, wollte er ihn aus ihren Händen erretten, und
sprach: Laßt uns ihn nicht töten.
22. Und weiter sprach Ruben zu ihnen: Vergießt nicht Blut, sondern
werft ihn in die Grube, die in der Wüste ist, und legt die Hand nicht
an ihn. Er wollte ihn aber aus ihrer Hand erretten, daß er ihn seinem
Vater wiederbrächte.
23. Als nun Joseph zu seinen Brüdern kam, zogen sie ihm seinen Rock,
den bunten Rock, aus, den er anhatte,
24. und nahmen ihn und warfen ihn in die Grube; aber die Grube war leer
und kein Wasser darin.
25. Und setzten sich nieder, zu essen. Indes hoben sie ihre Augen auf
und sahen einen Haufen Ismaeliter kommen von Gilead mit ihren Kamelen;
die trugen Würze, Balsam und Myrrhe und zogen hinab nach Ägypten.
26. Da sprach Juda zu seinen Brüdern: Was hilft's uns, daß wir unseren
Bruder erwürgen und sein Blut verbergen?
27. Kommt, laßt uns ihn den Ismaeliten verkaufen, daß sich unsre Hände
nicht an ihm vergreifen; denn er ist unser Bruder, unser Fleisch und
Blut. Und sie gehorchten ihm.
28. Und da die Midianiter, die Kaufleute, vorüberreisten, zogen sie ihn
heraus aus der Grube und verkauften ihn den Ismaeliten um zwanzig
Silberlinge; die brachte ihn nach Ägypten.
29. Als nun Ruben wieder zur Grube kam und fand er Joseph nicht darin,
zerriß er sein Kleid
30. und kam wieder zu seinen Brüdern und sprach: Der Knabe ist nicht
da! Wo soll ich hin?
31. Da nahmen sie Josephs Rock und schlachteten einen Ziegenbock und
tauchten den Rock ins Blut
32. und schickten den bunten Rock hin und ließen ihn ihrem Vater
bringen und sagen: Diesen haben wir gefunden; sieh, ob's deines Sohnes
Rock sei oder nicht.
33. Er erkannte ihn aber und sprach: Es ist meines Sohnes Rock; ein
böses Tier hat ihn gefressen, ein reißendes Tier hat Joseph zerrissen.
34. Und Jakob zerriß sein Kleider und legte einen Sack um seine Lenden
und trug Leid um seinen Sohn lange Zeit.
35. Und alle seine Söhne und Töchter traten auf, daß sie ihn trösteten;
aber er wollte sich nicht trösten lassen und sprach: Ich werde mit Leid
hinunterfahren in die Grube zu meinem Sohn. Und sein Vater beweinte
ihn.
36. Aber die Midianiter verkauften ihn in Ägypten dem Potiphar, des
Pharao Kämmerer und Hauptmann der Leibwache.
Kapitel 38
1. Es begab sich um dieselbe Zeit, daß Juda hinabzog von seinen Brüdern
und tat sich zu einem Mann von Adullam, der hieß Hira.
2. Und Juda sah daselbst eines Kanaaniter-Mannes Tochter, der hieß Sua,
und nahm sie. Und da er zu ihr einging,
3. ward sie schwanger und gebar einen Sohn, den hieß er Ger.
4. Und sie ward abermals schwanger und gebar einen Sohn, den hieß sie
Onan.
5. Sie gebar abermals einen Sohn, den hieß sie Sela; und er war zu
Chesib, da sie ihn gebar.
6. Und Juda gab seinem ersten Sohn, Ger, ein Weib, die hieß Thamar.
7. Aber Ger war böse vor dem HERRN; darum tötete ihn der HERR.
8. Da sprach Juda zu Onan: Gehe zu deines Bruders Weib und nimm sie zur
Ehe, daß du deinem Bruder Samen erweckest.
9. Aber da Onan wußte, daß der Same nicht sein eigen sein sollte, wenn
er einging zu seines Bruders Weib, ließ er's auf die Erde fallen und
verderbte es, auf daß er seinem Bruder nicht Samen gäbe.
10. Da gefiel dem HERRN übel, was er tat, und er tötete ihn auch.
11. Da sprach Juda zu seiner Schwiegertochter Thamar: Bleibe eine Witwe
in deines Vaters Hause, bis mein Sohn Sela groß wird. Denn er gedachte,
vielleicht möchte er auch sterben wie seine Brüder. Also ging Thamar
hin und blieb in ihres Vaters Hause.
12. Da nun viele Tage verlaufen waren, starb des Sua Tochter, Juda's
Weib. Und nachdem Juda ausgetrauert hatte, ging er hinauf seine Schafe
zu scheren, gen Thimnath mit seinem Freunde Hira von Adullam.
13. Da ward der Thamar angesagt: Siehe, dein Schwiegervater geht hinauf
gen Thimnath, seine Schafe zu scheren.
14. Da legte sie die Witwenkleider von sich, die sie trug, deckte sich
mit einem Mantel und verhüllte sich und setzte sich vor das Tor von
Enaim an dem Wege gen Thimnath; denn sie sah, daß Sela war groß
geworden, und sie ward ihm nicht zum Weibe gegeben.
15. Da sie nun Juda sah, meinte er, sie wäre eine Hure; denn sie hatte
ihr Angesicht verdeckt.
16. Und er machte sich zu ihr am Wege und sprach: Laß mich doch zu dir
kommen; denn er wußte nicht, daß es seine Schwiegertochter wäre. Sie
antwortete: Was willst du mir geben, daß du zu mir kommst?
17. Er sprach: Ich will dir einen Ziegenbock von der Herde senden. Sie
antwortete: So gib mir ein Pfand, bis daß du mir's sendest.
18. Er sprach: Was willst du für ein Pfand, das ich dir gebe? Sie
antwortete: Deinen Ring und deine Schnur und deinen Stab, den du in den
Händen hast. Da gab er's ihr und kam zu ihr; und sie ward von ihm
schwanger.
19. Und sie machte sich auf und ging hin und zog ihre Witwenkleider
wieder an.
20. Juda aber sandte den Ziegenbock durch seinen Freund Adullam, daß er
das Pfand wieder holte von dem Weibe; und er fand sie nicht.
21. Da fragte er die Leute: Wo ist die Hure, die zu Enaim am Wege saß?
Sie antworteten: Es ist keine Hure da gewesen.
22. Und er kam wieder zu Juda und sprach: Ich habe sie nicht gefunden;
dazu sagen die Leute des Orts, es sei keine Hure da gewesen.
23. Juda sprach: Sie mag's behalten; sie kann uns doch nicht Schande
nachsagen, denn ich habe den Bock gesandt, so hast du sie nicht
gefunden.
24. Über drei Monate ward Juda angesagt: Deine Schwiegertochter Thamar
hat gehurt; dazu siehe, ist sie von der Hurerei schwanger geworden.
Juda spricht: Bringt sie hervor, daß sie verbrannt werde.
25. Und da man sie hervorbrachte, schickte sie zu ihrem Schwiegervater
und sprach: Von dem Mann bin ich schwanger, des dies ist. Und sprach:
Kennst du auch, wes dieser Ring und diese Schnur und dieser Stab ist?
26. Juda erkannte es und sprach: Sie ist gerechter als ich; denn ich
habe sie nicht gegeben meinen Sohn Sela. Doch erkannte er sie fürder
nicht mehr.
27. Und da sie gebären sollte, wurden Zwillinge in ihrem Leib gefunden.
28. Und als sie jetzt gebar, tat sich eine Hand heraus. Da nahm die
Wehmutter einen roten Faden und band ihn darum und sprach: Der wird
zuerst herauskommen.
29. Da aber der seine Hand wieder hineinzog, kam sein Bruder heraus;
und sie sprach: Warum hast du um deinetwillen solchen Riß gerissen? Und
man hieß ihn Perez.
30. Darnach kam sein Bruder heraus, der den roten Faden um seine Hand
hatte. Und man hieß ihn Serah.
Kapitel 39
1. Joseph ward hinab nach Ägypten geführt; und Potiphar, ein
ägyptischer Mann, des Pharao Kämmerer und Hauptmann, kaufte ihn von den
Ismaeliten, die ihn hinabbrachten.
2. Und der HERR war mit Joseph, daß er ein glücklicher Mann ward; und
er war in seines Herrn, des Ägypters, Hause.
3. Und sein Herr sah, daß der HERR mit ihm war; denn alles, was er tat,
dazu gab der HERR Glück durch ihn,
4. Also daß er Gnade fand vor seinem Herrn und sein Diener ward. Der
setzte ihn über sein Haus, und alles, was er hatte, tat er unter seine
Hände.
5. Und von der Zeit an, da er ihn über sein Haus und alle seine Güter
gesetzt hatte, segnete der HERR des Ägypters Haus um Josephs willen;
und war eitel Segen des HERRN in allem, was er hatte, zu Hause und auf
dem Felde.
6. Darum ließ er alles unter Josephs Händen, was er hatte, und nahm
sich keines Dinges an, solange er ihn hatte, nur daß er aß und trank.
Und Joseph war schön und hübsch von Angesicht.
7. Und es begab sich nach dieser Geschichte, daß seines Herrn Weib ihre
Augen auf Joseph warf und sprach: Schlafe bei mir!
8. Er weigerte sich aber und sprach zu ihr: Siehe, mein Herr nimmt sich
keines Dinges an vor mir, was im Hause ist, und alles, was er hat, das
hat er unter meine Hände getan,
9. und hat nichts so Großes in dem Hause, das er mir verhohlen habe,
außer dir, indem du sein Weib bist. Wie sollte ich denn nun ein solch
groß Übel tun und wider Gott sündigen?
10. Und sie trieb solche Worte gegen Joseph täglich. Aber er gehorchte
ihr nicht, daß er nahe bei ihr schliefe noch um sie wäre.
11. Es begab sich eines Tages, daß Joseph in das Haus ging, sein
Geschäft zu tun, und war kein Mensch vom Gesinde des Hauses dabei.
12. Und sie erwischte ihn bei seinem Kleid und sprach: Schlafe bei mir!
Aber er ließ das Kleid in ihrer Hand und floh und lief zum Hause
hinaus.
13. Da sie nun sah, daß er sein Kleid in ihrer Hand ließ und hinaus
entfloh,
14. rief sie das Gesinde im Hause und sprach zu ihnen: Sehet, er hat
uns den hebräischen Mann hereingebracht, daß er seinen Mutwillen mit
uns treibe. Er kam zu mir herein und wollte bei mir schlafen; ich rief
aber mit lauter Stimme.
15. Und da er hörte, daß ich ein Geschrei machte und rief, da ließ er
sein Kleid bei mir und lief hinaus.
16. Und sie legte sein Kleid neben sich, bis der Herr heimkam,
17. und sagte zu ihm ebendieselben Worte und sprach: Der hebräische
Knecht, den du uns hereingebracht hast, kam zu mir herein und wollte
seinen Mutwillen mit mir treiben.
18. Da ich aber ein Geschrei machte und rief, da ließ er sein Kleid bei
mir und floh hinaus.
19. Als sein Herr hörte die Rede seines Weibes, die sie ihm sagte und
sprach: Also hat mir dein Knecht getan, ward er sehr zornig.
20. Da nahm ihn sein Herr und legte ihn ins Gefängnis, darin des Königs
Gefangene lagen; und er lag allda im Gefängnis.
21. Aber der HERR war mit ihm und neigte seine Huld zu ihm und ließ ihn
Gnade finden vor dem Amtmann über das Gefängnis,
22. daß er ihm unter seine Hand befahl alle Gefangenen im Gefängnis,
auf daß alles, was da geschah, durch ihn geschehen mußte.
23. Denn der Amtmann des Gefängnisses nahm sich keines Dinges an; denn
der HERR war mit Joseph, und was er tat, dazu gab der HERR Glück.
Kapitel 40
1. Und es begab sich darnach, daß sich der Schenke des Königs in
Ägypten und der Bäcker versündigten an ihrem Herrn, dem König von
Ägypten.
2. Und Pharao ward zornig über seine beiden Kämmerer, über den Amtmann
über die Schenken und über den Amtmann über die Bäcker,
3. und ließ sie setzen in des Hauptmanns Haus ins Gefängnis, da Joseph
lag.
4. Und der Hauptmann setzte Joseph über sie, daß er ihnen diente; und
sie saßen etliche Tage im Gefängnis.
5. Und es träumte ihnen beiden, dem Schenken und dem Bäcker des Königs
von Ägypten, in einer Nacht einem jeglichen ein eigener Traum; und
eines jeglichen Traum hatte seine Bedeutung.
6. Da nun des Morgens Joseph zu ihnen hereinkam und sah, daß sie
traurig waren,
7. fragte er sie und sprach: Warum seid ihr heute so traurig?
8. Sie antworteten: Es hat uns geträumt, und wir haben niemand, der es
uns auslege. Joseph sprach: Auslegen gehört Gott zu; doch erzählt
mir's.
9. Da erzählte der oberste Schenke seinen Traum Joseph und sprach zu
ihm: Mir hat geträumt, daß ein Weinstock vor mir wäre,
10. der hatte drei Reben, und er grünte, wuchs und blühte, und seine
Trauben wurden reif;
11. und ich hatte den Becher Pharaos in meiner Hand und nahm die Beeren
und zerdrückte sie in den Becher und gab den Becher Pharao in die Hand.
12. Joseph sprach zu ihm: Das ist seine Deutung. Drei Reben sind drei
Tage.
13. Über drei Tage wird Pharao dein Haupt erheben und dich wieder an
dein Amt stellen, daß du ihm den Becher in die Hand gebest nach der
vorigen Weise, da du sein Schenke warst.
14. Aber gedenke meiner, wenn dir's wohl geht, und tue Barmherzigkeit
an mir, daß du Pharao erinnerst, daß er mich aus diesem Hause führe.
15. Denn ich bin aus dem Lande der Hebräer heimlich gestohlen; dazu
habe ich auch allhier nichts getan, daß sie mich eingesetzt haben.
16. Da der oberste Bäcker sah, daß die Deutung gut war, sprach er zu
Joseph: Mir hat auch geträumt, ich trüge drei weiße Körbe auf meinem
Haupt
17. und im obersten Korbe allerlei gebackene Speise für den Pharao; und
die Vögel aßen aus dem Korbe auf meinem Haupt.
18. Joseph antwortete und sprach: Das ist seine Deutung. Drei Körbe
sind drei Tage;
19. und nach drei Tagen wird dir Pharao dein Haupt erheben und dich an
den Galgen hängen, und die Vögel werden dein Fleisch von dir essen.
20. Und es geschah des dritten Tages, da beging Pharao seinen
Jahrestag; und er machte eine Mahlzeit allen seinen Knechten und erhob
das Haupt des obersten Schenken und das Haupt des obersten Bäckers
unter den Knechten,
21. und setzte den obersten Schenken wieder in sein Schenkamt, daß er
den Becher reicht in Pharaos Hand;
22. aber den obersten Bäcker ließ er henken, wie ihnen Joseph gedeutet
hatte.
23. Aber der oberste Schenke gedachte nicht an Joseph, sondern vergaß
ihn.
Kapitel 41
1. Und nach zwei Jahren hatte Pharao einen Traum, wie er stünde am Nil
2. und sähe aus dem Wasser steigen sieben schöne, fette Kühe; die
gingen auf der Weide im Grase.
3. Nach diesen sah er andere sieben Kühe aus dem Wasser aufsteigen; die
waren häßlich und mager und traten neben die Kühe an das Ufer am
Wasser.
4. Und die häßlichen und mageren fraßen die sieben schönen, fetten
Kühe. Da erwachte Pharao.
5. Und er schlief wieder ein, und ihn träumte abermals, und er sah, daß
sieben Ähren wuchsen an einem Halm, voll und dick.
6. Darnach sah er sieben dünnen Ähren aufgehen, die waren vom Ostwind
versengt.
7. Und die sieben mageren Ähren verschlangen die sieben dicken und
vollen Ähren. Da erwachte Pharao und merkte, daß es ein Traum war.
8. Und da es Morgen ward, war sein Geist bekümmert; und er schickte aus
und ließ rufen alle Wahrsager in Ägypten und alle Weisen und erzählte
ihnen seine Träume. Aber da war keiner, der sie dem Pharao deuten
konnte.
9. Da redete der oberste Schenke zu Pharao und sprach: Ich gedenke
heute an meine Sünden.
10. Da Pharao zornig ward über seine Knechte, und mich mit dem obersten
Bäcker ins Gefängnis legte in des Hauptmanns Hause,
11. da träumte uns beiden in einer Nacht, einem jeglichen sein Traum,
des Deutung ihn betraf.
12. Da war bei uns ein hebräischer Jüngling, des Hauptmanns Knecht, dem
erzählten wir's. Und er deutete uns unsere Träume, einem jeglichen
seinen Traum.
13. Und wie er uns deutete, so ist's ergangen; denn ich bin wieder in
mein Amt gesetzt, und jener ist gehenkt.
14. Da sandte Pharao hin und ließ Joseph rufen; und sie ließen ihn
eilend aus dem Gefängnis. Und er ließ sich scheren und zog andere
Kleider an und kam hinein zu Pharao.
15. Da sprach Pharao zu ihm: Mir hat ein Traum geträumt, und ist
niemand, der ihn deuten kann; ich habe aber gehört von dir sagen, wenn
du einen Traum hörst, so kannst du ihn deuten.
16. Joseph antwortete Pharao und sprach: Das steht bei mir nicht; Gott
wird doch Pharao Gutes weissagen.
17. Pharao sprach zu Joseph: Mir träumte ich stand am Ufer bei dem
Wasser
18. und sah aus dem Wasser steigen sieben schöne, fette Kühe; die
gingen auf der Weide im Grase.
19. Und nach ihnen sah ich andere sieben, dürre, sehr häßliche und
magere Kühe heraussteigen. Ich habe in ganz Ägyptenland nicht so
häßliche gesehen.
20. Und die sieben mageren und häßlichen Kühe fraßen auf die sieben
ersten, fetten Kühe.
21. Und da sie sie hineingefressen hatten, merkte man's nicht an ihnen,
daß sie die gefressen hatten, und waren häßlich gleich wie vorhin. Da
wachte ich auf.
22. Und ich sah abermals in einen Traum sieben Ähren auf einem Halm
wachsen, voll und dick.
23. Darnach gingen auf sieben dürre Ähren, dünn und versengt.
24. Und die sieben dünnen Ähren verschlangen die sieben dicken Ähren.
Und ich habe es den Wahrsagern gesagt; aber die können's mir nicht
deuten.
25. Joseph antwortete Pharao: Beide Träume Pharaos sind einerlei. Gott
verkündigt Pharao, was er vorhat.
26. Die sieben schönen Kühe sind sieben Jahre, und die sieben guten
Ähren sind auch die sieben Jahre. Es ist einerlei Traum.
27. Die sieben mageren und häßlichen Kühe, die nach jenen aufgestiegen
sind, das sind sieben Jahre; und die sieben mageren und versengten
Ähren sind sieben Jahre teure Zeit.
28. Das ist nun, wie ich gesagt habe zu Pharao, daß Gott Pharao zeigt,
was er vorhat.
29. Siehe, sieben reiche Jahre werden kommen in ganz Ägyptenland.
30. Und nach denselben werden sieben Jahre teure Zeit kommen, daß man
vergessen wird aller solcher Fülle in Ägyptenland; und die teure Zeit
wird das Land verzehren,
31. daß man nichts wissen wird von der Fülle im Lande vor der teuren
Zeit, die hernach kommt; denn sie wird sehr schwer sein.
32. Daß aber dem Pharao zum andernmal geträumt hat, bedeutet, daß
solches Gott gewiß und eilend tun wird.
33. Nun sehe Pharao nach einem verständigen und weisen Mann, den er
über Ägyptenland setze,
34. und schaffe, daß er Amtleute verordne im Lande und nehme den
Fünften in Ägyptenland in den sieben reichen Jahren
35. und sammle alle Speise der guten Jahre, die kommen werden, daß sie
Getreide aufschütten in Pharaos Kornhäuser zum Vorrat in den Städten
und es verwahren,
36. auf daß man Speise verordnet finde dem Lande in den sieben teuren
Jahren, die über Ägyptenland kommen werden, daß nicht das Land vor
Hunger verderbe.
37. Die Rede gefiel Pharao und allen seinen Knechten wohl.
38. Und Pharao sprach zu seinen Knechten: Wie könnten wir einen solchen
Mann finden, in dem der Geist Gottes sei?
39. Und sprach zu Joseph: Weil dir Gott solches alles hat kundgetan,
ist keiner so verständig und weise wie du.
40. Du sollst über mein Haus sein, und deinem Wort soll all mein Volk
gehorsam sein; allein um den königlichen Stuhl will ich höher sein als
du.
41. Und weiter sprach Pharao zu Joseph: Siehe, ich habe dich über ganz
Ägyptenland gesetzt.
42. Und er tat seinen Ring von seiner Hand und gab ihn Joseph an seine
Hand und kleidete ihn mit köstlicher Leinwand und hing eine goldene
Kette an seinen Hals
43. und ließ ihn auf seinem zweiten Wagen fahren und ließ vor ihm
ausrufen: Der ist des Landes Vater! und setzte ihn über ganz
Ägyptenland.
44. Und Pharao sprach zu Joseph: Ich bin Pharao; ohne deinen Willen
soll niemand seine Hand und Fuß regen in ganz Ägyptenland.
45. Und nannte ihn den heimlichen Rat und gab ihm ein Weib, Asnath, die
Tochter Potipheras, des Priesters zu On. Also zog Joseph aus, das Land
Ägypten zu besehen.
46. Und er war dreißig Jahre alt, da er vor Pharao stand, dem König in
Ägypten; und fuhr aus von Pharao und zog durch ganz Ägyptenland.
47. Und das Land trug in den sieben reichen Jahren die Fülle;
48. und sie sammelten alle Speise der sieben Jahre, so im Lande Ägypten
waren, und taten sie in die Städte. Was für Speise auf dem Felde einer
jeglichen Stadt umher wuchs, das taten sie hinein.
49. Also schüttete Joseph das Getreide auf, über die Maßen viel wie
Sand am Meer, also daß er aufhörte es zu zählen; denn man konnte es
nicht zählen.
50. Und Joseph wurden zwei Söhne geboren, ehe denn die teure Zeit kam,
welche ihm gebar Asnath, Potipheras, des Priesters zu On, Tochter.
51. Und er hieß den ersten Manasse; denn Gott, sprach er, hat mich
lassen vergessen alles meines Unglücks und all meines Vaters Hauses.
52. Den andern hieß er Ephraim; denn Gott, sprach er, hat mich lassen
wachsen in dem Lande meines Elends.
53. Da nun die sieben reichen Jahre um waren in Ägypten,
54. da fingen an die sieben teuren Jahre zu kommen, davon Joseph gesagt
hatte. Und es ward eine Teuerung in allen Landen; aber in ganz
Ägyptenland war Brot.
55. Da nun das ganze Ägyptenland auch Hunger litt, schrie das Volk zu
Pharao um Brot. Aber Pharao sprach zu allen Ägyptern: Gehet hin zu
Joseph; was euch der sagt, das tut.
56. Als nun im ganzen Lande Teuerung war, tat Joseph allenthalben
Kornhäuser auf und verkaufte den Ägyptern. Denn die Teuerung ward je
länger, je größer im Lande.
57. Und alle Lande kamen nach Ägypten, zu kaufen bei Joseph; denn die
Teuerung war groß in allen Landen.
Kapitel 42
1. Da aber Jakob sah, daß Getreide in Ägypten feil war, sprach er zu
seinen Söhnen: Was sehet ihr euch lange um?
2. Siehe, ich höre, es sei in Ägypten Getreide feil; zieht hinab und
kauft uns Getreide, daß wir leben und nicht sterben.
3. Also zogen hinab zehn Brüder Josephs, daß sie in Ägypten Getreide
kauften.
4. Aber den Benjamin, Josephs Bruder, ließ Jakob nicht mit seinen
Brüdern ziehen; denn er sprach: Es möchte ihm ein Unfall begegnen.
5. Also kamen die Kinder Israels, Getreide zu kaufen, samt anderen, die
mit ihnen zogen; denn es war im Lande Kanaan auch teuer.
6. Aber Joseph war der Regent im Lande und verkaufte Getreide allem
Volk im Lande. Da nun seine Brüder kamen, fielen sie vor ihm nieder zur
Erde auf ihr Antlitz.
7. Und er sah sie an und kannte sie und stellte sich fremd gegen sie
und redete hart mit ihnen und sprach zu ihnen: Woher kommt ihr? Sie
sprachen: Aus dem Lande Kanaan, Speise zu kaufen.
8. Aber wiewohl er sie kannte, kannten sie ihn doch nicht.
9. Und Joseph gedachte an die Träume, die ihm von ihnen geträumt
hatten, und sprach zu ihnen: Ihr seid Kundschafter und seid gekommen zu
sehen, wo das Land offen ist.
10. Sie antworteten ihm: Nein, mein Herr; deine Knechte sind gekommen
Speise zu kaufen.
11. Wir sind alle eines Mannes Söhne; wir sind redlich, und deine
Knechte sind nie Kundschafter gewesen.
12. Er sprach zu ihnen: Nein, sondern ihr seid gekommen, zu ersehen, wo
das Land offen ist.
13. Sie antworteten ihm: Wir, deine Knechte, sind zwölf Brüder, eines
Mannes Söhne im Lande Kanaan, und der jüngste ist noch bei unserm
Vater; aber der eine ist nicht mehr vorhanden.
14. Joseph sprach zu ihnen: Das ist's, was ich euch gesagt habe:
Kundschafter seid ihr.
15. Daran will ich euch prüfen; bei dem Leben Pharaos! ihr sollt nicht
von dannen kommen, es komme denn her euer jüngster Bruder.
16. Sendet einen unter euch hin, der euren Bruder hole; ihr aber sollt
gefangen sein. Also will ich prüfen eure Rede, ob ihr mit Wahrheit
umgeht oder nicht. Denn wo nicht, so seid ihr, bei dem Leben Pharaos!
Kundschafter.
17. Und er ließ sie beisammen verwahren drei Tage lang.
18. Am dritten Tage aber sprach er zu ihnen: Wollt ihr leben, so tut
also; denn ich fürchte Gott.
19. Seid ihr redlich, so laßt eurer Brüder einen gebunden liegen in
eurem Gefängnis; ihr aber zieht hin und bringet heim, was ihr gekauft
habt für den Hunger.
20. Und bringt euren jüngsten Bruder zu mir, so will ich euren Worten
glauben, daß ihr nicht sterben müßt. Und sie taten also.
21. Sie aber sprachen untereinander: Das haben wir uns an unserm Bruder
verschuldet, daß wir sahen die Angst seiner Seele, da er uns anflehte,
und wir wollten ihn nicht erhören; darum kommt nun diese Trübsal über
uns.
22. Ruben antwortete ihnen und sprach: Sagte ich's euch nicht, da ich
sprach: Versündigt euch nicht an dem Knaben, und ihr wolltet nicht
hören? Nun wird sein Blut gefordert.
23. Sie wußten aber nicht, daß es Joseph verstand; denn er redete mit
ihnen durch einen Dolmetscher.
24. Und er wandte sich von ihnen und weinte. Da er nun sich wieder zu
ihnen wandte und mit ihnen redete, nahm er aus ihnen Simeon und band
ihn vor ihren Augen.
25. Und Joseph tat Befehl, daß man ihre Säcke mit Getreide füllte und
ihr Geld wiedergäbe, einem jeglichen in seinen Sack, dazu auch Zehrung
auf den Weg; und man tat ihnen also.
26. Und sie luden ihre Ware auf ihre Esel und zogen von dannen.
27. Da aber einer seinen Sack auftat, daß er seinem Esel Futter gäbe in
der Herberge, ward er gewahr seines Geldes, das oben im Sack lag,
28. und sprach zu seinen Brüdern: Mein Geld ist mir wieder geworden;
siehe, in meinem Sack ist es. Da entfiel ihnen ihr Herz, und sie
erschraken untereinander und sprachen: Warum hat uns Gott das getan?
29. Da sie nun heimkamen zu ihrem Vater Jakob ins Land Kanaan, sagten
sie ihm alles, was ihnen begegnet war, und sprachen:
30. Der Mann, der im Lande Herr ist, redete hart mit uns und hielt uns
für Kundschafter des Landes.
31. Und da wir ihm antworteten: Wir sind redlich und nie Kundschafter
gewesen,
32. sondern zwölf Brüder, unsers Vaters Söhne, einer ist nicht mehr
vorhanden, und der jüngste ist noch bei unserm Vater im Lande Kanaan,
33. sprach der Herr des Landes zu uns: Daran will ich merken, ob ihr
redlich seid: Einen eurer Brüder laßt bei mir, und nehmt die Notdurft
für euer Haus und zieht hin,
34. und bringt euren jüngsten Bruder zu mir, so merke ich, daß ihr
nicht Kundschafter, sondern redlich seid; so will ich euch euren Bruder
geben, und ihr mögt im Lande werben.
35. Und da sie die Säcke ausschütteten, fand ein jeglicher sein
Bündlein Geld in seinem Sack. Und da sie sahen, daß es Bündlein ihres
Geldes waren, erschraken sie samt ihrem Vater.
36. Da sprach Jakob, ihr Vater, zu ihnen: Ihr beraubt mich meiner
Kinder; Joseph ist nicht mehr vorhanden, Simeon ist nicht mehr
vorhanden, Benjamin wollt ihr hinnehmen; es geht alles über mich.
37. Ruben antwortete seinem Vater und sprach: Wenn ich dir ihn nicht
wiederbringe, so erwürge meine zwei Söhne; gib ihn nur in meine Hand,
ich will ihn dir wiederbringen.
38. Er sprach: Mein Sohn soll nicht mit euch hinabziehen, denn sein
Bruder ist tot, und er ist allein übriggeblieben; wenn ihm ein Unfall
auf dem Wege begegnete, den ihr reiset, würdet ihr meine grauen Haare
mit Herzeleid in die Grube bringen.
Kapitel 43
1. Die Teuerung aber drückte das Land.
2. Und da es verzehrt war, was sie an Getreide aus Ägypten gebracht
hatten, sprach ihr Vater zu ihnen: Zieht wieder hin und kauft uns ein
wenig Speise.
3. Da antwortete ihm Juda und sprach: Der Mann band uns das hart ein
und sprach: Ihr sollt mein Angesicht nicht sehen, es sei denn euer
Bruder mit euch.
4. Ist's nun, daß du unsern Bruder mit uns sendest, so wollen wir
hinabziehen und dir zu essen kaufen.
5. Ist's aber, daß du ihn nicht sendest, so ziehen wir nicht hinab.
Denn der Mann hat gesagt zu uns: Ihr sollt mein Angesicht nicht sehen,
euer Bruder sei denn mit euch.
6. Israel sprach: Warum habt ihr so übel an mir getan, daß ihr dem Mann
ansagtet, daß ihr noch einen Bruder habt?
7. Sie antworteten: Der Mann forschte so genau nach uns und unsrer
Freundschaft und sprach: Lebt euer Vater noch? Habt ihr auch noch einen
Bruder? Da sagten wir ihm, wie er uns fragte. Wie konnten wir wissen,
daß er sagen würde: Bringt euren Bruder mit hernieder?
8. Da sprach Juda zu Israel, seinem Vater: Laß den Knaben mit mir
ziehen, daß wir uns aufmachen und reisen, und leben und nicht sterben,
wir und du und unsre Kindlein.
9. Ich will Bürge für ihn sein, von meinen Händen sollst du ihn
fordern. Wenn ich dir ihn nicht wiederbringe und vor deine Augen
stelle, so will ich mein Leben lang die Schuld tragen.
10. Denn wo wir nicht hätten verzogen, wären wir schon wohl zweimal
wiedergekommen.
11. Da sprach Israel, ihr Vater, zu ihnen: Muß es denn ja also sein, so
tut's und nehmt von des Landes besten Früchten in eure Säcke und bringt
dem Manne Geschenke hinab: ein wenig Balsam und Honig, Würze und
Myrrhe, Datteln und Mandeln.
12. Nehmt auch anderes Geld mit euch; und das Geld, das euch oben in
euren Säcken wieder geworden ist, bringt auch wieder mit euch.
Vielleicht ist ein Irrtum da geschehen.
13. Dazu nehmt euren Bruder, macht euch auf und kommt wieder zu dem
Manne.
14. Aber der allmächtige Gott gebe euch Barmherzigkeit vor dem Manne,
daß er euch lasse euren andern Bruder und Benjamin. Ich aber muß sein
wie einer, der seiner Kinder gar beraubt ist.
15. Da nahmen sie diese Geschenke und das Geld zwiefältig mit sich und
Benjamin, machten sich auf, zogen nach Ägypten und traten vor Joseph.
16. Da sah sie Joseph mit Benjamin und sprach zu seinem Haushalter:
Führe diese Männer ins Haus und schlachte und richte zu; denn sie
sollen zu Mittag mit mir essen.
17. Und der Mann tat, wie ihm Joseph gesagt hatte, und führte die
Männer in Josephs Haus.
18. Sie fürchteten sich aber, daß sie in Josephs Haus geführt wurden
und sprachen: Wir sind hereingeführt um des Geldes willen, das wir in
unsern Säcken das erstemal wiedergefunden haben, daß er's auf uns
bringe und fälle ein Urteil über uns, damit er uns nehme zu eigenen
Knechten samt unsern Eseln.
19. Darum traten sie zu Josephs Haushalter und redeten mit ihm vor der
Haustür
20. und sprachen: Mein Herr, wir sind das erstemal herabgezogen Speise
zu kaufen,
21. und da wir in die Herberge kamen und unsere Säcke auftaten, siehe,
da war eines jeglichen Geld oben in seinem Sack mit völligem Gewicht;
darum haben wir's wieder mit uns gebracht,
22. haben auch anderes Geld mit uns hergebracht, Speise zu kaufen; wir
wissen aber nicht, wer uns unser Geld in unsre Säcke gesteckt hat.
23. Er aber sprach: Gehabt euch wohl, fürchtet euch nicht. Euer Gott
hat euch einen Schatz gegeben in eure Säcke. Euer Geld ist mir
geworden. Und er führte Simeon zu ihnen heraus
24. und führte sie in Josephs Haus, gab ihnen Wasser, daß sie ihre Füße
wuschen, und gab ihren Eseln Futter.
25. Sie aber bereiteten das Geschenk zu, bis das Joseph kam auf den
Mittag; denn sie hatten gehört, daß sie daselbst das Brot essen
sollten.
26. Da nun Joseph zum Hause einging, brachten sie ihm ins Haus das
Geschenk in ihren Händen und fielen vor ihm nieder zur Erde.
27. Er aber grüßte sie freundlich und sprach: Geht es eurem Vater, dem
Alten, wohl, von dem ihr mir sagtet? Lebt er noch?
28. Sie antworteten: Es geht deinem Knechte, unserm Vater, wohl, und er
lebt noch. Und sie neigten sich und fielen vor ihm nieder.
29. Und er hob seine Augen auf und sah seinen Bruder Benjamin, seiner
Mutter Sohn, und sprach: Ist das euer jüngster Bruder, von dem ihr mir
sagtet? und sprach weiter: Gott sei dir gnädig, mein Sohn!
30. Und Joseph eilte, denn sein Herz entbrannte ihm gegen seinen
Bruder, und suchte, wo er weinte, und ging in seine Kammer und weinte
daselbst.
31. Und da er sein Angesicht gewaschen hatte, ging er heraus und hielt
sich fest und sprach: Legt Brot auf!
32. Und man trug ihm besonders auf und jenen auch besonders und den
Ägyptern, die mit ihm aßen auch besonders. Denn die Ägypter dürfen
nicht Brot essen mit den Hebräern, denn es ist ein Greuel vor ihnen.
33. Und man setzte sie ihm gegenüber, den Erstgeborenen nach seiner
Erstgeburt und den Jüngsten nach seiner Jugend. Des verwunderten sie
sich untereinander.
34. Und man trug ihnen Essen vor von seinem Tisch; aber dem Benjamin
ward fünfmal mehr denn den andern. Und sie tranken und wurden fröhlich
mit ihm.
Kapitel 44
1. Und Joseph befahl seinem Haushalter und sprach: Fülle den Männern
ihre Säcke mit Speise, soviel sie führen können, lege jeglichem sein
Geld oben in seinen Sack;
2. und meinen silbernen Becher lege oben in des Jüngsten Sack mit dem
Gelde für das Getreide. Der tat, wie ihm Joseph gesagt hatte.
3. Des Morgens, da es licht ward, ließen sie die Männer ziehen mit
ihren Eseln.
4. Da sie aber zur Stadt hinaus waren und nicht ferne gekommen, sprach
Joseph zu seinem Haushalter: Auf jage den Männern nach! und wenn du sie
ereilst, so sprich zu ihnen: Warum habt ihr Gutes mit Bösem vergolten?
5. Ist's nicht das, daraus mein Herr trinkt und damit er weissagt? Ihr
habt übel getan.
6. Und als er sie ereilte, redete er mit ihnen solche Worte.
7. Sie antworteten ihm: Warum redet mein Herr solche Worte? Es sei
ferne von deinen Knechten, ein solches zu tun.
8. Siehe, das Geld, das wir fanden oben in unsern Säcken, haben wir
wiedergebracht zu dir aus dem Lande Kanaan. Und wie sollten wir denn
aus deines Herrn Hause gestohlen haben Silber und Gold?
9. Bei welchem er gefunden wird unter deinen Knechten, der sei des
Todes; dazu wollen auch wir meines Herrn Knechte sein.
10. Er sprach: Ja, es sei, wie ihr geredet habt. Bei welchem er
gefunden wird, der sei mein Knecht; ihr aber sollt ledig sein.
11. Und sie eilten, und ein jeglicher legte seinen Sack ab auf die
Erde, und ein jeglicher tat seinen Sack auf.
12. Und er suchte und hob am Ältesten an bis auf den Jüngsten; da fand
sich der Becher in Benjamins Sack.
13. Da zerrissen sie ihre Kleider und belud ein jeglicher seinen Esel
und zogen wieder in die Stadt.
14. Und Juda ging mit seinen Brüdern in Josephs Haus, denn er war noch
daselbst; und sie fielen vor ihm nieder auf die Erde.
15. Joseph aber sprach zu ihnen: Wie habt ihr das tun dürfen? Wißt ihr
nicht, daß ein solcher Mann, wie ich, erraten könne?
16. Juda sprach: Was sollen wir sagen meinem Herrn, oder wie sollen wir
reden, und womit können wir uns rechtfertigen? Gott hat die Missetat
deiner Knechte gefunden. Siehe da, wir und der, bei dem der Becher
gefunden ist, sind meines Herrn Knechte.
17. Er aber sprach: Das sei ferne von mir, solches zu tun! Der Mann,
bei dem der Becher gefunden ist, soll mein Knecht sein; ihr aber zieht
hinauf mit Frieden zu eurem Vater.
18. Da trat Juda zu ihm und sprach: Mein Herr, laß deinen Knecht ein
Wort reden vor den Ohren meines Herrn, und dein Zorn ergrimme nicht
über deinen Knecht; denn du bist wie Pharao.
19. Mein Herr fragte seine Knechte und sprach: Habt ihr auch einen
Vater oder Bruder?
20. Da antworteten wir: Wir haben einen Vater, der ist alt, und einen
jungen Knaben, in seinem Alter geboren; und sein Bruder ist tot, und er
ist allein übriggeblieben von seiner Mutter, und sein Vater hat ihn
lieb.
21. Da sprachst du zu deinen Knechten: Bringet ihn herab zu mir; ich
will ihm Gnade erzeigen.
22. Wir aber antworteten meinem Herrn: Der Knabe kann nicht von seinem
Vater kommen; wo er von ihm käme, würde er sterben.
23. Da sprachst du zu deinen Knechten: Wo euer jüngster Bruder nicht
mit euch herkommt, sollt ihr mein Angesicht nicht mehr sehen.
24. Da zogen wir hinauf zu deinem Knecht, unserm Vater, und sagten ihm
meines Herrn Rede.
25. Da sprach unser Vater: Zieht wieder hin und kauft uns ein wenig
Speise.
26. Wir aber sprachen: wir können nicht hinabziehen, es sei denn unser
jüngster Bruder mit uns, so wollen wir hinabziehen; denn wir können des
Mannes Angesicht nicht sehen, wenn unser jüngster Bruder nicht mit uns
ist.
27. Da sprach dein Knecht, mein Vater, zu uns: Ihr wisset, daß mir mein
Weib zwei Söhne geboren hat;
28. einer ging hinaus von mir, und man sagte: Er ist zerrissen; und ich
habe ihn nicht gesehen bisher.
29. Werdet ihr diesen auch von mir nehmen und widerfährt ihm ein
Unfall, so werdet ihr meine grauen Haare mit Jammer hinunter in die
Grube bringen.
30. Nun, so ich heimkäme zu deinem Knecht, meinem Vater, und der Knabe
wäre nicht mit uns, an des Seele seine Seele hanget,
31. so wird's geschehen, wenn er sieht, daß der Knabe nicht da ist, daß
er stirbt; so würden wir, deine Knechte, die grauen Haare deines
Knechtes, unsers Vaters, mit Herzeleid in die Grube bringen.
32. Denn ich, dein Knecht, bin Bürge geworden für den Knaben gegen
meinen Vater und sprach: Bringe ich ihn dir nicht wieder, so will ich
mein Leben lang die Schuld tragen.
33. Darum laß deinen Knecht hier bleiben an des Knaben Statt zum Knecht
meines Herrn und den Knaben mit seinen Brüdern hinaufziehen.
34. Denn wie soll ich hinaufziehen zu meinem Vater, wenn der Knabe
nicht mit mir ist? Ich würde den Jammer sehen müssen, der meinem Vater
begegnen würde.
Kapitel 45
1. Da konnte sich Joseph nicht länger enthalten vor allen, die um ihn
her standen, und er rief: Laßt jedermann von mir hinausgehen! Und kein
Mensch stand bei ihm, da sich Joseph seinen Brüdern zu erkennen gab.
2. Und er weinte laut, daß es die Ägypter und das Gesinde des Pharao
hörten,
3. und sprach zu seinen Brüdern: Ich bin Joseph. Lebt mein Vater noch?
und seine Brüder konnten ihm nicht antworten, so erschraken sie vor
seinem Angesicht.
4. Er aber sprach zu seinen Brüdern: Tretet doch her zu mir! Und sie
traten herzu. Und er sprach: Ich bin Joseph euer Bruder, den ihr nach
Ägypten verkauft habt.
5. Und nun bekümmert euch nicht und denkt nicht, daß ich darum zürne,
daß ihr mich hierher verkauft habt; denn um eures Lebens willen hat
mich Gott vor euch her gesandt.
6. Denn dies sind zwei Jahre, daß es teuer im Lande ist; und sind noch
fünf Jahre, daß kein Pflügen und Ernten sein wird.
7. Aber Gott hat mich vor euch her gesandt, daß er euch übrig behalte
auf Erden und euer Leben errette durch eine große Errettung.
8. Und nun, ihr habt mich nicht hergesandt, sondern Gott, der hat mich
Pharao zum Vater gesetzt und zum Herrn über all sein Haus und zum
Fürsten in ganz Ägyptenland.
9. Eilet nun und zieht hinauf zu meinem Vater und sagt ihm: Das läßt
dir Joseph, dein Sohn, sagen: Gott hat mich zum Herrn in ganz Ägypten
gesetzt; komm herab zu mir, säume nicht;
10. du sollst im Lande Gosen wohnen und nahe bei mir sein, du und deine
Kinder und deine Kindeskinder, dein kleines und dein großes Vieh und
alles, was du hast.
11. Ich will dich daselbst versorgen; denn es sind noch fünf Jahre der
Teuerung, auf daß du nicht verderbest mit deinem Hause und allem, was
du hast.
12. Siehe, eure Augen sehen und die Augen meines Bruders Benjamin, daß
ich mündlich mit euch rede.
13. Verkündigt meinem Vater alle meine Herrlichkeit in Ägypten und
alles, was ihr gesehen habt; eilt und kommt hernieder mit meinem Vater
hierher.
14. Und er fiel seinem Bruder Benjamin um den Hals und weinte; und
Benjamin weinte auch an seinem Halse.
15. Und er küßte alle seine Brüder und weinte über ihnen. Darnach
redeten seine Brüder mit ihm.
16. Und da das Gerücht kam in Pharaos Haus, daß Josephs Brüder gekommen
wären, gefiel es Pharao wohl und allen seinen Knechten.
17. Und Pharao sprach zu Joseph: Sage deinen Brüdern: Tut also, beladet
eure Tiere, zieht hin;
18. und wenn ihr kommt ins Land Kanaan, so nehmt euren Vater und alle
die Euren und kommt zu mir; ich will euch Güter geben in Ägyptenland,
daß ihr essen sollt das Mark im Lande;
19. und gebiete ihnen: Tut also, nehmet Wagen für eure Kinder und
Weiber und führet euren Vater und kommt;
20. und sehet euren Hausrat nicht an; denn die Güter des ganzen Landes
Ägypten sollen euer sein.
21. Die Kinder Israels taten also. Und Joseph gab ihnen Wagen nach dem
Befehl Pharaos und Zehrung auf den Weg
22. und gab ihnen allen, einem jeglichem, ein Feierkleid; aber Benjamin
gab er dreihundert Silberlinge und fünf Feierkleider.
23. Und seinem Vater sandte er dabei zehn Esel, mit Gut aus Ägypten
beladen, und zehn Eselinnen mit Getreide und Brot und Speise seinem
Vater auf den Weg.
24. Also ließ er seine Brüder von sich, und sie zogen hin; und er
sprach zu ihnen: Zanket nicht auf dem Wege!
25. Also zogen sie hinauf von Ägypten und kamen ins Land Kanaan zu
ihrem Vater Jakob
26. und verkündigten ihm und sprachen: Joseph lebt noch und ist Herr im
ganzen Ägyptenland. Aber sein Herz dachte gar viel anders, denn er
glaubte ihnen nicht.
27. Da sagten sie ihm alle Worte Josephs, die er zu ihnen gesagt hatte.
Und da er sah die Wagen, die ihm Joseph gesandt hatte, ihn zu führen,
ward der Geist Jakobs, ihres Vaters, lebendig,
28. und Israel sprach: Ich habe genug, daß mein Sohn noch lebt; ich
will hin und ihn sehen, ehe ich sterbe.
Kapitel 46
1. Israel zog hin mit allem, was er hatte. Und da er gen Beer-Seba kam,
opferte er dem Gott seines Vaters Isaak.
2. Und Gott sprach zu ihm des Nachts im Gesicht: Jakob, Jakob! Er
sprach: Hier bin ich.
3. Und er sprach: Ich bin Gott, der Gott deines Vaters; fürchte dich
nicht, nach Ägypten hinabzuziehen, denn daselbst will ich dich zum
großen Volk machen.
4. Ich will mit dir hinab nach Ägypten ziehen und will dich auch wieder
heraufführen; und Joseph soll seine Hände auf deine Augen legen.
5. Da machte sich Jakob auf von Beer-Seba; und die Kinder Israels
führten Jakob, ihren Vater, mit ihren Kindlein und Weibern auf den
Wagen, die Pharao gesandt hatte, ihn zu führen,
6. und nahmen ihr Vieh und ihre Habe, die sie im Lande Kanaan erworben
hatten, und kamen also nach Ägypten, Jakob und all sein Same mit ihm,
7. seine Söhne und seine Kindessöhne mit ihm, seine Töchter und seine
Kindestöchter und all sein Same; die brachte er mit sich nach Ägypten.
8. Dies sind die Namen der Kinder Israel, die nach Ägypten kamen:
Jakob, und seine Söhne. Der erstgeborene Sohn Jakobs, Ruben.
9. Die Kinder Rubens: Henoch, Pallu, Hezron und Charmi.
10. Die Kinder Simeons: Jemuel, Jamin, Ohad, Jachin, Zohar und Saul,
der Sohn von dem kanaanitischen Weibe.
11. Die Kinder Levis: Gerson, Kahath und Merari.
12. Die Kinder Juda's: Ger, Onan, Sela, Perez und Serah. Aber Ger und
Onan waren gestorben im Lande Kanaan. Die Kinder aber des Perez: Hezron
und Hamul.
13. Die Kinder Isaschars: Thola, Phuva, Job und Simron.
14. Die Kinder Sebulons: Sered, Elon und Jahleel.
15. Das sind die Kinder von Lea, die sie Jakob gebar in Mesopotamien
mit seiner Tochter Dina. Die machen allesamt mit Söhnen und Töchtern
dreiunddreißig Seelen.
16. Die Kinder Gads: Ziphjon, Haggi, Suni, Ezbon, Eri, Arodi und Areli.
17. Die Kinder Assers: Jimna, Jiswa, Jiswi, Beria und Serah, ihre
Schwester. Aber die Kinder Berias: Heber und Malchiel.
18. Das sind die Kinder von Silpa, die Laban gab Lea, seiner Tochter,
und sie gebar Jakob diese sechzehn Seelen.
19. Die Kinder Rahels, des Weibes Jakobs: Joseph und Benjamin.
20. Und Joseph wurden geboren in Ägyptenland Manasse und Ephraim, die
ihm gebar Asnath, die Tochter Potipheras, des Priesters zu On.
21. Die Kinder Benjamins: Bela, Becher, Asbel, Gera, Naaman, Ehi, Ros,
Muppim, Huppim und Ard.
22. Das sind die Kinder von Rahel, die Jakob geboren sind, allesamt
vierzehn Seelen.
23. Die Kinder Dans: Husim.
24. Die Kinder Naphthalis: Jahzeel, Guni, Jezer und Sillem.
25. Das sind die Kinder Bilhas, die Laban seiner Tochter Rahel gab, und
sie gebar Jakob die sieben Seelen.
26. Alle Seelen, die mit Jakob nach Ägypten kamen, die aus seinen
Lenden gekommen waren (ausgenommen die Weiber seiner Kinder), sind alle
zusammen sechundsechzig Seelen,
27. Und die Kinder Josephs, die in Ägypten geboren sind, waren zwei
Seelen, also daß alle Seelen des Hauses Jakobs, die nach Ägypten kamen,
waren siebzig.
28. Und er sandte Juda vor sich hin zu Joseph, das dieser ihn anwiese
zu Gosen; und sie kamen in das Land Gosen.
29. Da spannte Joseph seinen Wagen an und zog hinauf, seinem Vater
Israel entgegen, nach Gosen. Und da er ihn sah, fiel er ihm um den Hals
und weinte lange an seinem Halse.
30. Da sprach Israel zu Joseph: Ich will nun gerne sterben, nachdem ich
dein Angesicht gesehen habe, daß du noch lebst.
31. Joseph sprach zu seinen Brüdern und seines Vaters Hause: Ich will
hinaufziehen und Pharao ansagen und zu ihm sprechen: Meine Brüder und
meines Vaters Haus sind zu mir gekommen aus dem Lande Kanaan,
32. und sind Viehhirten, denn es sind Leute, die mit Vieh umgehen; Ihr
kleines und großes Vieh und alles, was sie haben, haben sie
mitgebracht.
33. Wenn euch nun Pharao wird rufen und sagen: Was ist eure Nahrung?
34. so sollt ihr sagen: Deine Knechte sind Leute, die mit Vieh umgehen,
von unsrer Jugend auf bis her, beide, wir und unsre Väter, auf daß ihr
wohnen möget im Lande Gosen. Denn was Viehhirten sind, das ist den
Ägyptern ein Greuel.
Kapitel 47
1. Da kam Joseph und sagte es Pharao an und sprach: Mein Vater und
meine Brüder, ihr kleines und großes Vieh und alles, was sie haben,
sind gekommen aus dem Lande Kanaan; und siehe sie sind im Lande Gosen.
2. Und er nahm aus allen seinen Brüdern fünf und stellte sie vor
Pharao.
3. Da sprach Pharao zu seinen Brüdern: Was ist eure Nahrung? Sie
antworteten: Deine Knechte sind Viehhirten, wir und unsere Väter;
4. und sagten weiter zu Pharao: Wir sind gekommen, bei euch zu wohnen
im Lande; denn deine Knechte haben nicht Weide für ihr Vieh, so hart
drückt die Teuerung das Land Kanaan; so laß doch nun deine Knechte im
Lande Gosen wohnen.
5. Pharao sprach zu Joseph: Es ist dein Vater und sind deine Brüder,
die sind zu dir gekommen;
6. das Land Ägypten steht dir offen, laß sie am besten Ort des Landes
wohnen, laß sie im Lande Gosen wohnen; und so du weißt, daß Leute unter
ihnen sind, die tüchtig sind, so setze sie über mein Vieh.
7. Joseph brachte auch seinen Vater Jakob hinein und stellte ihn vor
Pharao. Und Jakob segnete den Pharao.
8. Pharao aber fragte Jakob: Wie alt bist du?
9. Jakob sprach: Die Zeit meiner Wallfahrt ist hundertdreißig Jahre;
wenig und böse ist die Zeit meines Lebens und langt nicht an die Zeit
meiner Väter in ihrer Wallfahrt.
10. Und Jakob segnete den Pharao und ging heraus von ihm.
11. Aber Joseph schaffte seinem Vater und seinen Brüdern Wohnung und
gab ihnen Besitz in Ägyptenland, am besten Ort des Landes, im Lande
Raemses, wie Pharao geboten hatte.
12. Und er versorgte seinen Vater und seine Brüder und das ganze Haus
seines Vaters mit Brot, einen jeglichen, nachdem er Kinder hatte.
13. Es war aber kein Brot in allen Landen; denn die Teuerung war sehr
schwer, daß das Land Ägypten und Kanaan verschmachteten vor der
Teuerung.
14. Und Joseph brachte alles Geld zusammen, das in Ägypten und Kanaan
gefunden ward, um das Getreide, das sie kauften; und Joseph tat alles
Geld in das Haus Pharaos.
15. Da nun Geld gebrach im Lande Ägypten und Kanaan, kamen alle Ägypter
zu Joseph und sprachen: Schaffe uns Brot! Warum läßt du uns vor dir
sterben, darum daß wir ohne Geld sind?
16. Joseph sprach: Schafft euer Vieh her, so will ich euch um das Vieh
geben, weil ihr ohne Geld seid.
17. Da brachten sie Joseph ihr Vieh; und er gab ihnen Brot um ihre
Pferde, Schafe, Rinder und Esel. Also ernährte er sie mit Brot das Jahr
um all ihr Vieh.
18. Da das Jahr um war, kamen sie zu ihm im zweiten Jahr und sprachen
zu ihm: Wir wollen unserm Herrn nicht verbergen, daß nicht allein das
Geld sondern auch alles Vieh dahin ist zu unserm Herrn; und ist nichts
mehr übrig vor unserm Herrn denn unsre Leiber und unser Feld.
19. Warum läßt du uns vor dir sterben und unser Feld? Kaufe uns und
unser Land ums Brot, daß wir und unser Land leibeigen seien dem Pharao;
gib uns Samen, daß wir leben und nicht sterben und das Feld nicht wüst
werde.
20. Also kaufte Joseph dem Pharao das ganze Ägypten. Denn die Ägypter
verkauften ein jeglicher seinen Acker, denn die Teuerung war zu stark
über sie. Und ward also das Land Pharao eigen.
21. Und er teilte das Volk aus in die Städte, von einem Ende Ägyptens
bis ans andere.
22. Ausgenommen der Priester Feld. Das kaufte er nicht; denn es war von
Pharao für die Priester verordnet, daß sie sich nähren sollten von dem
Verordneten, das er ihnen gegeben hatte; darum brauchten sie ihr Feld
nicht zu verkaufen.
23. Da sprach Joseph zu dem Volk: Siehe, ich habe heute gekauft euch
und euer Feld dem Pharao; siehe, da habt ihr Samen und besäet das Feld.
24. Und von dem Getreide sollt ihr den Fünften geben; vier Teile sollen
euer sein, zu besäen das Feld und zu eurer Speise und für euer Haus und
eure Kinder.
25. Sie sprachen: Du hast uns am Leben erhalten; laß uns nur Gnade
finden vor dir, unserm Herrn, so wollen wir gerne Pharao leibeigen
sein.
26. Also machte Joseph ihnen ein Gesetz bis auf diesen Tag über der
Ägypter Feld, den Fünften Pharao zu geben; ausgenommen der Priester
Feld, das ward dem Pharao nicht eigen.
27. Also wohnte Israel in Ägypten im Lande Gosen, und hatten's inne und
wuchsen und mehrten sich sehr.
28. Und Jakob lebte siebzehn Jahre in Ägyptenland, daß sein ganzes
Alter ward hundertsiebenundvierzig Jahre.
29. Da nun die Zeit herbeikam, daß Israel sterben sollte, rief er
seinen Sohn Joseph und sprach zu ihm: Habe ich Gnade vor dir gefunden,
so lege deine Hand unter meine Hüfte, daß du mir die Liebe und Treue an
mir tust und begrabest mich nicht in Ägypten;
30. sondern ich will liegen bei meinen Vätern, und du sollst mich aus
Ägypten führen und in ihrem Begräbnis begraben. Er sprach: Ich will
tun, wie du gesagt hast.
31. Er aber sprach: So schwöre mir. Und er schwur ihm. Da neigte sich
Israel zu Häupten des Bettes.
Kapitel 48
1. Darnach ward Joseph gesagt: Siehe, dein Vater ist krank. Und er nahm
mit sich seine beiden Söhne, Manasse und Ephraim.
2. Da ward's Jakob angesagt: Siehe, dein Sohn Joseph kommt zu dir. Und
Israel machte sich stark und setzte sich im Bette
3. und sprach zu Joseph: Der allmächtige Gott erschien mir zu Lus im
Lande Kanaan und segnete mich
4. und sprach zu mir: Siehe, ich will dich wachsen lassen und mehren
und will dich zum Haufen Volks machen und will dies Land zu eigen geben
deinem Samen nach dir ewiglich.
5. So sollen nun deine zwei Söhne, Ephraim und Manasse, die dir geboren
sind in Ägyptenland, ehe ich hereingekommen bin zu dir, mein sein
gleich wie Ruben und Simeon.
6. Welche du aber nach ihnen zeugest, sollen dein sein und genannt
werden nach dem Namen ihrer Brüder in deren Erbteil.
7. Und da ich aus Mesopotamien kam starb mir Rahel im Lande Kanaan auf
dem Weg, da noch ein Feld Weges war gen Ephrath; und ich begrub sie
daselbst an dem Wege Ephraths, das nun Bethlehem heißt.
8. Und Israel sah die Söhne Josephs und sprach: Wer sind die?
9. Joseph antwortete seinem Vater: Es sind meine Söhne, die mir Gott
hier gegeben hat. Er sprach: Bringe sie her zu mir, daß ich sie segne.
10. Denn die Augen Israels waren dunkel geworden vor Alter, und er
konnte nicht wohl sehen. Und er brachte sie zu ihm. Er aber küßte sie
und herzte sie
11. und sprach zu Joseph: Siehe, ich habe dein Angesicht gesehen, was
ich nicht gedacht hätte; und siehe, Gott hat mich auch deinen Samen
sehen lassen.
12. Und Joseph nahm sie von seinem Schoß und neigte sich zur Erde gegen
sein Angesicht.
13. Da nahm sie Joseph beide, Ephraim in seine rechte Hand gegen
Israels linke Hand und Manasse in seine Linke Hand gegen Israels rechte
Hand, und brachte sie zu ihm.
14. Aber Israel streckte seine rechte Hand aus und legte sie auf
Ephraims, des Jüngeren, Haupt und seine linke auf Manasses Haupt und
tat wissend also mit seinen Händen, denn Manasse war der Erstgeborene.
15. Und er segnete Joseph und sprach: Der Gott, vor dem meine Väter,
Abraham und Isaak, gewandelt haben, der Gott, der mein Hirte gewesen
ist mein Leben lang bis auf diesen Tag,
16. der Engel, der mich erlöst hat von allem Übel, der segne diese
Knaben, daß sie nach meiner Väter Abrahams und Isaaks, Namen genannt
werden, daß sie wachsen und viel werden auf Erden.
17. Da aber Joseph sah, daß sein Vater die rechte Hand auf Ephraims
Haupt legte, gefiel es ihm übel, und er faßte seines Vaters Hand, daß
er sie von Ephraim Haupt auf Manasses Haupt wendete,
18. und sprach zu ihm: Nicht so, mein Vater; dieser ist der
Erstgeborene, lege deine rechte Hand auf sein Haupt.
19. Aber sein Vater weigerte sich und sprach: Ich weiß wohl, mein Sohn,
ich weiß wohl. Dieser soll auch ein Volk werden und wird groß sein;
aber sein jüngerer Bruder wird größer denn er werden, und sein Same
wird ein großes Volk werden.
20. Also segnete er sie des Tages und sprach: Wer in Israel will jemand
segnen, der sage: Gott setze dich wie Ephraim und Manasse! und setzte
also Ephraim Manasse vor.
21. Und Israel sprach zu Joseph: Siehe, ich sterbe; und Gott wird mit
euch sein und wird euch wiederbringen in das Land eurer Väter.
22. Ich habe dir ein Stück Land zu geben vor deinen Brüdern, das ich
mit Schwert und Bogen aus der Amoriter Hand genommen habe.
Kapitel 49
1. Und Jakob berief seine Söhne und sprach: Versammelt euch, daß ich
euch verkündige, was euch begegnen wird in künftigen Zeiten.
2. Kommt zuhauf und höret zu, ihr Kinder Jakobs, und höret euren Vater
Israel.
3. Ruben, mein erster Sohn bist du, meine Kraft, und der Erstling
meiner Stärke, der Oberste in der Würde und der Oberste in der Macht.
4. Er fuhr leichtfertig dahin wie Wasser. Du sollst nicht der Oberste
sein; denn du bist auf deines Vaters Lager gestiegen, daselbst hast du
mein Bett entweiht mit dem Aufsteigen.
5. Die Brüder Simeon und Levi, ihre Schwerter sind mörderische Waffen.
6. Meine Seele komme nicht in ihren Rat, und meine Ehre sei nicht in
ihrer Versammlung; denn in ihrem Zorn haben sie den Mann erwürgt, und
in ihrem Mutwillen haben sie den Ochsen verlähmt.
7. Verflucht sei ihr Zorn, daß er so heftig ist und ihr Grimm, daß er
so störrig ist. Ich will sie zerteilen in Jakob und zerstreuen in
Israel.
8. Juda, du bist's; dich werden deine Brüder loben. Deine Hand wird
deinen Feinden auf dem Halse sein; vor dir werden deines Vaters Kinder
sich neigen.
9. Juda ist ein junger Löwe. Du bist hoch gekommen, mein Sohn, durch
große Siege. Er ist niedergekniet und hat sich gelagert wie ein Löwe
und wie eine Löwin; wer will sich wider ihn auflehnen?
10. Es wird das Zepter von Juda nicht entwendet werden noch der Stab
des Herrschers von seinen Füßen, bis daß der Held komme; und demselben
werden die Völker anhangen.
11. Er wird sein Füllen an den Weinstock binden und seiner Eselin Sohn
an die edle Rebe. Er wird sein Kleid in Wein waschen und seinen Mantel
im Weinbeerblut.
12. Seine Augen sind trübe vom Wein und seine Zähne weiß von Milch.
13. Sebulon wird an der Anfurt des Meeres wohnen und an der Anfurt der
Schiffe und reichen an Sidon.
14. Isaschar wird ein knochiger Esel sein und sich lagern zwischen den
Hürden.
15. Und er sah die Ruhe, daß sie gut ist, und das Land, daß es lustig
ist; da hat er seine Schultern geneigt, zu tragen, und ist ein
zinsbarer Knecht geworden.
16. Dan wird Richter sein in seinem Volk wie ein ander Geschlecht in
Israel.
17. Dan wird eine Schlange werden auf dem Wege und eine Otter auf dem
Steige und das Pferd in die Ferse beißen, daß sein Reiter zurückfalle.
18. HERR, ich warte auf dein Heil!
19. Gad wird gedrängt werden von Kriegshaufen, er aber drängt sie auf
der Ferse.
20. Von Asser kommt sein fettes Brot, und er wird den Königen leckere
Speise geben.
21. Naphthali ist ein schneller Hirsch und gibt schöne Rede.
22. Joseph wird wachsen, er wird wachsen wie ein Baum an der Quelle,
daß die Zweige emporsteigen über die Mauer.
23. Und wiewohl ihn die Schützen erzürnen und wider ihn kriegen und ihn
verfolgen,
24. so bleibt doch sein Bogen fest und die Arme seiner Hände stark
durch die Hände des Mächtigen in Jakob, durch ihn, den Hirten und Stein
Israels.
25. Von deines Vaters Gott ist dir geholfen, und von dem Allmächtigen
bist du gesegnet mit Segen oben vom Himmel herab, mit Segen von der
Tiefe, die unten liegt, mit Segen der Brüste und des Mutterleibes.
26. Die Segen deines Vaters gehen stärker denn die Segen meiner
Voreltern, nach Wunsch der Hohen in der Welt, und sollen kommen auf das
Haupt Josephs und auf den Scheitel des Geweihten unter seinen Brüdern.
27. Benjamin ist ein reißender Wolf; des Morgens wird er Raub fressen,
und des Abends wird er Beute austeilen.
28. Das sind die zwölf Stämme Israels alle, und das ist's was ihr Vater
mit ihnen geredet hat, da er sie segnete, einen jeglichen mit einem
besonderen Segen.
29. Und er gebot ihnen und sprach zu ihnen: Ich werde versammelt zu
meinem Volk; begrabt mich zu meinen Vätern in der Höhle auf dem Acker
Ephrons, des Hethiters,
30. in der zwiefachen Höhle, die gegenüber Mamre liegt, im Lande
Kanaan, die Abraham kaufte samt dem Acker von Ephron, dem Hethiter, zum
Erbbegräbnis.
31. Daselbst haben sie Abraham begraben und Sara, sein Weib. Daselbst
haben sie auch Isaak begraben und Rebekka, sein Weib. Daselbst habe ich
auch Lea begraben,
32. in dem Acker und der Höhle, die von den Kindern Heth gekauft ist.
33. Und da Jakob vollendet hatte die Gebote an seine Kinder, tat er
seine Füße zusammen aufs Bett und verschied und ward versammelt zu
seinem Volk.
Kapitel 50
1. Da fiel Joseph auf seines Vaters Angesicht und weinte über ihn und
küßte ihn.
2. Und Joseph befahl seinen Knechten, den Ärzten, das sie seinen Vater
salbten. Und die Ärzte salbten Israel,
3. bis daß vierzig Tage um waren; denn so lange währen die Salbetage.
Und die Ägypter beweinten ihn siebzig Tage.
4. Da nun die Leidtage aus waren, redete Joseph mit Pharaos Gesinde und
sprach: Habe ich Gnade vor euch gefunden, so redet mit Pharao und
sprecht:
5. Mein Vater hat einen Eid von mir genommen und gesagt: Siehe, ich
sterbe; begrabe mich in meinem Grabe, das ich mir im Lande Kanaan
gegraben habe. So will ich nun hinaufziehen und meinen Vater begraben
und wiederkommen.
6. Pharao sprach: Zieh hinauf und begrabe deinen Vater, wie du ihm
geschworen hast.
7. Also zog Joseph hinauf, seinen Vater zu begraben. Und es zogen mit
ihm alle Knechte Pharaos, die Ältesten seines Hauses und alle Ältesten
des Landes Ägypten,
8. dazu das ganze Gesinde Josephs und seine Brüder und das Gesinde
seines Vaters. Allein ihre Kinder, Schafe und Ochsen ließen sie im
Lande Gosen.
9. Und es zogen mit ihm hinauf Wagen und Reisige, und war ein sehr
großes Heer.
10. Da sie nun an die Tenne Atad kamen, die jenseit des Jordans liegt,
da hielten sie eine gar große und bittere Klage; und er trug über
seinen Vater Leid sieben Tage.
11. Und da die Leute im Lande, die Kanaaniter, die Klage bei der Tenne
Atad sahen, sprachen sie: Die Ägypter halten da große Klage. Daher
heißt man den Ort: Der Ägypter Klage, welcher liegt jenseit des
Jordans.
12. Und seine Kinder taten, wie er ihnen befohlen hatte,
13. und führten ihn ins Land Kanaan und begruben ihn in der zwiefachen
Höhle des Ackers, die Abraham erkauft hatte mit dem Acker zum
Erbbegräbnis von Ephron, dem Hethiter, gegenüber Mamre.
14. Als sie ihn nun begraben hatten, zog Joseph wieder nach Ägypten mit
seinen Brüdern und mit allen, die mit ihm hinaufgezogen waren, seinen
Vater zu begraben.
15. Die Brüder aber Josephs fürchteten sich, da ihr Vater gestorben
war, und sprachen: Joseph möchte uns Gram sein und vergelten alle
Bosheit, die wir an ihm getan haben.
16. Darum ließen sie ihm sagen: Dein Vater befahl vor seinem Tod und
sprach:
17. Also sollt ihr Joseph sagen: Vergib doch deinen Brüdern die
Missetat und ihre Sünde, daß sie so übel an dir getan haben. So vergib
doch nun diese Missetat uns, den Dienern des Gottes deines Vaters. Aber
Joseph weinte, da sie solches mit ihm redeten.
18. Und seine Brüder gingen hin und fielen vor ihm nieder und sprachen:
Siehe, wir sind deine Knechte.
19. Joseph sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn ich bin unter
Gott.
20. Ihr gedachtet's böse mit mir zu machen; aber Gott gedachte es gut
zu machen, daß er täte, wie es jetzt am Tage ist, zu erhalten viel
Volks.
21. So fürchtet euch nun nicht; ich will euch versorgen und eure
Kinder. Und er tröstete sie und redete freundlich mit ihnen.
22. Also wohnte Joseph in Ägypten mit seines Vaters Hause und lebte
hundertundzehn Jahre
23. und sah Ephraims Kinder bis ins dritte Glied. Auch wurden dem
Machir, Manasses Sohn, Kinder geboren auf den Schoß Josephs.
24. Und Joseph sprach zu seinen Brüdern: Ich sterbe, und Gott wird euch
heimsuchen und aus diesem Lande führen in das Land, das er Abraham,
Isaak und Jakob geschworen hat.
25. Darum nahm er einen Eid von den Kindern Israel und sprach: Wenn
euch Gott heimsuchen wird, so führet meine Gebeine von dannen.
26. Also starb Joseph, da er war hundertundzehn Jahre alt. Und sie
salbten ihn und legten ihn in eine Lade in Ägypten.
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1. Dies sind die Namen der Kinder Israel, die mit Jakob nach Ägypten
kamen; ein jeglicher kam mit seinem Hause hinein:
2. Ruben, Simeon, Levi, Juda,
3. Isaschar, Sebulon, Benjamin,
4. Dan, Naphthali, Gad, Asser.
5. Und aller Seelen, die aus den Lenden Jakobs gekommen waren, deren
waren siebzig. Joseph aber war zuvor in Ägypten.
6. Da nun Joseph gestorben war und alle seine Brüder und alle, die zu
der Zeit gelebt hatten,
7. wuchsen die Kinder Israel und zeugten Kinder und mehrten sich und
wurden sehr viel, daß ihrer das Land voll ward.
8. Da kam ein neuer König auf in Ägypten, der wußte nichts von Joseph
9. und sprach zu seinem Volk: Siehe, des Volks der Kinder Israel ist
viel und mehr als wir.
10. Wohlan, wir wollen sie mit List dämpfen, daß ihrer nicht so viel
werden. Denn wo sich ein Krieg erhöbe, möchten sie sich auch zu unsern
Feinden schlagen und wider uns streiten und zum Lande ausziehen.
11. Und man setzte Fronvögte über sie, die sie mit schweren Diensten
drücken sollten; denn man baute dem Pharao die Städte Pithon und
Raemses zu Vorratshäusern.
12. Aber je mehr sie das Volk drückten, je mehr es sich mehrte und
ausbreitete. Und sie hielten die Kinder Israel wie einen Greuel.
13. Und die Ägypter zwangen die Kinder Israel zum Dienst mit
Unbarmherzigkeit
14. und machten ihnen ihr Leben sauer mit schwerer Arbeit in Ton und
Ziegeln und mit allerlei Frönen auf dem Felde und mit allerlei Arbeit,
die sie ihnen auflegten mit Unbarmherzigkeit.
15. Und der König in Ägypten sprach zu den hebräischen Wehmüttern,
deren eine hieß Siphra und die andere Pua:
16. Wenn ihr den hebräischen Weibern helft, und auf dem Stuhl seht, daß
es ein Sohn ist, so tötet ihn; ist's aber eine Tochter, so laßt sie
leben.
17. Aber die Wehmütter fürchteten Gott und taten nicht, wie der König
von Ägypten ihnen gesagt hatte, sondern ließen die Kinder leben.
18. Da rief der König in Ägypten die Wehmütter und sprach zu ihnen:
Warum tut ihr das, daß ihr die Kinder leben lasset?
19. Die Wehmütter antworteten Pharao: Die hebräischen Weiber sind nicht
wie die ägyptischen, denn sie sind harte Weiber; ehe die Wehmutter zu
ihnen kommt, haben sie geboren.
20. Darum tat Gott den Wehmüttern Gutes. Und das Volk mehrte sich und
ward sehr viel.
21. Und weil die Wehmütter Gott fürchteten, baute er ihnen Häuser.
22. Da gebot Pharao allem seinem Volk und sprach: Alle Söhne, die
geboren werden, werft ins Wasser, und alle Töchter laßt leben.
Kapitel 2
1. Und es ging ein Mann vom Hause Levi und nahm eine Tochter Levi.
2. Und das Weib ward schwanger und gebar einen Sohn. Und da sie sah,
daß es ein feines Kind war, verbarg sie ihn drei Monate.
3. Und da sie ihn nicht länger verbergen konnte, machte sie ein
Kästlein von Rohr und verklebte es mit Erdharz und Pech und legte das
Kind darein und legte ihn in das Schilf am Ufer des Wassers.
4. Aber seine Schwester stand von ferne, daß sie erfahren wollte, wie
es ihm gehen würde.
5. Und die Tochter Pharaos ging hernieder und wollte baden im Wasser;
und ihre Jungfrauen gingen an dem Rande des Wassers. Und da sie das
Kästlein im Schilf sah, sandte sie ihre Magd hin und ließ es holen.
6. Und da sie es auftat, sah sie das Kind; und siehe, das Knäblein
weinte. Da jammerte es sie, und sprach: Es ist der hebräischen Kindlein
eins.
7. Da sprach seine Schwester zu der Tochter Pharaos: Soll ich hingehen
und der hebräischen Weiber eine rufen, die da säugt, daß sie dir das
Kindlein säuge?
8. Die Tochter Pharaos sprach zu ihr: Gehe hin. Die Jungfrau ging hin
und rief des Kindes Mutter.
9. Da sprach Pharaos Tochter zu ihr: Nimm hin das Kindlein und säuge
mir's; ich will dir lohnen. Das Weib nahm das Kind und säugte es.
10. Und da das Kind groß war, brachte sie es der Tochter Pharaos, und
es ward ihr Sohn, und sie hieß ihn Mose; denn sie sprach: Ich habe ihn
aus dem Wasser gezogen.
11. Zu den Zeiten, da Mose war groß geworden, ging er aus zu seinen
Brüdern und sah ihre Last und ward gewahr, daß ein Ägypter schlug
seiner Brüder, der Hebräischen, einen.
12. Und er wandte sich hin und her, und da er sah, daß kein Mensch da
war, erschlug er den Ägypter und scharrte ihn in den Sand.
13. Auf einen andern Tag ging er auch aus und sah zwei hebräische
Männer sich miteinander zanken und sprach zu dem Ungerechten: Warum
schlägst du deinen Nächsten?
14. Er aber sprach: Wer hat dich zum Obersten oder Richter über uns
gesetzt? Willst du mich auch erwürgen, wie du den Ägypter erwürgt hast?
Da fürchtete sich Mose und sprach: Wie ist das laut geworden?
15. Und es kam vor Pharao; der trachtete nach Mose, daß er ihn
erwürgte. Aber Mose floh vor Pharao und blieb im Lande Midian und
wohnte bei einem Brunnen.
16. Der Priester aber von Midian hatte sieben Töchter; die kamen,
Wasser zu schöpfen, und füllten die Rinnen, daß sie ihres Vaters Schafe
tränkten.
17. Da kamen die Hirten und stießen sie davon. Aber Mose machte sich
auf und half ihnen und tränkte ihre Schafe.
18. Und da sie zu ihrem Vater Reguel kamen, sprach er: Wie seid ihr
heute so bald gekommen?
19. Sie sprachen: Ein ägyptischer Mann errettete uns von den Hirten und
schöpfte uns und tränkte die Schafe.
20. Er sprach zu seinen Töchtern: Wo ist er? Warum habt ihr den Mann
gelassen, daß ihr ihn nicht ludet, mit uns zu essen?
21. Und Mose willigte darein, bei dem Manne zu bleiben. Und er gab Mose
seine Tochter Zippora.
22. Die gebar einen Sohn; und er hieß ihn Gersom; denn er sprach: Ich
bin ein Fremdling geworden im fremden Lande.
23. Lange Zeit aber darnach starb der König in Ägypten. Und die Kinder
Israel seufzten über ihre Arbeit und schrieen, und ihr Schreien über
ihre Arbeit kam vor Gott.
24. Und Gott erhörte ihr Wehklagen und gedachte an seinen Bund mit
Abraham, Isaak und Jakob;
25. und er sah darein und nahm sich ihrer an.
Kapitel 3
1. Mose aber hütete die Schafe Jethros, seines Schwiegervaters, des
Priesters in Midian, und trieb die Schafe hinter die Wüste und kam an
den Berg Gottes, Horeb.
2. Und der Engel des HERRN erschien ihm in einer feurigen Flamme aus
dem Busch. Und er sah, daß der Busch mit Feuer brannte und ward doch
nicht verzehrt;
3. und sprach: ich will dahin und beschauen dies große Gesicht, warum
der Busch nicht verbrennt.
4. Da aber der HERR sah, daß er hinging, zu sehen, rief ihm Gott aus
dem Busch und sprach: Mose, Mose! Er antwortete: Hier bin ich.
5. Er sprach: Tritt nicht herzu, zieh deine Schuhe aus von deinen
Füßen; denn der Ort, darauf du stehst, ist ein heilig Land!
6. Und sprach weiter: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott
Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Und Mose verhüllte sein
Angesicht; denn er fürchtete sich Gott anzuschauen.
7. Und der HERR sprach: Ich habe gesehen das Elend meines Volkes in
Ägypten und habe ihr Geschrei gehört über die, so sie drängen; ich habe
ihr Leid erkannt
8. und bin herniedergefahren, daß ich sie errette von der Ägypter Hand
und sie ausführe aus diesem Lande in ein gutes und weites Land, in ein
Land, darin Milch und Honig fließt, an den Ort der Kanaaniter,
Hethiter, Amoriter, Pheresiter, Heviter und Jebusiter.
9. Weil nun das Geschrei der Kinder Israel vor mich gekommen ist, und
ich auch dazu ihre Angst gesehen habe, wie die Ägypter sie ängsten,
10. so gehe nun hin, ich will dich zu Pharao senden, daß du mein Volk,
die Kinder Israel, aus Ägypten führest.
11. Mose sprach zu Gott: Wer bin ich, daß ich zu Pharao gehe und führe
die Kinder Israel aus Ägypten?
12. Er sprach: Ich will mit dir sein. Und das soll dir ein Zeichen
sein, daß ich dich gesandt habe: Wenn du mein Volk aus Ägypten geführt
hast, werdet ihr Gott opfern auf diesem Berge.
13. Mose sprach zu Gott: Siehe, wenn ich zu den Kindern Israel komme
und spreche zu ihnen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt,
und sie mir sagen werden: Wie heißt sein Name? was soll ich ihnen
sagen?
14. Gott sprach zu Mose: ICH WERDE SEIN, DER ICH SEIN WERDE. Und
sprach: Also sollst du den Kindern Israel sagen: ICH WERDE SEIN hat
mich zu euch gesandt.
15. Und Gott sprach weiter zu Mose: Also sollst du den Kindern Israel
sagen: Der HERR, eurer Väter Gott, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks,
der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name ewiglich,
dabei soll man mein Gedenken für und für.
16. Darum so gehe hin und versammle die Ältesten in Israel und sprich
zu ihnen: Der HERR, euer Väter Gott, ist mir erschienen, der Gott
Abrahams, der Gott Isaaks, der Gott Jakobs, und hat gesagt: Ich habe
euch heimgesucht, und gesehen, was euch in Ägypten widerfahren ist,
17. und habe gesagt: ich will euch aus dem Elend Ägyptens führen in das
Land der Kanaaniter, Hethiter, Amoriter, Pheresiter, Heviter und
Jebusiter, in das Land, darin Milch und Honig fließt.
18. Und wenn sie deine Stimme hören, so sollst du und die Ältesten in
Israel hineingehen zum König in Ägypten und zu ihm sagen: Der HERR, der
Hebräer Gott, hat uns gerufen. So laß uns nun gehen drei Tagereisen in
die Wüste, daß wir opfern unserm Gott.
19. Aber ich weiß, daß euch der König in Ägypten nicht wird ziehen
lassen, außer durch eine starke Hand.
20. Denn ich werde meine Hand ausstrecken und Ägypten schlagen mit
allerlei Wundern, die ich darin tun werde. Darnach wird er euch ziehen
lassen.
21. Und ich will diesem Volk Gnade geben vor den Ägyptern, daß, wenn
ihr auszieht, ihr nicht leer auszieht;
22. sondern ein jeglich Weib soll von ihrer Nachbarin und Hausgenossin
fordern silberne und goldene Gefäße und Kleider; die sollt ihr auf eure
Söhne und Töchter legen und von den Ägyptern zur Beute nehmen.
Kapitel 4
1. Mose antwortete und sprach: Siehe, sie werden mir nicht glauben noch
meine Stimme hören, sondern werden sagen: Der HERR ist dir nicht
erschienen.
2. Der HERR sprach zu ihm: Was ist's, was du in deiner Hand hast? Er
sprach: Ein Stab.
3. Er sprach: Wirf ihn vor dir auf die Erde. Und er warf ihn von sich;
da ward er zur Schlange, und Mose floh vor ihr.
4. Aber der HERR sprach zu ihm: Strecke deine Hand aus und erhasche sie
bei dem Schwanz. Da streckte er seine Hand aus und hielt sie, und sie
ward zum Stab in seiner Hand.
5. Darum werden sie glauben, daß dir erschienen sei der HERR, der Gott
ihrer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks, der Gott Jakobs.
6. Und der HERR sprach weiter zu ihm: Stecke deine Hand in deinen
Busen. Und er steckte seine Hand in seinen Busen und zog sie wieder
heraus; siehe, da war aussätzig wie Schnee.
7. Und er sprach: Tue sie wieder in deinen Busen. Und er tat sie wieder
in seinen Busen und zog sie heraus; siehe, da ward sie wieder wie sein
anderes Fleisch.
8. Wenn sie dir nun nicht werden glauben noch deine Stimme hören bei
dem einen Zeichen, so werden sie doch glauben deine Stimme bei dem
andern Zeichen.
9. Wenn sie aber diesen zwei Zeichen nicht glauben werden noch deine
Stimme hören, so nimm Wasser aus dem Strom und gieß es auf das trockene
Land, so wird das Wasser, das du aus dem Strom genommen hast, Blut
werden auf dem trockenen Lande.
10. Mose aber sprach zu dem HERRN: Ach mein HERR, ich bin je und je
nicht wohl beredt gewesen, auch nicht seit der Zeit, da du mit deinem
Knecht geredet hast; denn ich habe eine schwere Sprache und eine
schwere Zunge.
11. Der HERR sprach zu ihm: Wer hat dem Menschen den Mund geschaffen?
Oder wer hat den Stummen oder Tauben oder Sehenden oder Blinden
gemacht? Habe ich's nicht getan, der HERR?
12. So geh nun hin: Ich will mit deinem Munde sein und dich lehren, was
du sagen sollst.
13. Mose sprach aber: Mein HERR, sende, welchen du senden willst.
14. Da ward der HERR sehr zornig über Mose und sprach: Weiß ich denn
nicht, daß dein Bruder Aaron aus dem Stamm Levi beredt ist? und siehe,
er wird herausgehen dir entgegen; und wenn er dich sieht, wir er sich
von Herzen freuen.
15. Du sollst zu ihm reden und die Worte in seinen Mund legen. Und ich
will mit deinem und seinem Munde sein und euch lehren, was ihr tun
sollt.
16. Und er soll für dich zum Volk reden; er soll dein Mund sein, und du
sollst sein Gott sein.
17. Und diesen Stab nimm in deine Hand, mit dem du die Zeichen tun
sollst.
18. Mose ging hin und kam wieder zu Jethro, seinem Schwiegervater, und
sprach zu ihm: Laß mich doch gehen, daß ich wieder zu meinen Brüdern
komme, die in Ägypten sind, und sehe, ob sie noch leben. Jethro sprach
zu ihm: Gehe hin mit Frieden.
19. Auch sprach der HERR zu ihm in Midian: Gehe hin und ziehe wieder
nach Ägypten; denn die Leute sind tot, die nach deinem Leben standen.
20. Also nahm Mose sein Weib und seine Söhne und führte sie auf einem
Esel und zog wieder nach Ägyptenland und nahm den Stab Gottes in seine
Hand.
21. Und der HERR sprach zu Mose: Siehe zu, wenn du wieder nach Ägypten
kommst, daß du alle Wunder tust vor Pharao, die ich dir in deine Hand
gegeben habe; aber ich will sein Herz verstocken, daß er das Volk nicht
lassen wird.
22. Und du sollst zu ihm sagen: So sagt der HERR: Israel ist mein
erstgeborener Sohn;
23. und ich gebiete dir, daß du meinen Sohn ziehen lassest, daß er mir
diene. Wirst du dich des weigern, so will ich deinen erstgeborenen Sohn
erwürgen.
24. Und als er unterwegs in der Herberge war, kam ihm der HERR entgegen
und wollte ihn töten.
25. Da nahm Zippora einen Stein und beschnitt ihrem Sohn die Vorhaut
und rührte ihm seine Füße an und sprach: Du bist mir ein Blutbräutigam.
26. Da ließ er von ihm ab. Sie sprach aber Blutbräutigam um der
Beschneidung willen.
27. Und der HERR sprach zu Aaron: Gehe hin Mose entgegen in die Wüste.
Und er ging hin und begegnete ihm am Berge Gottes und küßte ihn.
28. Und Mose sagte Aaron alle Worte des HERRN, der ihn gesandt hatte,
und alle Zeichen, die er ihm befohlen hatte.
29. Und sie gingen hin und versammelten alle Ältesten von den Kindern
Israel.
30. Und Aaron redete alle Worte, die der HERR mit Mose geredet hatte,
und er tat die Zeichen vor dem Volk.
31. Und das Volk glaubte. Und da sie hörten, daß der HERR die Kinder
Israel heimgesucht und ihr Elend angesehen hätte, neigten sie sich und
beteten an.
Kapitel 5
1. Darnach ging Mose und Aaron hinein und sprachen zu Pharao: So sagt
der HERR, der Gott Israels: Laß mein Volk ziehen, daß mir's ein Fest
halte in der Wüste.
2. Pharao antwortete: Wer ist der HERR, des Stimme ich hören müsse und
Israel ziehen lassen? Ich weiß nichts von dem HERRN, will auch Israel
nicht lassen ziehen.
3. Sie sprachen: Der Hebräer Gott hat uns gerufen; so laß uns nun
hinziehen drei Tagereisen in die Wüste und dem HERRN, unserm Gott,
opfern, daß uns nicht widerfahre Pestilenz oder Schwert.
4. Da sprach der König in Ägypten zu ihnen: Du Mose und Aaron, warum
wollt ihr das Volk von seiner Arbeit frei machen? Gehet hin an eure
Dienste!
5. Weiter sprach Pharao: Siehe, des Volks ist schon zuviel im Lande,
und ihr wollt sie noch feiern heißen von ihrem Dienst!
6. Darum befahl Pharao desselben Tages den Vögten des Volks und ihren
Amtleuten und sprach:
7. Ihr sollt dem Volk nicht mehr Stroh sammeln und geben, daß sie
Ziegel machen wie bisher; laßt sie selbst hingehen, und Stroh
zusammenlesen,
8. und die Zahl der Ziegel, die sie bisher gemacht haben, sollt ihr
ihnen gleichwohl auflegen und nichts mindern; denn sie gehen müßig,
darum schreien sie und sprechen: Wir wollen hinziehen und unserm Gott
opfern.
9. Man drücke die Leute mit Arbeit, daß sie zu schaffen haben und sich
nicht kehren an falsche Rede.
10. Da gingen die Vögte des Volkes und ihre Amtleute aus und sprachen
zum Volk: So spricht Pharao: Man wird euch kein Stroh geben;
11. geht ihr selbst hin und sammelt euch Stroh, wo ihr's findet; aber
von eurer Arbeit soll nichts gemindert werden.
12. Da zerstreute sich das Volk ins ganze Land Ägypten, daß es Stoppeln
sammelte, damit sie Stroh hätten.
13. Und die Vögte trieben sie und sprachen: Erfüllet euer Tagewerk,
gleich als da ihr Stroh hattet.
14. Und die Amtleute der Kinder Israel, welche die Vögte Pharaos über
sie gesetzt hatten, wurden geschlagen, und ward zu ihnen gesagt: Warum
habt ihr weder heute noch gestern euer gesetztes Tagewerk getan wie
bisher?
15. Da gingen hinein die Amtleute der Kinder Israel und schrien zu
Pharao: Warum willst du mit deinen Knechten also fahren?
16. Man gibt den Knechten kein Stroh, und sie sollen die Ziegel machen,
die uns bestimmt sind; siehe deine Knechte werden geschlagen, und dein
Volk muß schuldig sein.
17. Pharao sprach: Ihr seid müßig, müßig seid ihr; darum sprecht ihr:
Wir wollen hinziehen und dem HERRN opfern.
18. So gehet nun hin und frönt; Stroh soll man euch nicht geben, aber
die Anzahl der Ziegel sollt ihr schaffen.
19. Da sahen die Amtleute der Kinder Israel, daß es ärger ward, weil
man sagte: Ihr sollt nichts mindern von dem Tagewerk an den Ziegeln.
20. Und da sie von Pharao gingen, begegneten sie Mose und Aaron und
traten ihnen entgegen
21. und sprachen zu ihnen: Der HERR sehe auf euch und richte es, daß
ihr unsern Geruch habt stinkend gemacht vor Pharao und seinen Knechten
und habt ihnen das Schwert in die Hände gegeben, uns zu töten.
22. Mose aber kam wieder zu dem HERRN und sprach: HERR, warum tust du
so übel an diesem Volk? Warum hast du mich hergesandt?
23. Denn seit dem, daß ich hineingegangen bin zu Pharao, mit ihm zu
reden in deinem Namen, hat er das Volk noch härter geplagt, und du hast
dein Volk nicht errettet.
Kapitel 6
1. Der HERR sprach zu Mose: Nun sollst du sehen, was ich Pharao tun
werde; denn durch eine starke Hand muß er sie lassen ziehen, er muß sie
noch durch eine starke Hand aus seinem Lande von sich treiben.
2. Und Gott redete mit Mose und sprach zu ihm: Ich bin der HERR
3. und bin erschienen Abraham, Isaak und Jakob als der allmächtige
Gott; aber mein Name HERR ist ihnen nicht offenbart worden.
4. Auch habe ich einen Bund mit ihnen aufgerichtet, daß ich ihnen geben
will das Land Kanaan, das Land ihrer Wallfahrt, darin sie Fremdlinge
gewesen sind.
5. Auch habe ich gehört die Wehklage der Kinder Israel, welche die
Ägypter mit Frönen beschweren, und habe an meinen Bund gedacht.
6. Darum sage den Kindern Israel: Ich bin der HERR und will euch
ausführen von euren Lasten in Ägypten und will euch erretten von eurem
Frönen und will euch erlösen durch ausgereckten Arm und große Gerichte
7. und will euch annehmen zum Volk und will euer Gott sein, daß ihr's
erfahren sollt, daß ich der HERR bin, euer Gott, der euch ausführt von
der Last Ägyptens
8. und euch bringt in das Land, darüber ich habe meine Hand gehoben,
daß ich's gäbe Abraham, Isaak und Jakob; das will ich euch geben zu
eigen, ich, der HERR.
9. Mose sagte solches den Kindern Israel; aber sie hörten ihn nicht vor
Seufzen und Angst vor harter Arbeit.
10. Da redete der HERR mit Mose und sprach:
11. Gehe hinein und rede mit Pharao, dem König in Ägypten, daß er die
Kinder Israel aus seinem Lande lasse.
12. Mose aber redete vor dem HERRN und sprach: Siehe, die Kinder Israel
hören mich nicht; wie sollte mich denn Pharao hören? Dazu bin ich von
unbeschnittenen Lippen.
13. Also redete der HERR mit Mose und Aaron und tat ihnen Befehl an die
Kinder Israel und an Pharao, den König in Ägypten, daß sie die Kinder
Israel aus Ägypten führten.
14. Dies sind die Häupter in ihren Vaterhäusern. Die Kinder Rubens, des
ersten Sohnes Israels, sind diese: Henoch, Pallu, Hezron, Charmi. Das
sind die Geschlechter von Ruben.
15. Die Kinder Simeons sind diese: Jemuel, Jamin, Ohad, Jachin, Zohar
und Saul, der Sohn des kanaanäischen Weibes. Das sind Simeons
Geschlechter.
16. Dies sind die Namen der Kinder Levis nach ihren Geschlechtern:
Gerson, Kahath, Merari. Aber Levi ward hundertsiebenunddreißig Jahre
alt.
17. Die Kinder Gersons sind diese: Libni und Simei nach ihren
Geschlechtern.
18. Die Kinder Kahaths sind diese: Amram, Jizhar, Hebron, Usiel. Kahath
aber ward hundertdreiunddreißig Jahre alt.
19. Die Kinder Merari sind diese: Maheli und Musi. Das sind die
Geschlechter Levis nach ihrer Abstammung.
20. Und Amram nahm seine Muhme Jochebed zum Weibe; die gebar ihm Aaron
und Mose. Aber Amram ward hundertsiebenunddreißig Jahre alt.
21. Die Kinder Jizhars sind diese: Korah, Nepheg, Sichri.
22. Die Kinder Usiels sind diese: Misael, Elzaphan, Sithri.
23. Aaron nahm zum Weibe Eliseba, die Tochter Amminadabs, Nahessons
Schwester; die gebar ihm Nadab, Abihu, Eleasar, Ithamar.
24. Die Kinder Korah sind diese: Assir, Elkana, Abiasaph. Das sind die
Geschlechter der Korahiter.
25. Eleasar aber, Aarons Sohn, der nahm von den Töchtern Putiels ein
Weib; die gebar ihm Pinehas. Das sind die Häupter unter den Vätern der
Leviten-Geschlechter.
26. Das ist Aaron und Mose, zu denen der HERR sprach: Führet die Kinder
Israel aus Ägyptenland mit ihrem Heer.
27. Sie sind's die mit Pharao, dem König in Ägypten, redeten, daß sie
die Kinder Israel aus Ägypten führten, nämlich Mose und Aaron.
28. Und des Tages redete der HERR mit Mose in Ägyptenland
29. und sprach zu Ihm: Ich bin der HERR; rede mit Pharao, dem König in
Ägypten, alles, was ich mit dir rede.
30. Und er antwortete vor dem HERRN: Siehe, ich bin von unbeschnittenen
Lippen; wie wird mich denn Pharao hören?
Kapitel 7
1. Der HERR sprach zu Mose: Siehe, ich habe dich zu einem Gott gesetzt
über Pharao, und Aaron, dein Bruder, soll dein Prophet sein.
2. Du sollst reden alles, was ich dir gebieten werde; aber Aaron, dein
Bruder, soll's vor Pharao reden, daß er die Kinder Israel aus seinem
Lande lasse.
3. Aber ich will Pharaos Herz verhärten, daß ich meiner Zeichen und
Wunder viel tue in Ägyptenland.
4. Und Pharao wird euch nicht hören, auf daß ich meine Hand in Ägypten
beweise und führe mein Heer, mein Volk, die Kinder Israel, aus
Ägyptenland durch große Gerichte.
5. Und die Ägypter sollen's innewerden, daß ich der HERR bin, wenn ich
nun meine Hand über Ägypten ausstrecken und die Kinder Israel von ihnen
wegführen werde.
6. Mose und Aaron taten, wie ihnen Gott geboten hatte.
7. Und Mose war achtzig Jahre alt und Aaron dreiundachtzig Jahre alt,
da sie mit Pharao redeten
8. Und der HERR sprach zu Mose und Aaron:
9. Wenn Pharao zu euch sagen wird: Beweist eure Wunder, so sollst du zu
Aaron sagen: Nimm deinen Stab und wirf ihn vor Pharao, daß er zur
Schlange werde.
10. Da gingen Mose und Aaron hinein zu Pharao und taten, wie ihnen der
HERR geboten hatte. Und Aaron warf seinen Stab vor Pharao und vor
seinen Knechten, und er ward zur Schlange.
11. Da forderte Pharao die Weisen und Zauberer; und die ägyptischen
Zauberer taten auch also mit ihrem Beschwören:
12. ein jeglicher warf seinen Stab von sich, da wurden Schlangen
daraus; aber Aarons Stab verschlang ihre Stäbe.
13. Also ward das Herz Pharaos verstockt, und er hörte sie nicht, wie
denn der HERR geredet hatte.
14. Und der HERR sprach zu Mose: Das Herz Pharaos ist hart; er weigert
sich das Volk zu lassen.
15. Gehe hin zu Pharao morgen. Siehe, er wird ins Wasser gehen; so
tritt ihm entgegen an das Ufer des Wassers und nimm den Stab in deine
Hand, der zur Schlange ward,
16. und sprich zu ihm: Der HERR, der Hebräer Gott, hat mich zu dir
gesandt und lassen sagen: Laß mein Volk, daß mir's diene in der Wüste.
Aber du hast bisher nicht wollen hören.
17. Darum spricht der HERR also: Daran sollst du erfahren, daß ich der
HERR bin. Siehe, ich will mit dem Stabe, den ich in meiner Hand habe,
das Wasser schlagen, das in dem Strom ist, und es soll in Blut
verwandelt werden,
18. daß die Fische im Strom sterben sollen und der Strom stinken; und
den Ägyptern wird ekeln, zu trinken das Wasser aus dem Strom.
19. Und der HERR sprach zu Mose: Sage Aaron: Nimm deinen Stab und recke
deine Hand aus über die Wasser in Ägypten, über ihre Bäche und Ströme
und Seen und über alle Wassersümpfe, daß sie Blut werden; und es sei
Blut in ganz Ägyptenland, in hölzernen und in steinernen Gefäßen.
20. Mose und Aaron taten, wie ihnen der HERR geboten hatte, und er hob
den Stab auf und schlug ins Wasser, das im Strom war, vor Pharao und
seinen Knechten. Und alles Wasser ward in Blut verwandelt.
21. Und die Fische im Strom starben, und der Strom ward stinkend, daß
die Ägypter nicht trinken konnten das Wasser aus dem Strom; und es war
Blut in ganz Ägyptenland.
22. Und die ägyptischen Zauberer taten auch also mit ihrem Beschwören.
Also ward das Herz Pharaos verstockt, und er hörte sie nicht, wie denn
der HERR geredet hatte.
23. Und Pharao wandte sich und ging heim und nahm's nicht zu Herzen.
24. Aber alle Ägypter gruben nach Wasser um den Strom her, zu trinken;
denn das Wasser aus dem Strom konnten sie nicht trinken.
25. Und das währte sieben Tage lang, daß der HERR den Strom schlug.
Kapitel 8
1. Der HERR sprach zu Mose: Gehe hinein zu Pharao und sprich zu ihm: So
sagt der HERR: Laß mein Volk, daß mir's diene.
2. Wo du dich weigerst, siehe, so will ich all dein Gebiet mit Fröschen
plagen,
3. daß der Strom soll von Fröschen wimmeln; die sollen heraufkriechen
und kommen in dein Haus, in deine Schlafkammer, auch in die Häuser
deiner Knechte, unter dein Volk, in deine Backöfen und in deine Teige;
4. und die Frösche sollen auf dich und auf dein Volk und auf alle deine
Knechte kriechen.
5. Und der HERR sprach zu Mose: Sage Aaron: Recke deine Hand aus mit
deinem Stabe über die Bäche und Ströme und Seen und laß Frösche über
Ägyptenland kommen.
6. Und Aaron reckte seine Hand über die Wasser in Ägypten, und es kamen
Frösche herauf, daß Ägyptenland bedeckt ward.
7. Da taten die Zauberer auch also mit ihrem Beschwören und ließen
Frösche über Ägyptenland kommen.
8. Da forderte Pharao Mose und Aaron und sprach: Bittet den HERRN für
mich, daß er die Frösche von mir und von meinem Volk nehme, so will ich
das Volk lassen, daß es dem HERRN opfere.
9. Mose sprach: Habe du die Ehre vor mir und bestimme mir, wann ich für
dich, für deine Knechte und für dein Volk bitten soll, daß die Frösche
von dir und von deinem Haus vertrieben werden und allein im Strom
bleiben.
10. Er sprach: Morgen. Er sprach: Wie du gesagt hast. Auf daß du
erfahrest, daß niemand ist wie der HERR, unser Gott,
11. so sollen die Frösche von dir, von deinem Hause, von deinen
Knechten und von deinem Volk genommen werden und allein in Strom
bleiben.
12. Also gingen Mose und Aaron von Pharao; und Mose schrie zu dem HERRN
der Frösche halben, wie er Pharao hatte zugesagt.
13. Und der HERR tat, wie Mose gesagt hatte; und die Frösche starben in
den Häusern, in den Höfen und auf dem Felde.
14. Und sie häuften sie zusammen, hier einen Haufen und da einen
Haufen, und das Land stank davon.
15. Da aber Pharao sah, daß er Luft gekriegt hatte, verhärtete er sein
Herz und hörte sie nicht, wie denn der HERR geredet hatte.
16. Und der HERR sprach zu Mose: Sage Aaron: Recke deinen Stab aus und
schlage in den Staub auf der Erde, daß Stechmücken werden in ganz
Ägyptenland.
17. Sie taten also, und Aaron reckte seine Hand aus mit dem Stabe und
schlug in den Staub auf der Erde. Und es wurden Mücken an den Menschen
und an dem Vieh; aller Staub des Landes ward zu Mücken in ganz
Ägyptenland.
18. Die Zauberer taten auch also mit ihrem Beschwören, daß sie Mücken
herausbrächten, aber sie konnten nicht. Und die Mücken waren sowohl an
den Menschen als an Vieh.
19. Da sprachen die Zauberer zu Pharao: Das ist Gottes Finger. Aber das
Herz Pharaos ward verstockt, und er hörte sie nicht, wie denn der HERR
gesagt hatte.
20. Und der HERR sprach zu Mose: Mache dich morgen früh auf und tritt
vor Pharao (siehe, er wird ans Wasser gehen) und sprich zu ihm: So sagt
der HERR: Laß mein Volk, daß es mir diene;
21. wo nicht, siehe, so will ich allerlei Ungeziefer lassen kommen über
dich, deine Knechte, dein Volk und dein Haus, daß aller Ägypter Häuser
und das Feld und was darauf ist, voll Ungeziefer werden sollen.
22. Und ich will des Tages ein Besonderes tun mit dem Lande Gosen, da
sich mein Volk aufhält, daß kein Ungeziefer da sei; auf daß du
innewerdest, daß ich der HERR bin auf Erden allenthalben;
23. und will eine Erlösung setzen zwischen meinem und deinem Volk;
morgen soll das Zeichen geschehen.
24. Und der HERR tat also, und es kam viel Ungeziefer in Pharaos Haus,
in seiner Knechte Häuser und über ganz Ägyptenland; und das Land ward
verderbt von dem Ungeziefer.
25. Da forderte Pharao Mose und Aaron und sprach: Gehet hin, opfert
eurem Gott hier im Lande.
26. Mose sprach: Das taugt nicht, daß wir also tun; denn wir würden der
Ägypter Greuel opfern unserm Gott, dem HERRN; siehe, wenn wir der
Ägypter Greuel vor ihren Augen opferten, würden sie uns nicht
steinigen?
27. Drei Tagereisen wollen wir gehen in die Wüste und dem HERRN, unserm
Gott, opfern, wie er uns gesagt hat.
28. Pharao sprach: Ich will euch lassen, daß ihr dem HERRN, eurem Gott,
opfert in der Wüste; allein, daß ihr nicht ferner zieht; und bittet für
mich.
29. Mose sprach: Siehe, wenn ich hinaus von dir komme, so will ich den
HERRN bitten, daß dies Ungeziefer von Pharao und seinen Knechten und
seinem Volk genommen werde morgen des Tages; allein täusche mich nicht
mehr, daß du das Volk nicht lassest, dem HERRN zu opfern.
30. Und Mose ging hinaus von Pharao und bat den HERRN.
31. Und der HERR tat, wie Mose gesagt hatte, und schaffte das
Ungeziefer weg von Pharao, von seinen Knechten und von seinem Volk, daß
nicht eines übrigblieb.
32. Aber Pharao verhärtete sein Herz auch dieses Mal und ließ das Volk
nicht.
Kapitel 9
1. Der HERR sprach zu Mose: Gehe hinein zu Pharao und sprich zu ihm:
Also sagt der HERR, der Gott der Hebräer: Laß mein Volk, daß sie mir
dienen.
2. Wo du dich des weigerst und sie weiter aufhältst,
3. siehe, so wird die Hand des HERRN sein über dein Vieh auf dem Felde,
über Pferde, über Esel, über Kamele, über Ochsen, über Schafe, mit
einer sehr schweren Pestilenz.
4. Und der HERR wird ein Besonderes tun zwischen dem Vieh der
Israeliten und der Ägypter, daß nichts sterbe aus allem, was die Kinder
Israel haben.
5. Und der HERR bestimmte eine Zeit und sprach: Morgen wird der HERR
solches auf Erden tun.
6. Und der HERR tat solches des Morgens, und es starb allerlei Vieh der
Ägypter; aber des Viehs der Kinder Israel starb nicht eins.
7. Und Pharao sandte darnach, und siehe, es war des Viehs Israels nicht
eins gestorben. Aber das Herz Pharaos ward verstockt, und er ließ das
Volk nicht.
8. Da sprach der HERR zu Mose und Aaron: Nehmet eure Fäuste voll Ruß
aus dem Ofen, und Mose sprenge ihn gen Himmel vor Pharao,
9. daß es über ganz Ägyptenland stäube und böse schwarze Blattern
auffahren an den Menschen und am Vieh in ganz Ägyptenland.
10. Und sie nahmen Ruß aus dem Ofen und traten vor Pharao, und Mose
sprengte ihn gen Himmel. Da fuhren auf böse schwarze Blattern an den
Menschen und am Vieh,
11. also daß die Zauberer nicht konnten vor Mose stehen vor den bösen
Blattern; denn es waren an den Zauberern ebensowohl böse Blattern als
an allen Ägyptern.
12. Aber der HERR verstockte das Herz Pharaos, daß er sie nicht hörte,
wie denn der HERR gesagt hatte.
13. Da sprach der HERR zu Mose: Mache dich morgen früh auf und tritt
vor Pharao und sprich zu ihm: So sagt der HERR, der Hebräer Gott: Laß
mein Volk, daß mir's diene;
14. ich will sonst diesmal alle meine Plagen über dich selbst senden,
über deine Knechte und über dein Volk, daß du innewerden sollst, daß
meinesgleichen nicht ist in allen Landen.
15. Denn ich hätte schon jetzt meine Hand ausgereckt und dich und dein
Volk mit Pestilenz geschlagen, daß du von der Erde vertilgt würdest.
16. Aber darum habe ich dich erhalten, daß meine Kraft an dir erscheine
und mein Name verkündigt werde in allen Landen.
17. Du trittst mein Volk noch unter dich und willst's nicht lassen.
18. Siehe, ich will morgen um diese Zeit einen sehr großen Hagel regnen
lassen, desgleichen in Ägypten nicht gewesen ist, seitdem es gegründet
ist, bis her.
19. Und nun sende hin und verwahre dein Vieh, und alles, was du auf dem
Felde hast. Denn alle Menschen und das Vieh, das auf dem Felde gefunden
wird und nicht in die Häuser versammelt ist, so der Hagel auf sie
fällt, werden sterben.
20. Wer nun unter den Knechten Pharaos des HERRN Wort fürchtete, der
ließ seine Knechte und sein Vieh in die Häuser fliehen.
21. Welcher Herz aber sich nicht kehrte an des HERRN Wort, die ließen
ihre Knechte und ihr Vieh auf dem Felde.
22. Da sprach der Herr zu Mose: Recke deine Hand aus gen Himmel, daß es
hagle über ganz Ägyptenland, über Menschen, über Vieh und über alles
Kraut auf dem Felde in Ägyptenland.
23. Also reckte Mose seinen Stab gen Himmel, und der HERR ließ donnern
und hageln, daß das Feuer auf die Erde schoß. Also ließ der HERR Hagel
regnen über Ägyptenland,
24. daß Hagel und Feuer untereinander fuhren, so grausam, daß
desgleichen in ganz Ägyptenland nie gewesen war, seitdem Leute darin
gewesen sind.
25. Und der Hagel schlug in ganz Ägyptenland alles, was auf dem Felde
war, Menschen und Vieh, und schlug alles Kraut auf dem Felde und
zerbrach alle Bäume auf dem Felde.
26. Allein im Lande Gosen, da die Kinder Israel wohnten, da hagelte es
nicht.
27. Da schickte Pharao hin und ließ Mose und Aaron rufen und sprach zu
ihnen: Ich habe dasmal mich versündigt; der HERR ist gerecht, ich aber
und mein Volk sind Gottlose.
28. Bittet aber den Herrn, daß er aufhöre solch Donnern und Hageln
Gottes, so will ich euch lassen, daß ihr nicht länger hier bleibet.
29. Mose sprach: Wenn ich zur Stadt hinauskomme, so will ich meine
Hände ausbreiten gegen den HERRN; so wird der Donner aufhören und kein
Hagel mehr sein, daß du innewerdest, daß die Erde des HERRN sei.
30. Ich weiß aber, daß du und deine Knechte euch noch nicht fürchtet
vor Gott dem HERRN.
31. Also ward geschlagen der Flachs und die Gerste; denn die Gerste
hatte geschoßt und der Flachs Knoten gewonnen.
32. Aber der Weizen und Spelt ward nicht geschlagen, denn es war
Spätgetreide.
33. So ging nun Mose von Pharao zur Stadt hinaus und breitete seine
Hände gegen den HERRN, und der Donner und Hagel hörten auf, und der
Regen troff nicht mehr auf die Erde.
34. Da aber Pharao sah, daß der Regen und Donner und Hagel aufhörte,
versündigte er sich weiter und verhärtete sein Herz, er und seine
Knechte.
35. Also ward des Pharao Herz verstockt, daß er die Kinder Israel nicht
ließ, wie denn der HERR geredet hatte durch Mose.
Kapitel 10.
1. Und der HERR sprach zu Mose: Gehe hinein zu Pharao; denn ich habe
sein und seiner Knechte Herz verhärtet, auf daß ich diese meine Zeichen
unter ihnen tue,
2. und daß du verkündigest vor den Ohren deiner Kinder und deiner
Kindeskinder, was ich in Ägypten ausgerichtet habe und wie ich meine
Zeichen unter ihnen getan habe, daß ihr wisset: Ich bin der HERR.
3. Also gingen Mose und Aaron hinein zu Pharao und sprachen zu ihm: So
spricht der HERR, der Hebräer Gott: Wie lange weigerst du dich, dich
vor mir zu demütigen, daß du mein Volk lassest, mir zu dienen?
4. Weigerst du dich, mein Volk zu lassen, siehe, so will ich morgen
Heuschrecken kommen lassen an allen Orten,
5. daß sie das Land bedecken, also daß man das Land nicht sehen könne;
und sie sollen fressen, was euch übrig und errettet ist vor dem Hagel,
und sollen alle grünenden Bäume fressen auf dem Felde
6. und sollen erfüllen dein Haus, aller deiner Knechte Häuser und aller
Ägypter Häuser, desgleichen nicht gesehen haben deine Väter und deiner
Väter Väter, seitdem sie auf Erden gewesen bis auf diesen Tag. Und er
wandte sich und ging von Pharao hinaus.
7. Da sprachen die Knechte Pharaos zu ihm: Wie lange sollen wir mit
diesem Manne geplagt sein? Laß die Leute ziehen, daß sie dem HERRN,
ihrem Gott, dienen. Willst du zuvor erfahren daß Ägypten untergegangen
sei?
8. Mose und Aaron wurden wieder zu Pharao gebracht; der sprach zu
ihnen: Gehet hin und dienet dem HERRN, eurem Gott. Welche sind es aber,
die hinziehen sollen?
9. Mose sprach: Wir wollen hinziehen mit jung und alt, mit Söhnen und
Töchtern, mit Schafen und Rindern; denn wir haben ein Fest des HERRN.
10. Er sprach zu ihnen: O ja, der HERR sei mit euch! Sollte ich euch
und eure Kinder dazu ziehen lassen? Sehet da, ob ihr nicht Böses
vorhabt!
11. Nicht also, sondern ihr Männer ziehet hin und dienet dem HERRN;
denn das habt ihr auch gesucht. Und man stieß sie heraus von Pharao.
12. Da sprach der HERR zu Mose: Recke deine Hand über Ägyptenland, daß
Heuschrecken auf Ägyptenland kommen und fressen alles Kraut im Lande
auf samt allem dem, was der Hagel übriggelassen hat.
13. Mose reckte seinen Stab über Ägyptenland; und der HERR trieb einen
Ostwind ins Land den ganzen Tag und die ganze Nacht; und des Morgens
führte der Ostwind die Heuschrecken her.
14. Und sie kamen über das ganze Ägyptenland und ließen sich nieder an
allen Orten in Ägypten, so sehr viel, daß zuvor desgleichen nie gewesen
ist noch hinfort sein wird.
15. Denn sie bedeckten das Land und verfinsterten es. Und sie fraßen
alles Kraut im Lande auf und alle Früchte auf den Bäumen, die der Hagel
übriggelassen hatte, und ließen nichts Grünes übrig an den Bäumen und
am Kraut auf dem Felde in ganz Ägyptenland.
16. Da forderte Pharao eilend Mose und Aaron und sprach: Ich habe mich
versündigt an dem HERRN, eurem Gott, und an euch;
17. vergebt mir meine Sünde nur noch diesmal und bittet den HERRN,
euren Gott, daß er doch nur diesen Tod von mir wegnehme.
18. Und er ging aus von Pharao und bat den HERRN.
19. Da wendete der HERR den Wind, also daß er sehr stark aus Westen
ging und hob die Heuschrecken auf und warf sie ins Schilfmeer, daß
nicht eine übrigblieb an allen Orten Ägyptens.
20. Aber der HERR verstockte Pharaos Herz, daß er die Kinder Israel
nicht ließ.
21. Der HERR sprach zu Mose: Recke deine Hand gen Himmel, daß es so
finster werde in Ägyptenland, daß man's greifen mag.
22. Und Mose reckte seine Hand gen Himmel; da ward eine dicke
Finsternis in ganz Ägyptenland drei Tage,
23. daß niemand den andern sah noch aufstand von dem Ort, da er war, in
drei Tagen. Aber bei allen Kindern Israel war es licht in ihren
Wohnungen.
24. Da forderte Pharao Mose und sprach: Ziehet hin und dienet dem
Herrn; allein eure Schafe und Rinder laßt hier; laßt auch eure Kindlein
mit euch ziehen.
25. Mose sprach: Du mußt uns auch Opfer und Brandopfer geben, die wir
unserm Gott, dem HERRN, tun mögen.
26. Unser Vieh soll mit uns gehen und nicht eine Klaue dahintenbleiben;
denn wir wissen nicht, womit wir dem HERRN dienen sollen, bis wir dahin
kommen.
27. Aber der HERR verstockte das Herz Pharao daß er sie nicht lassen
wollte.
28. Und Pharao sprach zu ihm: Gehe von mir und hüte dich, daß du nicht
mehr vor meine Augen kommst; denn welches Tages du vor meine Augen
kommst, sollst du sterben.
29. Mose antwortete: Wie du gesagt hast; ich will nicht mehr vor deine
Augen kommen.
Kapitel 11.
1. Und der HERR sprach zu Mose: Ich will noch eine Plage über Pharao
und Ägypten kommen lassen; darnach wird er euch von hinnen lassen und
wird nicht allein alles lassen, sondern euch von hinnen treiben.
2. So sage nun vor dem Volk, daß ein jeglicher von seinem Nächsten und
eine jegliche von ihrer Nächsten silberne und goldene Gefäße fordere.
3. Und der HERR gab dem Volk Gnade vor den Ägyptern. Und Mose war ein
sehr großer Mann in Ägyptenland vor den Knechten Pharaos und vor dem
Volk.
4. Und Mose sprach: So sagt der HERR: Ich will zu Mitternacht ausgehen
in Ägyptenland;
5. und alle Erstgeburt in Ägyptenland soll sterben, von dem ersten Sohn
Pharaos an, der auf seinem Stuhl sitzt, bis an den ersten Sohn der
Magd, die hinter der Mühle ist, und alle Erstgeburt unter dem Vieh;
6. und wird ein großes Geschrei sein in ganz Ägyptenland, desgleichen
nie gewesen ist noch werden wird;
7. aber bei allen Kindern Israel soll nicht ein Hund mucken, unter
Menschen sowohl als unter Vieh, auf daß ihr erfahret, wie der HERR
Ägypten und Israel scheide.
8. Dann werden zu mir herabkommen alle diese deine Knechte und mir zu
Füßen fallen und sagen: Zieh aus, du und alles Volk, das unter dir ist.
Darnach will ich ausziehen. Und er ging von Pharao mit grimmigem Zorn.
9. Der HERR aber sprach zu Mose: Pharao hört euch nicht, auf daß viele
Wunder geschehen in Ägyptenland.
10. Und Mose und Aaron haben diese Wunder alle getan vor Pharao; aber
der HERR verstockte sein Herz, daß er die Kinder Israel nicht lassen
wollte aus seinem Lande.
Kapitel 12.
1. Der HERR aber sprach zu Mose und Aaron in Ägyptenland:
2. Dieser Monat soll bei euch der erste Monat sein, und von ihm sollt
ihr die Monates des Jahres anheben.
3. Sagt der ganzen Gemeinde Israel und sprecht: Am zehnten Tage dieses
Monats nehme ein jeglicher ein Lamm, wo ein Hausvater ist, je ein Lamm
zu einem Haus.
4. Wo ihrer aber in einem Hause zu einem Lamm zu wenig sind, so nehme
er's und sein nächster Nachbar an seinem Hause, bis ihrer so viel wird,
daß sie das Lamm aufessen können.
5. Ihr sollt aber ein solches Lamm nehmen, daran kein Fehl ist, ein
Männlein und ein Jahr alt; von den Schafen und Ziegen sollt ihr's
nehmen
6. und sollt's behalten bis auf den vierzehnten Tag des Monats. Und ein
jegliches Häuflein im ganzen Israel soll's schlachten gegen Abend.
7. Und sollt von seinem Blut nehmen und beide Pfosten der Tür und die
obere Schwelle damit bestreichen an den Häusern, darin sie es essen.
8. Und sollt also das Fleisch essen in derselben Nacht, am Feuer
gebraten, und ungesäuertes Brot, und sollt es mit bitteren Kräutern
essen.
9. Ihr sollt's nicht roh essen noch mit Wasser gesotten, sondern am
Feuer gebraten, sein Haupt mit seinen Schenkeln und Eingeweiden.
10. Und sollt nichts davon übriglassen bis morgen; wo aber etwas
übrigbleibt bis morgen, sollt ihr's mit Feuer verbrennen.
11. Also sollt ihr's aber essen: Um eure Lenden sollt ihr gegürtet sein
und eure Schuhe an den Füßen haben und Stäbe in euren Händen, und
sollt's essen, als die hinwegeilen; denn es ist des HERRN Passah.
12. Denn ich will in derselben Nacht durch Ägyptenland gehen und alle
Erstgeburt schlagen in Ägyptenland, unter den Menschen und unter dem
Vieh, und will meine Strafe beweisen an allen Göttern der Ägypter, ich,
der HERR.
13. Und das Blut soll euer Zeichen sein an den Häusern, darin ihr seid,
daß, wenn ich das Blut sehe, an euch vorübergehe und euch nicht die
Plage widerfahre, die euch verderbe, wenn ich Ägyptenland schlage.
14. Ihr sollt diesen Tag haben zum Gedächtnis und sollt ihn feiern dem
HERRN zum Fest, ihr und alle eure Nachkommen, zur ewigen Weise.
15. Sieben Tage sollt ihr ungesäuertes Brot essen; nämlich am ersten
Tage sollt ihr den Sauerteig aus euren Häusern tun. Wer gesäuertes Brot
ißt vom ersten Tage an bis auf den siebenten, des Seele soll
ausgerottet werden von Israel.
16. Der Tag soll heilig sein, daß ihr zusammenkommt; und der siebente
soll auch heilig sein, daß ihr zusammenkommt. Keine Arbeit sollt ihr an
dem tun; außer, was zur Speise gehört für allerlei Seelen, das allein
mögt ihr für euch tun.
17. Und haltet das ungesäuerte Brot; denn eben an demselben Tage habe
ich euer Heer aus Ägyptenland geführt; darum sollt ihr diesen Tag
halten, ihr und alle eure Nachkommen, zur ewigen Weise.
18. Am vierzehnten Tage des ersten Monats, des Abends, sollt ihr
ungesäuertes Brot essen bis an den einundzwanzigsten Tag des Monats an
dem Abend,
19. daß man sieben Tage keinen Sauerteig finde in euren Häusern. Denn
wer gesäuertes Brot ißt, des Seele soll ausgerottet werden aus der
Gemeinde Israel, es sei ein Fremdling oder Einheimischer im Lande.
20. Darum so esset kein gesäuertes Brot, sondern eitel ungesäuertes
Brot in allen euren Wohnungen.
21. Und Mose forderte alle Ältesten in Israel und sprach zu ihnen:
Leset aus und nehmet Schafe für euch nach euren Geschlechtern und
schlachtet das Passah.
22. Und nehmet ein Büschel Isop und taucht in das Blut in dem Becken
und berühret damit die Oberschwelle und die zwei Pfosten. Und gehe kein
Mensch zu seiner Haustür heraus bis an den Morgen.
23. Denn der HERR wird umhergehen und die Ägypter plagen. Und wenn er
das Blut sehen wird an der Oberschwelle und den zwei Pfosten, wird er
an der Tür vorübergehen und den Verderber nicht in eure Häuser kommen
lassen, zu plagen.
24. Darum so halte diese Weise für dich und deine Kinder ewiglich.
25. Und wenn ihr in das Land kommt, das euch der HERR geben wird, wie
er geredet hat, so haltet diesen Dienst.
26. Und wenn eure Kinder werden zu euch sagen: Was habt ihr da für
einen Dienst?
27. sollt ihr sagen: Es ist das Passahopfer des HERRN, der an den
Kindern Israel vorüberging in Ägypten, da er die Ägypter plagte und
unsere Häuser errettete. Da neigte sich das Volk und betete an.
28. Und die Kinder Israel gingen hin und taten, wie der HERR Mose und
Aaron geboten hatte.
29. Und zur Mitternacht schlug der HERR alle Erstgeburt in Ägyptenland
von dem ersten Sohn Pharaos an, der auf seinem Stuhl saß, bis auf den
ersten Sohn des Gefangenen im Gefängnis und alle Erstgeburt des Viehs.
30. Da stand Pharao auf und alle seine Knechte in derselben Nacht und
alle Ägypter, und ward ein großes Geschrei in Ägypten; denn es war kein
Haus, darin nicht ein Toter war.
31. Und er forderte Moses und Aaron in der Nacht und sprach: Macht euch
auf und ziehet aus von meinem Volk, ihr und die Kinder Israel; gehet
hin und dienet dem HERRN, wie ihr gesagt habt.
32. Nehmet auch mit euch eure Schafe und Rinder, wie ihr gesagt habt;
gehet hin und segnet mich auch.
33. Und die Ägypter drängten das Volk, daß sie es eilend aus dem Lande
trieben; denn sie sprachen: Wir sind alle des Todes.
34. Und das Volk trug den rohen Teig, ehe denn er versäuert war, zu
ihrer Speise, gebunden in ihren Kleidern, auf ihren Achseln.
35. Und die Kinder Israel hatten getan, wie Mose gesagt hatte, und von
den Ägyptern gefordert silberne und goldene Geräte und Kleider.
36. Dazu hatte der HERR dem Volk Gnade gegeben vor den Ägyptern, daß
sie ihnen willfährig waren; und so nahmen sie es von den Ägyptern zur
Beute.
37. Also zogen aus die Kinder Israel von Raemses gen Sukkoth,
sechshunderttausend Mann zu Fuß ohne die Kinder.
38. Und es zog auch mit ihnen viel Pöbelvolk und Schafe und Rinder,
sehr viel Vieh.
39. Und sie buken aus dem rohen Teig, den sie aus Ägypten brachten,
ungesäuerte Kuchen; denn es war nicht gesäuert, weil sie aus Ägypten
gestoßen wurden und nicht verziehen konnten und sich sonst keine
Zehrung zubereitet hatten.
40. Die Zeit aber, die die Kinder Israel in Ägypten gewohnt haben, ist
vierhundertunddreißig Jahre.
41. Da dieselben um waren, ging das ganze Heer des HERRN auf einen Tag
aus Ägyptenland.
42. Darum wird diese Nacht dem HERRN gehalten, daß er sie aus
Ägyptenland geführt hat; und die Kinder Israel sollen sie dem HERRN
halten, sie und ihre Nachkommen.
43. Und der HERR sprach zu Mose und Aaron: Dies ist die Weise Passah zu
halten. Kein Fremder soll davon essen.
44. Aber wer ein erkaufter Knecht ist, den beschneide man, und dann
esse er davon.
45. Ein Beisaß und Mietling sollen nicht davon essen.
46. In einem Hause soll man's essen; ihr sollt nichts von seinem
Fleisch hinaus vor das Haus tragen und sollt kein Bein an ihm
zerbrechen.
47. Die ganze Gemeinde Israel soll solches tun.
48. So aber ein Fremdling bei dir wohnt und dem HERRN das Passah halten
will, der beschneide alles, was männlich ist; alsdann mache er sich
herzu, daß er solches tue, und sei wie ein Einheimischer des Landes;
denn kein Unbeschnittener soll davon essen.
49. Einerlei Gesetz sei dem Einheimischen und dem Fremdling, der unter
euch wohnt.
50. Und alle Kinder Israel taten, wie der HERR Mose und Aaron hatte
geboten.
51. Also führte der HERR auf einen Tag die Kinder Israel aus
Ägyptenland mit ihrem Heer.
Kapitel 13.
1. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
2. Heilige mir alle Erstgeburt, die allerlei Mutter bricht bei den
Kindern Israel, unter den Menschen und unter dem Vieh; denn sie sind
mein.
3. Da sprach Mose zum Volk: Gedenket an diesen Tag, an dem ihr aus
Ägypten, aus dem Diensthause, gegangen seid, daß der HERR euch mit
mächtiger Hand von hinnen hat ausgeführt; darum sollst du nicht
Sauerteig essen.
4. Heute seid ihr ausgegangen, in dem Monat Abib.
5. Wenn dich nun der HERR bringen wird in das Land der Kanaaniter,
Hethiter, Amoriter, Heviter und Jebusiter, daß er deinen Vätern
geschworen hat dir zu geben, ein Land, darin Milch und Honig fließt, so
sollst du diesen Dienst halten in diesem Monat.
6. Sieben Tage sollst du ungesäuertes Brot essen, und am siebenten Tage
ist des HERRN Fest.
7. Darum sollst du sieben Tage ungesäuertes Brot essen, daß bei dir
kein Sauerteig noch gesäuertes Brot gesehen werde an allen deinen
Orten.
8. Ihr sollt euren Söhnen sagen an demselben Tage: Solches halten wir
um deswillen, was uns der HERR getan hat, da wir aus Ägypten zogen.
9. Darum soll dir's sein ein Zeichen in deiner Hand und ein Denkmal vor
deinen Augen, auf daß des HERRN Gesetz sei in deinem Munde; denn der
HERR hat dich mit mächtiger Hand aus Ägypten geführt.
10. Darum halte diese Weise zu seiner Zeit jährlich.
11. Wenn dich nun der HERR ins Land der Kanaaniter gebracht hat, wie er
dir und deinen Vätern geschworen hat und dir's gegeben,
12. so sollst du aussondern dem HERRN alles, was die Mutter bricht, und
alle Erstgeburt unter dem Vieh, was ein Männlein ist.
13. Die Erstgeburt vom Esel sollst du lösen mit einem Schaf; wo du es
aber nicht lösest, so brich ihm das Genick. Aber alle erste
Menschengeburt unter deinen Söhnen sollst du lösen.
14. Und wenn dich heute oder morgen dein Kind wird fragen: Was ist das?
sollst du ihm sagen: Der HERR hat uns mit mächtiger Hand aus Ägypten,
von dem Diensthause, geführt.
15. Denn da Pharao hart war, uns loszulassen, erschlug der HERR alle
Erstgeburt in Ägyptenland, von der Menschen Erstgeburt an bis an die
Erstgeburt des Viehs. Darum opfre ich dem HERRN alles, was die Mutter
bricht, was ein Männlein ist, und die Erstgeburt meiner Söhne löse ich.
16. Das soll dir ein Zeichen in deiner Hand sein und ein Denkmal vor
deinen Augen; denn der HERR hat uns mit mächtiger Hand aus Ägypten
geführt.
17. Da nun Pharao das Volk gelassen hatte, führte sie Gott nicht auf
der Straße durch der Philister Land, die am nächsten war; denn Gott
gedachte es möchte das Volk gereuen, wenn sie den Streit sähen, und sie
möchten wieder nach Ägypten umkehren.
18. Darum führte er das Volk um auf die Straße durch die Wüste am
Schilfmeer. Und die Kinder Israel zogen gerüstet aus Ägyptenland.
19. Und Mose nahm mit sich die Gebeine Josephs. Denn er hatte einen Eid
von den Kindern Israel genommen und gesprochen: Gott wird euch
heimsuchen; so führt meine Gebeine mit euch von hinnen.
20. Also zogen sie aus von Sukkoth und lagerten sich in Etham, vorn an
der Wüste.
21. Und der HERR zog vor ihnen her, des Tages in einer Wolkensäule, daß
er den rechten Weg führte, und des Nachts in einer Feuersäule, daß er
ihnen leuchtete, zu reisen Tag und Nacht.
22. Die Wolkensäule wich nimmer von dem Volk des Tages noch die
Feuersäule des Nachts.
Kapitel 14.
1. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
2. Rede mit den Kindern Israel und sprich, daß sie sich herumlenken und
sich lagern bei Pihachiroth, zwischen Migdol und dem Meer, gegen
Baal-Zephon, und daselbst gegenüber sich lagern ans Meer.
3. Denn Pharao wird sagen von den Kindern Israel: Sie sind verirrt im
Lande; die Wüste hat sie eingeschlossen.
4. Und ich will sein Herz verstocken, daß er ihnen nachjage, und will
an Pharao und an aller seiner Macht Ehre einlegen, und die Ägypter
sollen innewerden, daß ich der HERR bin. Und sie taten also.
5. Und da es dem König in Ägypten angesagt ward, daß das Volk geflohen
war, ward sein Herz verwandelt und das Herz seiner Knechte gegen das
Volk, und sie sprachen: Warum haben wir das getan, daß wir Israel haben
gelassen, daß sie uns nicht dienten?
6. Und er spannte seinen Wagen an und nahm sein Volk mit sich
7. und nahm sechshundert auserlesene Wagen und was sonst von Wagen in
Ägypten war und die Hauptleute über all sein Heer.
8. Denn der HERR verstockte das Herz Pharaos, des Königs in Ägypten,
daß er den Kindern Israel nachjagte. Aber die Kinder Israel waren durch
eine hohe Hand ausgezogen.
9. Und die Ägypter jagten ihnen nach und ereilten sie (da sie sich
gelagert hatten am Meer) mit Rossen und Wagen und Reitern und allem
Heer des Pharao bei Pihachiroth, gegen Baal-Zephon.
10. Und da Pharao zu ihnen nahe kam, hoben die Kinder Israel ihre Augen
auf, und siehe, die Ägypter zogen hinter ihnen her; und sie fürchteten
sich sehr und schrieen zu dem HERRN
11. und sprachen zu Mose: Waren nicht genug Gräber in Ägypten, daß du
uns mußtest wegführen, daß wir in der Wüste sterben? Warum hast du uns
das getan, daß du uns aus Ägypten geführt hast?
12. Ist's nicht das, das wir dir sagten in Ägypten: Höre auf und laß
uns den Ägyptern dienen? Denn es wäre uns ja besser den Ägyptern dienen
als in der Wüste sterben.
13. Mose sprach zum Volk: Fürchtet euch nicht, stehet fest und sehet
zu, was für ein Heil der HERR heute an euch tun wird. Denn diese
Ägypter, die ihr heute sehet, werdet ihr nimmermehr sehen ewiglich.
14. Der HERR wird für euch streiten, und ihr werdet still sein.
15. Der HERR sprach zu Mose: Was schreist du zu mir? sage den Kindern
Israel, daß sie ziehen.
16. Du aber hebe deinen Stab auf und recke deine Hand aus über das Meer
und teile es voneinander, daß die Kinder Israel hineingehen, mitten
hindurch auf dem Trockenen.
17. Siehe, ich will das Herz der Ägypter verstocken, daß sie euch
nachfolgen. So will ich Ehre einlegen an dem Pharao und an aller seiner
Macht, an seinen Wagen und Reitern.
18. Und die Ägypter sollen innewerden, daß ich der HERR bin, wenn ich
Ehre eingelegt habe an Pharao und an seinen Wagen und Reitern.
19. Da erhob sich der Engel Gottes, der vor dem Heer Israels her zog,
und machte sich hinter sie; und die Wolkensäule machte sich auch von
ihrem Angesicht und trat hinter sie
20. und kam zwischen das Heer der Ägypter und das Heer Israels. Es war
aber eine finstere Wolke und erleuchtete die Nacht, daß sie die ganze
Nacht, diese und jene, nicht zusammenkommen konnten.
21. Da nun Mose seine Hand reckte über das Meer, ließ es der HERR
hinwegfahren durch einen starken Ostwind die ganze Nacht und machte das
Meer trocken; und die Wasser teilten sich voneinander.
22. Und die Kinder Israel gingen hinein, mitten ins Meer auf dem
Trockenen; und das Wasser war ihnen für Mauern zur Rechten und zur
Linken.
23. Und die Ägypter folgten und gingen hinein ihnen nach, alle Rosse
Pharaos und Wagen und Reiter, mitten ins Meer.
24. Als nun die Morgenwache kam, schaute der HERR auf der Ägypter Heer
aus der Feuersäule und Wolke und machte einen Schrecken in ihrem Heer
25. und stieß die Räder von ihren Wagen, stürzte sie mit Ungestüm. Da
sprachen die Ägypter: Laßt uns fliehen von Israel; der HERR streitet
für sie wider die Ägypter.
26. Aber der HERR sprach zu Mose: Recke deine Hand aus über das Meer,
daß das Wasser wieder herfalle über die Ägypter, über ihre Wagen und
Reiter.
27. Da reckte Mose seine Hand aus über das Meer, und das Meer kam
wieder vor morgens in seinen Strom, und die Ägypter flohen ihm
entgegen. Also stürzte sie der HERR mitten ins Meer,
28. daß das Wasser wiederkam und bedeckte Wagen und Reiter und alle
Macht des Pharao, die ihnen nachgefolgt waren ins Meer, daß nicht einer
aus ihnen übrigblieb.
29. Aber die Kinder Israel gingen trocken mitten durchs Meer; und das
Wasser war ihnen für Mauern zur Rechten und zur Linken.
30. Also half der HERR Israel an dem Tage von der Ägypter Hand. Und sie
sahen die Ägypter tot am Ufer des Meeres
31. und die große Hand, die der HERR an den Ägyptern erzeigt hatte. Und
das Volk fürchtete den HERRN, und sie glaubten ihm und seinem Knecht
Mose.
Kapitel 15.
1. Da sang Mose und die Kinder Israel dies Lied dem HERRN und sprachen:
Ich will dem HERRN singen, denn er hat eine herrliche Tat getan; Roß
und Mann hat er ins Meer gestürzt.
2. Der HERR ist meine Stärke und mein Lobgesang und ist mein Heil. Das
ist mein Gott, ich will ihn preisen; er ist meines Vaters Gott, ich
will ihn erheben.
3. Der HERR ist der rechte Kriegsmann; HERR ist sein Name.
4. Die Wagen Pharaos und seine Macht warf er ins Meer; seine
auserwählten Hauptleute versanken im Schilfmeer.
5. Die Tiefe hat sie bedeckt; sie fielen zu Grund wie die Steine.
6. HERR, deine rechte Hand tut große Wunder; HERR, deine rechte Hand
hat die Feinde zerschlagen.
7. Und mit deiner großen Herrlichkeit hast du deine Widersacher
gestürzt; denn da du deinen Grimm ausließest, verzehrte er sie wie
Stoppeln.
8. Durch dein Blasen taten sich die Wasser empor, und die Fluten
standen in Haufen; die Tiefe wallte voneinander mitten im Meer.
9. Der Feind gedachte: Ich will nachjagen und erhaschen und den Raub
austeilen und meinen Mut an ihnen kühlen; ich will mein Schwert
ausziehen, und meine Hand soll sie verderben.
10. Da ließest du deinen Wind blasen und das Meer bedeckte sie, und sie
sanken unter wie Blei im mächtigen Wasser.
11. HERR, wer ist dir gleich unter den Göttern? Wer ist dir gleich, der
so mächtig, heilig, schrecklich, löblich und wundertätig sei?
12. Da du deine rechte Hand ausrecktest, verschlang sie die Erde.
13. Du hast geleitet durch deine Barmherzigkeit dein Volk, das du
erlöst hast, und du hast sie geführt durch deine Stärke zu deiner
heiligen Wohnung.
14. Da das die Völker hörten, erbebten sie; Angst kam die Philister an;
15. da erschraken die Fürsten Edoms; Zittern kam die Gewaltigen Moabs
an; alle Einwohner Kanaans wurden feig.
16. Es fällt auf sie Erschrecken und Furcht durch deinen großen Arm,
daß sie erstarren wie die Steine, bis dein Volk, HERR, hindurchkomme,
das du erworben hast.
17. Du bringst sie hinein und pflanzest sie auf dem Berge deines
Erbteils, den du, HERR, dir zur Wohnung gemacht hast, zu deinem
Heiligtum, HERR, das deine Hand bereitet hat.
18. Der HERR wird König sein immer und ewig.
19. Denn Pharao zog hinein ins Meer mit Rossen und Wagen und Reitern;
und der HERR ließ das Meer wieder über sie fallen. Aber die Kinder
Israel gingen trocken mitten durchs Meer.
20. Und Mirjam, die Prophetin, Aarons Schwester, nahm eine Pauke in
ihre Hand, und alle Weiber folgten ihr nach hinaus mit Pauken im
Reigen.
21. Und Mirjam sang ihnen vor: Laßt uns dem HERRN singen, denn er hat
eine herrliche Tat getan; Roß und Mann hat er ins Meer gestürzt.
22. Mose ließ die Kinder Israel ziehen vom Schilfmeer hinaus zur Wüste
Sur. Und sie wanderten drei Tage in der Wüste, daß sie kein Wasser
fanden.
23. Da kamen sie gen Mara; aber sie konnten das Wasser nicht trinken,
denn es war sehr bitter. Daher hieß man den Ort Mara.
24. Da murrte das Volk wider Mose und sprach: Was sollen wir trinken?
25. Er schrie zu dem HERRN, und der HERR wies ihm einen Baum; den tat
er ins Wasser, da ward es süß. Daselbst stellte er ihnen ein Gesetz und
ein Recht und versuchte sie
26. und sprach: Wirst du der Stimme des HERRN, deines Gottes, gehorchen
und tun, was recht ist vor ihm, und zu Ohren fassen seine Gebote und
halten alle seine Gesetze, so will ich der Krankheiten keine auf dich
legen, die ich auf Ägypten gelegt habe; denn ich bin der HERR, dein
Arzt.
27. Und sie kamen gen Elim, da waren zwölf Wasserbrunnen und siebzig
Palmbäume, und sie lagerten sich daselbst ans Wasser.
Kapitel 16.
1. Von Elim zogen sie aus; und die ganze Gemeinde der Kinder Israel kam
in die Wüste Sin, die da liegt zwischen Elim und Sinai, am fünfzehnten
Tage des zweiten Monats, nachdem sie aus Ägypten gezogen waren.
2. Und es murrte die ganze Gemeinde der Kinder Israel wider Mose und
Aaron in der Wüste
3. und sprachen: Wollte Gott, wir wären in Ägypten gestorben durch des
HERRN Hand, da wir bei den Fleischtöpfen saßen und hatten die Fülle
Brot zu essen; denn ihr habt uns ausgeführt in diese Wüste, daß ihr
diese ganze Gemeinde Hungers sterben lasset.
4. Da sprach der HERR zu Mose: Siehe, ich will euch Brot vom Himmel
regnen lassen, und das Volk soll hinausgehen und sammeln täglich, was
es des Tages bedarf, daß ich's versuche, ob's in meinen Gesetzen wandle
oder nicht.
5. Des sechsten Tages aber sollen sie zurichten, was sie einbringen,
und es wird zwiefältig soviel sein, als sie sonst täglich sammeln.
6. Mose und Aaron sprachen zu allen Kindern Israel: Am Abend sollt ihr
innewerden, daß euch der HERR aus Ägyptenland geführt hat,
7. und des Morgens werdet ihr des HERRN Herrlichkeit sehen; denn er hat
euer Murren wider den HERRN gehört. Was sind wir, daß ihr wider uns
murrt?
8. Weiter sprach Mose: Der HERR wird euch am Abend Fleisch zu essen
geben und am Morgen Brots die Fülle, darum daß der HERR euer Murren
gehört hat, daß ihr wider ihn gemurrt habt. Denn was sind wir? Euer
Murren ist nicht wider uns, sondern wider den HERRN.
9. Und Mose sprach zu Aaron: Sage der ganzen Gemeinde der Kinder
Israel: Kommt herbei vor den HERRN, denn er hat euer Murren gehört.
10. Und da Aaron also redete zu der ganzen Gemeinde der Kinder Israel,
wandten sie sich gegen die Wüste; und siehe, die Herrlichkeit des HERRN
erschien in einer Wolke.
11. Und der HERR sprach zu Mose:
12. Ich habe der Kinder Israel Murren gehört. Sage ihnen: Gegen Abend
sollt ihr Fleisch zu essen haben und am Morgen von Brot satt werden,
und innewerden, daß ich der HERR, euer Gott, bin.
13. Und am Abend kamen Wachteln herauf und bedeckten das Heer. Und am
Morgen lag der Tau um das Heer her.
14. Und als der Tau weg war, siehe, da lag's in der Wüste rund und
klein wie der Reif auf dem Lande.
15. Und da es die Kinder Israel sahen, sprachen sie untereinander: Man
hu? (Das heißt: Was ist das?); denn sie wußten nicht was es war. Mose
aber sprach zu ihnen: es ist das Brot, das euch der HERR zu essen
gegeben hat.
16. Das ist's aber, was der HERR geboten hat: Ein jeglicher sammle,
soviel er für sich essen mag, und nehme einen Gomer auf ein jeglich
Haupt nach der Zahl der Seelen in seiner Hütte.
17. Und die Kinder Israel taten also und sammelten, einer viel, der
andere wenig.
18. Aber da man's mit dem Gomer maß, fand der nicht darüber, der viel
gesammelt hatte, und der nicht darunter, der wenig gesammelt hatte;
sondern ein jeglicher hatte gesammelt, soviel er für sich essen mochte.
19. Und Mose sprach zu ihnen: Niemand lasse etwas übrig bis morgen.
20. Aber sie gehorchten Mose nicht. Und da etliche ließen davon übrig
bis morgen; da wuchsen Würmer darin und es ward stinkend. Und Mose ward
zornig auf sie.
21. Sie sammelten aber alle Morgen, soviel ein jeglicher für sich essen
mochte. Wenn aber die Sonne heiß schien, zerschmolz es.
22. Und des sechsten Tages sammelten sie des Brots zwiefältig, je zwei
Gomer für einen. Und alle Obersten der Gemeinde kamen hinein und
verkündigten's Mose.
23. Und er sprach zu ihnen: Das ist's, was der HERR gesagt hat: Morgen
ist der Sabbat der heiligen Ruhe des HERRN; was ihr backen wollt, das
backt, und was ihr kochen wollt, das kocht; was aber übrig ist, das
lasset bleiben, daß es behalten werde bis morgen.
24. Und sie ließen's bleiben bis morgen, wie Mose geboten hatte; da
ward's nicht stinkend und war auch kein Wurm darin.
25. Da sprach Mose: Esset das heute, denn es ist heute der Sabbat des
HERRN; ihr werdet's heute nicht finden auf dem Felde.
26. Sechs Tage sollt ihr sammeln; aber der siebente Tag ist der Sabbat,
an dem wird nichts da sein.
27. Aber am siebenten Tage gingen etliche vom Volk hinaus, zu sammeln,
und fanden nichts.
28. Da sprach der HERR zu Mose: Wie lange weigert ihr euch, zu halten
meine Gebote und Gesetze?
29. Sehet, der HERR hat euch den Sabbat gegeben; darum gibt er euch am
sechsten Tage zweier Tage Brot. So bleibe nun ein jeglicher in dem
Seinen, und niemand gehe heraus von seinem Ort des siebenten Tages.
30. Also feierte das Volk am siebenten Tage.
31. Und das Haus Israel hieß es Man. Und es war wie Koriandersamen und
weiß und hatte den Geschmack wie Semmel mit Honig.
32. Und Mose sprach: Das ist's, was der HERR geboten hat: Fülle ein
Gomer davon, es zu behalten auf eure Nachkommen, auf daß man sehe das
Brot, damit ich euch gespeist habe in der Wüste, da ich euch aus
Ägyptenland führte.
33. Und Mose sprach zu Aaron: Nimm ein Krüglein und tu ein Gomer voll
Man darein und laß es vor dem HERRN, daß es behalten werde auf eure
Nachkommen.
34. Wie der HERR dem Mose geboten hatte, also ließ es Aaron daselbst
vor dem Zeugnis, daß es behalten werde.
35. Und die Kinder Israel aßen Man vierzig Jahre, bis daß sie zu dem
Lande kamen, da sie wohnen sollten; bis an die Grenze des Landes Kanaan
aßen sie Man.
36. Ein Gomer aber ist der zehnte Teil eines Epha.
Kapitel 17.
1. Und die ganze Gemeinde der Kinder Israel zog aus der Wüste Sin ihre
Tagereisen, wie ihnen der HERR befahl, und sie lagerten sich in
Raphidim. Da hatte das Volk kein Wasser zu trinken.
2. Und sie zankten mit Mose und sprachen: Gebt uns Wasser, daß wir
trinken. Mose sprach zu ihnen: Was zankt ihr mit mir? Warum versucht
ihr den HERRN?
3. Da aber das Volk daselbst dürstete nach Wasser, murrten sie wider
Mose und sprachen: Warum hast du uns lassen aus Ägypten ziehen, daß du
uns, unsre Kinder und unser Vieh Durstes sterben ließest?
4. Mose schrie zum HERRN und sprach: Wie soll ich mit dem Volk tun? Es
fehlt nicht viel, sie werden mich noch steinigen.
5. Der HERR sprach zu ihm: Gehe hin vor dem Volk und nimm etliche
Älteste von Israel mit dir und nimm deinen Stab in deine Hand, mit dem
du den Strom schlugst, und gehe hin.
6. Siehe, ich will daselbst stehen vor dir auf einem Fels am Horeb; da
sollst du den Fels schlagen, so wird Wasser herauslaufen, daß das Volk
trinke. Mose tat also vor den Ältesten von Israel.
7. Da hieß man den Ort Massa und Meriba um des Zanks willen der Kinder
Israel, und daß sie den HERRN versucht und gesagt hatten: Ist der HERR
unter uns oder nicht?
8. Da kam Amalek und stritt wider Israel in Raphidim.
9. Und Mose sprach zu Josua: Erwähle uns Männer, zieh aus und streite
wider Amalek; morgen will ich auf des Hügels Spitze stehen und den Stab
Gottes in meiner Hand haben.
10. Und Josua tat, wie Mose ihm sagte, daß er wider Amalek stritte.
Mose aber und Aaron und Hur gingen auf die Spitze des Hügels.
11. Und wenn Mose seine Hand emporhielt, siegte Israel; wenn er aber
seine Hand niederließ, siegte Amalek.
12. Aber die Hände Mose's wurden schwer; darum nahmen sie einen Stein
und legten ihn unter ihn, daß er sich daraufsetzte. Aaron aber und Hur
stützten ihm seine Hände, auf jeglicher Seite einer. Also blieben seine
Hände fest, bis die Sonne unterging.
13. Und Josua dämpfte den Amalek und sein Volk durch des Schwertes
Schärfe.
14. Und der HERR sprach zu Mose: Schreibe das zum Gedächtnis in ein
Buch und befiehls's in die Ohren Josuas; denn ich will den Amalek unter
dem Himmel austilgen, daß man sein nicht mehr gedenke.
15. Und Mose baute einen Altar und hieß ihn: Der HERR ist mein Panier.
16. Denn er sprach: Es ist ein Malzeichen bei dem Stuhl des HERRN, daß
der HERR streiten wird wider Amalek von Kind zu Kindeskind.
Kapitel 18.
1. Und da Jethro, der Priester in Midian, Mose's Schwiegervater, hörte
alles, was Gott getan hatte mit Mose und seinem Volk Israel, daß der
HERR Israel hätte aus Ägypten geführt,
2. nahm er Zippora, Mose's Weib, die er hatte zurückgesandt,
3. samt ihren zwei Söhnen, deren einer hieß Gerson (denn er sprach: Ich
bin ein Gast geworden in fremdem Lande)
4. und der andere Elieser (denn er sprach: Der Gott meines Vaters ist
meine Hilfe gewesen und hat mich errettet von dem Schwert Pharaos).
5. Da nun Jethro, Mose's Schwiegervater, und seine Söhne und sein Weib
zu ihm kamen in die Wüste, an den Berg Gottes, da er sich gelagert
hatte,
6. ließ er Mose sagen: Ich, Jethro, dein Schwiegervater, bin zu dir
gekommen und dein Weib und ihre beiden Söhne mit ihr.
7. Da ging Mose hinaus ihm entgegen und neigte sich vor ihm und küßte
ihn. Und da sie sich untereinander gegrüßt hatten, gingen sie in die
Hütte.
8. Da erzählte Mose seinem Schwiegervater alles, was der HERR dem
Pharao und den Ägyptern getan hatte Israels halben, und alle die
Mühsal, die ihnen auf den Wege begegnet war, und daß sie der HERR
errettet hätte.
9. Jethro aber freute sich all des Guten, das der HERR Israel getan
hatte, daß er sie errettet hatte von der Ägypter Hand.
10. Und Jethro sprach: Gelobt sei der HERR, der euch errettet hat von
der Ägypter und Pharaos Hand, der weiß sein Volk von der Ägypter Hand
zu erretten.
11. Nun weiß ich, daß der HERR größer ist denn alle Götter, darum daß
sie Hochmut an ihnen geübt haben.
12. Und Jethro, Mose's Schwiegervater, brachte Gott ein Brandopfer mit
Dankopfern. Da kamen Aaron und alle Ältesten in Israel, mit Mose's
Schwiegervater das Brot zu essen vor Gott.
13. Des andern Morgens setzte sich Mose, das Volk zu richten; und das
Volk stand um Mose her von Morgen an bis zu Abend.
14. Da aber sein Schwiegervater sah alles, was er dem Volke tat, sprach
er: Was ist's, das du tust mit dem Volk? Warum sitzt du allein, und
alles Volk steht um dich her von Morgen an bis zu Abend?
15. Mose antwortete ihm: Das Volk kommt zu mir, Gott um Rat zu fragen.
16. Denn wo sie was zu schaffen haben, kommen sie zu mir, daß ich
richte zwischen einem jeglichen und seinem Nächsten und zeige ihnen
Gottes Rechte und seine Gesetze.
17. Sein Schwiegervater sprach zu ihm: Es ist nicht gut, was du tust.
18. Du machst dich zu müde, dazu das Volk auch, das mit dir ist. Das
Geschäft ist dir zu schwer; du kannst's allein nicht ausrichten.
19. Aber gehorche meiner Stimme; ich will dir raten, und Gott wird mit
dir sein. Pflege du des Volks vor Gott und bringe die Geschäfte vor
Gott
20. und stelle ihnen Rechte und Gesetze, daß du sie lehrst den Weg,
darin sie wandeln, und die Werke, die sie tun sollen.
21. Siehe dich aber um unter allem Volk nach redlichen Leuten, die Gott
fürchten, wahrhaftig und dem Geiz feind sind; die setze über sie,
etliche über tausend, über hundert, über fünfzig und über zehn,
22. daß sie das Volk allezeit richten; wo aber eine große Sache ist,
daß sie dieselbe an dich bringen, und sie alle geringen Sachen richten.
So wird dir's leichter werden, und sie werden mit dir tragen.
23. Wirst du das tun, so kannst du ausrichten, was Gott dir gebietet,
und all dies Volk kann mit Frieden an seinen Ort kommen.
24. Mose gehorchte seines Schwiegervaters Wort und tat alles, was er
sagte,
25. und erwählte redliche Leute aus ganz Israel und machte sie zu
Häuptern über das Volk, etliche über tausend, über hundert, über
fünfzig und über zehn,
26. daß sie das Volk allezeit richteten; was aber schwere Sachen wären,
zu Mose brächten, und die kleinen Sachen selber richteten.
27. Also ließ Mose seinen Schwiegervater in sein Land ziehen.
Kapitel 19.
1. Im dritten Monat nach dem Ausgang der Kinder Israel aus Ägyptenland
kamen sie dieses Tages in die Wüste Sinai.
2. Denn sie waren ausgezogen von Raphidim und wollten in die Wüste
Sinai und lagerten sich in der Wüste daselbst gegenüber dem Berge.
3. Und Mose stieg hinauf zu Gott. Und der HERR rief ihm vom Berge und
sprach: So sollst du sagen dem Hause Jakob und verkündigen den Kindern
Israel:
4. Ihr habt gesehen, was ich den Ägyptern getan habe, und wie ich euch
getragen habe auf Adlerflügeln und habe euch zu mir gebracht.
5. Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so
sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist
mein.
6. Und ihr sollt mir ein priesterlich Königreich und ein heiliges Volk
sein. Das sind die Worte, die du den Kindern Israel sagen sollst.
7. Mose kam und forderte die Ältesten im Volk und legte ihnen alle
diese Worte vor, die der HERR geboten hatte.
8. Und alles Volk antwortete zugleich und sprach: Alles, was der HERR
geredet hat, wollen wir tun. Und Mose sagte die Rede des Volkes dem
HERRN wieder.
9. Und der HERR sprach zu Mose: Siehe, ich will zu dir kommen in einer
dicken Wolke, auf daß dies Volk es höre, wenn ich mit dir rede, und
glaube dir ewiglich. Und Mose verkündigte dem HERRN die Rede des Volks.
10. Und der HERR sprach zu Mose: Gehe hin zum Volk und heilige sie
heute und morgen, daß sie ihre Kleider waschen
11. und bereit seien auf den dritten Tag; denn am dritten Tage wird der
HERR herabfahren auf den Berg Sinai.
12. Und mache dem Volk ein Gehege umher und sprich zu ihnen: Hütet
euch, daß ihr nicht auf den Berg steiget noch sein Ende anrührt; denn
wer den Berg anrührt, soll des Todes sterben.
13. Keine Hand soll ihn anrühren, sondern er soll gesteinigt oder mit
Geschoß erschossen werden; es sei ein Tier oder ein Mensch, so soll er
nicht leben. Wenn es aber lange tönen wird, dann sollen sie an den Berg
gehen.
14. Mose stieg vom Berge zum Volk und heiligte sie, und sie wuschen
ihre Kleider.
15. Und er sprach zu ihnen: Seid bereit auf den dritten Tag, und keiner
nahe sich zum Weibe.
16. Als nun der dritte Tag kam und es Morgen war, da erhob sich ein
Donnern und Blitzen und eine dicke Wolke auf dem Berge und ein Ton
einer sehr starken Posaune; das ganze Volk aber, das im Lager war,
erschrak.
17. Und Mose führte das Volk aus dem Lager Gott entgegen, und es trat
unten an den Berg.
18. Der ganze Berg Sinai aber rauchte, darum daß der HERR herab auf den
Berg fuhr mit Feuer; und sein Rauch ging auf wie ein Rauch vom Ofen,
daß der ganze Berg sehr bebte.
19. Und der Posaune Ton ward immer stärker. Mose redete, und Gott
antwortete ihm laut.
20. Als nun der HERR herniedergekommen war auf den Berg Sinai, oben auf
seine Spitze, forderte er Mose oben auf die Spitze des Berges, und Mose
stieg hinauf.
21. Da sprach der HERR zu ihm: Steig hinab und bezeuge dem Volk, daß
sie nicht durchbrechen zum HERRN, ihn zu sehen, und viele aus ihnen
fallen.
22. Dazu die Priester, die zum HERRN nahen, sollen sich heiligen, daß
sie der HERR nicht zerschmettere.
23. Mose aber sprach zum HERRN: Das Volk kann nicht auf den Berg Sinai
steigen; denn du hast uns bezeugt und gesagt: Mache ein Gehege um den
Berg und heilige ihn.
24. Und der HERR sprach zu ihm: Gehe hin, steige hinab! Du und Aaron
mit dir sollt heraufsteigen; aber die Priester und das Volk sollen
nicht durchbrechen, daß sie hinaufsteigen zu dem HERRN, daß er sie
nicht zerschmettere.
25. Und Mose stieg herunter zum Volk und sagte es ihm.
Kapitel 20.
1. Und Gott redete alle diese Worte:
2. Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus dem
Diensthause, geführt habe.
3. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.
4. Du sollst dir kein Bildnis noch irgend ein Gleichnis machen, weder
des, das oben im Himmel, noch des, das unten auf Erden, oder des, das
im Wasser unter der Erde ist.
5. Bete sie nicht an und diene ihnen nicht. Denn ich, der HERR, dein
Gott, bin ein eifriger Gott, der da heimsucht der Väter Missetat an den
Kindern bis in das dritte und vierte Glied, die mich hassen;
6. und tue Barmherzigkeit an vielen Tausenden, die mich liebhaben und
meine Gebote halten.
7. Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht mißbrauchen;
denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen
mißbraucht.
8. Gedenke des Sabbattags, daß Du ihn heiligest.
9. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle dein Dinge beschicken;
10. aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes; da
sollst du kein Werk tun noch dein Sohn noch deine Tochter noch dein
Knecht noch deine Magd noch dein Vieh noch dein Fremdling, der in
deinen Toren ist.
11. Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das
Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum
segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn.
12. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß du lange
lebest in dem Lande, daß dir der HERR, dein Gott, gibt.
13. Du sollst nicht töten.
14. Du sollst nicht ehebrechen.
15. Du sollst nicht stehlen.
16. Du sollst kein falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
17. Laß dich nicht gelüsten deines Nächsten Hauses. Laß dich nicht
gelüsten deines Nächsten Weibes, noch seines Knechtes noch seiner Magd,
noch seines Ochsen noch seines Esels, noch alles, was dein Nächster
hat.
18. Und alles Volk sah den Donner und Blitz und den Ton der Posaune und
den Berg rauchen. Da sie aber solches sahen, flohen sie und traten von
ferne
19. und sprachen zu Mose: Rede du mit uns, wir wollen gehorchen; und
laß Gott nicht mit uns reden, wir möchten sonst sterben.
20. Mose aber sprach zum Volk: Fürchtet euch nicht; denn Gott ist
gekommen, daß er euch versuchte und daß seine Furcht euch vor Augen
wäre, daß ihr nicht sündigt.
21. Also trat das Volk von ferne; aber Mose machte sich hinzu in das
Dunkel, darin Gott war.
22. Und der HERR sprach zu ihm: Also sollst du den Kindern Israel
sagen: Ihr habt gesehen, daß ich mit euch vom Himmel geredet habe.
23. Darum sollt ihr nichts neben mir machen; silberne und goldene
Götter sollt ihr nicht machen.
24. Einen Altar von Erde mache mir, darauf du dein Brandopfer und
Dankopfer, deine Schafe und Rinder opferst. Denn an welchem Ort ich
meines Namens Gedächtnis stiften werde, da will ich zu dir kommen und
dich segnen.
25. Und so du mir einen steinernen Altar machen willst, sollst du ihn
nicht von gehauenen Steinen bauen; denn wo du mit deinem Messer darüber
fährst, so wirst du ihn entweihen.
26. Du sollst auch nicht auf Stufen zu meinem Altar steigen, daß nicht
deine Blöße aufgedeckt werde vor ihm.
Kapitel 21.
1. Dies sind die Rechte, die du ihnen sollst vorlegen:
2. So du einen hebräischen Knecht kaufst, der soll dir sechs Jahre
dienen; im siebenten Jahr soll er frei ausgehen umsonst.
3. Ist er ohne Weib gekommen, so soll er auch ohne Weib ausgehen; ist
er aber mit Weib gekommen, so soll sein Weib mit ihm ausgehen.
4. Hat ihm aber sein Herr ein Weib gegeben, und er hat Söhne oder
Töchter gezeugt, so soll das Weib und die Kinder seines Herrn sein, er
aber soll ohne Weib ausgehen.
5. Spricht aber der Knecht: Ich habe meinen Herren lieb und mein Weib
und Kind, ich will nicht frei werden,
6. so bringe ihn sein Herr vor die "Götter" und halte ihn an die Tür
oder den Pfosten und bohre ihm mit einem Pfriem durch sein Ohr, und er
sei sein Knecht ewig.
7. Verkauft jemand sein Tochter zur Magd, so soll sie nicht ausgehen
wie die Knechte.
8. Gefällt sie aber ihrem Herrn nicht und will er sie nicht zur Ehe
nehmen, so soll er sie zu lösen geben. Aber unter ein fremdes Volk sie
zu verkaufen hat er nicht Macht, weil er sie verschmäht hat.
9. Vertraut er sie aber seinem Sohn, so soll er Tochterrecht an ihr
tun.
10. Gibt er ihm aber noch eine andere, so soll er an ihrer Nahrung,
Kleidung und Eheschuld nichts abbrechen.
11. Tut er diese drei nicht, so soll sie frei ausgehen ohne Lösegeld.
12. Wer einen Menschen schlägt, daß er stirbt, der soll des Todes
sterben.
13. Hat er ihm aber nicht nachgestellt, sondern Gott hat ihn lassen
ungefähr in seine Hände fallen, so will ich dir einen Ort bestimmen,
dahin er fliehen soll.
14. Wo aber jemand seinem Nächsten frevelt und ihn mit List erwürgt, so
sollst du denselben von meinem Altar nehmen, daß man ihn töte.
15. Wer Vater und Mutter schlägt, der soll des Todes sterben.
16. Wer einen Menschen stiehlt, es sei, daß er ihn verkauft oder daß
man ihn bei ihm findet, der soll des Todes sterben.
17. Wer Vater und Mutter flucht, der soll des Todes sterben.
18. Wenn Männer mit einander hadern und einer schlägt den andern mit
einem Stein oder mit einer Faust, daß er nicht stirbt, sondern zu Bette
liegt:
19. kommt er auf, daß er ausgeht an seinem Stabe, so soll, der ihn
schlug, unschuldig sein, nur daß er ihm bezahle, was er versäumt hat,
und das Arztgeld gebe.
20. Wer seinen Knecht oder seine Magd schlägt mit einem Stabe, daß sie
sterben unter seinen Händen, der soll darum gestraft werden.
21. Bleibt er aber einen oder zwei Tage am Leben, so soll er darum
nicht gestraft werden; denn es ist sein Geld.
22. Wenn Männer hadern und verletzen ein schwangeres Weib, daß ihr die
Frucht abgeht, und ihr kein Schade widerfährt, so soll man ihn um Geld
strafen, wieviel des Weibes Mann ihm auflegt, und er soll's geben nach
der Schiedsrichter Erkennen.
23. Kommt ihr aber ein Schade daraus, so soll er lassen Seele um Seele,
24. Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß,
25. Brand um Brand, Wunde um Wunde, Beule um Beule.
26. Wenn jemand seinen Knecht oder seine Magd in ein Auge schlägt und
verderbt es, der soll sie frei loslassen um das Auge.
27. Desgleichen, wenn er seinem Knecht oder seiner Magd einen Zahn
ausschlägt, soll er sie frei loslassen um den Zahn.
28. Wenn ein Ochse einen Mann oder ein Weib stößt, daß sie sterben, so
soll man den Ochsen steinigen und sein Fleisch nicht essen; so ist der
Herr des Ochsen unschuldig.
29. Ist aber der Ochse zuvor stößig gewesen, und seinem Herrn ist's
angesagt, und hat ihn nicht verwahrt, und er tötet darüber einen Mann
oder ein Weib, so soll man den Ochsen steinigen, und sein Herr soll
sterben.
30. Wird man aber ein Lösegeld auf ihn legen, so soll er geben, sein
Leben zu lösen, was man ihm auflegt.
31. Desgleichen soll man mit ihm handeln, wenn er Sohn oder Tochter
stößt.
32. Stößt er aber einen Knecht oder eine Magd, so soll er ihrem Herrn
dreißig Silberlinge geben, und den Ochsen soll man steinigen.
33. So jemand eine Grube auftut oder gräbt eine Grube und deckt sie
nicht zu, und es fällt ein Ochse oder Esel hinein,
34. so soll's der Herr der Grube mit Geld dem andern wiederbezahlen;
das Aas aber soll sein sein.
35. Wenn jemandes Ochse eines andern Ochsen stößt, daß er stirbt, so
sollen sie den lebendigen Ochsen verkaufen und das Geld teilen und das
Aas auch teilen.
36. Ist's aber kund gewesen, daß der Ochse zuvor stößig war, und sein
Herr hat ihn nicht verwahrt, so soll er einen Ochsen für den andern
vergelten und das Aas haben.
Kapitel 22.
1. Wenn jemand einen Ochsen oder ein Schaf stiehlt und schlachtet's
oder verkauft's, der soll fünf Ochsen für einen Ochsen wiedergeben und
vier Schafe für ein Schaf.
2. Wenn ein Dieb ergriffen wird, daß er einbricht, und wird dabei
geschlagen, daß er stirbt, so soll man kein Blutgericht über jenen
lassen gehen.
3. Ist aber die Sonne über ihn aufgegangen, so soll man das Blutgericht
gehen lassen. Es soll aber ein Dieb wiedererstatten; hat er nichts, so
verkaufe man ihn um seinen Diebstahl.
4. Findet man aber bei ihm den Diebstahl lebendig, es sei ein Ochse,
Esel oder Schaf, so soll er's zwiefältig wiedergeben.
5. Wenn jemand einen Acker oder Weinberg beschädigt, daß er sein Vieh
läßt Schaden tun in eines andern Acker, der soll von dem Besten auf
seinem Acker und Weinberg wiedererstatten.
6. Wenn ein Feuer auskommt und ergreift die Dornen und verbrennt die
Garben oder Getreide, das noch steht, oder den Acker, so soll der
wiedererstatten, der das Feuer angezündet hat.
7. Wenn jemand seinem Nächsten Geld oder Geräte zu bewahren gibt, und
es wird demselben aus seinem Hause gestohlen: findet man den Dieb, so
soll er's zwiefältig wiedergeben;
8. findet man aber den Dieb nicht, so soll man den Hauswirt vor die
"Götter" bringen, ob er nicht seine Hand habe an seines Nächsten Habe
gelegt.
9. Wo einer den andern beschuldigt um irgend ein Unrecht, es sei um
Ochsen oder Esel oder Schaf oder Kleider oder allerlei, das verloren
ist, so soll beider Sache vor die "Götter" kommen. Welchen die "Götter"
verdammen, der soll's zwiefältig seinem Nächsten wiedergeben.
10. Wenn jemand seinem Nächsten einen Esel oder Ochsen oder ein Schaf
oder irgend ein Vieh zu bewahren gibt, und es stirbt ihm oder wird
beschädigt oder wird ihm weggetrieben, daß es niemand sieht,
11. so soll man's unter ihnen auf einen Eid bei dem HERRN kommen
lassen, ob er nicht habe seine Hand an seines Nächsten Habe gelegt; und
des Gutes Herr soll's annehmen, also daß jener nicht bezahlen müsse.
12. Stiehlt's ihm aber ein Dieb, so soll er's seinem Herrn bezahlen.
13. Wird es aber zerrissen, soll er Zeugnis davon bringen und nicht
bezahlen.
14. Wenn's jemand von seinem Nächsten entlehnt, und es wird beschädigt
oder stirbt, daß sein Herr nicht dabei ist, so soll er's bezahlen.
15. Ist sein Herr aber dabei, soll er's nicht bezahlen, so er's um sein
Geld gedingt hat.
16. Wenn jemand eine Jungfrau beredet, die noch nicht verlobt ist, und
bei ihr schläft, der soll ihr geben ihre Morgengabe und sie zum Weibe
haben.
17. Weigert sich aber ihr Vater, sie ihm zu geben, soll er Geld
darwägen, wieviel einer Jungfrau zur Morgengabe gebührt.
18. Die Zauberinnen sollst du nicht leben lassen.
19. Wer bei einem Vieh liegt, der soll des Todes sterben.
20. Wer den Göttern opfert und nicht dem HERRN allein, der sei
verbannt.
21. Die Fremdlinge sollst du nicht schinden noch unterdrücken; denn ihr
seid auch Fremdlinge in Ägyptenland gewesen.
22. Ihr sollt keine Witwen und Waisen bedrängen.
23. Wirst du sie bedrängen, so werden sie zu mir schreien, und ich
werde ihr Schreien erhören;
24. so wird mein Zorn ergrimmen, daß ich euch mit dem Schwert töte und
eure Weiber Witwen und eure Kinder Waisen werden.
25. Wenn du Geld leihst einem aus meinem Volk, der arm ist bei dir,
sollst du ihn nicht zu Schaden bringen und keinen Wucher an ihm
treiben.
26. Wenn du von deinem Nächsten ein Kleid zum Pfande nimmst, sollst du
es ihm wiedergeben, ehe die Sonne untergeht;
27. denn sein Kleid ist seine einzige Decke seiner Haut, darin er
schläft. Wird er aber zu mir schreien, so werde ich ihn erhören; denn
ich bin gnädig.
28. Den "Göttern" sollst du nicht fluchen, und den Obersten in deinem
Volk nicht lästern.
29. Deiner Frucht Fülle und Saft sollst du nicht zurückhalten. Deinen
ersten Sohn sollst du mir geben.
30. So sollst du auch tun mit deinem Ochsen und Schafe. Sieben Tage laß
es bei seiner Mutter sein, am achten Tag sollst du mir's geben.
31. Ihr sollt heilige Leute vor mir sein; darum sollt ihr kein Fleisch
essen, das auf dem Felde von Tieren zerrissen ist, sondern es vor die
Hunde werfen.
Kapitel 23.
1. Du sollst falscher Anklage nicht glauben, daß du einem Gottlosen
Beistand tust und ein falscher Zeuge seist.
2. Du sollst nicht folgen der Menge zum Bösen und nicht also
verantworten vor Gericht, daß du der Menge nach vom Rechten weichest.
3. Du sollst den Geringen nicht beschönigen in seiner Sache.
4. Wenn du deines Feindes Ochsen oder Esel begegnest, daß er irrt, so
sollst du ihm denselben wieder zuführen.
5. Wenn du den Esel des, der dich haßt, siehst unter seiner Last
liegen, hüte dich, und laß ihn nicht, sondern versäume gerne das Deine
um seinetwillen.
6. Du sollst das Recht deines Armen nicht beugen in seiner Sache.
7. Sei ferne von falschen Sachen. Den Unschuldigen und Gerechten sollst
du nicht erwürgen; denn ich lasse den Gottlosen nicht Recht haben.
8. Du sollst nicht Geschenke nehmen; denn Geschenke machen die Sehenden
blind und verkehren die Sachen der Gerechten.
9. Die Fremdlinge sollt ihr nicht unterdrücken; denn ihr wisset um der
Fremdlinge Herz, dieweil ihr auch seid Fremdlinge in Ägyptenland
gewesen.
10. Sechs Jahre sollst du dein Land besäen und seine Früchte
einsammeln.
11. Im siebenten Jahr sollst du es ruhen und liegen lassen, daß die
Armen unter deinem Volk davon essen; und was übrigbleibt, laß das Wild
auf dem Felde essen. Also sollst du auch tun mit deinem Weinberg und
Ölberg.
12. Sechs Tage sollst du deine Arbeit tun; aber des siebenten Tages
sollst du feiern, auf daß dein Ochs und Esel ruhen und deiner Magd Sohn
und der Fremdling sich erquicken.
13. Alles, was ich euch gesagt habe, das haltet. Und anderer Götter
Namen sollt ihr nicht gedenken, und aus eurem Munde sollen sie nicht
gehört werden.
14. Dreimal sollt ihr mir Feste halten im Jahr:
15. das Fest der ungesäuerten Brote sollst du halten, daß du sieben
Tage ungesäuertes Brot essest, wie ich dir geboten habe, um die Zeit
des Monats Abib; denn in demselben bist du aus Ägypten gezogen.
Erscheint aber nicht leer vor mir.
16. Und das Fest der Ernte, der Erstlinge deiner Früchte, die du auf
dem Felde gesät hast. Und das Fest der Einsammlung im Ausgang des
Jahres, wenn du deine Arbeit eingesammelt hast vom Felde.
17. Dreimal im Jahre soll erscheinen vor dem HERRN, dem Herrscher,
alles, was männlich ist unter dir.
18. Du sollst das Blut meines Opfers nicht neben dem Sauerteig opfern,
und das Fett von meinem Fest soll nicht bleiben bis auf morgen.
19. Die Erstlinge von der ersten Frucht auf deinem Felde sollst du
bringen in das Haus des HERRN, deines Gottes. Und sollst das Böcklein
nicht kochen in seiner Mutter Milch.
20. Siehe, ich sende einen Engel vor dir her, der dich behüte auf dem
Wege und bringe dich an den Ort, den ich bereitet habe.
21. Darum hüte dich vor seinem Angesicht und gehorche seiner Stimme und
erbittere ihn nicht; denn er wird euer Übertreten nicht vergeben, und
mein Name ist in ihm.
22. Wirst du aber seiner Stimme hören und tun alles, was ich dir sagen
werde, so will ich deiner Feinde Feind und deiner Widersacher
Widersacher sein.
23. Wenn nun mein Engel vor dir her geht und dich bringt an die
Amoriter, Hethiter, Pheresiter, Kanaaniter, Heviter und Jebusiter und
ich sie vertilge,
24. so sollst du ihre Götter nicht anbeten noch ihnen dienen und nicht
tun, wie sie tun, sondern du sollst ihre Götzen umreißen und
zerbrechen.
25. Aber dem HERRN, eurem Gott, sollt ihr dienen, so wird er dein Brot
und dein Wasser segnen, und ich will alle Krankheit von dir wenden.
26. Es soll nichts Unträchtiges noch Unfruchtbares sein in deinem
Lande, und ich will dich lassen alt werden.
27. Ich will meinen Schrecken vor dir her senden und alles Volk verzagt
machen, dahin du kommst, und will dir alle deine Feinde in die Flucht
geben.
28. Ich will Hornissen vor dir her senden, die vor dir her ausjagen die
Heviter, Kanaaniter und Hethiter.
29. Ich will sie nicht auf ein Jahr ausstoßen vor dir, auf daß nicht
das Land wüst werde und sich wilde Tiere wider dich mehren;
30. einzeln nacheinander will ich sie vor dir her ausstoßen, bis du
wächsest und das Land besitzest.
31. Und will deine Grenze setzen von dem Schilfmeer bis an das
Philistermeer und von der Wüste bis an den Strom. Denn ich will dir in
deine Hand geben die Einwohner des Landes, daß du sie sollst ausstoßen
vor dir her.
32. Du sollst mit ihnen oder mit ihren Göttern keinen Bund machen;
33. sondern laß sie nicht wohnen in deinem Lande, daß sie dich nicht
verführen wider mich. Denn wo du ihren Göttern dienst, wird dir's zum
Fall geraten.
Kapitel 24.
1. Und zu Mose sprach er: Steig herauf zum HERRN, du und Aaron, Nadab
und Abihu und siebzig von den Ältesten Israels, und betet an von ferne.
2. Aber Mose allein nahe sich zum HERRN und lasse jene nicht herzu
nahen, und das Volk komme auch nicht zu ihm herauf.
3. Mose kam und erzählte dem Volk alle Worte des HERRN und alle Rechte.
Da antwortete alles Volk mit einer Stimme und sprachen: Alle Worte, die
der HERR gesagt hat, wollen wir tun.
4. Da schrieb Mose alle Worte des HERRN und machte sich des Morgens
früh auf und baute einen Altar unten am Berge mit zwölf Säulen nach den
zwölf Stämmen Israels,
5. und sandte hin Jünglinge aus den Kindern Israel, daß sie Brandopfer
darauf opferten und Dankopfer dem HERRN von Farren.
6. Und Mose nahm die Hälfte des Blutes und tat's in ein Becken, die
andere Hälfte sprengte er auf den Altar.
7. Und nahm das Buch des Bundes und las es vor den Ohren des Volkes.
Und da sie sprachen: Alles, was der HERR gesagt hat, das wollen wir tun
und gehorchen,
8. da nahm Mose das Blut und besprengte das Volk damit und sprach:
Sehet, das ist das Blut des Bundes, den der HERR mit euch macht über
allen diesen Worten.
9. Da stiegen Mose und Aaron, Nadab und Abihu und siebzig von den
Ältesten Israels hinauf
10. und sahen den Gott Israels. Unter seinen Füßen war es wie ein
schöner Saphir und wie die Gestalt des Himmels, wenn's klar ist.
11. Und er reckte seine Hand nicht aus wider die Obersten in Israel.
Und da sie Gott geschaut hatten, aßen und tranken sie.
12. Und der HERR sprach zu Mose: Komm herauf zu mir auf den Berg und
bleib daselbst, daß ich dir gebe steinerne Tafeln und Gesetze und
Gebote, die ich geschrieben habe, die du sie lehren sollst.
13. Da machte sich Mose auf mit seinem Diener Josua und stieg auf den
Berg Gottes
14. und sprach zu den Ältesten: Bleibet hier, bis wir wieder zu euch
kommen. Siehe, Aaron und Hur sind bei euch; hat jemand eine Sache, der
komme vor dieselben.
15. Da nun Mose auf den Berg kam, bedeckte eine Wolke den Berg,
16. und die Herrlichkeit des HERRN wohnte auf dem Berge Sinai und
deckte ihn mit der Wolke sechs Tage, und er rief Mose am siebenten Tage
aus der Wolke.
17. Und das Ansehen der Herrlichkeit des HERRN war wie ein verzehrendes
Feuer auf der Spitze des Berges vor den Kindern Israel.
18. Und Mose ging mitten in die Wolke und stieg auf den Berg und blieb
auf dem Berg vierzig Tage und vierzig Nächte.
Kapitel 25.
1. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
2. Sage den Kindern Israel, daß sie mir ein Hebopfer geben; und nehmt
dasselbe von jedermann, der es willig gibt.
3. Das ist aber das Hebopfer, das ihr von ihnen nehmen sollt: Gold,
Silber, Erz,
4. blauer und roter Purpur, Scharlach, köstliche weiße Leinwand,
Ziegenhaar,
5. rötliche Widderfelle, Dachsfelle, Akazienholz,
6. Öl zur Lampe, Spezerei zur Salbe und zu gutem Räuchwerk,
7. Onyxsteine und eingefaßte Steine zum Leibrock und zum Amtschild.
8. Und sie sollen mir ein Heiligtum machen, daß ich unter ihnen wohne.
9. Wie ich dir ein Vorbild der Wohnung und alles ihres Geräts zeigen
werde, so sollt ihr's machen.
10. Macht eine Lade aus Akazienholz; dritthalb Ellen soll die Länge
sein, anderthalb Ellen die Breite und anderthalb Ellen die Höhe.
11. Du sollst sie mit Gold überziehen inwendig und auswendig, und mache
einen goldenen Kranz oben umher.
12. Und gieße vier goldene Ringe und mache sie an ihr vier Ecken, also
daß zwei Ringe seien auf einer Seite und zwei auf der andern Seite.
13. Und mache Stangen von Akazienholz und überziehe sie mit Gold
14. und stecke sie in die Ringe an der Lade Seiten, daß man sie damit
trage;
15. sie sollen in den Ringen bleiben und nicht herausgetan werden.
16. Und sollst in die Lade das Zeugnis legen, das ich dir geben werde.
17. Du sollst auch einen Gnadenstuhl machen von feinem Golde; dritthalb
Ellen soll seine Länge sein und anderthalb Ellen seine Breite.
18. Und du sollst zwei Cherubim machen von getriebenem Golde zu beiden
Enden des Gnadenstuhls,
19. daß ein Cherub sei an diesem Ende, der andere an dem andern Ende,
und also zwei Cherubim seien an des Gnadenstuhls Enden.
20. Und die Cherubim sollen ihr Flügel ausbreiten von oben her, daß sie
mit ihren Flügeln den Gnadenstuhl bedecken und eines jeglichen Antlitz
gegen das des andern stehe; und ihre Antlitze sollen auf den
Gnadenstuhl sehen.
21. Und sollst den Gnadenstuhl oben auf die Lade tun und in die Lade
das Zeugnis legen, das ich dir geben werde.
22. Von dem Ort will ich mich dir bezeugen und mit dir reden, nämlich
von dem Gnadenstuhl zwischen den zwei Cherubim, der auf der Lade des
Zeugnisses ist, alles, was ich dir gebieten will an die Kinder Israel.
23. Du sollst auch einen Tisch machen von Akazienholz; zwei Ellen soll
seine Länge sein und eine Elle sein Breite und anderthalb Ellen seine
Höhe.
24. Und sollst ihn überziehen mit feinem Gold und einen goldenen Kranz
umher machen
25. und eine Leiste umher, eine Handbreit hoch, und einen goldenen
Kranz um die Leiste her.
26. Und sollst vier goldene Ringe daran machen an die vier Ecken an
seinen vier Füßen.
27. Hart unter der Leiste sollen die Ringe sein, daß man Stangen darein
tue und den Tisch trage.
28. Und sollst die Stangen von Akazienholz machen und sie mit Gold
überziehen, daß der Tisch damit getragen werde.
29. Du sollst auch aus feinem Golde seine Schüsseln und Löffel machen,
seine Kannen und Schalen, darin man das Trankopfer darbringe.
30. Und sollst auf den Tisch allezeit Schaubrote legen vor mir.
31. Du sollst auch einen Leuchter von feinem, getriebenem Golde machen;
daran soll der Schaft mit Röhren, Schalen, Knäufen und Blumen sein.
32. Sechs Röhren sollen aus dem Leuchter zu den Seiten ausgehen, aus
jeglicher Seite drei Röhren.
33. Eine jegliche Röhre soll drei offene Schalen mit Knäufen und Blumen
haben; so soll es sein bei den sechs Röhren aus dem Leuchter.
34. Aber der Schaft am Leuchter soll vier offene Schalen mit Knäufen
und Blumen haben
35. und je einen Knauf unter zwei von den Sechs Röhren, welche aus dem
Leuchter gehen.
36. Beide, die Knäufe und Röhren, sollen aus ihm gehen, alles
getriebenes, lauteres Gold.
37. Und sollst sieben Lampen machen obenauf, daß sie nach vornehin
leuchten,
38. und Lichtschneuzen und Löschnäpfe von feinem Golde.
39. Aus einem Zentner feinen Goldes sollst du das machen mit allem
diesem Gerät.
40. Und siehe zu, daß du es machst nach dem Bilde, das du auf dem Berge
gesehen hast.
Kapitel 26.
1. Die Wohnung sollst du machen von zehn Teppichen, von gezwirnter,
weißer Leinwand, von blauem und rotem Purpur und von Scharlach.
Cherubim sollst du daran machen von kunstreicher Arbeit.
2. Die Länge eines Teppichs soll achtundzwanzig Ellen sein, die Breite
vier Ellen, und sollen alle zehn gleich sein.
3. Und sollen je fünf zu einem Stück zusammengefügt sein, einer an den
andern.
4. Und sollst Schleifen machen von blauem Purpur an jegliches Stück am
Rand, wo die zwei Stücke sollen zusammengeheftet werden;
5. fünfzig Schleifen an jegliches Stück, daß eine Schleife der andern
gegenüberstehe.
6. Und sollst fünfzig goldene Haken machen, womit man die Teppiche
zusammenheftet, einen an den andern, auf daß es eine Wohnung werde.
7. Du sollst auch eine Decke aus Ziegenhaar machen zur Hütte über die
Wohnung von elf Teppichen.
8. Die Länge eines Teppichs soll dreißig Ellen sein, die Breite aber
vier Ellen, und sollen alle elf gleich groß sein.
9. Fünf sollst du aneinander fügen und sechs auch aneinander, daß du
den sechsten Teppich zwiefältig machst vorn an der Hütte.
10. Und sollst an jegliches Stück fünfzig Schleifen machen am Rand, wo
die Stücke sollen zusammengeheftet werden.
11. Und sollst fünfzig eherne Haken machen und die Haken in die
Schleifen tun, daß die Hütte zusammengefügt und eine Hütte werde.
12. Aber vom Überlangen an den Teppichen der Hütte sollst du einen
halben Teppich lassen überhangen hinten an der Hütte
13. und auf beiden Seiten je eine Elle, daß das Überlange sei an der
Hütte Seiten und auf beiden Seiten sie bedecke.
14. Über diese Decke sollst du eine Decke machen von rötlichen
Widderfellen, dazu über sie eine Decke von Dachsfellen.
15. Du sollst auch Bretter machen zu der Wohnung von Akazienholz, die
stehen sollen.
16. Zehn Ellen lang soll ein Brett sein und anderthalb Ellen breit.
17. Zwei Zapfen soll ein Brett haben, daß eins an das andere könne
gesetzt werden. Also sollst du alle Bretter der Wohnung machen.
18. Ihrer zwanzig sollen stehen gegen Mittag.
19. Die sollen vierzig silberne Füße unten haben, je zwei Füße unter
einem jeglichen Brett an seinen zwei Zapfen.
20. Also auf der andern Seite gegen Mitternacht sollen auch zwanzig
Bretter stehen
21. und vierzig silberne Füße, je zwei Füße unter jeglichem Brett.
22. Aber hinten an der Wohnung gegen Abend sollst du sechs Bretter
machen;
23. dazu zwei Bretter hinten an die zwei Ecken der Wohnung,
24. daß ein jegliches der beiden sich mit seinem Eckbrett von untenauf
geselle und oben am Haupt gleich zusammenkomme mit einer Klammer;
25. daß es acht Bretter seien mit ihren silbernen Füßen, deren sollen
sechzehn sein, je zwei unter einem Brett.
26. Und sollst Riegel machen von Akazienholz, fünf zu den Brettern auf
einer Seite der Wohnung
27. und fünf zu den Brettern auf der andern Seite der Wohnung und fünf
zu den Brettern hinten an der Wohnung gegen Abend.
28. Und sollst den mittleren Riegel mitten an den Brettern
hindurchstoßen und alles zusammenfassen von einem Ende zu dem andern.
29. Und sollst die Bretter mit Gold überziehen und ihre Ringe von Gold
machen, daß man die Riegel darein tue.
30. Und die Riegel sollst du mit Gold überziehen. Und also sollst du
denn die Wohnung aufrichten nach der Weise, wie du gesehen hast auf dem
Berge.
31. Du sollst einen Vorhang machen von blauem und rotem Purpur,
Scharlach und gezwirnter weißer Leinwand; und sollst Cherubim daran
machen von kunstreicher Arbeit.
32. Und sollst ihn hängen an vier Säulen von Akazienholz, die mit Gold
überzogen sind und goldene Haken und vier silberne Füße haben.
33. Und sollst den Vorhang hängen unter die Haken, und die Lade des
Zeugnisses innen hinter den Vorhang setzen, daß er euch eine
Scheidewand sei zwischen dem Heiligen und dem Allerheiligsten.
34. Und sollst den Gnadenstuhl tun auf die Lade des Zeugnisses in dem
Allerheiligsten.
35. Den Tisch aber setze außen vor den Vorhang und den Leuchter dem
Tisch gegenüber, mittagswärts in der Wohnung, daß der Tisch stehe gegen
Mitternacht.
36. Und sollst ein Tuch machen in die Tür der Hütte, gewirkt von blauem
und rotem Purpur, Scharlach und gezwirnter weißer Leinwand.
37. Und sollst dem Tuch fünf Säulen machen von Akazienholz, mit Gold
überzogen, mit goldene Haken, und sollst ihnen fünf eherne Füße gießen.
Kapitel 27.
1. Du sollst einen Altar machen von Akazienholz, fünf Ellen lang und
breit, daß er gleich viereckig sei, und drei Ellen hoch.
2. Hörner sollst du auf seinen vier Ecken machen und sollst ihn mit Erz
überziehen.
3. Mache auch Aschentöpfe, Schaufeln, Becken, Gabeln, Kohlenpfannen;
alle seine Geräte sollst du aus Erz machen.
4. Du sollst auch ein ehernes Gitter machen wie ein Netz und vier
eherne Ringe an seine vier Enden.
5. Du sollst's aber von untenauf um den Altar machen, daß das Gitter
reiche bis mitten an den Altar.
6. Und sollst auch Stangen machen zu dem Altar von Akazienholz, mit Erz
überzogen.
7. Und man soll die Stangen in die Ringe tun, daß die Stangen seien an
beiden Seiten des Altars, wenn man ihn trägt.
8. Und sollst ihn also von Brettern machen, daß er inwendig hohl sei,
wie dir auf dem Berge gezeigt ist.
9. Du sollst auch der Wohnung einen Hof machen, einen Umhang von
gezwirnter weißer Leinwand, auf einer Seite hundert Ellen lang, gegen
Mittag,
10. und zwanzig Säulen auf zwanzig ehernen Füßen, und ihre Haken mit
ihren Querstäben von Silber.
11. Also auch gegen Mitternacht soll sein ein Umhang, hundert Ellen
lang, zwanzig Säulen auf zwanzig ehernen Füßen, und ihre Haken mit
ihren Querstäben von Silber.
12. Aber gegen Abend soll die Breite des Hofes haben einen Umhang,
fünfzig Ellen lang, zehn Säulen auf zehn Füßen.
13. Gegen Morgen aber soll die Breite des Hofes haben fünfzig Ellen,
14. also daß der Umhang habe auf einer Seite fünfzehn Ellen, dazu drei
Säulen auf drei Füßen,
15. und wieder fünfzehn Ellen auf der andern Seite, dazu drei Säulen
auf drei Füßen;
16. aber im Tor des Hofes soll ein Tuch sein, zwanzig Ellen breit,
gewirkt von blauem und rotem Purpur, Scharlach und gezwirnter weißer
Leinwand, dazu vier Säulen auf ihren vier Füßen.
17. Alle Säulen um den Hof her sollen silberne Querstäbe und silberne
Haken und eherne Füße haben.
18. Und die Länge des Hofes soll hundert Ellen sein, die Breite fünfzig
Ellen, die Höhe fünf Ellen, von gezwirnter weißer Leinwand, und seine
Füße sollen ehern sein.
19. Auch alle Geräte der Wohnung zu allerlei Amt und alle ihre Nägel
und alle Nägel des Hofes sollen ehern sein.
20. Gebiete den Kindern Israel, daß sie zu dir bringen das
allerreinste, lautere Öl von Ölbäumen, gestoßen, zur Leuchte, daß man
täglich Lampen aufsetze
21. in der Hütte des Stifts, außen vor dem Vorhang, der vor dem Zeugnis
hängt. Und Aaron und seine Söhne sollen sie zurichten des Morgens und
des Abends vor dem HERRN. Das soll euch eine ewige Weise sein auf eure
Nachkommen unter den Kindern Israel.
Kapitel 28.
1. Du sollst Aaron, deinen Bruder, und seine Söhne zu dir nehmen aus
den Kindern Israel, daß er mein Priester sei, nämlich Aaron und seine
Söhne Nadab, Abihu, Eleasar und Ithamar.
2. Und sollst Aaron, deinen Bruder, heilige Kleider machen, die
herrlich und schön seien.
3. Und du sollst reden mit allen, die eines weisen Herzens sind, die
ich mit dem Geist der Weisheit erfüllt habe, daß sie Aaron Kleider
machen zu seiner Weihe, daß er mein Priester sei.
4. Das sind aber die Kleider, die sie machen sollen: das Amtschild, den
Leibrock, Purpurrock, engen Rock, Hut und Gürtel. Also sollen sie
heilige Kleider machen deinem Bruder Aaron und seinen Söhnen, daß er
mein Priester sei.
5. Dazu sollen sie nehmen Gold, blauen und roten Purpur, Scharlach und
weiße Leinwand.
6. Den Leibrock sollen sie machen von Gold, blauem und rotem Purpur,
Scharlach und gezwirnter weißer Leinwand, kunstreich;
7. zwei Schulterstücke soll er haben, die zusammengehen an beiden
Enden, und soll zusammengebunden werden.
8. Und sein Gurt darauf soll derselben Kunst und Arbeit sein, von Gold,
blauem und rotem Purpur, Scharlach und gezwirnter weißer Leinwand.
9. Und sollst zwei Onyxsteine nehmen und darauf graben die Namen der
Kinder Israel,
10. Auf jeglichen sechs Namen, nach der Ordnung ihres Alters.
11. Das sollst du tun durch die Steinschneider, die da Siegel graben,
also daß sie mit Gold umher gefaßt werden.
12. Und sollst sie auf die Schulterstücke des Leibrocks heften, daß es
Steine seien zum Gedächtnis für die Kinder Israel, daß Aaron ihre Namen
auf seinen beiden Schultern trage vor dem HERRN zum Gedächtnis.
13. Und sollst goldene Fassungen machen
14. und zwei Ketten von feinem Golde, mit zwei Enden, aber die Glieder
ineinander hangend; und sollst sie an die Fassungen tun.
15. Das Amtschild sollst du machen nach der Kunst, wie den Leibrock,
von Gold, blauem und rotem Purpur, Scharlach und gezwirnter weißer
Leinwand.
16. Viereckig soll es sein und zwiefach; eine Spanne breit soll seine
Länge sein und eine Spanne breit seine Breite.
17. Und sollst's füllen die vier Reihen voll Steine. Die erste Reihe
sei ein Sarder, Topas, Smaragd;
18. die andere ein Rubin, Saphir, Demant;
19. die dritte ein Lynkurer, Achat, Amethyst;
20. die vierte ein Türkis, Onyx, Jaspis. In Gold sollen sie gefaßt sein
in allen Reihen
21. und sollen nach den zwölf Namen der Kinder Israel stehen, gegraben
vom Steinschneider, daß auf einem jeglichen ein Namen stehe nach den
zwölf Stämmen.
22. Und sollst Ketten zu dem Schild machen mit zwei Enden, aber die
Glieder ineinander hangend, von feinem Golde,
23. und zwei goldene Ringe an das Schild, also daß du die zwei Ringe
heftest an zwei Ecken des Schildes,
24. und die zwei goldenen Ketten in die zwei Ringe an den beiden Ecken
des Schildes tust.
25. Aber die zwei Enden der zwei Ketten sollst du an die zwei Fassungen
tun und sie heften auf die Schulterstücke am Leibrock vornehin.
26. Und sollst zwei andere goldene Ringe machen und an die zwei Ecken
des Schildes heften an seinem Rand, inwendig gegen den Leibrock.
27. Und sollst abermals zwei goldene Ringe machen und sie unten an die
zwei Schulterstücke vorn am Leibrock heften, wo der Leibrock
zusammengeht, oben über dem Gurt des Leibrocks.
28. Und man soll das Schild mit seinen Ringen mit einer blauen Schnur
an die Ringe des Leibrocks knüpfen, daß es über dem Gurt des Leibrocks
hart anliege und das Schild sich nicht vom Leibrock losmache.
29. Also soll Aaron die Namen der Kinder Israel tragen in dem Amtschild
auf seinem Herzen, wenn er in das Heilige geht, zum Gedächtnis vor dem
HERRN allezeit.
30. Und sollst in das Amtschild tun Licht und Recht, daß sie auf dem
Herzen Aarons seien, wenn er eingeht vor den HERRN, daß er trage das
Amt der Kinder Israel auf seinem Herzen vor dem HERRN allewege.
31. Du sollst auch einen Purpurrock unter dem Leibrock machen ganz von
blauem Purpur.
32. Und oben mitteninne soll ein Loch sein und eine Borte um das Loch
her zusammengefaltet, daß er nicht zerreiße.
33. Und unten an seinen Saum sollst du Granatäpfel machen von blauem
und rotem Purpur und Scharlach um und um und zwischen dieselben goldene
Schellen auch um und um,
34. daß eine goldene Schelle sei, darnach ein Granatapfel und wieder
eine goldene Schelle und wieder ein Granatapfel, um und um an dem Saum
des Purpurrocks.
35. Und Aaron soll ihn anhaben, wenn er dient, daß man seinen Klang
höre, wenn er aus und eingeht in das Heilige vor dem HERRN, auf daß er
nicht sterbe.
36. Du sollst auch ein Stirnblatt machen von feinem Golde und darauf
ausgraben, wie man die Siegel ausgräbt: Heilig dem HERRN.
37. Und sollst's heften an eine blaue Schnur vorn an den Hut,
38. auf der Stirn Aarons, daß also Aaron trage die Missetat des
Heiligen, das die Kinder Israel heiligen in allen Gaben ihrer
Heiligung; und es soll allewege an seiner Stirn sein, daß er sie
versöhne vor dem HERRN.
39. Du sollst auch einen engen Rock machen von weißer Leinwand und
einen Hut von weißer Leinwand machen und einen gestickten Gürtel.
40. Und den Söhnen Aarons sollst du Röcke, Gürtel und Hauben machen,
die herrlich und schön seien.
41. Und sollst sie deinem Bruder Aaron samt seinen Söhnen anziehen; und
sollst sie salben und ihre Hände füllen und sie weihen, daß sie meine
Priester seien.
42. Und sollst ihnen leinene Beinkleider machen, zu bedecken die Blöße
des Fleisches von den Lenden bis an die Hüften.
43. Und Aaron und seine Söhne sollen sie anhaben, wenn sie in die Hütte
des Stifts gehen oder hinzutreten zum Altar, daß sie dienen in dem
Heiligtum, daß sie nicht ihre Missetat tragen und sterben müssen. Das
soll ihm und seinem Stamm nach ihm eine ewige Weise sein.
Kapitel 29.
1. Das ist's auch, was du ihnen tun sollst, daß sie mir zu Priestern
geweiht werden. Nimm einen jungen Farren und zwei Widder ohne Fehl,
2. ungesäuertes Brot und ungesäuerte Kuchen, mit Öl gemengt, und
ungesäuerte Fladen, mit Öl gesalbt; von Weizenmehl sollst du solches
alles machen.
3. Und sollst es in einen Korb legen und in dem Korbe herzubringen samt
dem Farren und den zwei Widdern.
4. Und sollst Aaron und seine Söhne vor die Tür der Hütte des Stifts
führen und mit Wasser waschen
5. und die Kleider nehmen und Aaron anziehen den engen Rock und den
Purpurrock und den Leibrock und das Schild zu dem Leibrock, und sollst
ihn gürten mit dem Gurt des Leibrocks
6. und den Hut auf sein Haupt setzen und die heilige Krone an den Hut.
7. Und sollst nehmen das Salböl und auf sein Haupt schütten und ihn
salben.
8. Und seine Söhne sollst du auch herzuführen und den engen Rock ihnen
anziehen
9. und beide, Aaron und auch sie, mit Gürteln gürten und ihnen die
Hauben aufbinden, daß sie das Priestertum haben zu ewiger Weise. Und
sollst Aaron und seinen Söhnen die Hände füllen,
10. und den Farren herzuführen vor die Hütte des Stifts; und Aaron und
seine Söhne sollen ihre Hände auf des Farren Haupt legen.
11. Und du sollst den Farren schlachten vor dem HERRN, vor der Tür der
Hütte des Stifts.
12. Und sollst von seinem Blut nehmen und auf des Altars Hörner tun mit
deinem Finger und alles andere Blut an des Altars Boden schütten.
13. Und sollst alles Fett nehmen am Eingeweide und das Netz über der
Leber und die zwei Nieren mit dem Fett, das darüber liegt, und sollst
es auf dem Altar anzünden.
14. Aber des Farren Fleisch, Fell und Mist sollst du draußen vor dem
Lager verbrennen; denn es ist ein Sündopfer.
15. Aber den einen Widder sollst du nehmen, und Aaron und seine Söhne
sollen ihre Hände auf sein Haupt legen.
16. Dann sollst du ihn schlachten und sein Blut nehmen und auf den
Altar sprengen ringsherum.
17. Aber den Widder sollst du zerlegen in Stücke, und seine Eingeweide
und Schenkel waschen, und sollst es auf seine Stücke und sein Haupt
legen
18. und den ganzen Widder anzünden auf dem Altar; denn es ist dem HERRN
ein Brandopfer, ein süßer Geruch, ein Feuer des HERRN.
19. Den andern Widder aber sollst du nehmen, und Aaron und seine Söhne
sollen ihre Hände auf sein Haupt legen;
20. und sollst ihn schlachten und von seinem Blut nehmen und Aaron und
seinen Söhnen auf den rechten Ohrknorpel tun und auf ihre Daumen ihrer
rechten Hand und auf die große Zehe ihres rechten Fußes; und sollst das
Blut auf den Altar sprengen ringsherum.
21. Und sollst von dem Blut auf dem Altar nehmen und vom Salböl, und
Aaron und seine Kleider, seine Söhne und ihre Kleider besprengen; so
wird er und seine Kleider, seine Söhne und ihre Kleider geweiht.
22. Darnach sollst du nehmen das Fett von dem Widder, den Schwanz und
das Fett am Eingeweide, das Netz über der Leber und die zwei Nieren mit
dem Fett darüber und die rechte Schulter (denn es ist ein Widder der
Füllung),
23. und ein Brot und einen Ölkuchen und einen Fladen aus dem Korbe des
ungesäuerten Brots, der vor dem HERRN steht;
24. und lege alles auf die Hände Aarons und seiner Söhne und webe es
dem HERRN.
25. Darnach nimm's von ihren Händen und zünde es an auf dem Altar zu
dem Brandopfer, zum süßen Geruch vor dem HERRN; denn das ist ein Feuer
des HERRN.
26. Und sollst die Brust nehmen vom Widder der Füllung Aarons und
sollst sie dem HERRN weben. Das soll dein Teil sein.
27. Und sollst also heiligen die Webebrust und die Hebeschulter, die
gewebt und gehebt sind von dem Widder der Füllung Aarons und seiner
Söhne.
28. Und das soll Aarons und seiner Söhne sein ewigerweise von den
Kindern Israel; denn es ist ein Hebopfer. Und eine Hebe soll es sein,
von den Kindern Israel von ihrem Dankopfern, ihre Hebe für den HERRN.
29. Aber die heiligen Kleider Aarons sollen seine Söhne haben nach ihm,
daß sie darin gesalbt und ihre Hände gefüllt werden.
30. Welcher unter seinen Söhnen an seiner Statt Priester wird, der soll
sie sieben Tage anziehen, daß er gehe in die Hütte des Stifts, zu
dienen im Heiligen.
31. Du sollst aber nehmen den Widder der Füllung, und sein Fleisch an
einem heiligen Ort kochen.
32. Und Aaron mit seinen Söhnen soll des Widders Fleisch essen samt dem
Brot im Korbe vor der Tür der Hütte des Stifts.
33. Denn es ist zur Versöhnung damit geschehen, zu füllen ihre Hände,
daß sie geweiht werden. Kein andrer soll es essen; denn es ist heilig.
34. Wo aber etwas übrigbleibt von dem Fleisch der Füllung und von dem
Brot bis an den Morgen, das sollst du mit Feuer verbrennen und nicht
essen lassen; denn es ist heilig.
35. Und sollst also mit Aaron und seinen Söhnen tun alles, was ich dir
geboten habe. Sieben Tage sollst du ihre Hände füllen
36. und täglich einen Farren zum Sündopfer schlachten zur Versöhnung.
Und sollst den Altar entsündigen, wenn du ihn versöhnst, und sollst ihn
salben, daß er geweiht werde.
37. Sieben Tage sollst du den Altar versöhnen und ihn weihen, daß er
sei ein Hochheiliges. Wer den Altar anrühren will, der ist dem
Heiligtum verfallen.
38. Und das sollst du mit dem Altar tun: zwei jährige Lämmer sollst du
allewege des Tages darauf opfern,
39. Ein Lamm des Morgens, das andere gegen Abend;
40. Und zu einem Lamm ein zehntel Semmelmehl, gemengt mit einem Viertel
von einem Hin gestoßenen Öls, und ein Viertel vom Hin Wein zum
Trankopfer.
41. Mit dem andern Lamm gegen Abend sollst du tun wie mit dem
Speisopfer und Trankopfer des Morgens, zu süßem Geruch, ein Feuer dem
Herrn.
42. Das ist das tägliche Brandopfer bei euren Nachkommen vor der Tür
der Hütte des Stifts, vor dem HERRN, da ich mich euch bezeugen und mit
dir reden will.
43. Daselbst will ich mich den Kindern Israel bezeugen und geheiligt
werden in meiner Herrlichkeit.
44. So will ich die Hütte des Stifts mit dem Altar heiligen und Aaron
und seine Söhne mir zu Priestern weihen.
45. Und will unter den Kindern Israel wohnen und ihr Gott sein,
46. daß sie wissen sollen, ich sei der HERR, ihr Gott, der sie aus
Ägyptenland führte, daß ich unter ihnen wohne, ich, der HERR, Ihr Gott.
Kapitel 30.
1. Du sollst auch einen Räuchaltar machen, zu räuchern, von
Akazienholz,
2. eine Elle lang und breit, gleich viereckig und zwei Ellen hoch, mit
seinen Hörnern.
3. Und sollst ihn mit feinem Golde überziehen, sein Dach und seine
Wände ringsumher und seine Hörner. Und sollst einen Kranz von Gold
machen
4. und zwei goldene Ringe unter dem Kranz zu beiden Seiten, daß man
Stangen darein tue und ihn damit trage.
5. Die Stangen sollst du auch von Akazienholz machen und mit Gold
überziehen.
6. Und sollst ihn setzen vor den Vorhang, der vor der Lade des
Zeugnisses hängt, und vor dem Gnadenstuhl, der auf dem Zeugnis ist, wo
ich mich dir bezeugen werde.
7. Und Aaron soll darauf räuchern gutes Räuchwerk alle Morgen, wenn er
die Lampen zurichtet.
8. Desgleichen, wenn er die Lampen anzündet gegen Abend, soll er solch
Räuchwerk auch räuchern. Das soll das tägliche Räuchopfer sein vor dem
HERRN bei euren Nachkommen.
9. Ihr sollt kein fremdes Räuchwerk darauf tun, auch kein Brandopfer
noch Speisopfer und kein Trankopfer darauf opfern.
10. Und Aaron soll auf seinen Hörnern versöhnen einmal im Jahr mit dem
Blut des Sündopfers zur Versöhnung. Solche Versöhnung soll jährlich
einmal geschehen bei euren Nachkommen; denn das ist dem HERRN ein
Hochheiliges.
11. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
12. Wenn du die Häupter der Kinder Israel zählst, so soll ein jeglicher
dem HERRN geben die Versöhnung seiner Seele, auf daß ihnen nicht eine
Plage widerfahre, wenn sie gezählt werden.
13. Es soll aber ein jeglicher, der in der Zahl ist, einen halben
Silberling geben nach dem Lot des Heiligtums (ein Lot hat zwanzig
Gera). Solcher halber Silberling soll das Hebopfer des HERRN sein.
14. Wer in der Zahl ist von zwanzig Jahren und darüber, der soll solch
Hebopfer dem HERRN geben.
15. Der Reiche soll nicht mehr geben und der Arme nicht weniger als den
halben Silberling, den man dem HERRN zur Hebe gibt für die Versöhnung
ihre Seelen.
16. Und du sollst solch Geld der Versöhnung nehmen von den Kindern
Israel und zum Gottesdienst der Hütte des Stifts geben, daß es sei den
Kindern Israel ein Gedächtnis vor dem HERRN, daß er sich Über ihre
Seelen versöhnen lasse.
17. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
18. Du sollst auch ein ehernes Handfaß machen mit einem ehernen Fuß,
zum Waschen, und sollst es setzen zwischen die Hütte des Stifts und den
Altar, und Wasser darein tun,
19. daß Aaron und seine Söhne ihre Hände und Füße darin waschen,
20. wenn sie in die Hütte des Stifts gehen oder zum Altar, daß sie
dienen, ein Feuer anzuzünden dem HERRN,
21. auf daß sie nicht sterben. Das soll eine ewige Weise sein ihm und
seinem Samen bei ihren Nachkommen.
22. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
23. Nimm zu dir die beste Spezerei: die edelste Myrrhe, fünfhundert
Lot, und Zimt, die Hälfte soviel, zweihundertfünfzig, und Kalmus, auch
zweihundertfünfzig,
24. und Kassia, fünfhundert, nach dem Lot des Heiligtums, und Öl vom
Ölbaum ein Hin.
25. Und mache ein heiliges Salböl nach der Kunst des Salbenbereiters.
26. Und sollst damit salben die Hütte des Stifts und die Lade des
Zeugnisses,
27. den Tisch mit allem seinem Geräte, den Leuchter mit seinem Geräte,
den Räucheraltar,
28. den Brandopferaltar mit allem seinem Geräte und das Handfaß mit
seinem Fuß.
29. Und sollst sie also weihen, daß sie hochheilig seien; denn wer sie
anrühren will, der ist dem Heiligtum verfallen.
30. Aaron und seine Söhne sollst du auch salben und sie mir zu
Priestern weihen.
31. Und sollst mit den Kindern Israel reden und sprechen: Dies Öl soll
mir eine heilige Salbe sein bei euren Nachkommen.
32. Auf Menschenleib soll's nicht gegossen werden, sollst auch
seinesgleichen nicht machen; denn es ist heilig, darum soll's euch
heilig sein.
33. Wer ein solches macht oder einem andern davon gibt, der soll von
seinem Volk ausgerottet werden.
34. Und der HERR sprach zu Mose: Nimm dir Spezerei; Balsam, Stakte,
Galban und reinen Weihrauch, von einem so viel wie vom andern,
35. und mache Räuchwerk daraus, nach der Kunst des Salbenbereiters
gemengt, daß es rein und heilig sei.
36. Und du sollst es zu Pulver stoßen und sollst davon tun vor das
Zeugnis in der Hütte des Stifts, wo ich mich dir bezeugen werde. Das
soll euch ein Hochheiliges sein.
37. Und desgleichen Räuchwerk sollt ihr euch nicht machen, sondern es
soll dir heilig sein dem HERRN.
38. Wer ein solches machen wird, der wird ausgerottet werden von seinem
Volk.
Kapitel 31.
1. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
2. Siehe, ich habe mit Namen berufen Bezaleel, den Sohn Uris, des
Sohnes Hur, vom Stamme Juda,
3. und habe ihn erfüllt mit dem Geist Gottes, mit Weisheit und Verstand
und Erkenntnis und mit allerlei Geschicklichkeit,
4. kunstreich zu arbeiten an Gold, Silber, Erz,
5. kunstreich Steine zu schneiden und einzusetzen, und kunstreich zu
zimmern am Holz, zu machen allerlei Werk.
6. Und siehe, ich habe ihm zugegeben Oholiab, den Sohn Ahisamachs, vom
Stamme Dan; und habe allerlei Weisen die Weisheit ins Herz gegeben, daß
sie machen sollen alles, was ich dir geboten habe:
7. die Hütte des Stifts, die Lade des Zeugnisses, den Gnadenstuhl
darauf und alle Geräte der Hütte,
8. den Tisch und sein Gerät, den feinen Leuchter und all sein Gerät,
den Räucheraltar,
9. den Brandopferaltar mit allem seinem Geräte, das Handfaß mit seinem
Fuß,
10. die Amtskleider und die heiligen Kleider des Priesters Aaron und
die Kleider seiner Söhne, priesterlich zu dienen,
11. das Salböl und das Räuchwerk von Spezerei zum Heiligtum. Alles, was
ich dir geboten habe, werden sie machen.
12. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
13. Sage den Kindern Israel und sprich: Haltet meinen Sabbat; denn
derselbe ist ein Zeichen zwischen mir und euch auf eure Nachkommen, daß
ihr wisset, daß ich der HERR bin, der euch heiligt.
14. Darum so haltet meinen Sabbat; denn er soll euch heilig sein. Wer
ihn entheiligt, der soll des Todes sterben. Denn wer eine Arbeit da
tut, des Seele soll ausgerottet werden von seinem Volk.
15. Sechs Tage soll man arbeiten; aber am siebenten Tag ist Sabbat, die
heilige Ruhe des HERRN. Wer eine Arbeit tut am Sabbattag, der soll des
Todes sterben.
16. Darum sollen die Kinder Israel den Sabbat halten, daß sie ihn auch
bei ihren Nachkommen halten zum ewigen Bund.
17. Er ist ein ewiges Zeichen zwischen mir und den Kindern Israel. Denn
in sechs Tagen machte der HERR Himmel und Erde; aber am siebenten Tage
ruhte er und erquickte sich.
18. Und da der HERR ausgeredet hatte mit Mose auf dem Berge Sinai, gab
er ihm zwei Tafeln des Zeugnisses; die waren beschrieben mit dem Finger
Gottes.
Kapitel 32.
1. Da aber das Volk sah, daß Mose verzog, von dem Berge zu kommen,
sammelte sich's wider Aaron und sprach zu ihm: Auf, mache uns Götter,
die vor uns her gehen! Denn wir wissen nicht, was diesem Mann Mose
widerfahren ist, der uns aus Ägyptenland geführt hat.
2. Aaron sprach zu ihnen: Reißt ab die goldenen Ohrenringe an den Ohren
eurer Weiber, eurer Söhne und eurer Töchter und bringet sie zu mir.
3. Da riß alles Volk seine goldenen Ohrenringe von ihren Ohren, und
brachten sie zu Aaron.
4. Und er nahm sie von ihren Händen und entwarf's mit einem Griffel und
machte ein gegossenes Kalb. Und sie sprachen: Das sind deine Götter,
Israel, die dich aus Ägyptenland geführt haben!
5. Da das Aaron sah, baute er einen Altar vor ihm und ließ ausrufen und
sprach: Morgen ist des HERRN Fest.
6. Und sie standen des Morgens früh auf und opferten Brandopfer und
brachten dazu Dankopfer. Darnach setzte sich das Volk, zu essen und zu
trinken, und standen auf zu spielen.
7. Der HERR aber sprach zu Mose: Gehe, steig hinab; denn dein Volk, das
du aus Ägyptenland geführt hast, hat's verderbt.
8. Sie sind schnell von dem Wege getreten, den ich ihnen geboten habe.
Sie haben sich ein gegossenes Kalb gemacht und haben's angebetet und
ihm geopfert und gesagt: Das sind deine Götter, Israel, die dich aus
Ägyptenland geführt haben.
9. Und der HERR sprach zu Mose: Ich sehe, daß es ein halsstarriges Volk
ist.
10. Und nun laß mich, daß mein Zorn über sie ergrimme und sie vertilge;
so will ich dich zum großen Volk machen.
11. Mose aber flehte vor dem HERRN, seinem Gott, und sprach: Ach HERR,
warum will dein Zorn ergrimmen über dein Volk, das du mit großer Kraft
und starker Hand hast aus Ägyptenland geführt?
12. Warum sollen die Ägypter sagen und sprechen: Er hat sie zu ihrem
Unglück ausgeführt, daß er sie erwürgte im Gebirge und vertilgte vom
Erdboden? Kehre dich von dem Grimm deines Zornes und laß dich gereuen
des Übels über dein Volk.
13. Gedenke an deine Diener Abraham, Isaak und Israel, denen du bei dir
selbst geschworen und verheißen hast: Ich will euren Samen mehren wie
die Sterne am Himmel, und alles Land, das ich euch verheißen habe, will
ich eurem Samen geben, und sie sollen's besitzen ewiglich.
14. Also gereute den HERRN das Übel, das er drohte seinem Volk zu tun.
15. Mose wandte sich und stieg vom Berge und hatte zwei Tafeln des
Zeugnisses in seiner Hand, die waren beschrieben auf beiden Seiten.
16. Und Gott hatte sie selbst gemacht und selber die Schrift
eingegraben.
17. Da nun Josua hörte des Volks Geschrei, daß sie jauchzten, sprach er
zu Mose: Es ist ein Geschrei im Lager wie im Streit.
18. Er antwortete: Es ist nicht ein Geschrei gegeneinander derer, die
obliegen und unterliegen, sondern ich höre ein Geschrei eines
Singetanzes.
19. Als er aber nahe zum Lager kam und das Kalb und den Reigen sah,
ergrimmte er mit Zorn und warf die Tafeln aus seiner Hand und zerbrach
sie unten am Berge
20. und nahm das Kalb, das sie gemacht hatten, und zerschmelzte es mit
Feuer und zermalmte es zu Pulver und stäubte es aufs Wasser und gab's
den Kindern Israel zu trinken
21. und sprach zu Aaron: Was hat dir das Volk getan, daß du eine so
große Sünde über sie gebracht hast?
22. Aaron sprach: Mein Herr lasse seinen Zorn nicht ergrimmen. Du
weißt, daß dies Volk böse ist.
23. Sie sprachen zu mir: Mache uns Götter, die vor uns her gehen; denn
wir wissen nicht, wie es diesem Manne Mose geht, der uns aus
Ägyptenland geführt hat.
24. Ich sprach zu ihnen: Wer Gold hat, der reiß es ab und gebe es mir.
Und ich warf's ins Feuer; daraus ist das Kalb geworden.
25. Da nun Mose sah, daß das Volk zuchtlos geworden war (denn Aaron
hatte sie zuchtlos gemacht, zum Geschwätz bei ihren Widersachern),
26. trat er an das Tor des Lagers und sprach: Her zu mir, wer dem HERRN
angehört! Da sammelten sich zu ihm alle Kinder Levi.
27. Und er sprach zu ihnen: So spricht der HERR, der Gott Israels:
Gürte ein jeglicher sein Schwert um seine Lenden und durchgehet hin und
zurück von einem Tor zum andern das Lager, und erwürge ein jeglicher
seinen Bruder, Freund und Nächsten.
28. Die Kinder Levi taten, wie ihnen Mose gesagt hatte; und fielen des
Tages vom Volk dreitausend Mann.
29. Da sprach Mose: Füllet heute eure Hände dem HERRN, ein jeglicher an
seinem Sohn und Bruder, daß heute über euch der Segen gegeben werde.
30. Des Morgens sprach Mose zum Volk: Ihr habt eine große Sünde getan;
nun will ich hinaufsteigen zu dem HERRN, ob ich vielleicht eure Sünde
versöhnen möge.
31. Als nun Mose wieder zum HERRN kam, sprach er: Ach, das Volk hat
eine große Sünde getan, und sie haben sich goldene Götter gemacht.
32. Nun vergib ihnen ihre Sünde; wo nicht, so tilge mich auch aus
deinem Buch, das du geschrieben hast.
33. Der HERR sprach zu Mose: Was? Ich will den aus meinem Buch tilgen,
der an mir sündigt.
34. So gehe nun hin und führe das Volk, dahin ich dir gesagt habe.
Siehe, mein Engel soll vor dir her gehen. Ich werde ihre Sünde wohl
heimsuchen, wenn meine Zeit kommt heimzusuchen.
35. Also strafte der HERR das Volk, daß sie das Kalb hatten gemacht,
welches Aaron gemacht hatte.
Kapitel 33.
1. Der HERR sprach zu Mose: Gehe, ziehe von dannen, du und das Volk,
das du aus Ägyptenland geführt hast, in das Land, das ich Abraham,
Isaak und Jakob geschworen habe und gesagt: Deinem Samen will ich's
geben;
2. und ich will vor dir her senden einen Engel und ausstoßen die
Kanaaniter, Amoriter, Hethiter, Pheresiter, Heviter und Jebusiter,
3. dich zu bringen in das Land, darin Milch und Honig fließt. Ich will
nicht mit dir hinaufziehen, denn du bist ein halsstarriges Volk; ich
möchte dich unterwegs vertilgen.
4. Da das Volk diese böse Rede hörte, trugen sie Leid, und niemand trug
seinen Schmuck an sich.
5. Und der HERR sprach zu Mose: Sage zu den Kindern Israel: Ihr seid
ein halsstarriges Volk. Wo ich nur einen Augenblick mit dir hinaufzöge,
würde ich dich vertilgen. Und nun lege deinen Schmuck von dir, daß ich
wisse, was ich dir tun soll.
6. Also taten die Kinder Israel ihren Schmuck von sich vor dem Berge
Horeb.
7. Mose aber nahm die Hütte und schlug sie auf draußen, ferne vom
Lager, und hieß sie eine Hütte des Stifts. Und wer den HERRN fragen
wollte, mußte herausgehen zur Hütte des Stifts vor das Lager.
8. Und wenn Mose ausging zur Hütte so stand alles Volk auf und trat ein
jeglicher in seiner Hütte Tür und sahen ihm nach, bis er in die Hütte
kam.
9. Und wenn Mose in die Hütte kam, so kam die Wolkensäule hernieder und
stand in der Hütte Tür und redete mit Mose.
10. Und alles Volk sah die Wolkensäule in der Hütte Tür stehen, und
standen auf und neigten sich, ein jeglicher in seiner Hütte Tür.
11. Der HERR aber redete mit Mose von Angesicht zu Angesicht, wie ein
Mann mit seinem Freunde redet. Und wenn er wiederkehrte zum Lager, so
wich sein Diener Josua, der Sohn Nuns, der Jüngling, nicht aus der
Hütte.
12. Und Mose sprach zu dem HERRN: Siehe, du sprichst zu mir: Führe das
Volk hinauf! und läßt mich nicht wissen, wen du mit mir senden willst,
so du doch gesagt hast: Ich kenne dich mit Namen, und du hast Gnade vor
meinen Augen gefunden.
13. Habe ich denn Gnade vor deinen Augen gefunden, so laß mich deinen
Weg wissen, damit ich dich kenne und Gnade vor deinen Augen finde. Und
siehe doch, daß dies Volk dein Volk ist.
14. Er sprach: Mein Angesicht soll vorangehen; damit will ich dich
leiten.
15. Er aber sprach zu ihm: Wo nicht dein Angesicht vorangeht, so führe
uns nicht von dannen hinauf.
16. Denn wobei soll doch erkannt werden, daß ich und dein Volk vor
deinen Augen Gnade gefunden haben, außer wenn du mit uns gehst, auf daß
ich und dein Volk gerühmt werden vor allem Volk, das auf dem Erdboden
ist?
17. Der HERR sprach zu Mose: Was du jetzt geredet hast, will ich auch
tun; denn du hast Gnade vor meinen Augen gefunden, und ich kenne dich
mit Namen.
18. Er aber sprach: So laß mich deine Herrlichkeit sehen.
19. Und er sprach: Ich will vor deinem Angesicht alle meine Güte
vorübergehen lassen und will ausrufen des HERRN Namen vor dir. Wem ich
aber gnädig bin, dem bin ich gnädig; und wes ich mich erbarme, des
erbarme ich mich.
20. Und sprach weiter: Mein Angesicht kannst du nicht sehen; denn kein
Mensch wird leben, der mich sieht.
21. Und der HERR sprach weiter: Siehe, es ist ein Raum bei mir; da
sollst du auf dem Fels stehen.
22. Wenn denn nun meine Herrlichkeit vorübergeht, will ich dich in der
Felskluft lassen stehen und meine Hand ob dir halten, bis ich
vorübergehe.
23. Und wenn ich meine Hand von dir tue, wirst du mir hintennach sehen;
aber mein Angesicht kann man nicht sehen.
Kapitel 34.
1. Und der HERR sprach zu Mose: Haue dir zwei steinerne Tafeln, wie die
ersten waren, daß ich die Worte darauf schreibe, die auf den ersten
Tafeln waren, welche du zerbrochen hast.
2. Und sei morgen bereit, daß du früh auf den Berg Sinai steigest und
daselbst zu mir tretest auf des Berges Spitze.
3. Und laß niemand mit dir hinaufsteigen, daß niemand gesehen werde um
den ganzen Berg her; auch kein Schaf noch Rind laß weiden gegen diesen
Berg hin.
4. Und Mose hieb zwei steinerne Tafeln, wie die ersten waren, und stand
des Morgens früh auf und stieg auf den Berg Sinai, wie ihm der HERR
geboten hatte, und nahm die zwei steinernen Tafeln in seine Hand.
5. Da kam der HERR hernieder in einer Wolke und trat daselbst zu ihm
und rief aus des HERRN Namen.
6. Und der HERR ging vor seinem Angesicht vorüber und rief: HERR, HERR,
GOTT, barmherzig und gnädig und geduldig und von großer Gnade und
Treue!
7. der da bewahrt Gnade in tausend Glieder und vergibt Missetat,
Übertretung und Sünde, und vor welchem niemand unschuldig ist; der die
Missetat der Väter heimsucht auf Kinder und Kindeskinder bis ins dritte
und vierte Glied.
8. Und Mose neigte sich eilend zu der Erde und betete an
9. und sprach: Habe ich, HERR, Gnade vor deinen Augen gefunden, so gehe
der HERR mit uns; denn es ist ein halstarriges Volk, daß du unsrer
Missetat und Sünde gnädig seist und lassest uns dein Erbe sein.
10. Und er sprach: Siehe, ich will einen Bund machen vor allem deinem
Volk und will Wunder tun, dergleichen nicht geschaffen sind in allen
Landen und unter allen Völkern, und alles Volk, darunter du bist, soll
sehen des HERRN Werk; denn wunderbar soll sein, was ich bei dir tun
werde.
11. Halte, was ich dir heute gebiete. Siehe, ich will vor dir her
ausstoßen die Amoriter, Kanaaniter, Hethiter, Pheresiter, Heviter und
Jebusiter.
12. Hüte dich, daß du nicht einen Bund machest mit den Einwohnern des
Landes, da du hineinkommst, daß sie dir nicht ein Fallstrick unter dir
werden;
13. sondern ihre Altäre sollst du umstürzen und ihre Götzen zerbrechen
und ihre Haine ausrotten;
14. denn du sollst keinen andern Gott anbeten. Denn der HERR heißt ein
Eiferer; ein eifriger Gott ist er.
15. Daß du nicht einen Bund mit des Landes Einwohnern machest, und wenn
sie ihren Göttern nachlaufen und opfern ihren Göttern, sie dich nicht
laden und du von ihrem Opfer essest,
16. und daß du nehmest deinen Söhnen ihre Töchter zu Weibern und
dieselben dann ihren Göttern nachlaufen und machen deine Söhne auch
ihren Göttern nachlaufen.
17. Du sollst dir keine gegossenen Götter machen.
18. Das Fest der ungesäuerten Brote sollst du halten. Sieben Tage
sollst du ungesäuertes Brot essen, wie ich dir geboten habe, um die
Zeit des Monats Abib; denn im Monat Abib bist du aus Ägypten gezogen.
19. Alles, was die Mutter bricht, ist mein; was männlich sein wird in
deinem Vieh, das seine Mutter bricht, es sei Ochse oder Schaf.
20. Aber den Erstling des Esels sollst du mit einem Schaf lösen. Wo du
es aber nicht lösest, so brich ihm das Genick. Alle Erstgeburt unter
deinen Söhnen sollst du lösen. Und daß niemand vor mir leer erscheine!
21. Sechs Tage sollst du arbeiten; am siebenten Tage sollst du feiern,
mit Pflügen und mit Ernten.
22. Das Fest der Wochen sollst du halten mit den Erstlingen der
Weizenernte, und das Fest der Einsammlung, wenn das Jahr um ist.
23. Dreimal im Jahr soll alles, was männlich ist, erscheinen vor dem
Herrscher, dem HERRN und Gott Israels.
24. Wenn ich die Heiden vor dir ausstoßen und deine Grenze erweitern
werde, soll niemand deines Landes begehren, die weil du hinaufgehst
dreimal im Jahr, zu erscheinen vor dem HERRN, deinem Gott.
25. Du sollst das Blut meines Opfers nicht opfern neben gesäuertem
Brot, und das Opfer des Osterfestes soll nicht über Nacht bleiben bis
an den Morgen.
26. Die Erstlinge von den Früchten deines Ackers sollst du in das Haus
des HERRN, deines Gottes, bringen. Du sollst das Böcklein nicht kochen
in seiner Mutter Milch.
27. Und der HERR sprach zu Mose: Schreib diese Worte: denn nach diesen
Worten habe ich mit dir und mit Israel einen Bund gemacht.
28. Und er war allda bei dem HERRN vierzig Tage und vierzig Nächte und
aß kein Brot und trank kein Wasser. Und er schrieb auf die Tafeln die
Worte des Bundes, die Zehn Worte.
29. Da nun Mose vom Berge Sinai ging, hatte er die zwei Tafeln des
Zeugnisses in seiner Hand und wußte nicht, daß die Haut seines
Angesichts glänzte davon, daß er mit ihm geredet hatte.
30. Und da Aaron und alle Kinder Israel sahen, daß die Haut seines
Angesichts glänzte, fürchteten sie sich, zu ihm zu nahen.
31. Da rief sie Mose; und sie wandten sich zu ihm, Aaron und alle
Obersten der Gemeinde; und er redete mit ihnen.
32. Darnach nahten alle Kinder Israel zu ihm. Und er gebot ihnen alles,
was der HERR mit ihm geredet hatte auf dem Berge Sinai.
33. Und da er solches alles mit ihnen geredet hatte, legte er eine
Decke auf sein Angesicht.
34. Und wenn er hineinging vor den HERRN, mit ihm zu reden, tat er die
Decke ab, bis er wieder herausging. Und wenn er herauskam und redete
mit den Kindern Israel, was ihm geboten war,
35. so sahen dann die Kinder Israel sein Angesicht an, daß die Haut
seines Angesichts glänzte; so tat er wieder die Decke auf sein
Angesicht, bis er wieder hineinging, mit ihm zu reden.
Kapitel 35.
1. Und Mose versammelte die ganze Gemeinde der Kinder Israel und sprach
zu ihnen: Das ist's, was der HERR geboten hat, das ihr tun sollt:
2. Sechs Tage sollt ihr arbeiten; den siebenten Tag aber sollt ihr
heilig halten als einen Sabbat der Ruhe des HERRN. Wer an dem arbeitet,
soll sterben.
3. Ihr sollt kein Feuer anzünden am Sabbattag in allen euren Wohnungen.
4. Und Mose sprach zu der ganzen Gemeinde der Kinder Israel: Das ist's,
was der HERR geboten hat:
5. Gebt unter euch ein Hebopfer dem HERRN, also daß das Hebopfer des
HERRN ein jeglicher willig bringe, Gold, Silber, Erz,
6. blauen und roten Purpur, Scharlach, weiße Leinwand und Ziegenhaar,
7. rötliche Widderfelle, Dachsfelle und Akazienholz,
8. Öl zur Lampe und Spezerei zur Salbe und zu gutem Räuchwerk,
9. Onyxsteine und eingefaßte Steine zum Leibrock und zum Amtschild.
10. Und wer unter euch verständig ist, der komme und mache, was der
HERR geboten hat:
11. nämlich die Wohnung mit ihrer Hütte und Decke, Haken, Brettern,
Riegeln, Säulen und Füßen;
12. die Lade mit ihren Stangen, den Gnadenstuhl und Vorhang;
13. den Tisch mit seinen Stangen und allem seinem Geräte und die
Schaubrote;
14. den Leuchter, zu leuchten, und sein Gerät und seine Lampen und das
Öl zum Licht;
15. den Räucheraltar mit seinen Stangen, die Salbe und Spezerei zum
Räuchwerk; das Tuch vor der Wohnung Tür;
16. den Brandopferaltar mit seinem ehernen Gitter, Stangen und allem
seinem Geräte; das Handfaß mit seinem Fuße;
17. den Umhang des Vorhofs mit seinen Säulen und Füßen und das Tuch des
Tors am Vorhof;
18. die Nägel der Wohnung und des Vorhofs mit ihren Seilen;
19. die Kleider des Amts zum Dienst im Heiligen, die heiligen Kleider
Aarons, des Priesters, mit den Kleidern seiner Söhne zum Priestertum.
20. Da ging die ganze Gemeinde der Kinder Israel aus von Mose.
21. Und alle, die es gern und willig gaben, kamen und brachten das
Hebopfer dem HERRN zum Werk der Hütte des Stifts und zu allem ihren
Dienst und zu den heiligen Kleidern.
22. Es brachten aber beide, Mann und Weib, wer's willig tat, Spangen,
Ohrringe, Ringe und Geschmeide und allerlei goldenes Gerät. Dazu
brachte jedermann Gold zum Webeopfer dem HERRN.
23. Und wer bei sich fand blauen und roten Purpur, Scharlach, weiße
Leinwand, Ziegenhaar, rötliche Widderfelle und Dachsfelle, der brachte
es.
24. Und wer Silber und Erz hob, der brachte es zur Hebe dem HERRN. Und
wer Akazienholz bei sich fand, der brachte es zu allerlei Werk des
Gottesdienstes.
25. Und welche verständige Weiber waren, die spannen mit ihren Händen
und brachten ihr Gespinnst, blauen und roten Purpur, Scharlach und
weiße Leinwand.
26. Und welche Weiber solche Arbeit konnten und willig dazu waren, die
spannen Ziegenhaare.
27. Die Fürsten aber brachten Onyxsteine und eingefaßte Steine zum
Leibrock und zum Schild
28. und Spezerei und Öl zu den Lichtern und zur Salbe und zum guten
Räuchwerk.
29. Also brachte die Kinder Israel willig, beide, Mann und Weib, zu
allerlei Werk, das der HERR geboten hatte durch Mose, daß man's machen
sollte.
30. Und Mose sprach zu den Kindern Israel: Sehet, der HERR hat mit
Namen berufen den Bezaleel, den Sohn Uris, des Sohnes Hur, vom Stamme
Juda,
31. und hat ihn erfüllt mit dem Geist Gottes, daß er weise, verständig,
geschickt sei zu allerlei Werk,
32. kunstreich zu arbeiten an Gold, Silber und Erz,
33. Edelsteine zu schneiden und einzusetzen, Holz zu zimmern, zu machen
allerlei kunstreiche Arbeit.
34. Und hat ihm ins Herz gegeben, zu unterweisen, ihm und Oholiab, dem
Sohn Ahisamachs, vom Stamme Dan.
35. Er hat ihr Herz mit Weisheit erfüllt, zu machen allerlei Werk, zu
schneiden, zu wirken und zu sticken mit blauem und rotem Purpur,
Scharlach und weißer Leinwand, und mit Weben, daß sie machen allerlei
Werk und kunstreiche Arbeit erfinden.
Kapitel 36.
1. Da arbeiteten Bezaleel und Oholiab und alle weisen Männer, denen der
HERR Weisheit und Verstand gegeben hatte, zu wissen, wie sie allerlei
Werk machen sollten zum Dienst des Heiligtums, nach allem, was der HERR
geboten hatte.
2. Und Mose berief den Bezaleel und Oholiab und alle weisen Männer,
denen der HERR Weisheit gegeben hatte in ihr Herz, alle, die sich
freiwillig erboten und hinzutraten, zu arbeiten an dem Werke.
3. Und sie nahmen zu sich von Mose alle Hebe, die die Kinder Israel
brachten zu dem Werke des Dienstes des Heiligtums, daß es gemacht
würde. Denn sie brachten alle Morgen ihre willige Gabe zu ihm.
4. Da kamen alle Weisen, die am Werk des Heiligtums arbeiteten, ein
jeglicher von seinem Werk, das sie machten,
5. und sprachen zu Mose: Das Volk bringt zu viel, mehr denn zum Werk
dieses Dienstes not ist, das der HERR zu machen geboten hat.
6. Da gebot Mose, daß man rufen ließ durchs Lager: Niemand tue mehr zur
Hebe des Heiligtums. Da hörte das Volk auf zu bringen.
7. Denn des Dinges war genug zu allerlei Werk, das zu machen war, und
noch übrig.
8. Also machten alle weisen Männer unter den Arbeitern am Werk die
Wohnung, zehn Teppiche von gezwirnter weißer Leinwand, blauem und rotem
Purpur und Scharlach, und Cherubim daran von kunstreicher Arbeit.
9. Die Länge eines Teppichs war achtundzwanzig Ellen und die Breite
vier Ellen, und waren alle in einem Maß.
10. Und er fügte je fünf Teppiche zu einem Stück zusammen, einen an den
andern.
11. Und machte blaue Schleifen an jegliches Stück am Rande, wo die zwei
Stücke sollten zusammengeheftet werden,
12. fünfzig Schleifen an jegliches Stück, daß eine Schleife der anderen
gegenüberstünde.
13. Und machte fünfzig goldene Haken und heftete die Teppiche mit den
Haken einen an den andern zusammen, daß es eine Wohnung würde.
14. Und er machte elf Teppiche von Ziegenhaaren, zur Hütte über die
Wohnung,
15. dreißig Ellen lang und vier Ellen breit, alle in einem Maß.
16. Und fügte ihrer fünf zusammen auf einen Teil und sechs zusammen auf
den andern Teil.
17. Und machte fünfzig Schleifen an jegliches Stück am Rande, wo die
Stücke sollten zusammengeheftet werden.
18. Und machte je fünfzig eherne Haken, daß die Hütte damit zusammen in
eins gefügt würde.
19. Und machte eine Decke über die Hütte von rötlichen Widderfellen und
über die noch eine Decke von Dachsfellen.
20. Und machte Bretter zur Wohnung von Akazienholz, die stehen sollten,
21. ein jegliches zehn Ellen lang und anderthalb Ellen breit
22. und an jeglichem zwei Zapfen, damit eins an das andere gesetzt
würde. Also machte er alle Bretter zur Wohnung,
23. daß der Bretter zwanzig gegen Mittag standen.
24. Und machte vierzig silberne Füße darunter, unter jeglich Brett zwei
Füße an seine zwei Zapfen.
25. Also zur andern Seite der Wohnung, gegen Mitternacht, machte er
auch zwanzig Bretter
26. mit vierzig silbernen Füßen, unter jeglichem Brett zwei Füße.
27. Aber hinten an der Wohnung, gegen Abend, machte er sechs Bretter
28. und zwei andere hinten an den zwei Ecken der Wohnung,
29. daß ein jegliches der beiden sich mit seinem Eckbrett von untenauf
gesellte und oben am Haupt zusammenkäme mit einer Klammer,
30. daß der Bretter acht würden und sechzehn silberne Füße, unter
jeglichem zwei Füße.
31. Und er machte Riegel von Akazienholz, fünf zu den Brettern auf der
einen Seite der Wohnung
32. und fünf auf der andern Seite und fünf hintenan, gegen Abend.
33. Und machte den mittleren Riegel, daß er mitten an den Brettern
hindurchgestoßen würde von einem Ende zum andern.
34. Und überzog die Bretter mit Gold; aber ihre Ringe machte er von
Gold, daß man die Riegel darein täte, und überzog die Riegel mit Gold.
35. Und machte den Vorhang mit dem Cherubim daran künstlich von blauem
und rotem Purpur, Scharlach und gezwirnter weißer Leinwand.
36. Und machte zu demselben vier Säulen von Akazienholz und überzog sie
mit Gold, und ihre Haken von Gold; und goß dazu vier silberne Füße.
37. Und machte ein Tuch in der Tür der Hütte von blauem und rotem
Purpur, Scharlach und gezwirnter weißer Leinwand, gestickt,
38. und fünf Säulen dazu mit ihren Haken, und überzog ihre Köpfe und
Querstäbe mit Gold und fünf eherne Füße daran.
Kapitel 37.
1. Und Bezaleel machte die Lade von Akazienholz, dritthalb Ellen lang,
anderthalb Ellen breit und hoch,
2. und überzog sie mit feinem Golde inwendig und auswendig und machte
ihr einen goldenen Kranz umher.
3. Und goß vier goldene Ringe an ihre vier Ecken, auf jeglicher Seite
zwei.
4. Und machte Stangen von Akazienholz und überzog sie mit Gold
5. und tat sie in die Ringe an der Lade Seiten, daß man sie tragen
konnte.
6. Und machte den Gnadenstuhl von feinem Golde, dritthalb Ellen lang
und anderthalb Ellen breit.
7. Und machte zwei Cherubim von getriebenem Golde an die zwei Enden des
Gnadenstuhls,
8. einen Cherub an diesem Ende, den andern an jenem Ende.
9. Und die Cherubim breiteten ihre Flügel aus von obenher und deckten
damit den Gnadenstuhl; und ihre Antlitze standen gegeneinander und
sahen auf den Gnadenstuhl.
10. Und er machte den Tisch von Akazienholz, zwei Ellen lang, eine Elle
breit und anderthalb Ellen hoch,
11. und überzog ihn mit feinem Golde und machte ihm einen goldenen
Kranz umher.
12. Und machte ihm eine Leiste umher, eine Handbreit hoch, und machte
einen goldenen Kranz um die Leiste her.
13. Und goß dazu vier goldene Ringe und tat sie an die vier Ecken an
seinen vier Füßen,
14. hart an der Leiste, daß die Stangen darin wären, daran man den
Tisch trüge.
15. Und machte die Stangen von Akazienholz und überzog sie mit Gold,
daß man den Tisch damit trüge.
16. Und machte auch von feinem Golde das Gerät auf den Tisch: Schüsseln
und Löffel, Kannen und Schalen, darin man das Trankopfer darbrächte.
17. Und er machte den Leuchter von feinem, getriebenem Golde. Daran war
der Schaft mit Röhren, Schalen, Knäufen und Blumen.
18. Sechs Röhren gingen zu seinen Seiten aus, zu jeglicher Seite drei
Röhren.
19. Drei Schalen waren an jeglichem Rohr mit Knäufen und Blumen.
20. An dem Leuchter aber waren vier Schalen mit Knäufen und Blumen,
21. je ein Knauf unter zwei von den sechs Röhren, die aus ihm gingen,
22. und die Knäufe und Röhren gingen aus ihm, und war alles aus
getriebenem, feinem Gold.
23. Und machte die sieben Lampen mit ihren Lichtschnäuzen und
Löschnäpfen von feinem Gold.
24. Aus einem Zentner feinen Goldes machte er ihn und all sein Gerät.
25. Er machte auch den Räucheraltar von Akazienholz, eine Elle lang und
breit, gleich viereckig, und zwei Ellen hoch, mit seinen Hörnern,
26. und überzog ihn mit feinem Golde, sein Dach und seine Wände
ringsumher und seine Hörner, und machte ihm einen Kranz umher von Gold
27. und zwei goldene Ringe unter dem Kranz zu beiden Seiten, daß man
Stangen darein täte und ihn damit trüge.
28. Aber die Stangen machte er von Akazienholz und überzog sie mit
Gold.
29. Und er machte die heilige Salbe und Räuchwerk von reiner Spezerei
nach der Kunst des Salbenbereiters.
Kapitel 38.
1. Und er machte den Brandopferaltar von Akazienholz, fünf Ellen lang
und breit, gleich viereckig, und drei Ellen hoch.
2. Und machte vier Hörner, die aus ihm gingen auf seinen vier Ecken,
und überzog sie mit Erz.
3. Und machte allerlei Geräte zu dem Altar: Aschentöpfe, Schaufeln,
Becken, Gabeln, Kohlenpfannen, alles aus Erz.
4. Und machte am Altar ein Gitter wie ein Netz von Erz umher, von
untenauf bis an die Hälfte des Altars.
5. Und goß vier Ringe an die vier Enden des ehernen Gitters für die
Stangen.
6. Dieselben machte er aus Akazienholz und überzog sie mit Erz
7. und tat sie in die Ringe an den Seiten des Altars, daß man ihn damit
trüge; und machte ihn inwendig hohl.
8. Und machte ein Handfaß von Erz und seinen Fuß auch von Erz aus
Spiegeln der Weiber, die vor der Tür der Hütte des Stifts dienten.
9. Und er machte den Vorhof: Gegen Mittag mit einem Umhang, hundert
Ellen lang, von gezwirnter weißer Leinwand,
10. mit seinen zwanzig Säulen und zwanzig Füßen von Erz, aber ihre
Haken und Querstäbe von Silber;
11. desgleichen gegen Mitternacht hundert Ellen mit zwanzig Säulen und
zwanzig Füßen von Erz, aber ihre Haken und Querstäbe von Silber;
12. gegen Abend aber fünfzig Ellen mit zehn Säulen und zehn Füßen, aber
ihre Haken und Querstäbe von Silber;
13. gegen Morgen auch fünfzig Ellen;
14. fünfzehn Ellen auf einer Seite mit drei Säulen und drei Füßen,
15. und auf der andern Seite auch fünfzehn Ellen mit drei Säulen und
drei Füßen, daß ihrer so viele waren an der einen Seite des Tors am
Vorhofe als an der andern.
16. Alle Umhänge des Vorhofs waren von gezwirnter weißer Leinwand
17. und die Füße der Säulen von Erz und ihre Haken und Querstäbe von
Silber, also daß ihre Köpfe überzogen waren mit Silber. Und ihre
Querstäbe waren silbern an allen Säulen des Vorhofs.
18. Und das Tuch in dem Tor des Vorhofs machte er gestickt von blauem
und rotem Purpur, Scharlach und gezwirnter weißer Leinwand, zwanzig
Ellen lang und fünf Ellen hoch, nach dem Maß der Umhänge des Vorhofs.
19. Dazu vier Säulen und vier Füße von Erz, und ihre Haken von Silber
und ihre Köpfe und ihre Querstäbe überzogen mit Silber.
20. Und alle Nägel der Wohnung und des Vorhofs ringsherum waren von
Erz.
21. Das ist nun die Summe zu der Wohnung des Zeugnisses, die gezählt
ward, wie Mose geboten hatte, durch den Dienst der Leviten unter der
Hand Ithamars, des Sohnes Aarons, des Priesters.
22. Bezaleel, der Sohn Uris, des Sohnes Hur, vom Stamme Juda, machte
alles, wie der HERR dem Mose geboten hatte,
23. und mit ihm Oholiab, der Sohn Ahisamachs, vom Stamme Dan, ein
Meister zu schneiden, zu wirken und zu sticken mit blauem und rotem
Purpur, Scharlach und weißer Leinwand.
24. Alles Gold, das verarbeitet ist in diesem ganzen Werk des
Heiligtums, das zum Webeopfer gegeben ward, ist neunundzwanzig Zentner
siebenhundertunddreißig Lot nach dem Lot des Heiligtums.
25. Des Silbers aber, das von der Gemeinde kam, war hundert Zentner
tausendsiebenhundertfünfzig Lot nach dem Lot des Heiligtums:
26. so manch Haupt, so manch halbes Lot nach dem Lot des Heiligtums,
von allen, die gezählt wurden von zwanzig Jahren an und darüber,
sechshundertmaltausend dreitausend fünfhundertundfünfzig.
27. Aus den hundert Zentnern Silber goß man die Füße des Heiligtums und
die Füße des Vorhangs, hundert Füße aus hundert Zentnern, je einen
Zentner zum Fuß.
28. Aber aus tausend siebenhundert und fünfundsiebzig Loten wurden
gemacht der Säulen Haken, und ihre Köpfe überzogen und ihre Querstäbe.
29. Das Webeopfer aber des Erzes war siebzig Zentner
zweitausendvierhundert Lot.
30. Daraus wurden gemacht die Füße in der Tür der Hütte des Stifts und
der eherne Altar und das eherne Gitter daran und alle Geräte des
Altars,
31. dazu die Füße des Vorhofs ringsherum und die Füße des Tores am
Vorhofe, alle Nägel der Wohnung und alle Nägel des Vorhofs ringsherum.
Kapitel 39.
1. Aber von dem blauen und roten Purpur und dem Scharlach machten sie
Aaron Amtskleider, zu dienen im Heiligtum, wie der HERR Mose geboten
hatte.
2. Und er machte den Leibrock von Gold, blauem und rotem Purpur,
Scharlach und gezwirnter weißer Leinwand.
3. Und sie schlugen das Gold und schnitten's zu Faden, daß man's
künstlich wirken konnte unter den blauen und roten Purpur, Scharlach
und weiße Leinwand.
4. Schulterstücke machten sie an ihm, die zusammengingen, und an beiden
Enden ward er zusammengebunden.
5. Und sein Gurt war nach derselben Kunst und Arbeit von Gold, blauem
und rotem Purpur, Scharlach und gezwirnter weißer Leinwand, wie der
HERR dem Mose geboten hatte.
6. Und sie machten zwei Onyxsteine, umher gefaßt mit Gold, gegraben
durch die Steinschneider mit den Namen der Kinder Israel;
7. und er heftete sie auf die Schulterstücke des Leibrocks, daß es
Steine seien zum Gedächtnis der Kinder Israel, wie der HERR dem Mose
geboten hatte.
8. Und sie machten das Schild nach der Kunst und dem Werk des Leibrocks
von Gold, blauem und rotem Purpur, Scharlach und gezwirnter weißer
Leinwand,
9. daß es viereckig und zwiefach war, eine Spanne lang und breit.
10. Und füllten es mit vier Reihen Steinen: die erste Reihe war ein
Sarder, Topas und Smaragd;
11. die andere ein Rubin, Saphir und Demant;
12. die dritte ein Lynkurer, Achat und Amethyst;
13. die vierte ein Türkis, Onyx und Jaspis, umher gefaßt mit Gold in
allen Reihen.
14. Und die Steine standen nach den zwölf Namen der Kinder Israel,
gegraben durch die Steinschneider, daß auf einem jeglichen ein Name
stand nach den zwölf Stämmen.
15. Und sie machten am Schild Ketten mit zwei Enden von feinem Golde
16. und zwei goldene Fassungen und zwei goldene Ringe und hefteten die
zwei Ringe auf die zwei Ecken des Schildes.
17. Und die zwei goldenen Ketten taten sie in die zwei Ringe auf den
Ecken des Schildes.
18. Aber die zwei Enden der Ketten taten sie an die zwei Fassungen und
hefteten sie auf die Schulterstücke des Leibrocks vornehin.
19. Und machten zwei andere goldene Ringe und hefteten sie an die zwei
andern Ecken des Schildes an seinen Rand, inwendig gegen den Leibrock.
20. Und sie machten zwei andere goldene Ringe, die taten sie unten an
die zwei Schulterstücke vorn am Leibrock, wo er zusammengeht, oben über
dem Gurt des Leibrocks,
21. daß das Schild mit seinen Ringen an die Ringe des Leibrocks
geknüpft würde mit einer blauen Schnur, daß es über dem Gurt des
Leibrocks hart anläge und nicht vom Leibrock los würde, wie der HERR
dem Mose geboten hatte.
22. Und machte einen Purpurrock zum Leibrock, gewirkt, ganz von blauem
Purpur,
23. und sein Loch oben mitteninne und eine Borte ums Loch her gefaltet,
daß er nicht zerrisse.
24. Und sie machten an seinen Saum Granatäpfel von blauem und rotem
Purpur, Scharlach und gezwirnter weißer Leinwand.
25. Und machten Schellen von feinem Golde; die taten sie zwischen die
Granatäpfel ringsumher am Saum des Purpurrocks,
26. je ein Granatapfel und eine Schelle um und um am Saum, darin zu
dienen, wie der HERR dem Mose geboten hatte.
27. Und sie machten auch die engen Röcke, von weißer Leinwand gewirkt,
Aaron und seinen Söhnen,
28. und den Hut von weißer Leinwand und die schönen Hauben von weißer
Leinwand und Beinkleider von gezwirnter weißer Leinwand
29. und den gestickten Gürtel von gezwirnter weißer Leinwand, blauem
und rotem Purpur und Scharlach, wie der HERR dem Mose geboten hatte.
30. Sie machten auch das Stirnblatt, die heilige Krone, von feinem
Gold, und gruben Schrift darein: Heilig dem HERRN.
31. Und banden eine blaue Schnur daran, daß sie an den Hut von obenher
geheftet würde, wie der HERR dem Mose geboten hatte.
32. Also ward vollendet das ganze Werk der Wohnung der Hütte des
Stifts. Und die Kinder Israel taten alles, was der HERR dem Mose
geboten hatte.
33. Und sie brachten die Wohnung zu Mose: die Hütte und alle ihre
Geräte, Haken, Bretter, Riegel, Säulen, Füße,
34. die Decke von rötlichen Widderfellen, die Decke von Dachsfellen und
den Vorhang;
35. die Lade des Zeugnisses mit ihren Stangen, den Gnadenstuhl;
36. den Tisch und alle seine Geräte und die Schaubrote;
37. den schönen Leuchter mit den Lampen zubereitet und allem seinen
Geräte und Öl zum Licht;
38. den Goldenen Altar und die Salbe und gutes Räuchwerk; das Tuch in
der Hütte Tür;
39. den ehernen Altar und sein ehernes Gitter mit seinen Stangen und
allem seinem Geräte; das Handfaß mit seinem Fuß;
40. die Umhänge des Vorhofs mit seinen Säulen und Füßen; das Tuch im
Tor des Vorhofs mit seinen Seilen und Nägeln und allem Gerät zum Dienst
der Wohnung der Hütte des Stifts;
41. die Amtskleider des Priesters Aaron, zu dienen im Heiligtum, und
die Kleider seiner Söhne, daß sie Priesteramt täten.
42. Alles, wie der HERR dem Mose geboten hatte, taten die Kinder Israel
an allem diesem Dienst.
43. Und Mose sah an all dies Werk; und siehe, sie hatten es gemacht,
wie der HERR geboten hatte. Und er segnete sie.
Kapitel 40.
1. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
2. Du sollst die Wohnung der Hütte des Stifts aufrichten am ersten Tage
des ersten Monats.
3. und sollst darein setzen die Lade des Zeugnisses und vor die Lade
den Vorhang hängen.
4. Und sollst den Tisch darbringen und ihn zubereiten und den Leuchter
darstellen und die Lampen darauf setzen.
5. Und sollst den goldenen Räucheraltar setzen vor die Lade des
Zeugnisses und das Tuch in der Tür der Wohnung aufhängen.
6. Den Brandopferaltar aber sollst du setzen heraus vor die Tür der
Wohnung der Hütte des Stifts,
7. und das Handfaß zwischen die Hütte des Stifts und den Altar, und
Wasser darein tun,
8. und den Vorhof stellen umher, und das Tuch in der Tür des Vorhofs
aufhängen.
9. Und sollst die Salbe nehmen, und die Wohnung und alles, was darin
ist, salben; und sollst sie weihen mit allem ihrem Geräte, daß sie
heilig sei.
10. Und sollst den Brandopferaltar salben mit allem seinem Geräte, und
weihen, daß er hochheilig sei.
11. Sollst auch das Handfaß und seinen Fuß salben und weihen.
12. Und sollst Aaron und seine Söhne vor die Tür der Hütte des Stifts
führen und mit Wasser waschen,
13. und Aaron die heiligen Kleider anziehen und ihn salben und weihen,
daß er mein Priester sei;
14. und seine Söhne auch herzuführen und ihnen die engen Röcke
anziehen,
15. und sie salben, wie du ihren Vater gesalbt hast, daß sie meine
Priester seien. Und diese Salbung sollen sie haben zum ewigen
Priestertum bei ihren Nachkommen.
16. Und Mose tat alles, wie ihm der HERR geboten hatte.
17. Also ward die Wohnung aufgerichtet im zweiten Jahr, am ersten Tage
des ersten Monats.
18. Und da Mose sie aufrichtete, setzte er die Füße und die Bretter und
Riegel und richtete die Säulen auf
19. und breitete die Hütte aus über der Wohnung und legte die Decke der
Hütte obendarauf, wie der HERR ihm geboten hatte,
20. und nahm das Zeugnis und legte es in die Lade und tat die Stangen
an die Lade und tat den Gnadenstuhl oben auf die Lade
21. und brachte die Lade in die Wohnung und hing den Vorhang vor die
Lade des Zeugnisses, wie ihm der HERR geboten hatte,
22. und setzte den Tisch in die Hütte des Stifts, an die Seite der
Wohnung gegen Mitternacht, außen vor den Vorhang,
23. und richtete Brot darauf zu vor dem HERRN, wie ihm der HERR geboten
hatte,
24. und setzte den Leuchter auch hinein, gegenüber dem Tisch, an die
Seite der Wohnung gegen Mittag,
25. und tat Lampen darauf vor dem HERRN, wie ihm der HERR geboten
hatte,
26. und setzte den goldenen Altar hinein vor den Vorhang
27. und räucherte darauf mit gutem Räuchwerk, wie ihm der HERR geboten
hatte,
28. und hing das Tuch in die Tür der Wohnung.
29. Aber den Brandopferaltar setzte er vor die Tür der Wohnung der
Hütte des Stifts und opferte darauf Brandopfer und Speisopfer, wie ihm
der HERR geboten hatte.
30. Und das Handfaß setzte er zwischen die Hütte des Stifts und den
Altar und tat Wasser darein zum Waschen.
31. Und Mose, Aaron und seine Söhne wuschen ihre Hände und Füße darin.
32. Denn sie müssen sich waschen, wenn sie in die Hütte des Stifts
gehen oder hinzutreten zum Altar, wie ihm der HERR geboten hatte.
33. Und er richtete den Vorhof auf um die Wohnung und um den Altar her
und hing den Vorhang in das Tor des Vorhofs. Also vollendete Mose das
ganze Werk.
34. Da bedeckte die Wolke die Hütte des Stifts, und die Herrlichkeit
des HERRN füllte die Wohnung.
35. Und Mose konnte nicht in die Hütte des Stifts gehen, weil die Wolke
darauf blieb und die Herrlichkeit des HERRN die Wohnung füllte.
36. Und wenn die Wolke sich aufhob von der Wohnung, so zogen die Kinder
Israel, solange sie reisten.
37. Wenn sich aber die Wolke nicht aufhob, so zogen sie nicht bis an
den Tag, da sie sich aufhob.
38. Denn die Wolke des HERRN war des Tages auf der Wohnung, und des
Nachts war sie feurig vor den Augen des ganzen Hauses Israel, solange
sie reisten.
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Gutenberg > Martin Luther >
Die Bibel
Martin Luther: Die Bibel - Kapitel 3
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title Die Bibel
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3. Buch Mose
Kapitel 1
1. Und der HERR rief Mose und redete mit ihm aus der Hütte des Stifts
und sprach:
2. Rede mit den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Welcher unter euch
dem HERRN ein Opfer tun will, der tue es von dem Vieh, von Rindern und
Schafen.
3. Will er ein Brandopfer tun von Rindern, so opfere er ein Männlein,
das ohne Fehl sei, vor der Tür der Hütte des Stifts, daß es dem HERRN
angenehm sei von ihm,
4. und lege seine Hand auf des Brandopfers Haupt, so wird es angenehm
sein und ihn versöhnen.
5. Und er soll das junge Rind schlachten vor dem HERRN; und die
Priester, Aarons Söhne, sollen das Blut herzubringen und auf den Altar
umhersprengen, der vor der Tür der Hütte des Stifts ist.
6. Und man soll dem Brandopfer die Haut abziehen, und es soll in Stücke
zerhauen werden;
7. und die Söhne Aarons, des Priesters, sollen ein Feuer auf dem Altar
machen und Holz obendarauf legen
8. und sollen die Stücke, den Kopf und das Fett auf das Holz legen, das
auf dem Feuer auf dem Altar liegt.
9. Das Eingeweide aber und die Schenkel soll man mit Wasser waschen,
und der Priester soll das alles anzünden auf dem Altar zum Brandopfer.
Das ist ein Feuer zum süßen Geruch dem HERRN.
10. Will er aber von Schafen oder Ziegen ein Brandopfer tun, so opfere
er ein Männlein, das ohne Fehl sei.
11. Und soll es schlachten zur Seite des Altars gegen Mitternacht vor
dem HERRN. Und die Priester, Aarons Söhne, sollen sein Blut auf den
Altar umhersprengen.
12. Und man soll es in Stücke zerhauen, und der Priester soll sie samt
dem Kopf und dem Fett auf das Holz und Feuer, das auf dem Altar ist,
legen.
13. Aber das Eingeweide und die Schenkel soll man mit Wasser waschen,
und der Priester soll es alles opfern und anzünden auf dem Altar zum
Brandopfer. Das ist ein Feuer zum süßen Geruch dem HERRN.
14. Will er aber von Vögeln dem HERRN ein Brandopfer tun, so tue er's
von Turteltauben oder von jungen Tauben.
15. Und der Priester soll's zum Altar bringen und ihm den Kopf
abkneipen, daß es auf dem Altar angezündet werde, und sein Blut
ausbluten lassen an der Wand des Altars.
16. Und seinen Kropf mit seinen Federn soll man neben den Altar gegen
Morgen auf den Aschenhaufen werfen;
17. und soll seine Flügel spalten, aber nicht abbrechen. Und also
soll's der Priester auf dem Altar anzünden, auf dem Holz, auf dem Feuer
zum Brandopfer. Das ist ein Feuer zum süßen Geruch dem HERRN.
Kapitel 2
1. Wenn eine Seele dem HERRN ein Speisopfer tun will, so soll es von
Semmelmehl sein, und sie sollen Öl darauf gießen und Weihrauch darauf
legen
2. und es also bringen zu den Priestern, Aarons Söhnen. Da soll der
Priester seine Hand voll nehmen von dem Semmelmehl und Öl, samt dem
ganzen Weihrauch und es anzünden zum Gedächtnis auf dem Altar. Das ist
ein Feuer zum süßen Geruch dem HERRN.
3. Das übrige aber vom Speisopfer soll Aarons und seiner Söhne sein.
Das soll ein Hochheiliges sein von den Feuern des HERRN.
4. Will er aber sein Speisopfer tun vom Gebackenen im Ofen, so nehme er
Kuchen von Semmelmehl, ungesäuert, mit Öl gemengt, oder ungesäuerte
Fladen, mit Öl bestrichen.
5. Ist aber dein Speisopfer etwas vom Gebackenen in der Pfanne, so
soll's von ungesäuertem Semmelmehl mit Öl gemengt sein;
6. und sollst's in Stücke zerteilen und Öl darauf gießen, so ist's ein
Speisopfer.
7. Ist aber dein Speisopfer etwas auf dem Rost Geröstetes, so sollst du
es von Semmelmehl mit Öl machen
8. und sollst das Speisopfer, das du von solcherlei machen willst dem
HERRN, zu dem Priester bringen; der soll es zu dem Altar bringen
9. und des Speisopfers einen Teil abzuheben zum Gedächtnis und anzünden
auf dem Altar. Das ist ein Feuer zum süßen Geruch dem HERRN.
10. Das übrige aber soll Aarons und seiner Söhne sein. Das soll ein
Hochheiliges sein von den Feuern des HERRN.
11. Alle Speisopfer, die ihr dem HERRN opfern wollt, sollt ihr ohne
Sauerteig machen; denn kein Sauerteig noch Honig soll dem HERRN zum
Feuer angezündet werden.
12. Unter den Erstlingen sollt ihr sie dem HERRN bringen; aber auf den
Altar sollen sie nicht kommen zum süßen Geruch.
13. Alle deine Speisopfer sollst du salzen, und dein Speisopfer soll
nimmer ohne Salz des Bundes deines Gottes sein; denn in allem deinem
Opfer sollst du Salz opfern.
14. Willst du aber ein Speisopfer dem HERRN tun von den ersten
Früchten, so sollst du Ähren, am Feuer gedörrt, klein zerstoßen und
also das Speisopfer deiner ersten Früchte opfern;
15. und sollst Öl darauf tun und Weihrauch darauf legen, so ist's ein
Speisopfer.
16. Und der Priester soll einen Teil von dem Zerstoßenen und vom Öl mit
dem ganzen Weihrauch anzünden zum Gedächtnis. Das ist ein Feuer dem
HERRN.
Kapitel 3
1. Ist aber sein Opfer ein Dankopfer von Rindern, es sei ein Ochse oder
eine Kuh, soll er eins opfern vor dem HERRN, das ohne Fehl sei.
2. Und soll seine Hand auf desselben Haupt legen und es schlachten vor
der Tür der Hütte des Stifts. Und die Priester, Aarons Söhne, sollen
das Blut auf den Altar umhersprengen.
3. Und er soll von dem Dankopfer dem HERRN opfern, nämlich das Fett,
welches die Eingeweide bedeckt, und alles Fett am Eingeweide
4. und die zwei Nieren mit dem Fett, das daran ist, an den Lenden, und
das Netz um die Leber, an den Nieren abgerissen.
5. Und Aarons Söhne sollen's anzünden auf dem Altar zum Brandopfer, auf
dem Holz, das auf dem Feuer liegt. Das ist ein Feuer zum süßen Geruch
dem HERRN.
6. Will er aber dem HERRN ein Dankopfer von kleinem Vieh tun, es sei
ein Widder oder Schaf, so soll's ohne Fehl sein.
7. Ist's ein Lämmlein, soll er's vor den HERRN bringen
8. und soll seine Hand auf desselben Haupt legen und es schlachten vor
der Hütte des Stifts. Und die Söhne Aarons sollen sein Blut auf dem
Altar umhersprengen.
9. Und er soll also von dem Dankopfer dem HERRN opfern zum Feuer,
nämlich sein Fett, den ganzen Schwanz, von dem Rücken abgerissen, dazu
das Fett, welches das Eingeweide bedeckt, und alles Fett am Eingeweide,
10. die zwei Nieren mit dem Fett, das daran ist, an den Lenden, und das
Netz um die Leber, an den Nieren abgerissen.
11. Und der Priester soll es anzünden auf dem Altar zur Speise des
Feuers dem HERRN.
12. Ist aber sein Opfer eine Ziege und er bringt es vor den HERRN,
13. soll er seine Hand auf ihr Haupt legen und sie schlachten vor der
Hütte des Stifts. Und die Söhne Aarons sollen das Blut auf dem Altar
umhersprengen,
14. und er soll davon opfern ein Opfer dem HERRN, nämlich das Fett,
welches die Eingeweide bedeckt, und alles Fett am Eingeweide,
15. die zwei Nieren mit dem Fett, das daran ist, an den Lenden, und das
Netz über der Leber, an den Nieren abgerissen.
16. Und der Priester soll's anzünden auf dem Altar zur Speise des
Feuers zum süßen Geruch. Alles Fett ist des HERRN.
17. Das sei eine ewige Sitte bei euren Nachkommen in allen Wohnungen,
daß ihr kein Fett noch Blut esset.
Kapitel 4
1. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
2. Rede mit den Kindern Israel und sprich: Wenn eine Seele sündigen
würde aus Versehen an irgend einem Gebot des HERRN und täte, was sie
nicht tun sollte:
3. nämlich so der Priester, der gesalbt ist, sündigen würde, daß er
eine Schuld auf das Volk brächte, der soll für seine Sünde, die er
getan hat, einen jungen Farren bringen, der ohne Fehl sei, dem HERRN
zum Sündopfer.
4. Und soll den Farren vor die Tür der Hütte des Stifts bringen vor den
HERRN und seine Hand auf desselben Haupt legen und ihn schlachten vor
dem HERRN.
5. Und der Priester, der gesalbt ist, soll von des Farren Blut nehmen
und es in die Hütte des Stifts bringen
6. und soll seinen Finger in das Blut tauchen und damit siebenmal
sprengen vor dem HERRN, vor dem Vorhang im Heiligen.
7. Und soll von dem Blut tun auf die Hörner des Räucheraltars, der vor
dem HERRN in der Hütte des Stifts steht, und alles übrige Blut gießen
an den Boden des Brandopferaltars, der vor der Tür der Hütte des Stifts
steht.
8. Und alles Fett des Sündopfers soll er abheben, nämlich das Fett,
welches das Eingeweide bedeckt, und alles Fett am Eingeweide,
9. die zwei Nieren mit dem Fett, das daran ist, an den Lenden, und das
Netz über der Leber, an den Nieren abgerissen,
10. gleichwie er's abhebt vom Ochsen im Dankopfer; und soll es anzünden
auf dem Brandopferaltar.
11. Aber das Fell des Farren mit allem Fleisch samt Kopf und Schenkeln
und das Eingeweide und den Mist,
12. das soll er alles hinausführen aus dem Lager an eine reine Stätte,
da man die Asche hin schüttet, und soll's verbrennen auf dem Holz mit
Feuer.
13. Wenn die ganze Gemeinde Israel etwas versehen würde und die Tat vor
ihren Augen verborgen wäre, daß sie wider irgend ein Gebot des HERRN
getan hätten, was sie nicht tun sollten, und also sich verschuldeten,
14. und darnach ihrer Sünde innewürden, die sie getan hätten, sollen
sie einen jungen Farren darbringen zum Sündopfer und vor die Tür der
Hütte des Stifts stellen.
15. Und die Ältesten von der Gemeinde sollen ihre Hände auf sein Haupt
legen vor dem HERRN und den Farren schlachten vor dem HERRN.
16. Und der Priester, der gesalbt ist, soll Blut vom Farren in die
Hütte des Stifts bringen
17. und mit seinem Finger siebenmal sprengen vor dem HERRN vor dem
Vorhang.
18. Und soll von dem Blut auf die Hörner des Altars tun, der vor dem
HERRN steht in der Hütte des Stifts, und alles andere Blut an den Boden
des Brandopferaltars gießen, der vor der Tür der Hütte des Stifts
steht.
19. Alles sein Fett aber soll er abheben und auf dem Altar anzünden.
20. Und soll mit dem Farren tun, wie er mit dem Farren des Sündopfers
getan hat. Und soll also der Priester sie versöhnen, so wird's ihnen
vergeben.
21. Und soll den Farren hinaus vor das Lager tragen und verbrennen, wie
er den vorigen Farren verbrannt hat. Das soll das Sündopfer der
Gemeinde sein.
22. Wenn aber ein Fürst sündigt und irgend etwas wider des HERRN,
seines Gottes, Gebote tut, was er nicht tun sollte, und versieht etwas,
daß er verschuldet,
23. und er wird seiner Sünde inne, die er getan hat, der soll zum Opfer
bringen einen Ziegenbock ohne Fehl,
24. und seine Hand auf des Bockes Haupt legen und ihn schlachten an der
Stätte, da man die Brandopfer schlachtet vor dem HERRN. Das sei sein
Sündopfer.
25. Da soll denn der Priester von dem Blut des Sündopfers nehmen mit
seinem Finger und es auf die Hörner des Brandopferaltars tun und das
andere Blut an den Boden des Brandopferaltars gießen.
26. Aber alles sein Fett soll er auf dem Altar anzünden gleich wie das
Fett des Dankopfers. Und soll also der Priester seine Sünde versöhnen,
so wird's ihm vergeben.
27. Wenn aber eine Seele vom gemeinen Volk etwas versieht und sündigt,
daß sie wider irgend eines der Gebote des HERRN tut, was sie nicht tun
sollte, und sich also verschuldet,
28. und ihrer Sünde innewird, die sie getan hat, die soll zum Opfer
eine Ziege bringen ohne Fehl für die Sünde, die sie getan hat,
29. und soll ihre Hand auf des Sündopfers Haupt legen und es schlachten
an der Stätte des Brandopfers.
30. Und der Priester soll von dem Blut mit seinem Finger nehmen und auf
die Hörner des Altars des Brandopfers tun und alles andere Blut an des
Altars Boden gießen.
31. All sein Fett aber soll er abreißen, wie er das Fett des Dankopfers
abgerissen hat, und soll's anzünden auf dem Altar zum süßen Geruch dem
HERRN. Und soll also der Priester sie versöhnen, so wird's ihr
vergeben.
32. Wird er aber ein Schaf zum Sündopfer bringen, so bringe er ein
weibliches, das ohne Fehl ist,
33. und lege seine Hand auf des Sündopfers Haupt und schlachte es zum
Sündopfer an der Stätte, da man die Brandopfer schlachtet.
34. Und der Priester soll von dem Blut mit seinem Finger nehmen und auf
die Hörner des Brandopferaltars tun und alles andere Blut an den Boden
des Altars gießen.
35. Aber all sein Fett soll er abreißen, wie er das Fett vom Schaf des
Dankopfers abgerissen hat, und soll's auf dem Altar anzünden zum Feuer
dem HERRN. Und soll also der Priester versöhnen seine Sünde, die er
getan hat, so wird's ihm vergeben.
Kapitel 5
1. Wenn jemand also sündigen würde, daß er den Fluch aussprechen hört
und Zeuge ist, weil er's gesehen oder erfahren hat, es aber nicht
ansagt, der ist einer Missetat schuldig.
2. Oder wenn jemand etwas Unreines anrührt, es sei ein Aas eines
unreinen Tieres oder Viehs oder Gewürms, und wüßte es nicht, der ist
unrein und hat sich verschuldet.
3. Oder wenn er einen unreinen Menschen anrührt, in was für
Unreinigkeit der Mensch unrein werden kann, und wüßte es nicht und
wird's inne, der hat sich verschuldet.
4. Oder wenn jemand schwört, daß ihm aus dem Mund entfährt, Schaden
oder Gutes zu tun (wie denn einem Menschen ein Schwur entfahren mag,
ehe er's bedächte), und wird's inne, der hat sich an der einem
verschuldet.
5. Wenn's nun geschieht, daß er sich an einem verschuldet und bekennt,
daß er daran gesündigt hat,
6. so soll er für seine Schuld dieser seiner Sünde, die er getan hat,
dem HERRN bringen von der Herde eine Schaf-oder Ziegenmutter zum
Sündopfer, so soll ihm der Priester seine Sünden versöhnen.
7. Vermag er aber nicht ein Schaf, so bringe er dem HERRN für seine
Schuld, die er getan hat, zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben, die
erste zum Sündopfer, die andere zum Brandopfer,
8. und bringe sie dem Priester. Der soll die erste zum Sündopfer
machen, und ihr den Kopf abkneipen hinter dem Genick, und nicht
abbrechen;
9. und sprenge mit dem Blut des Sündopfers an die Seite des Altars, und
lasse das übrige Blut ausbluten an des Altars Boden. Das ist das
Sündopfer,
10. Die andere aber soll er zum Brandopfer machen, so wie es recht ist.
Und soll also der Priester ihm seine Sünde versöhnen, die er getan hat,
so wird's ihm vergeben.
11. Vermag er aber nicht zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben, so
bringe er für seine Sünde als ein Opfer ein zehntel Epha Semmelmehl zum
Sündopfer. Er soll aber kein Öl darauf legen noch Weihrauch darauf tun;
denn es ist ein Sündopfer.
12. Und soll's zum Priester bringen. Der Priester aber soll eine
Handvoll davon nehmen zum Gedächtnis und anzünden auf dem Altar zum
Feuer dem HERRN. Das ist ein Sündopfer.
13. Und der Priester soll also seine Sünde, die er getan hat, ihm
versöhnen, so wird's ihm vergeben. Und es soll dem Priester gehören wie
ein Speisopfer.
14. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
15. Wenn sich jemand vergreift, daß er es versieht und sich versündigt
an dem, das dem HERRN geweiht ist, soll er ein Schuldopfer dem HERRN
bringen, einen Widder ohne Fehl von der Herde, der zwei Silberlinge
wert sei nach dem Lot des Heiligtums, zum Schuldopfer.
16. Dazu was er gesündigt hat an dem Geweihten, soll er wiedergeben und
den fünften Teil darüber geben, und soll's dem Priester geben; der soll
ihn versöhnen mit dem Widder des Schuldopfers, so wird's ihm vergeben.
17. Wenn jemand sündigt und tut wider irgend ein Gebot des HERRN, was
er nicht tun sollte, und hat's nicht gewußt, der hat sich verschuldet
und ist einer Missetat schuldig
18. und soll bringen einen Widder von der Herde ohne Fehl, der eines
Schuldopfers wert ist, zum Priester; der soll ihm versöhnen, was er
versehen hat und wußte es nicht, so wird's ihm vergeben.
19. Das ist das Schuldopfer; verschuldet hat er sich an dem HERRN.
Kapitel 6
1. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
2. Wenn jemand sündigen würde und sich damit an dem Herrn vergreifen,
daß er seinem Nebenmenschen ableugnet, was ihm dieser befohlen hat,
oder was ihm zu treuer Hand getan ist, oder was er sich mit Gewalt
genommen oder mit Unrecht an sich gebracht,
3. oder wenn er, was verloren ist, gefunden hat, und leugnet solches
und tut einen falschen Eid über irgend etwas, darin ein Mensch wider
seinen Nächsten Sünde tut;
4. wenn's nun geschieht, daß er also sündigt und sich verschuldet, so
soll er wiedergeben, was er mit Gewalt genommen oder mit Unrecht an
sich gebracht, oder was ihm befohlen ist, oder was er gefunden hat,
5. oder worüber er den falschen Eid getan hat; das soll er alles ganz
wiedergeben, dazu den fünften Teil darüber geben dem, des es gewesen
ist, des Tages, wenn er sein Schuldopfer gibt.
6. Aber für seine Schuld soll er dem HERRN zu dem Priester einen Widder
von der Herde ohne Fehl bringen, der eines Schuldopfers wert ist.
7. So soll ihn der Priester versöhnen vor dem HERRN, so wird ihm
vergeben alles, was er getan hat, darum er sich verschuldet hat.
8. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
9. Gebiete Aaron und seinen Söhnen und sprich: Dies ist das Gesetz des
Brandopfers. Das Brandopfer soll brennen auf dem Herd des Altars die
ganze Nacht bis an den Morgen, und es soll des Altars Feuer brennend
darauf erhalten werden.
10. Und der Priester soll seinen leinenen Rock anziehen und die
leinenen Beinkleider an seinen Leib und soll die Asche aufheben, die
das Feuer auf dem Altar gemacht hat, und soll sie neben den Altar
schütten.
11. und soll seine Kleider darnach ausziehen und andere Kleider
anziehen und die Asche hinaustragen aus dem Lager an eine reine Stätte.
12. Das Feuer auf dem Altar soll brennen und nimmer verlöschen; der
Priester soll alle Morgen Holz darauf anzünden und obendarauf das
Brandopfer zurichten und das Fett der Dankopfer darauf anzünden.
13. Ewig soll das Feuer auf dem Altar brennen und nimmer verlöschen.
14. Und das ist das Gesetz des Speisopfers, das Aarons Söhne opfern
sollen vor dem HERRN auf dem Altar.
15. Es soll einer abheben eine Handvoll Semmelmehl vom Speisopfer und
vom Öl und den ganzen Weihrauch, der auf dem Speisopfer liegt, und
soll's anzünden auf dem Altar zum süßen Geruch, ein Gedächtnis dem
HERRN.
16. Das übrige aber sollen Aaron und seine Söhne verzehren und sollen's
ungesäuert essen an heiliger Stätte, im Vorhof der Hütte des Stifts.
17. Sie sollen's nicht mit Sauerteig backen; denn es ist ihr Teil, den
ich ihnen gegeben habe von meinem Opfer. Es soll ihnen ein Hochheiliges
sein gleichwie das Sündopfer und Schuldopfer.
18. Was männlich ist unter den Kindern Aarons, die sollen's essen. Das
sei ein ewiges Recht euren Nachkommen an den Opfern des HERRN: es soll
sie niemand anrühren, er sei den geweiht.
19. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
20. Das soll das Opfer sein Aarons und seiner Söhne, das sie dem HERRN
opfern sollen am Tage der Salbung: ein zehntel Epha Semmelmehl als
tägliches Speisopfer, eine Hälfte des Morgens, die andere Hälfte des
Abends.
21. In der Pfanne mit Öl sollst du es machen und geröstet darbringen;
und in Stücken gebacken sollst du solches opfern zum süßen Geruch dem
HERRN.
22. Und der Priester, der unter seinen Söhnen an seiner Statt gesalbt
wird, soll solches tun; das ist ein ewiges Recht. Es soll dem HERRN
ganz verbrannt werden;
23. denn alles Speisopfer eines Priesters soll ganz verbrannt und nicht
gegessen werden.
24. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
25. Sage Aaron und seinen Söhnen und sprich: Dies ist das Gesetz des
Sündopfers. An der Stätte, da du das Brandopfer schlachtest, sollst du
auch das Sündopfer schlachten vor dem HERRN; das ist ein Hochheiliges.
26. Der Priester, der das Sündopfer tut, soll's essen an heiliger
Stätte, im Vorhof der Hütte des Stifts.
27. Niemand soll sein Fleisch anrühren, er sei denn geweiht. Und wer
von seinem Blut ein Kleid besprengt, der soll das besprengte Stück
waschen an heiliger Stätte.
28. Und den Topf, darin es gekocht ist, soll man zerbrechen. Ist's aber
ein eherner Topf, so soll man ihn scheuern und mit Wasser spülen.
29. Was männlich ist unter den Priestern, die sollen davon essen; denn
es ist ein Hochheiliges.
30. Aber all das Sündopfer, des Blut in die Hütte des Stifts gebracht
wird, zu versöhnen im Heiligen, soll man nicht essen, sondern mit Feuer
verbrennen.
Kapitel 7
1. Und dies ist das Gesetz des Schuldopfers. Ein Hochheiliges ist es.
2. An der Stätte, da man das Brandopfer schlachtet, soll man auch das
Schuldopfer schlachten und sein Blut auf dem Altar umhersprengen.
3. Und all sein Fett soll man opfern, den Schwanz und das Fett, welches
das Eingeweide bedeckt,
4. die zwei Nieren mit dem Fett, das daran ist, an den Lenden, und das
Netz über der Leber, an den Nieren abgerissen.
5. Und der Priester soll's auf dem Altar anzünden zum Feuer dem HERRN.
Das ist ein Schuldopfer.
6. Was männlich ist unter den Priestern, die sollen das essen an
heiliger Stätte; denn es ist ein Hochheiliges.
7. Wie das Sündopfer, also soll auch das Schuldopfer sein; aller beider
soll einerlei Gesetz sein; und sollen dem Priester gehören, der dadurch
versöhnt.
8. Welcher Priester jemandes Brandopfer opfert, des soll des
Brandopfers Fell sein, das er geopfert hat.
9. Und alles Speisopfer, das im Ofen oder auf dem Rost oder in der
Pfanne gebacken ist, soll dem Priester gehören, der es opfert.
10. Und alles Speisopfer, das mit Öl gemengt oder trocken ist, soll
aller Kinder Aarons sein, eines wie des andern.
11. Und dies ist das Gesetz des Dankopfers, das man dem HERRN opfert.
12. Wollen sie ein Lobopfer tun, so sollen sie ungesäuerte Kuchen
opfern, mit Öl gemengt, oder ungesäuerte Fladen, mit Öl bestrichen,
oder geröstete Semmelkuchen, mit Öl gemengt.
13. Sie sollen aber solches Opfer tun auf Kuchen von gesäuerten Brot
mit ihrem Lob-und Dankopfer,
14. und sollen einen von den allen dem HERRN zur Hebe opfern, und es
soll dem Priester gehören, der das Blut des Dankopfers sprengt.
15. Und das Fleisch ihres Lob-und Dankopfers soll desselben Tages
gegessen werden, da es geopfert ist, und nichts übriggelassen werden
bis an den Morgen.
16. Ist es aber ein Gelübde oder freiwilliges Opfer, so soll es
desselben Tages, da es geopfert ist, gegessen werden; so aber etwas
übrigbleibt auf den andern Tag, so soll man's doch essen.
17. Aber was vom geopferten Fleisch übrigbleibt am dritten Tage, soll
mit Feuer verbrannt werden.
18. Und wo jemand am dritten Tage wird essen von dem geopferten Fleisch
seines Dankopfers, so wird er nicht angenehm sein, der es geopfert hat;
es wird ihm auch nicht zugerechnet werden, sondern es wird ein Greuel
sein; und welche Seele davon essen wird, die ist einer Missetat
schuldig.
19. Und das Fleisch, das von etwas Unreinem berührt wird, soll nicht
gegessen, sondern mit Feuer verbrannt werden. Wer reines Leibes ist,
soll von dem Fleisch essen.
20. Und welche Seele essen wird von dem Fleisch des Dankopfers, das dem
HERRN zugehört, und hat eine Unreinigkeit an sich, die wird ausgerottet
werden von ihrem Volk.
21. Und wenn eine Seele etwas Unreines anrührt, es sei ein unreiner
Mensch, ein unreines Vieh oder sonst was greulich ist, und vom Fleisch
des Dankopfers ißt, das dem HERRN zugehört, die wird ausgerottet werden
von ihrem Volk.
22. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
23. Rede mit den Kindern Israel und sprich: Ihr sollt kein Fett essen
von Ochsen, Lämmern und Ziegen.
24. Aber das Fett vom Aas, und was vom Wild zerrissen ist, macht euch
zu allerlei Nutz; aber essen sollt ihr's nicht.
25. Denn wer das Fett ißt von dem Vieh, davon man dem HERRN Opfer
bringt, dieselbe Seele soll ausgerottet werde von ihrem Volk.
26. Ihr sollt auch kein Blut essen, weder vom Vieh noch von Vögeln,
überall, wo ihr wohnt.
27. Welche Seele würde irgend ein Blut essen, die soll ausgerottet
werden von ihrem Volk.
28. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
29. Rede mit den Kindern Israel und sprich: Wer dem HERRN sein
Dankopfer tun will, der soll darbringen, was vom Dankopfer dem HERRN
gehört.
30. Er soll's aber mit seiner Hand herzubringen zum Opfer des HERRN;
nämlich das Fett soll er bringen samt der Brust, daß sie ein Webeopfer
werden vor dem HERRN.
31. Und der Priester soll das Fett anzünden auf dem Altar, aber die
Brust soll Aarons und seiner Söhne sein.
32. Und die rechte Schulter sollen sie dem Priester geben zur Hebe von
ihren Dankopfern.
33. Und welcher unter Aarons Söhnen das Blut der Dankopfer opfert und
das Fett, des soll die rechte Schulter sein zu seinem Teil.
34. Denn die Webebrust und die Hebeschulter habe ich genommen von den
Kindern Israel von ihren Dankopfern und habe sie dem Priester Aaron und
seinen Söhnen gegeben zum ewigen Recht.
35. Dies ist die Gebühr Aarons und seiner Söhne von den Opfern des
HERRN, des Tages, da sie überantwortet wurden Priester zu sein dem
HERRN,
36. die der HERR gebot am Tage, da er sie salbte, daß sie ihnen gegeben
werden sollte von den Kindern Israel, zum ewigen Recht allen ihren
Nachkommen.
37. Dies ist das Gesetz des Brandopfers, des Speisopfers, des
Sündopfers, des Schuldopfers, der Füllopfer und der Dankopfer,
38. das der HERR dem Mose gebot auf dem Berge Sinai des Tages, da er
ihm gebot an die Kinder Israel, zu opfern ihre Opfer dem HERRN in der
Wüste Sinai.
Kapitel 8
1. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
2. Nimm Aaron und seine Söhne mit ihm samt ihren Kleidern und das
Salböl und einen Farren zum Sündopfer, zwei Widder und einen Korb mit
ungesäuertem Brot,
3. und versammle die ganze Gemeinde vor die Tür der Hütte des Stifts.
4. Mose tat, wie ihm der HERR gebot, und versammelte die Gemeinde vor
die Tür der Hütte des Stifts
5. und sprach zu ihnen: Das ist's, was der HERR geboten hat zu tun.
6. Und nahm Aaron und seine Söhne und wusch sie mit Wasser
7. und legte ihnen den leinenen Rock an und gürtete sie mit dem Gürtel
und zog ihnen den Purpurrock an und tat ihm den Leibrock an und Gürtete
ihn über den Leibrock her
8. und tat ihm das Amtschild an und das Schild Licht und Recht
9. und setzte ihm den Hut auf sein Haupt und setzte an den Hut oben an
seiner Stirn das goldene Blatt der heiligen Krone, wie der HERR dem
Mose geboten hatte.
10. Und Mose nahm das Salböl und salbte die Wohnung und alles, was
darin war, und weihte es
11. und sprengte damit siebenmal auf den Altar und salbte den Altar mit
allem seinem Geräte, das Handfaß mit seinem Fuß, daß es geweiht würde,
12. und goß von dem Salböl auf Aarons Haupt und salbte ihn, daß er
geweiht würde,
13. und brachte herzu Aarons Söhne und zog ihnen leinene Röcke an und
gürtete sie mit dem Gürtel und band ihnen Hauben auf, wie ihm der HERR
geboten hatte.
14. Und ließ herzuführen einen Farren zum Sündopfer. Und Aaron und
seine Söhne legten ihre Hände auf sein Haupt.
15. Da schlachtete er ihn. Und Mose nahm das Blut und tat's auf die
Hörner des Altars umher mit seinem Finger und entsündigte den Altar und
goß das Blut an des Altars Boden und weihte ihn, daß er ihn versöhnte.
16. Und nahm alles Fett am Eingeweide, das Netz über der Leber und die
zwei Nieren mit dem Fett daran, und zündete es an auf dem Altar.
17. Aber den Farren mit seinem Fell, Fleisch und Mist verbrannte er mit
Feuer draußen vor dem Lager, wie ihm der HERR geboten hatte.
18. Und brachte herzu einen Widder zum Brandopfer. Und Aaron und seine
Söhne legten ihre Hände auf sein Haupt.
19. Da schlachtete er ihn. Und Mose sprengte das Blut auf den Altar
umher,
20. zerhieb den Widder in Stücke und zündete an das Haupt, die Stücke
und das Fett
21. und wusch die Eingeweide und Schenkel mit Wasser und zündete also
den ganzen Widder an auf dem Altar. Das war ein Brandopfer zum süßen
Geruch, ein Feuer dem HERRN, wie ihm der HERR geboten hatte.
22. Er brachte auch herzu den andern Widder des Füllopfers. Und Aaron
und seine Söhne legten ihre Hände auf sein Haupt.
23. Da schlachtete er ihn. Und Mose nahm von seinem Blut und tat's
Aaron auf den Knorpel seines rechten Ohrs und auf den Daumen seiner
rechten Hand und auf die große Zehe seines rechten Fußes.
24. Und brachte herzu Aarons Söhne und tat von dem Blut auf den Knorpel
des rechten Ohrs und auf den Daumen ihrer rechten Hand und auf die
große Zehe ihres rechten Fußes und sprengte das Blut auf den Altar
umher.
25. Und nahm das Fett und den Schwanz und alles Fett am Eingeweide und
das Netz über der Leber, die zwei Nieren mit dem Fett daran und die
rechte Schulter;
26. dazu nahm er von dem Korb des ungesäuerten Brots vor dem HERRN
einen ungesäuerten Kuchen und einen Kuchen geölten Brots und einen
Fladen und legte es auf das Fett und auf die rechte Schulter.
27. Und gab das allesamt auf die Hände Aarons und seiner Söhne und
webte es zum Webeopfer vor dem HERRN.
28. Und nahm alles wieder von ihren Händen und zündete es an auf dem
Altar oben auf dem Brandopfer. Ein Füllopfer war es zum süßen Geruch,
ein Feuer dem HERRN.
29. Und Mose nahm die Brust und webte ein Webeopfer vor dem HERRN von
dem Widder des Füllopfers; der ward Mose zu seinem Teil, wie ihm der
HERR geboten hatte.
30. Und Mose nahm von dem Salböl und dem Blut auf dem Altar und
sprengte es auf Aaron und seine Kleider, auf seine Söhne und ihre
Kleider, und weihte also Aaron und seine Kleider, seine Söhne und ihre
Kleider mit ihm.
31. Und sprach zu Aaron und seinen Söhnen: Kochet das Fleisch vor der
Tür der Hütte des Stifts, und esset es daselbst, dazu auch das Brot im
Korbe des Füllopfers, wie mir geboten ist und gesagt, daß Aaron und
seine Söhne es essen sollen.
32. Was aber übrigbleibt vom Fleisch und Brot, das sollt ihr mit Feuer
verbrennen.
33. Und sollt in sieben Tagen nicht ausgehen von der Tür der Hütte des
Stifts bis an den Tag, da die Tage eures Füllopfers aus sind; denn
sieben Tage sind eure Hände gefüllt,
34. wie es an diesem Tage geschehen ist; der HERR hat's geboten zu tun,
auf daß ihr versöhnt seid.
35. Und sollt vor der Tür der Hütte des Stifts Tag und Nacht bleiben
sieben Tage lang und sollt nach dem Gebot des HERRN tun, daß ihr nicht
sterbet; denn also ist mir's geboten.
36. Und Aaron und seine Söhne taten alles, was ihnen der HERR geboten
hatte durch Mose.
Kapitel 9
1. Und am achten Tage rief Mose Aaron und seine Söhne und die Ältesten
in Israel
2. und sprach zu Aaron: Nimm zu dir ein junges Kalb zum Sündopfer und
einen Widder zum Brandopfer, beide ohne Fehl, und bringe sie vor den
Herrn.
3. Und rede mit den Kindern Israel und sprich: Nehmt einen Ziegenbock
zum Sündopfer und ein Kalb und ein Schaf, beide ein Jahr alt und ohne
Fehl, zum Brandopfer
4. und einen Ochsen und einen Widder zum Dankopfer, daß wir dem HERRN
opfern, und ein Speisopfer, mit Öl gemengt. Denn heute wird euch der
HERR erscheinen.
5. Und sie nahmen, was Mose geboten hatte, vor der Tür der Hütte des
Stifts; und es trat herzu die ganze Gemeinde und stand vor dem HERRN.
6. Da sprach Mose: Das ist's, was der HERR geboten hat, daß ihr es tun
sollt, so wird euch des HERRN Herrlichkeit erscheinen.
7. Und Mose sprach zu Aaron: Tritt zum Altar und mache dein Sündopfer
und dein Brandopfer und versöhne dich und das Volk; darnach mache des
Volkes Opfer und versöhne sie auch, wie der HERR geboten hat.
8. Und Aaron trat zum Altar und schlachtete das Kalb zu seinem
Sündopfer.
9. Und seine Söhne brachten das Blut zu ihm, und er tauchte mit seinem
Finger ins Blut und tat's auf die Hörner des Altars und goß das Blut an
des Altars Boden.
10. Aber das Fett und die Nieren und das Netz von der Leber am
Sündopfer zündete er an auf dem Altar, wie der HERR dem Mose geboten
hatte.
11. Und das Fleisch und das Fell verbrannte er mit Feuer draußen vor
dem Lager.
12. Darnach schlachtete er das Brandopfer; und Aarons Söhne brachten
das Blut zu ihm, und er sprengte es auf den Altar umher.
13. Und sie brachten das Brandopfer zu ihm zerstückt und den Kopf; und
er zündete es an auf dem Altar.
14. Und er wusch das Eingeweide und die Schenkel und zündete es an oben
auf dem Brandopfer auf dem Altar.
15. Darnach brachte er herzu des Volks Opfer und nahm den Bock, das
Sündopfer des Volks, und schlachtete ihn und machte ein Sündopfer
daraus wie das vorige.
16. Und brachte das Brandopfer herzu und tat damit, wie es recht war.
17. Und brachte herzu das Speisopfer und nahm seine Hand voll und
zündete es an auf dem Altar, außer dem Morgenbrandopfer.
18. Darnach schlachtete er den Ochsen und den Widder zum Dankopfer des
Volks; und seine Söhne brachten ihm das Blut, das sprengte er auf dem
Altar umher.
19. Aber das Fett vom Ochsen und vom Widder, den Schwanz und das Fett
am Eingeweide und die Nieren und das Netz über der Leber:
20. alles solches Fett legten sie auf die Brust; und er zündete das
Fett an auf dem Altar.
21. Aber die Brust und die rechte Schulter webte Aaron zum Webopfer vor
dem HERRN, wie der HERR dem Mose geboten hatte.
22. Und Aaron hob seine Hand auf zum Volk und segnete sie; und er stieg
herab, da er das Sündopfer, Brandopfer und Dankopfer gemacht hatte.
23. Und Mose und Aaron gingen in die Hütte des Stifts; und da sie
wieder herausgingen, segneten sie das Volk. Da erschien die
Herrlichkeit des HERRN allem Volk.
24. Und ein Feuer ging aus von dem HERRN und verzehrte auf dem Altar
das Brandopfer und das Fett. Da das alles Volk sah, frohlockten sie und
fielen auf ihr Antlitz.
Kapitel 10
1. Und die Söhne Aarons Nadab und Abihu nahmen ein jeglicher seinen
Napf und taten Feuer darein und legten Räuchwerk darauf und brachten
das fremde Feuer vor den HERRN, das er ihnen nicht geboten hatte.
2. Da fuhr ein Feuer aus von dem HERRN und verzehrte sie, daß sie
starben vor dem HERRN.
3. Da sprach Mose zu Aaron: Das ist's, was der HERR gesagt hat: Ich
erzeige mich heilig an denen, die mir nahe sind, und vor allem Volk
erweise ich mich herrlich. Und Aaron schwieg still.
4. Mose aber rief Misael und Elzaphan, die Söhne Usiels, Aarons
Vettern, und sprach zu ihnen: Tretet hinzu und traget eure Brüder von
dem Heiligtum hinaus vor das Lager.
5. Und sie traten hinzu und trugen sie hinaus mit ihren leinenen Röcken
vor das Lager, wie Mose gesagt hatte.
6. Da sprach Mose zu Aaron und seinen Söhnen Eleasar und Ithamar: Ihr
sollt eure Häupter nicht entblößen noch eure Kleider zerreißen, daß ihr
nicht sterbet und der Zorn über die ganze Gemeinde komme. Laßt eure
Brüder, das ganze Haus Israel, weinen über diesen Brand, den der HERR
getan hat.
7. Ihr aber sollt nicht ausgehen von der Tür der Hütte des Stifts, ihr
möchtet sterben; denn das Salböl des HERRN ist auf euch. Und sie taten,
wie Mose sagte.
8. Der HERR aber redete mit Aaron und sprach:
9. Du und deine Söhne mit dir sollt keinen Wein noch starkes Getränk
trinken, wenn ihr in die Hütte des Stifts geht, auf daß ihr nicht
sterbet. Das sei ein ewiges Recht allen euren Nachkommen,
10. auf daß ihr könnt unterscheiden, was heilig und unheilig, was rein
und unrein ist,
11. und daß ihr die Kinder Israel lehret alle Rechte, die der HERR zu
ihnen geredet hat durch Mose.
12. Und Mose redete mit Aaron und mit seinen noch übrigen Söhnen,
Eleasar und Ithamar: Nehmet, was übriggeblieben ist vom Speisopfer an
den Opfern des HERRN, und esset's ungesäuert bei dem Altar; denn es ist
ein Hochheiliges.
13. Ihr sollt's aber an heiliger Stätte essen; denn das ist dein Recht
und deiner Söhne Recht an den Opfern des HERRN; denn so ist's mir
geboten.
14. Aber die Webebrust und die Hebeschulter sollst du und deine Söhne
und deine Töchter mit dir essen an reiner Stätte; denn solch Recht ist
dir und deinen Kindern gegeben an den Dankopfern der Kinder Israel.
15. Denn die Hebeschulter und die Webebrust soll man zu den Opfern des
Fetts bringen, daß sie zum Webeopfer gewebt werden vor dem HERRN; darum
ist's dein und deiner Kinder zum ewigen Recht, wie der HERR geboten
hat.
16. Und Mose suchte den Bock des Sündopfers, und fand ihn verbrannt,
Und er ward zornig über Eleasar und Ithamar, Aarons Söhne, die noch
übrig waren, und sprach:
17. Warum habt ihr das Sündopfer nicht gegessen an heiliger Stätte?
denn es ist ein Hochheiliges, und er hat's euch gegeben, daß ihr die
Missetat der Gemeinde tragen sollt, daß ihr sie versöhnet vor dem
HERRN.
18. Siehe, sein Blut ist nicht gekommen in das Heilige hinein. Ihr
solltet es im Heiligen gegessen haben, wie mir geboten ist.
19. Aaron aber sprach zu Mose: Siehe, heute haben sie ihr Sündopfer und
ihr Brandopfer vor dem HERRN geopfert, und es ist mir also gegangen,
wie du siehst; und ich sollte essen heute vom Sündopfer? Sollte das dem
HERRN gefallen?
20. Da das Mose hörte, ließ er's sich gefallen.
Kapitel 11
1. Und der HERR redete mit Mose und Aaron und sprach zu ihnen:
2. Redet mit den Kindern Israel und sprecht: Das sind die Tiere, die
ihr essen sollt unter allen Tieren auf Erden.
3. Alles, was die Klauen spaltet und wiederkäut unter den Tieren, das
sollt ihr essen.
4. Was aber wiederkäut und hat Klauen und spaltet sie doch nicht, wie
das Kamel, das ist euch unrein, und ihr sollt's nicht essen.
5. Die Kaninchen wiederkäuen wohl, aber sie spalten die Klauen nicht;
darum sind sie unrein.
6. Der Hase wiederkäut auch, aber er spaltet die Klauen nicht; darum
ist er euch unrein.
7. Und ein Schwein spaltet wohl die Klauen, aber es wiederkäut nicht;
darum soll's euch unrein sein.
8. Von dieser Fleisch sollt ihr nicht essen noch ihr Aas anrühren; denn
sie sind euch unrein.
9. Dies sollt ihr essen unter dem, was in Wassern ist: alles, was
Floßfedern und Schuppen hat in Wassern, im Meer und in Bächen, sollt
ihr essen.
10. Alles aber, was nicht Floßfedern und Schuppen hat im Meer und in
Bächen, unter allem, was sich regt in Wassern, und allem, was lebt im
Wasser, soll euch eine Scheu sein,
11. daß ihr von ihrem Fleisch nicht eßt und vor ihrem Aas euch scheut.
12. Denn alles, was nicht Floßfedern und Schuppen hat in Wassern, sollt
ihr scheuen.
13. Und dies sollt ihr scheuen unter den Vögeln, daß ihr's nicht eßt:
den Adler, den Habicht, den Fischaar,
14. den Geier, den Weih, und was seine Art ist,
15. und alle Raben mit ihrer Art,
16. den Strauß, die Nachteule, den Kuckuck, den Sperber mit seiner Art,
17. das Käuzlein, den Schwan, den Uhu,
18. die Fledermaus, die Rohrdommel,
19. den Storch, den Reiher, den Häher mit seiner Art, den Wiedehopf und
die Schwalbe.
20. Alles auch, was sich regt und Flügel hat und geht auf vier Füßen,
das soll euch eine Scheu sein.
21. Doch das sollt ihr essen von allem, was sich regt und Flügel hat
und geht auf vier Füßen: was noch zwei Beine hat, womit es auf Erden
hüpft;
22. von demselben mögt ihr essen die Heuschrecken, als da ist: Arbe mit
seiner Art und Solam mit seiner Art und Hargol mit seiner Art und Hagab
mit seiner Art.
23. Aber alles, was sonst Flügel und vier Füße hat, soll euch eine
Scheu sein,
24. und sollt sie unrein achten. Wer solcher Aas anrührt, der wird
unrein sein bis auf den Abend.
25. Und wer dieser Aase eines tragen wird, soll seine Kleider waschen
und wird unrein sein bis auf den Abend.
26. Darum alles Getier, das Klauen hat und spaltet sie nicht und
wiederkäuet nicht, das soll euch unrein sein.
27. Und alles, was auf Tatzen geht unter den Tieren, die auf vier Füßen
gehen, soll euch unrein sein; wer ihr Aas anrührt, wird unrein sein bis
auf den Abend.
28. Und wer ihr Aas trägt, soll seine Kleider waschen und unrein sein
bis auf den Abend; denn solche sind euch unrein.
29. Diese sollen euch auch unrein sein unter den Tieren, die auf Erden
kriechen: das Wiesel, die Maus, die Kröte, ein jegliches mit seiner
Art,
30. der Igel, der Molch, die Eidechse, die Blindschleiche und der
Maulwurf;
31. die sind euch unrein unter allem, was da kriecht; wer ihr Aas
anrührt, der wird unrein sein bis auf den Abend.
32. Und alles, worauf ein solch totes Aas fällt, das wird unrein, es
sei allerlei hölzernes Gefäß oder Kleider oder Fell oder Sack; und
alles Gerät, womit man etwas schafft, soll man ins Wasser tun, und es
ist unrein bis auf den Abend; alsdann wird's rein.
33. Allerlei irdenes Gefäß, wo solcher Aas hineinfällt, wird alles
unrein, was darin ist; und sollt's zerbrechen.
34. Alle Speise, die man ißt, so solch Wasser hineinkommt, ist unrein;
und aller Trank, den man trinkt in allerlei solchem Gefäß, ist unrein.
35. Und alles, worauf solches Aas fällt, wird unrein, es sei ein Ofen
oder Kessel, so soll man's zerbrechen; denn es ist unrein und soll euch
unrein sein.
36. Doch die Brunnen und Gruben und Teiche bleiben rein. Wer aber ihr
Aas anrührt, ist unrein.
37. Und ob solch ein Aas fiele auf Samen, den man sät, so ist er doch
rein.
38. Wenn man aber Wasser über den Samen gösse, und fiele darnach ein
solch Aas darauf, so würde er euch unrein.
39. Wenn ein Tier stirbt, das ihr essen mögt: wer das Aas anrührt, der
ist unrein bis an den Abend.
40. Wer von solchem Aas ißt, der soll sein Kleid waschen und wird
unrein sein bis an den Abend. Also wer auch trägt ein solch Aas, soll
sein Kleid waschen, und ist unrein bis an den Abend
41. Was auf Erden schleicht, das soll euch eine Scheu sein, und man
soll's nicht essen.
42. Alles, was auf dem Bauch kriecht, und alles, was auf vier oder mehr
Füßen geht, unter allem, was auf Erden schleicht, sollt ihr nicht
essen; denn es soll euch eine Scheu sein.
43. Macht eure Seelen nicht zum Scheusal und verunreinigt euch nicht an
ihnen, daß ihr euch besudelt.
44. Denn ich bin der HERR, euer Gott. Darum sollt ihr euch heiligen,
daß ihr heilig seid, denn ich bin heilig, und sollt eure Seelen nicht
verunreinigen an irgend einem kriechenden Tier, das auf Erden
schleicht.
45. Denn ich bin der HERR, der euch aus Ägyptenland geführt hat, daß
ich euer Gott sei. Darum sollt ihr heilig sein, denn ich bin heilig.
46. Dies ist das Gesetz von den Tieren und Vögeln und allerlei Tieren,
die sich regen im Wasser, und allerlei Tieren, die auf Erden
schleichen,
47. daß ihr unterscheiden könnt, was unrein und rein ist, und welches
Tier man essen und welches man nicht essen soll.
Kapitel 12
1. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
2. Rede mit den Kindern Israel und sprich: Wenn ein Weib empfängt und
gebiert ein Knäblein, so soll sie sieben Tage unrein sein, wie wenn sie
ihre Krankheit leidet.
3. Und am achten Tage soll man das Fleisch seiner Vorhaut beschneiden.
4. Und sie soll daheimbleiben dreiunddreißig Tage im Blut ihrer
Reinigung. Kein Heiliges soll sie anrühren, und zum Heiligtum soll sie
nicht kommen, bis daß die Tage ihrer Reinigung aus sind.
5. Gebiert sie aber ein Mägdlein, so soll sie zwei Wochen unrein sein,
wie wenn sie ihre Krankheit leidet, und soll sechsundsechzig Tage
daheimbleiben in dem Blut ihrer Reinigung.
6. Und wenn die Tage ihrer Reinigung aus sind für den Sohn oder für die
Tochter, soll sie ein jähriges Lamm bringen zum Brandopfer und eine
junge Taube oder Turteltaube zum Sündopfer dem Priester vor die Tür der
Hütte des Stifts.
7. Der soll es opfern vor dem HERRN und sie versöhnen, so wird sie rein
von ihrem Blutgang. Das ist das Gesetz für die, so ein Knäblein oder
Mägdlein gebiert.
8. Vermag aber ihre Hand nicht ein Schaf, so nehme sie zwei
Turteltauben oder zwei junge Tauben, eine zum Brandopfer, die andere
zum Sündopfer; so soll sie der Priester versöhnen, daß sie rein werde.
Kapitel 13
1. Und der HERR redete mit Mose und Aaron und sprach:
2. Wenn einem Menschen an der Haut seines Fleisches etwas auffährt oder
ausschlägt oder eiterweiß wird, als wollte ein Aussatz werden an der
Haut seines Fleisches, soll man ihn zum Priester Aaron führen oder zu
einem unter seinen Söhnen, den Priestern.
3. Und wenn der Priester das Mal an der Haut des Fleisches sieht, daß
die Haare in Weiß verwandelt sind und das Ansehen an dem Ort tiefer ist
denn die andere Haut seines Fleisches, so ist's gewiß der Aussatz.
Darum soll ihn der Priester besehen und für unrein urteilen.
4. Wenn aber etwas eiterweiß ist an der Haut des Fleisches, und doch
das Ansehen der Haut nicht tiefer denn die andere Haut des Fleisches
und die Haare nicht in Weiß verwandelt sind, so soll der Priester ihn
verschließen sieben Tage
5. und am siebenten Tage besehen. Ist's, daß das Mal bleibt, wie er's
zuvor gesehen hat, und hat nicht weitergefressen an der Haut,
6. so soll ihn der Priester abermals sieben Tage verschließen. Und wenn
er ihn zum andermal am siebenten Tage besieht und findet, daß das Mal
verschwunden ist und nicht weitergefressen hat an der Haut, so soll er
ihn rein urteilen; denn es ist ein Grind. Und er soll seine Kleider
waschen, so ist er rein.
7. Wenn aber der Grind weiterfrißt in der Haut, nachdem er vom Priester
besehen worden ist, ob er rein sei, und wird nun zum andernmal vom
Priester besehen,
8. wenn dann da der Priester sieht, daß der Grind weitergefressen hat
in der Haut, so soll er ihn unrein urteilen; denn es ist gewiß Aussatz.
9. Wenn ein Mal des Aussatzes an einem Menschen sein wird, den soll man
zum Priester bringen.
10. Wenn derselbe sieht und findet, daß Weißes aufgefahren ist an der
Haut und die Haare in Weiß verwandelt und rohes Fleisch im Geschwür
ist,
11. so ist's gewiß ein alter Aussatz in der Haut des Fleisches. Darum
soll ihn der Priester unrein urteilen und nicht verschließen; denn er
ist schon unrein.
12. Wenn aber der Aussatz blüht in der Haut und bedeckt die ganze Haut,
von dem Haupt bis auf die Füße, alles, was dem Priester vor Augen sein
mag,
13. wenn dann der Priester besieht und findet, daß der Aussatz das
ganze Fleisch bedeckt hat, so soll er denselben rein urteilen, dieweil
es alles an ihm in Weiß verwandelt ist; denn er ist rein.
14. Ist aber rohes Fleisch da des Tages, wenn er besehen wird, so ist
er unrein.
15. Und wenn der Priester das rohe Fleisch sieht, soll er ihn unrein
urteilen; denn das rohe Fleisch ist unrein, und es ist gewiß Aussatz.
16. Verkehrt sich aber das rohe Fleisch wieder und verwandelt sich in
Weiß, so soll er zum Priester kommen.
17. Und wenn der Priester besieht und findet, daß das Mal ist in Weiß
verwandelt, soll er ihn rein urteilen; denn er ist rein.
18. Wenn jemandes Fleisch an der Haut eine Drüse wird und wieder heilt,
19. darnach an demselben Ort etwas Weißes auffährt oder rötliches
Eiterweiß wird, soll er vom Priester besehen werden.
20. Wenn dann der Priester sieht, daß das Ansehen tiefer ist denn die
andere Haut und das Haar in Weiß verwandelt, so soll er ihn unrein
urteilen; denn es ist gewiß ein Aussatzmal aus der Drüse geworden.
21. Sieht aber der Priester und findet, daß die Haare nicht weiß sind
und es ist nicht tiefer denn die andere Haut und ist verschwunden, so
soll er ihn sieben Tage verschließen.
22. Frißt es weiter in der Haut, so soll er unrein urteilen; denn es
ist gewiß ein Aussatzmal.
23. Bleibt aber das Eiterweiß also stehen und frißt nicht weiter, so
ist's die Narbe von der Drüse, und der Priester soll ihn rein urteilen.
24. Wenn sich jemand an der Haut am Feuer brennt und das Brandmal
weißrötlich oder weiß ist
25. und der Priester ihn besieht und findet das Haar in Weiß verwandelt
an dem Brandmal und das Ansehen tiefer denn die andere Haut, so ist's
gewiß Aussatz, aus dem Brandmal geworden. Darum soll ihn der Priester
unrein urteilen; denn es ist ein Aussatzmal.
26. Sieht aber der Priester und findet, daß die Haare am Brandmal nicht
in Weiß verwandelt und es nicht tiefer ist denn die andere Haut und ist
dazu verschwunden, soll er ihn sieben Tage verschließen;
27. und am siebenten Tage soll er ihn besehen. Hat's weitergefressen an
der Haut, so soll er unrein urteilen; denn es ist Aussatz.
28. Ist's aber gestanden an dem Brandmal und hat nicht weitergefressen
an der Haut und ist dazu verschwunden, so ist's ein Geschwür des
Brandmals. Und der Priester soll ihn rein urteilen; denn es ist die
Narbe des Brandmals.
29. Wenn ein Mann oder Weib auf dem Haupt oder am Bart ein Mal hat
30. und der Priester das Mal besieht und findet, daß das Ansehen der
Haut tiefer ist denn die andere Haut und das Haar daselbst golden und
dünn, so soll er ihn unrein urteilen; denn es ist ein aussätziger Grind
des Hauptes oder des Bartes.
31. Sieht aber der Priester, daß der Grind nicht tiefer anzusehen ist
denn die andere Haut und das Haar nicht dunkel ist, soll er denselben
sieben Tage verschließen.
32. Und wenn er am siebenten Tage besieht und findet, daß der Grind
nicht weitergefressen hat und kein goldenes Haar da ist und das Ansehen
des Grindes nicht tiefer ist denn die andere Haut,
33. soll er sich scheren, doch daß er den Grind nicht beschere; und
soll ihn der Priester abermals sieben Tage verschließen.
34. Und wenn er ihn am siebenten Tage besieht und findet, daß der Grind
nicht weitergefressen hat in der Haut und das Ansehen ist nicht tiefer
als die andere Haut, so soll er ihn rein sprechen, und er soll seine
Kleider waschen; denn er ist rein.
35. Frißt aber der Grind weiter an der Haut, nachdem er rein gesprochen
ist,
36. und der Priester besieht und findet, daß der Grind also
weitergefressen hat an der Haut, so soll er nicht mehr darnach fragen,
ob die Haare golden sind; denn er ist unrein.
37. Ist aber vor Augen der Grind stillgestanden und dunkles Haar
daselbst aufgegangen, so ist der Grind heil und er rein. Darum soll ihn
der Priester rein sprechen.
38. Wenn einem Mann oder Weib an der Haut ihres Fleisches etwas
eiterweiß ist
39. und der Priester sieht daselbst, daß das Eiterweiß schwindet, das
ist ein weißer Grind, in der Haut aufgegangen, und er ist rein.
40. Wenn einem Manne die Haupthaare ausfallen, daß er kahl wird, der
ist rein.
41. Fallen sie ihm vorn am Haupt aus und wird eine Glatze, so ist er
rein.
42. Wird aber an der Glatze, oder wo er kahl ist, ein weißes oder
rötliches Mal, so ist ihm Aussatz an der Glatze oder am Kahlkopf
aufgegangen.
43. Darum soll ihn der Priester besehen. Und wenn er findet, daß ein
weißes oder rötliches Mal aufgelaufen an seiner Glatze oder am
Kahlkopf, daß es sieht, wie sonst der Aussatz an der Haut,
44. so ist er aussätzig und unrein; und der Priester soll ihn unrein
sprechen solches Mals halben auf seinem Haupt.
45. Wer nun aussätzig ist, des Kleider sollen zerrissen sein und das
Haupt bloß und die Lippen verhüllt und er soll rufen: Unrein, unrein!
46. Und solange das Mal an ihm ist, soll er unrein sein, allein wohnen
und seine Wohnung soll außerhalb des Lagers sein.
47. Wenn an einem Kleid ein Aussatzmal sein wird, es sei wollen oder
leinen,
48. am Aufzug oder am Eintrag, es sei wollen oder leinen, oder an einem
Fell oder an allem, was aus Fellen gemacht wird,
49. und wenn das Mal grünlich oder rötlich ist am Kleid oder am Fell
oder am Aufzug oder am Eintrag oder an irgend einem Ding, das von
Fellen gemacht ist, das ist gewiß ein Mal des Aussatzes; darum soll's
der Priester besehen.
50. Und wenn er das Mal sieht, soll er's einschließen sieben Tage.
51. Und wenn er am siebenten Tage sieht, daß das Mal hat
weitergefressen am Kleid, am Aufzug oder am Eintrag, am Fell oder an
allem, was man aus Fellen macht, so ist das Mal ein fressender Aussatz,
und es ist unrein.
52. Und man soll das Kleid verbrennen oder den Aufzug oder den Eintrag,
es sei wollen oder leinen oder allerlei Fellwerk, darin solch ein Mal
ist; denn es ist fressender Aussatz, und man soll es mit Feuer
verbrennen.
53. Wird aber der Priester sehen, daß das Mal nicht weitergefressen hat
am Kleid oder am Aufzug oder am Eintrag oder an allerlei Fellwerk,
54. so soll er gebieten, daß man solches wasche, worin solches Mal ist,
und soll's einschließen andere sieben Tage.
55. Und wenn der Priester sehen wird, nachdem das Mal gewaschen ist,
daß das Mal nicht verwandelt ist vor seinen Augen und auch nicht
weitergefressen hat, so ist's unrein, und sollst es mit Feuer
verbrennen; denn es ist tief eingefressen und hat's vorn oder hinten
schäbig gemacht.
56. Wenn aber der Priester sieht, daß das Mal verschwunden ist nach
seinem Waschen, so soll er's abreißen vom Kleid, vom Fell, von Aufzug
oder vom Eintrag.
57. Wird's aber noch gesehen am Kleid, am Aufzug, am Eintrag oder
allerlei Fellwerk, so ist's ein Aussatzmal, und sollst das mit Feuer
verbrennen, worin solch Mal ist.
58. Das Kleid aber oder der Aufzug oder Eintrag oder allerlei Fellwerk,
das gewaschen und von dem das Mal entfernt ist, soll man zum andernmal
waschen, so ist's rein.
59. Das ist das Gesetz über die Male des Aussatzes an Kleidern, sie
seien wollen oder leinen, am Aufzug und am Eintrag und allerlei
Fellwerk, rein oder unrein zu sprechen.
Kapitel 14
1. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
2. Das ist das Gesetz über den Aussätzigen, wenn er soll gereinigt
werden. Er soll zum Priester kommen.
3. Und der Priester soll aus dem Lager gehen und besehen, wie das Mal
des Aussatzes am Aussätzigen heil geworden ist,
4. und soll gebieten dem, der zu reinigen ist, daß er zwei lebendige
Vögel nehme, die da rein sind, und Zedernholz und scharlachfarbene
Wolle und Isop.
5. Und soll gebieten, den einen Vogel zu schlachten in ein irdenes
Gefäß über frischem Wasser.
6. Und soll den lebendigen Vogel nehmen mit dem Zedernholz,
scharlachfarbener Wolle und Isop und in des Vogels Blut tauchen, der
über dem frischen Wasser geschlachtet ist,
7. und besprengen den, der vom Aussatz zu reinigen ist, siebenmal; und
reinige ihn also und lasse den lebendigen Vogel ins freie Feld fliegen.
8. Der Gereinigte aber soll seine Kleider waschen und alle seine Haare
abscheren und sich mit Wasser baden, so ist er rein. Darnach gehe er
ins Lager; doch soll er außerhalb seiner Hütte sieben Tage bleiben.
9. Und am siebenten Tage soll er alle seine Haare abscheren auf dem
Haupt, am Bart, an den Augenbrauen, daß alle Haare abgeschoren seien,
und soll seine Kleider waschen und sein Fleisch im Wasser baden, so ist
er rein.
10. Und am achten Tage soll er zwei Lämmer nehmen ohne Fehl und ein
jähriges Schaf ohne Fehl und drei zehntel Semmelmehl zum Speisopfer,
mit Öl gemengt, und ein Log Öl.
11. Da soll der Priester den Gereinigten und diese Dinge stellen vor
den HERRN, vor der Tür der Hütte des Stifts.
12. Und soll das eine Lamm nehmen und zum Schuldopfer opfern mit dem
Log Öl; und soll solches vor dem HERRN weben
13. und darnach das Lamm schlachten, wo man das Sündopfer und
Brandopfer schlachtet, nämlich an heiliger Stätte; denn wie das
Sündopfer, also ist auch das Schuldopfer des Priesters; denn es ist ein
Hochheiliges.
14. Und der Priester soll von dem Blut nehmen vom Schuldopfer und dem
Gereinigten auf den Knorpel des rechten Ohrs tun und auf den Daumen
seiner rechten Hand und auf die große Zehe seines rechten Fußes.
15. Darnach soll er von dem Log Öl nehmen und es in seine, des
Priesters, linke Hand gießen
16. und mit seinem rechten Finger in das Öl tauchen, das in seiner
linken Hand ist, und sprengen vom Öl mit seinem Finger siebenmal vor
dem HERRN.
17. Vom übrigen Öl aber in seiner Hand soll er dem Gereinigten auf den
Knorpel des rechten Ohrs tun und auf den rechten Daumen und auf die
große Zehe seines rechten Fußes, oben auf das Blut des Schuldopfers.
18. Das übrige Öl aber in seiner Hand soll er auf des Gereinigten Haupt
tun und ihn versöhnen vor dem HERRN.
19. Und soll das Sündopfer machen und den Gereinigten versöhnen seiner
Unreinigkeit halben; und soll darnach das Brandopfer schlachten
20. und soll es auf dem Altar opfern samt dem Speisopfer und ihn
versöhnen, so ist er rein.
21. Ist er aber arm und erwirbt mit seiner Hand nicht so viel, so nehme
er ein Lamm zum Schuldopfer, zu weben, zu seiner Versöhnung und ein
zehntel Semmelmehl, mit Öl gemengt, zum Speisopfer, und ein Log Öl
22. und zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben, die er mit seiner
Hand erwerben kann, daß eine sei ein Sündopfer, die andere ein
Brandopfer,
23. und bringe sie am achten Tage seiner Reinigung zum Priester vor die
Tür der Hütte des Stifts, vor den HERRN.
24. Da soll der Priester das Lamm zum Schuldopfer nehmen und das Log Öl
und soll's alles weben vor dem HERRN
25. und das Lamm des Schuldopfers schlachten und Blut nehmen von
demselben Schuldopfer und es dem Gereinigten tun auf den Knorpel seines
rechten Ohrs und auf den Daumen seiner rechten Hand und auf die große
Zehe seines rechten Fußes,
26. und von dem Öl in seine, des Priesters, linke Hand gießen
27. und mit seinem rechten Finger vom Öl, das in seiner linken Hand
ist, siebenmal sprengen vor dem HERRN.
28. Von dem übrigen aber in seiner Hand soll er dem Gereinigten auf den
Knorpel seines rechten Ohrs und auf den Daumen seiner rechten Hand und
auf die große Zehe seines rechten Fußes tun, oben auf das Blut des
Schuldopfers.
29. Das übrige Öl aber in seiner Hand soll er dem Gereinigten auf das
Haupt tun, ihn zu versöhnen vor dem HERRN;
30. und darnach aus der einen Turteltaube oder jungen Taube, wie seine
Hand hat mögen erwerben,
31. ein Sündopfer, aus der andern ein Brandopfer machen samt dem
Speisopfer. Und soll der Priester den Gereinigten also versöhnen vor
dem HERRN.
32. Das sei das Gesetz für den Aussätzigen, der mit seiner Hand nicht
erwerben kann, was zur Reinigung gehört.
33. Und der HERR redete mit Mose und Aaron und sprach:
34. Wenn ihr in das Land Kanaan kommt, das ich euch zur Besitzung gebe,
und ich werde irgend in einem Hause eurer Besitzung ein Aussatzmal
geben,
35. so soll der kommen, des das Haus ist, es dem Priester ansagen und
sprechen: Es sieht mich an, als sei ein Aussatzmal an meinem Hause.
36. Da soll der Priester heißen, daß sie das Haus ausräumen, ehe denn
der Priester hineingeht, das Mal zu besehen, auf daß nicht unrein werde
alles, was im Hause ist; darnach soll der Priester hineingehen, das
Haus zu besehen.
37. Wenn er nun das Mal besieht und findet, daß an der Wand des Hauses
grünliche oder rötliche Grüblein sind und ihr Ansehen tiefer denn sonst
die Wand ist,
38. so soll er aus dem Hause zur Tür herausgehen und das Haus sieben
Tage verschließen.
39. Und wenn er am siebenten Tage wiederkommt und sieht, daß das Mal
weitergefressen hat an des Hauses Wand,
40. so soll er die Steine heißen ausbrechen, darin das Mal ist, und
hinaus vor die Stadt an einen unreinen Ort werfen.
41. Und das Haus soll man inwendig ringsherum schaben und die
abgeschabte Tünche hinaus vor die Stadt an einen unreinen Ort schütten
42. und andere Steine nehmen und an jener Statt tun und andern Lehm
nehmen und das Haus bewerfen.
43. Wenn das Mal wiederkommt und ausbricht am Hause, nachdem man die
Steine ausgerissen und das Haus anders beworfen hat,
44. so soll der Priester hineingehen. Und wenn er sieht, daß das Mal
weitergefressen hat am Hause, so ist's gewiß ein fressender Aussatz am
Hause, und es ist unrein.
45. Darum soll man das Haus abbrechen, Steine und Holz und alle Tünche
am Hause, und soll's hinausführen vor die Stadt an einen unreinen Ort.
46. Und wer in das Haus geht, solange es verschlossen ist, der ist
unrein bis an den Abend.
47. Und wer darin liegt oder darin ißt, der soll seine Kleider waschen.
48. Wo aber der Priester, wenn er hineingeht, sieht, daß dies Mal nicht
weiter am Haus gefressen hat, nachdem das Haus beworfen ist, so soll
er's rein sprechen; denn das Mal ist heil geworden.
49. Und soll zum Sündopfer für das Haus nehmen zwei Vögel, Zedernholz
und scharlachfarbene Wolle und Isop,
50. und den einen Vogel schlachten in ein irdenes Gefäß über frischem
Wasser.
51. Und soll nehmen das Zedernholz, die scharlachfarbene Wolle, den
Isop und den lebendigen Vogel, und in des geschlachteten Vogels Blut
und in das frische Wasser tauchen, und das Haus siebenmal besprengen.
52. Und soll also das Haus entsündigen mit dem Blut des Vogels und mit
dem frischen Wasser, mit dem lebendigen Vogel, mit dem Zedernholz, mit
Isop und mit scharlachfarbener Wolle.
53. Und soll den lebendigen Vogel lassen hinaus vor die Stadt ins freie
Feld fliegen, und das Haus versöhnen, so ist's rein.
54. Das ist das Gesetz über allerlei Mal des Aussatzes und Grindes,
55. über den Aussatz der Kleider und der Häuser,
56. über Beulen, Ausschlag und Eiterweiß,
57. auf daß man wisse, wann etwas unrein oder rein ist. Das ist das
Gesetz vom Aussatz.
Kapitel 15
1. Und der HERR redete mit Mose und Aaron und sprach:
2. Redet mit den Kindern Israel und sprecht zu ihnen: Wenn ein Mann an
seinem Fleisch einen Fluß hat, derselbe ist unrein.
3. Dann aber ist er unrein an diesem Fluß, wenn sein Fleisch eitert
oder verstopft ist.
4. Alles Lager, darauf er liegt, und alles, darauf er sitzt, wird
unrein werden.
5. Und wer sein Lager anrührt, der soll seine Kleider waschen und sich
mit Wasser baden und unrein sein bis auf den Abend.
6. Und wer sich setzt, wo er gesessen hat, der soll seine Kleider
waschen und sich mit Wasser baden und unrein sein bis auf den Abend.
7. Wer sein Fleisch anrührt, der soll seine Kleider waschen und sich
mit Wasser baden und unrein sein bis auf den Abend.
8. Wenn er seinen Speichel wirft auf den, der rein ist, der soll seine
Kleider waschen und sich mit Wasser baden und unrein sein bis auf den
Abend.
9. Und der Sattel, darauf er reitet, wird unrein werden.
10. Und wer anrührt irgend etwas, das er unter sich gehabt hat, der
wird unrein sein bis auf den Abend. Und wer solches trägt, der soll
seine Kleider waschen und sich mit Wasser baden und unrein sein bis auf
den Abend.
11. Und welchen er anrührt, ehe er die Hände wäscht, der soll seine
Kleider waschen und sich mit Wasser baden und unrein sein bis auf den
Abend.
12. Wenn er ein irdenes Gefäß anrührt, das soll man zerbrechen; aber
das hölzerne Gefäß soll man mit Wasser spülen.
13. Und wenn er rein wird von seinem Fluß, so soll er sieben Tage
zählen, nachdem er rein geworden ist, und seine Kleider waschen und
sein Fleisch mit fließendem Wasser baden, so ist er rein.
14. Und am achten Tage soll er zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben
nehmen und vor den HERRN bringen vor die Tür der Hütte des Stifts und
dem Priester geben.
15. Und der Priester soll aus einer ein Sündopfer, aus der andern ein
Brandopfer machen und ihn versöhnen vor dem HERRN seines Flusses
halben.
16. Wenn einem Mann im Schlaf der Same entgeht, der soll sein ganzes
Fleisch mit Wasser baden und unrein sein bis auf den Abend.
17. Und alles Kleid und alles Fell, das mit solchem Samen befleckt ist,
soll er waschen mit Wasser und unrein sein bis auf den Abend.
18. Ein Weib, bei welchem ein solcher liegt, die soll sich mit Wasser
baden und unrein sein bis auf den Abend.
19. Wenn ein Weib ihres Leibes Blutfluß hat, die soll sieben Tage
unrein geachtet werden; wer sie anrührt, der wird unrein sein bis auf
den Abend.
20. Und alles, worauf sie liegt, solange sie ihre Zeit hat, und worauf
sie sitzt, wird unrein sein.
21. Und wer ihr Lager anrührt, der soll seine Kleider waschen und sich
mit Wasser baden und unrein sein bis auf den Abend.
22. Und wer anrührt irgend etwas, darauf sie gesessen hat, soll seine
Kleider waschen und sich mit Wasser baden und unrein sein bis auf den
Abend.
23. Und wer anrührt irgend etwas, das auf ihrem Lager gewesen ist oder
da, wo sie gesessen hat soll unrein sein bis auf den Abend.
24. Und wenn ein Mann bei ihr liegt und es kommt sie ihre Zeit an bei
ihm, der wird sieben Tage unrein sein, und das Lager, auf dem er
gelegen hat wird unrein sein.
25. Wenn aber ein Weib den Blutfluß eine lange Zeit hat, zu
ungewöhnlicher Zeit oder über die gewöhnliche Zeit, so wird sie unrein
sein, solange sie ihn hat; wie zu ihrer gewöhnlichen Zeit, so soll sie
auch da unrein sein.
26. Alles Lager, darauf sie liegt die ganze Zeit ihres Flußes, soll
sein wie ihr Lager zu ihrer gewöhnlichen Zeit. Und alles, worauf sie
sitzt, wird unrein sein gleich der Unreinigkeit ihrer gewöhnlichen
Zeit.
27. Wer deren etwas anrührt, der wird unrein sein und soll seine
Kleider waschen und sich mit Wasser baden und unrein sein bis auf den
Abend.
28. Wird sie aber rein von ihrem Fluß, so soll sie sieben Tage zählen;
darnach soll sie rein sein.
29. Und am achten Tage soll sie zwei Turteltauben oder zwei junge
Tauben nehmen und zum Priester bringen vor die Tür der Hütte des
Stifts.
30. Und der Priester soll aus einer machen ein Sündopfer, aus der
andern ein Brandopfer, und sie versöhnen vor dem HERRN über den Fluß
ihrer Unreinigkeit.
31. So sollt ihr die Kinder Israel warnen vor ihrer Unreinigkeit, daß
sie nicht sterben in ihrer Unreinigkeit, wenn sie meine Wohnung
verunreinigen, die unter ihnen ist.
32. Das ist das Gesetz über den, der einen Fluß hat und dem der Same im
Schlaf entgeht, daß er unrein davon wird,
33. und über die, die ihren Blutfluß hat, und wer einen Fluß hat, es
sei Mann oder Weib, und wenn ein Mann bei einer Unreinen liegt.
Kapitel 16
1. Und der HERR redete mit Mose, nachdem die zwei Söhne Aarons
gestorben waren, da sie vor dem HERRN opferten,
2. und sprach: Sage deinem Bruder Aaron, daß er nicht zu aller Zeit in
das inwendige Heiligtum gehe hinter den Vorhang vor den Gnadenstuhl,
der auf der Lade ist, daß er nicht sterbe; denn ich will in einer Wolke
erscheinen auf dem Gnadenstuhl;
3. sondern damit soll er hineingehen: mit einem jungen Farren zum
Sündopfer und mit einem Widder zum Brandopfer,
4. und soll den heiligen leinenen Rock anlegen und leinene Beinkleider
an seinem Fleisch haben und sich mit einem leinenen Gürtel gürten und
den leinenen Hut aufhaben, denn das sind die heiligen Kleider, und soll
sein Fleisch mit Wasser baden und sie anlegen.
5. Und soll von der Gemeinde der Kinder Israel zwei Ziegenböcke nehmen
zum Sündopfer und einen Widder zum Brandopfer.
6. Und Aaron soll den Farren, sein Sündopfer, herzubringen, daß er sich
und sein Haus versöhne,
7. und darnach die zwei Böcke nehmen und vor den HERRN stellen vor der
Tür der Hütte des Stifts,
8. und soll das Los werfen über die zwei Böcke: ein Los dem HERRN, das
andere dem Asasel.
9. Und soll den Bock, auf welchen das Los des HERRN fällt, opfern zum
Sündopfer.
10. Aber den Bock, auf welchen das Los für Asasel fällt, soll er
lebendig vor den HERRN stellen, daß er über ihm versöhne, und lasse den
Bock für Asasel in die Wüste.
11. Und also soll er denn den Farren seines Sündopfers herzubringen und
sich und sein Haus versöhnen und soll ihn schlachten
12. und soll einen Napf voll Glut vom Altar nehmen, der vor dem HERRN
steht, und die Hand voll zerstoßenen Räuchwerks und es hinein hinter
den Vorhang bringen
13. und das Räuchwerk aufs Feuer tun vor dem HERRN, daß der Nebel vom
Räuchwerk den Gnadenstuhl bedecke, der auf dem Zeugnis ist, daß er
nicht sterbe.
14. Und soll von dem Blut des Farren nehmen und es mit seinem Finger
auf den Gnadenstuhl sprengen vornean; vor den Gnadenstuhl aber soll er
siebenmal mit seinem Finger vom Blut sprengen.
15. Darnach soll er den Bock, des Volkes Sündopfer, schlachten und sein
Blut hineinbringen hinter den Vorhang und soll mit seinem Blut tun, wie
er mit des Farren Blut getan hat, und damit auch sprengen auf den
Gnadenstuhl und vor den Gnadenstuhl;
16. und soll also versöhnen das Heiligtum von der Unreinigkeit der
Kinder Israel und von ihrer Übertretung in allen ihren Sünden. Also
soll er auch tun der Hütte des Stifts; denn sie sind unrein, die umher
lagern.
17. Kein Mensch soll in der Hütte des Stifts sein, wenn er hineingeht,
zu versöhnen im Heiligtum, bis er herausgehe; und soll also versöhnen
sich und sein Haus und die ganze Gemeinde Israel.
18. Und wenn er herausgeht zum Altar, der vor dem HERRN steht, soll er
ihn versöhnen und soll vom Blut des Farren und vom Blut des Bocks
nehmen und es auf des Altars Hörner umher tun;
19. und soll mit seinem Finger vom Blut darauf sprengen siebenmal und
ihn reinigen und heiligen von der Unreinigkeit der Kinder Israel.
20. Und wenn er vollbracht hat das Versöhnen des Heiligtums und der
Hütte des Stifts und des Altars, so soll er den lebendigen Bock
herzubringen.
21. Da soll Aaron seine beiden Hände auf sein Haupt legen und bekennen
auf ihn alle Missetat der Kinder Israel und alle ihre Übertretung in
allen ihren Sünden, und soll sie dem Bock auf das Haupt legen und ihn
durch einen Mann, der bereit ist, in die Wüste laufen lassen,
22. daß also der Bock alle ihre Missetat auf sich in eine Wildnis
trage; und er lasse ihn in die Wüste.
23. Und Aaron soll in die Hütte des Stifts gehen und ausziehen die
leinenen Kleider, die er anzog, da er in das Heiligtum ging, und soll
sie daselbst lassen.
24. Und soll sein Fleisch mit Wasser baden an heiliger Stätte und seine
eigenen Kleider antun und herausgehen und sein Brandopfer und des
Volkes Brandopfer machen und beide, sich und das Volk, versöhnen,
25. und das Fett vom Sündopfer auf dem Altar anzünden.
26. Der aber den Bock für Asasel hat ausgeführt, soll seine Kleider
waschen und sein Fleisch mit Wasser baden und darnach ins Lager kommen.
27. Den Farren des Sündopfers und den Bock des Sündopfers, deren Blut
in das Heiligtum zu versöhnen gebracht ward, soll man hinausschaffen
vor das Lager und mit Feuer verbrennen, Haut, Fleisch und Mist.
28. Und der sie verbrennt, soll seine Kleider waschen und sein Fleisch
mit Wasser baden und darnach ins Lager kommen.
29. Auch soll euch das ein ewiges Recht sein: am zehnten Tage des
siebenten Monats sollt ihr euren Leib kasteien und kein Werk tun, weder
ein Einheimischer noch ein Fremder unter euch.
30. Denn an diesem Tage geschieht eure Versöhnung, daß ihr gereinigt
werdet; von allen euren Sünden werdet ihr gereinigt vor dem HERRN.
31. Darum soll's euch ein großer Sabbat sein, und ihr sollt euren Leib
kasteien. Ein ewiges Recht sei das.
32. Es soll aber solche Versöhnung tun ein Priester, den man geweiht
und des Hand man gefüllt hat zum Priester an seines Vaters Statt; und
er soll die leinenen Kleider antun, die heiligen Kleider,
33. und soll also versöhnen das heiligste Heiligtum und die Hütte des
Stifts und den Altar und die Priester und alles Volk der Gemeinde.
34. Das soll euch ein ewiges Recht sein, daß ihr die Kinder Israel
versöhnt von allen ihren Sünden, im Jahr einmal. Und Aaron tat, wie der
HERR dem Mose geboten hatte.
Kapitel 17
1. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
2. Sage Aaron und seinen Söhnen und allen Kindern Israel und sprich zu
ihnen: Das ist's, was der HERR geboten hat.
3. Welcher aus dem Haus Israel einen Ochsen oder Lamm oder Ziege
schlachtet, in dem Lager oder draußen vor dem Lager,
4. und es nicht vor die Tür der Hütte des Stifts bringt, daß es dem
HERRN zum Opfer gebracht werde vor der Wohnung des HERRN, der soll des
Blutes schuldig sein als der Blut vergossen hat, und solcher Mensch
soll ausgerottet werden aus seinem Volk.
5. Darum sollen die Kinder Israel ihre Schlachttiere, die sie auf dem
freien Feld schlachten wollen, vor den HERRN bringen vor die Tür der
Hütte des Stifts zum Priester und allda ihre Dankopfer dem HERRN
opfern.
6. Und der Priester soll das Blut auf den Altar des HERRN sprengen vor
der Tür der Hütte des Stifts und das Fett anzünden zum süßen Geruch dem
HERRN.
7. Und mitnichten sollen sie ihre Opfer hinfort den Feldteufeln opfern,
mit denen sie Abgötterei treiben. Das soll ihnen ein ewiges Recht sein
bei ihren Nachkommen.
8. Darum sollst du zu ihnen sagen: Welcher Mensch aus dem Hause Israel
oder auch ein Fremdling, der unter euch ist, ein Opfer oder Brandopfer
tut
9. und bringt's nicht vor die Tür der Hütte des Stifts, daß er's dem
HERRN tue, der soll ausgerottet werden von seinem Volk.
10. Und welcher Mensch, er sei vom Haus Israel oder ein Fremdling unter
euch, irgend Blut ißt, wider den will ich mein Antlitz setzen und will
ihn mitten aus seinem Volk ausrotten.
11. Denn des Leibes Leben ist im Blut, und ich habe es euch auf den
Altar gegeben, daß eure Seelen damit versöhnt werden. Denn das Blut ist
die Versöhnung, weil das Leben in ihm ist.
12. Darum habe ich gesagt den Kindern Israel: Keine Seele unter euch
soll Blut essen, auch kein Fremdling, der unter euch wohnt.
13. Und welcher Mensch, er sei vom Haus Israel oder ein Fremdling unter
euch, ein Tier oder einen Vogel fängt auf der Jagd, das man ißt, der
soll desselben Blut hingießen und mit Erde zuscharren.
14. Denn des Leibes Leben ist in seinem Blut, solange es lebt; und ich
habe den Kindern Israel gesagt: Ihr sollt keines Leibes Blut essen;
denn des Leibes Leben ist in seinem Blut; wer es ißt, der soll
ausgerottet werden.
15. Und welche Seele ein Aas oder was vom Wild zerrissen ist, ißt, er
sei ein Einheimischer oder Fremdling, der soll sein Kleid waschen und
sich mit Wasser baden und unrein sein bis auf den Abend, so wird er
rein.
16. Wo er seine Kleider nicht waschen noch sich baden wird, so soll er
seiner Missetat schuldig sein.
Kapitel 18
1. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
2. Rede mit den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Ich bin der HERR,
euer Gott.
3. Ihr sollt nicht tun nach den Werken des Landes Ägypten, darin ihr
gewohnt habt, auch nicht nach den Werken des Landes Kanaan, darein ich
euch führen will; ihr sollt auch nach ihrer Weise nicht halten;
4. sondern nach meinen Rechten sollt ihr tun, und meine Satzungen sollt
ihr halten, daß ihr darin wandelt; denn ich bin der HERR, euer Gott.
5. Darum sollt ihr meine Satzungen halten und meine Rechte. Denn
welcher Mensch dieselben tut, der wird dadurch leben; denn ich bin der
HERR.
6. Niemand soll sich zu seiner nächsten Blutsfreundin tun, ihre Blöße
aufzudecken; denn ich bin der HERR.
7. Du sollst deines Vaters und deiner Mutter Blöße nicht aufdecken; es
ist deine Mutter, darum sollst du ihre Blöße nicht aufdecken.
8. Du sollst deines Vaters Weibes Blöße nicht aufdecken; denn sie ist
deines Vaters Blöße.
9. Du sollst deiner Schwester Blöße, die deines Vaters oder deiner
Mutter Tochter ist, daheim oder draußen geboren, nicht aufdecken.
10. Du sollst die Blöße der Tochter deines Sohnes oder deiner Tochter
nicht aufdecken; denn es ist deine Blöße.
11. Du sollst die Blöße der Tochter deines Vaters Weibes, die deinem
Vater geboren ist und deine Schwester ist, nicht aufdecken.
12. Do sollst die Blöße der Schwester deines Vaters nicht aufdecken;
denn es ist deines Vaters nächste Blutsfreundin.
13. Du sollst deiner Mutter Schwester Blöße nicht aufdecken; denn es
ist deiner Mutter nächste Blutsfreundin.
14. Du sollst deines Vaters Bruders Blöße nicht aufdecken, daß du sein
Weib nehmest; denn sie ist deine Base.
15. Du sollst deiner Schwiegertochter Blöße nicht aufdecken; denn es
ist deines Sohnes Weib, darum sollst du ihre Blöße nicht aufdecken.
16. Du sollst deines Bruders Weibes Blöße nicht aufdecken; denn sie ist
deines Bruders Blöße.
17. Du sollst eines Weibes samt ihrer Tochter Blöße nicht aufdecken
noch ihres Sohnes Tochter oder ihrer Tochter Tochter nehmen, ihre Blöße
aufzudecken; denn sie sind ihre nächsten Blutsfreundinnen, und es ist
ein Frevel.
18. Du sollst auch deines Weibes Schwester nicht nehmen neben ihr, ihre
Blöße aufzudecken, ihr zuwider, solange sie noch lebt.
19. Du sollst nicht zum Weibe gehen, solange sie ihre Krankheit hat, in
ihrer Unreinigkeit ihre Blöße aufzudecken.
20. Du sollst auch nicht bei deines Nächsten Weibe liegen, dadurch du
dich an ihr verunreinigst.
21. Du sollst auch nicht eines deiner Kinder dahingeben, daß es dem
Moloch verbrannt werde, daß du nicht entheiligst den Namen deines
Gottes; denn ich bin der HERR.
22. Du sollst nicht beim Knaben liegen wie beim Weibe; denn es ist ein
Greuel.
23. Du sollst auch bei keinem Tier liegen, daß du mit ihm verunreinigt
werdest. Und kein Weib soll mit einem Tier zu schaffen haben; denn es
ist ein Greuel.
24. Ihr sollt euch in dieser keinem verunreinigen; denn in diesem allem
haben sich verunreinigt die Heiden, die ich vor euch her will
ausstoßen,
25. und das Land ist dadurch verunreinigt. Und ich will ihre Missetat
an ihnen heimsuchen, daß das Land seine Einwohner ausspeie.
26. Darum haltet meine Satzungen und Rechte, und tut dieser Greuel
keine, weder der Einheimische noch der Fremdling unter euch;
27. denn alle solche Greuel haben die Leute dieses Landes getan, die
vor euch waren, und haben das Land verunreinigt;
28. auf daß euch nicht auch das Land ausspeie, wenn ihr es
verunreinigt, gleich wie es die Heiden hat ausgespieen, die vor euch
waren.
29. Denn welche diese Greuel tun, deren Seelen sollen ausgerottet
werden von ihrem Volk.
30. Darum haltet meine Satzungen, daß ihr nicht tut nach den greulichen
Sitten, die vor euch waren, daß ihr nicht damit verunreinigt werdet;
denn ich bin der HERR, euer Gott.
Kapitel 19
1. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
2. Rede mit der ganzen Gemeinde der Kinder Israel und sprich zu ihnen:
Ihr sollt heilig sein; denn ich bin heilig, der HERR, euer Gott.
3. Ein jeglicher fürchte seine Mutter und seinen Vater. Haltet meine
Feiertage; denn ich bin der HERR, euer Gott.
4. Ihr sollt euch nicht zu den Götzen wenden und sollt euch keine
gegossenen Götter machen; denn ich bin der HERR, euer Gott.
5. Und wenn ihr dem HERRN wollt ein Dankopfer tun, so sollt ihr es
opfern, daß es ihm gefallen könnte.
6. Ihr sollt es desselben Tages essen, da ihr's opfert, und des andern
Tages; was aber auf den dritten Tag übrigbleibt, soll man mit Feuer
verbrennen.
7. Wird aber jemand am dritten Tage davon essen, so ist er ein Greuel
und wird nicht angenehm sein.
8. Und der Esser wird seine Missetat tragen, darum daß er das Heiligtum
des HERRN entheiligte, und solche Seele wird ausgerottet werden von
ihrem Volk.
9. Wenn du dein Land einerntest, sollst du nicht alles bis an die Enden
umher abschneiden, auch nicht alles genau aufsammeln.
10. Also auch sollst du deinen Weinberg nicht genau lesen noch die
abgefallenen Beeren auflesen, sondern dem Armen und Fremdling sollst du
es lassen; denn ich bin der HERR euer Gott.
11. Ihr sollt nicht stehlen noch lügen noch fälschlich handeln einer
mit dem andern.
12. Ihr sollt nicht falsch schwören bei meinem Namen und entheiligen
den Namen deines Gottes; denn ich bin der HERR.
13. Du sollst deinem Nächsten nicht unrecht tun noch ihn berauben. Es
soll des Tagelöhners Lohn nicht bei dir bleiben bis an den Morgen.
14. Du sollst dem Tauben nicht fluchen und sollst dem Blinden keinen
Anstoß setzen; denn du sollst dich vor deinem Gott fürchten, denn ich
bin der HERR.
15. Ihr sollt nicht unrecht handeln im Gericht, und sollst nicht
vorziehen den Geringen noch den Großen ehren; sondern du sollst deinen
Nächsten recht richten.
16. Du sollst kein Verleumder sein unter deinem Volk. Du sollst auch
nicht stehen wider deines Nächsten Blut; denn ich bin der HERR.
17. Du sollst deinen Bruder nicht hassen in deinem Herzen, sondern du
sollst deinen Nächsten zurechtweisen, auf daß du nicht seineshalben
Schuld tragen müssest.
18. Du sollst nicht rachgierig sein noch Zorn halten gegen die Kinder
deines Volks. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst; denn
ich bin der HERR.
19. Meine Satzungen sollt ihr halten, daß du dein Vieh nicht lassest
mit anderlei Tier zu schaffen haben und dein Feld nicht besäest mit
mancherlei Samen und kein Kleid an dich komme, daß mit Wolle und Leinen
gemengt ist.
20. Wenn ein Mann bei einem Weibe liegt, die eine leibeigene Magd und
von dem Mann verschmäht ist, doch nicht erlöst noch Freiheit erlangt
hat, das soll gestraft werden; aber sie sollen nicht sterben, denn sie
ist nicht frei gewesen.
21. Er soll aber für seine Schuld dem HERRN vor die Tür der Hütte des
Stifts einen Widder zum Schuldopfer bringen;
22. und der Priester soll ihn versöhnen mit dem Schuldopfer vor dem
HERRN über die Sünde, die er getan hat, so wird ihm Gott gnädig sein
über seine Sünde, die er getan hat.
23. Wenn ihr in das Land kommt und allerlei Bäume pflanzt, davon man
ißt, sollt ihr mit seinen Früchten tun wie mit einer Vorhaut. Drei
Jahre sollt ihr sie unbeschnitten achten, daß ihr sie nicht esset;
24. im vierten Jahr aber sollen alle ihre Früchte heilig sein, ein
Preisopfer dem HERRN;
25. im fünften Jahr aber sollt ihr die Früchte essen und sie
einsammeln; denn ich bin der HERR, euer Gott.
26. Ihr sollt nichts vom Blut essen. Ihr sollt nicht auf Vogelgeschrei
achten noch Tage wählen.
27. Ihr sollt euer Haar am Haupt nicht rundumher abschneiden noch euren
Bart gar abscheren.
28. Ihr sollt kein Mal um eines Toten willen an eurem Leibe reißen noch
Buchstaben an euch ätzen; denn ich bin der HERR.
29. Du sollst deine Tochter nicht zur Hurerei halten, daß nicht das
Land Hurerei treibe und werde voll Lasters.
30. Meine Feiertage haltet, und fürchtet euch vor meinem Heiligtum;
denn ich bin der HERR.
31. Ihr sollt euch nicht wenden zu den Wahrsagern, und forscht nicht
von den Zeichendeutern, daß ihr nicht an ihnen verunreinigt werdet;
denn ich bin der HERR, euer Gott.
32. Vor einem grauen Haupt sollst du aufstehen und die Alten ehren;
denn du sollst dich fürchten vor deinem Gott, denn ich bin der HERR.
33. Wenn ein Fremdling bei dir in eurem Lande wohnen wird, den sollt
ihr nicht schinden.
34. Er soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer unter euch, und
sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid auch Fremdlinge
gewesen in Ägyptenland. Ich bin der HERR, euer Gott.
35. Ihr sollt nicht unrecht handeln im Gericht mit der Elle, mit
Gewicht, mit Maß.
36. Rechte Waage, rechte Pfunde, rechte Scheffel, rechte Kannen sollen
bei euch sein; denn ich bin der HERR, euer Gott, der euch aus
Ägyptenland geführt hat,
37. daß ihr alle meine Satzungen und alle meine Rechte haltet und tut;
denn ich bin der HERR.
Kapitel 20
1. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
2. Sage den Kindern Israel: Welcher unter den Kindern Israel oder ein
Fremdling, der in Israel wohnt, eines seiner Kinder dem Moloch gibt,
der soll des Todes sterben; das Volk im Lande soll ihn steinigen.
3. Und ich will mein Antlitz setzen wider solchen Menschen und will ihn
aus seinem Volk ausrotten, daß er dem Moloch eines seiner Kinder
gegeben und mein Heiligtum verunreinigt und meinen heiligen Namen
entheiligt hat.
4. Und wo das Volk im Lande durch die Finger sehen würde dem Menschen,
der eines seiner Kinder dem Moloch gegeben hat, daß es ihn nicht tötet,
5. so will doch ich mein Antlitz wider denselben Menschen setzen und
wider sein Geschlecht und will ihn und alle, die mit ihm mit dem Moloch
Abgötterei getrieben haben, aus ihrem Volke ausrotten.
6. Wenn eine Seele sich zu den Wahrsagern und Zeichendeutern wenden
wird, daß sie ihnen nachfolgt, so will ich mein Antlitz wider dieselbe
Seele setzen und will sie aus ihrem Volk ausrotten.
7. Darum heiligt euch und seid heilig; denn ich bin der HERR, euer
Gott.
8. Und haltet meine Satzungen und tut sie; denn ich bin der HERR, der
euch heiligt.
9. Wer seinem Vater oder seiner Mutter flucht, der soll des Todes
sterben. Sein Blut sei auf ihm, daß er seinem Vater oder seiner Mutter
geflucht hat.
10. Wer die Ehe bricht mit jemandes Weibe, der soll des Todes sterben,
beide, Ehebrecher und Ehebrecherin, darum daß er mit seines Nächsten
Weibe die Ehe gebrochen hat.
11. Wenn jemand bei seines Vaters Weibe schläft, daß er seines Vater
Blöße aufgedeckt hat, die sollen beide des Todes sterben; ihr Blut sei
auf ihnen.
12. Wenn jemand bei seiner Schwiegertochter schläft, so sollen sie
beide des Todes sterben; ihr Blut sei auf ihnen.
13. Wenn jemand beim Knaben schläft wie beim Weibe, die haben einen
Greuel getan und sollen beide des Todes sterben; ihr Blut sei auf
ihnen.
14. Wenn jemand ein Weib nimmt und ihre Mutter dazu, der hat einen
Frevel verwirkt; man soll ihn mit Feuer verbrennen und sie beide auch,
daß kein Frevel sei unter euch.
15. Wenn jemand beim Vieh liegt, der soll des Todes sterben, und das
Vieh soll man erwürgen.
16. Wenn ein Weib sich irgend zu einem Vieh tut, daß sie mit ihm zu
schaffen hat, die sollst du töten und das Vieh auch; des Todes sollen
sie sterben; ihr Blut sei auf ihnen.
17. Wenn jemand seine Schwester nimmt, seines Vaters Tochter oder
seiner Mutter Tochter, und ihre Blöße schaut und sie wieder seine
Blöße, das ist Blutschande. Die sollen ausgerottet werden vor den
Leuten ihres Volks; denn er hat seiner Schwester Blöße aufgedeckt; er
soll seine Missetat tragen.
18. Wenn ein Mann beim Weibe schläft zur Zeit ihrer Krankheit und
entblößt ihre Scham und deckt ihren Brunnen auf, und entblößt den
Brunnen ihres Bluts, die sollen beide aus ihrem Volk ausgerottet
werden.
19. Deiner Mutter Schwester Blöße und deines Vater Schwester Blöße
sollst du nicht aufdecken; denn ein solcher hat seine nächste
Blutsfreundin aufgedeckt, und sie sollen ihre Missetat tragen.
20. Wenn jemand bei seines Vaters Bruders Weibe schläft, der hat seines
Oheims Blöße aufgedeckt. Sie sollen ihre Sünde tragen; ohne Kinder
sollen sie sterben.
21. Wenn jemand seines Bruders Weib nimmt, das ist eine schändliche
Tat; sie sollen ohne Kinder sein, darum daß er seines Bruders Blöße
aufgedeckt hat.
22. So haltet nun alle meine Satzungen und meine Rechte und tut
darnach, auf daß euch das Land nicht ausspeie, darein ich euch führe,
daß ihr darin wohnt.
23. Und wandelt nicht in den Satzungen der Heiden, die ich vor euch her
werde ausstoßen. Denn solches alles haben sie getan, und ich habe einen
Greuel an ihnen gehabt.
24. Euch aber sage ich: Ihr sollt jener Land besitzen; denn ich will
euch ein Land zum Erbe geben, darin Milch und Honig fließt. Ich bin der
HERR, euer Gott, der euch von allen Völkern abgesondert hat,
25. daß ihr auch absondern sollt das reine Vieh vom unreinen und
unreine Vögel von den reinen, und eure Seelen nicht verunreinigt am
Vieh, an Vögeln und an allem, was auf Erden kriecht, das ich euch
abgesondert habe, daß es euch unrein sei.
26. Darum sollt ihr mir heilig sein; denn ich, der HERR, bin heilig,
der euch abgesondert hat von den Völkern, daß ihr mein wäret.
27. Wenn ein Mann oder Weib ein Wahrsager oder Zeichendeuter sein wird,
die sollen des Todes sterben. Man soll sie steinigen; ihr Blut sei auf
ihnen.
Kapitel 21
1. Und der HERR sprach zu Mose: Sage den Priestern, Aarons Söhnen, und
sprich zu ihnen: Ein Priester soll sich an keinem Toten seines Volkes
verunreinigen,
2. außer an seinem Blutsfreunde, der ihm am nächsten angehört, als: an
seiner Mutter, an seinem Vater, an seinem Sohne, an seiner Tochter, an
seinem Bruder
3. und an seiner Schwester, die noch eine Jungfrau und noch bei ihm ist
und keines Mannes Weib gewesen ist; an der mag er sich verunreinigen.
4. Sonst soll er sich nicht verunreinigen an irgend einem, der ihm
zugehört unter seinem Volk, daß er sich entheilige.
5. Sie sollen auch keine Platte machen auf ihrem Haupt noch ihren Bart
abscheren und an ihrem Leib kein Mal stechen.
6. Sie sollen ihrem Gott heilig sein und nicht entheiligen den Namen
ihres Gottes. Denn sie opfern des HERRN Opfer, das Brot ihres Gottes;
darum sollen sie heilig sein.
7. Sie sollen keine Hure nehmen noch eine Geschwächte oder die von
ihrem Mann verstoßen ist; denn er ist heilig seinem Gott.
8. Darum sollst du ihn heilig halten, denn er opfert das Brot deines
Gottes; er soll dir heilig sein, denn ich bin heilig, der HERR, der
euch heiligt.
9. Wenn eines Priesters Tochter anfängt zu huren, die soll man mit
Feuer verbrennen; denn sie hat ihren Vater geschändet.
10. Wer Hoherpriester ist unter seinen Brüdern, auf dessen Haupt das
Salböl gegossen und dessen Hand gefüllt ist, daß er angezogen würde mit
den Kleidern, der soll sein Haupt nicht entblößen und seine Kleider
nicht zerreißen
11. und soll zu keinem Toten kommen und soll sich weder über Vater noch
über Mutter verunreinigen.
12. Aus dem Heiligtum soll er nicht gehen, daß er nicht entheilige das
Heiligtum seines Gottes; denn die Weihe des Salböls seines Gottes ist
auf ihm. Ich bin der HERR.
13. Eine Jungfrau soll er zum Weibe nehmen;
14. aber keine Witwe noch Verstoßene noch Geschwächte noch Hure,
sondern eine Jungfrau seines Volks soll er zum Weibe nehmen,
15. auf daß er nicht seinen Samen entheilige unter seinem Volk; denn
ich bin der HERR, der ihn heiligt.
16. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
17. Rede mit Aaron und sprich: Wenn an jemand deiner Nachkommen in
euren Geschlechtern ein Fehl ist, der soll nicht herzutreten, daß er
das Brot seines Gottes opfere.
18. Denn keiner, an dem ein Fehl ist, soll herzutreten; er sei blind,
lahm, mit einer seltsamen Nase, mit ungewöhnlichem Glied,
19. oder der an einem Fuß oder einer Hand gebrechlich ist
20. oder höckerig ist oder ein Fell auf dem Auge hat oder schielt oder
den Grind oder Flechten hat oder der gebrochen ist.
21. Welcher nun von Aarons, des Priesters, Nachkommen einen Fehl an
sich hat, der soll nicht herzutreten, zu opfern die Opfer des HERRN;
denn er hat einen Fehl, darum soll er zu dem Brot seines Gottes nicht
nahen, daß er es opfere.
22. Doch soll er das Brot seines Gottes essen, von dem Heiligen und vom
Hochheiligen.
23. Aber zum Vorhang soll er nicht kommen noch zum Altar nahen, weil
der Fehl an ihm ist, daß er nicht entheilige mein Heiligtum; denn ich
bin der HERR, der sie heiligt.
24. Und Mose redete solches zu Aaron und zu seinen Söhnen und zu allen
Kindern Israel.
Kapitel 22
1. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
2. Sage Aaron und seinen Söhnen, daß sie sich enthalten von dem
Heiligen der Kinder Israel, welches sie mir heiligen und meinen
heiligen Namen nicht entheiligen, denn ich bin der HERR.
3. So sage nun ihnen auf ihre Nachkommen: Welcher eurer Nachkommen
herzutritt zum Heiligen, das die Kinder Israel dem HERRN heiligen, und
hat eine Unreinheit an sich, des Seele soll ausgerottet werden von
meinem Antlitz; denn ich bin der HERR.
4. Welcher der Nachkommen Aarons aussätzig ist oder einen Fluß hat, der
soll nicht essen vom Heiligen, bis er rein werde. Wer etwa einen
anrührt, der an einem Toten unrein geworden ist, oder welchem der Same
entgeht im Schlaf,
5. und welcher irgend ein Gewürm anrührt, dadurch er unrein wird, oder
einen Menschen, durch den er unrein wird, und alles, was ihn
verunreinigt:
6. welcher der eins anrührt, der ist unrein bis auf den Abend und soll
von dem Heiligen nicht essen, sondern soll zuvor seinen Leib mit Wasser
baden.
7. Und wenn die Sonne untergegangen und er rein geworden ist, dann mag
er davon essen; denn es ist seine Nahrung.
8. Ein Aas und was von wilden Tieren zerreißen ist, soll er nicht
essen, auf daß er nicht unrein daran werde; denn ich bin der HERR.
9. Darum sollen sie meine Sätze halten, daß sie nicht Sünde auf sich
laden und daran sterben, wenn sie sich entheiligen; denn ich bin der
HERR, der sie heiligt.
10. Kein anderer soll von dem Heiligen essen noch des Priesters Beisaß
oder Tagelöhner.
11. Wenn aber der Priester eine Seele um sein Geld kauft, die mag davon
essen; und was ihm in seinem Hause geboren wird, das mag auch von
seinem Brot essen.
12. Wenn aber des Priesters Tochter eines Fremden Weib wird, die soll
nicht von der heiligen Hebe essen.
13. Wird sie aber eine Witwe oder ausgestoßen und hat keine Kinder und
kommt wieder zu ihres Vaters Hause, so soll sie essen von ihres Vaters
Brot, wie da sie noch Jungfrau war. Aber kein Fremdling soll davon
essen.
14. Wer sonst aus Versehen von dem Heiligen ißt der soll den fünften
Teil dazutun und dem Priester geben samt dem Heiligen,
15. auf daß sie nicht entheiligen das Heilige der Kinder Israel, das
sie dem HERRN heben,
16. auf daß sie nicht mit Missetat und Schuld beladen, wenn sie ihr
Geheiligtes essen; denn ich bin der HERR, der sie heiligt.
17. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
18. Sage Aaron und seinen Söhnen und allen Kindern Israel: Welcher
Israeliter oder Fremdling in Israel sein Opfer tun will, es sei ein
Gelübde oder von freiem Willen, daß sie dem HERRN ein Brandopfer tun
wollen, das ihm von euch angenehm sei,
19. das soll ein Männlein und ohne Fehl sein, von Rindern oder Lämmern
oder Ziegen.
20. Alles, was ein Fehl hat, sollt ihr nicht opfern; denn es wird von
euch nicht angenehm sein.
21. Und wer ein Dankopfer dem HERRN tun will, ein besonderes Gelübde
oder von freiem Willen, von Rindern oder Schafen, das soll ohne
Gebrechen sein, daß es angenehm sei; es soll keinen Fehl haben.
22. Ist's blind oder gebrechlich oder geschlagen oder dürr oder räudig
oder hat es Flechten, so sollt ihr solches dem HERRN nicht opfern und
davon kein Opfer geben auf den Altar des HERRN.
23. Einen Ochsen oder Schaf, die zu lange oder zu kurze Glieder haben,
magst du von freiem Willen opfern; aber angenehm mag's nicht sein zum
Gelübde.
24. Du sollst auch dem HERRN kein zerstoßenes oder zerriebenes oder
zerrissenes oder das ausgeschnitten ist, opfern, und sollt im Lande
solches nicht tun.
25. Du sollst auch solcher keins von eines Fremdlings Hand als Brot
eures Gottes opfern; denn es taugt nicht und hat einen Fehl; darum
wird's nicht angenehm sein von euch.
26. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
27. Wenn ein Ochs oder Lamm oder Ziege geboren ist, so soll es sieben
Tage bei seiner Mutter sein, und am achten Tage und darnach mag man's
dem HERRN opfern, so ist's angenehm.
28. Es sei ein Ochs oder Schaf, so soll man's nicht mit seinem Jungen
auf einen Tag schlachten.
29. Wenn ihr aber wollt dem HERRN ein Lobopfer tun, das von euch
angenehm sei,
30. so sollt ihr's desselben Tages essen und sollt nichts übrig bis auf
den Morgen behalten; denn ich bin der HERR.
31. Darum haltet meine Gebote und tut darnach; denn ich bin der HERR.
32. Daß ihr meinen heiligen Namen nicht entheiligt, und ich geheiligt
werde unter den Kindern Israel; denn ich bin der HERR, der euch
heiligt,
33. der euch aus Ägyptenland geführt hat, daß ich euer Gott wäre, ich,
der HERR.
Kapitel 23
1. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
2. Sage den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Das sind die Feste des
HERRN, die ihr heilig und meine Feste heißen sollt, da ihr
zusammenkommt.
3. Sechs Tage sollst du arbeiten; der siebente Tag aber ist der große,
heilige Sabbat, da ihr zusammenkommt. Keine Arbeit sollt ihr an dem
tun; denn es ist der Sabbat des HERRN in allen euren Wohnungen.
4. Dies sind aber die Feste des HERRN, die ihr die heiligen Feste
heißen sollt, da ihr zusammenkommt.
5. Am vierzehnten Tage des ersten Monats gegen Abend ist des HERRN
Passah.
6. Und am fünfzehnten desselben Monats ist das Fest der ungesäuerten
Brote des HERRN; da sollt ihr sieben Tage ungesäuertes Brot essen.
7. Der erste Tag soll heilig unter euch heißen, da ihr zusammenkommt;
da sollt ihr keine Dienstarbeit tun.
8. Und sieben Tage sollt ihr dem HERRN opfern. Der siebente Tag soll
auch heilig heißen, da ihr zusammenkommt; da sollt ihr auch keine
Dienstarbeit tun.
9. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
10. Sage den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Wenn ihr in das Land
kommt, das ich euch geben werde, und werdet's ernten, so sollt ihr eine
Garbe der Erstlinge eurer Ernte zu dem Priester bringen.
11. Da soll die Garbe gewebt werden vor dem HERRN, daß es von euch
angenehm sei; solches soll aber der Priester tun des Tages nach dem
Sabbat.
12. Und ihr sollt des Tages, da eure Garbe gewebt wird, ein Brandopfer
dem HERRN tun von einem Lamm, das ohne Fehl und jährig sei,
13. samt dem Speisopfer: zwei Zehntel Semmelmehl, mit Öl gemengt, als
ein Opfer dem HERRN zum süßen Geruch; dazu das Trankopfer: ein viertel
Hin Wein.
14. Und sollt kein neues Brot noch geröstete oder frische Körner zuvor
essen bis auf den Tag, da ihr eurem Gott Opfer bringt. Das soll ein
Recht sein euren Nachkommen in allen euren Wohnungen.
15. Darnach sollt ihr Zählen vom Tage nach dem Sabbat, da ihr die
Webegarbe brachtet, sieben ganze Wochen;
16. bis an den Tag nach dem siebenten Sabbat, nämlich fünfzig Tage,
sollt ihr zählen und neues Speisopfer dem HERRN opfern,
17. und sollt's aus euren Wohnungen opfern, nämlich zwei Webebrote von
zwei Zehntel Semmelmehl, gesäuert und gebacken, zu Erstlingen dem
HERRN.
18. Und sollt herzubringen neben eurem Brot sieben jährige Lämmer ohne
Fehl und einen jungen Farren und zwei Widder, die sollen des HERRN
Brandopfer sein, mit ihrem Speisopfern und Trankopfern, ein Opfer eines
süßen Geruchs dem HERRN.
19. Dazu sollt ihr machen einen Ziegenbock zum Sündopfer und zwei
jährige Lämmer zum Dankopfer.
20. Und der Priester soll's weben samt den Erstlingsbroten vor dem
HERRN; die sollen samt den zwei Lämmern dem HERRN heilig sein und dem
Priester gehören.
21. Und sollt diesen Tag ausrufen; denn er soll unter euch heilig
heißen, da ihr zusammenkommt; keine Dienstarbeit sollt ihr tun. Ein
ewiges Recht soll das sein bei euren Nachkommen in allen euren
Wohnungen.
22. Wenn ihr aber euer Land erntet sollt ihr nicht alles bis an die
Enden des Feldes abschneiden, auch nicht alles genau auflesen, sondern
sollt's den Armen und Fremdlingen lassen. Ich bin der HERR, euer Gott.
23. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
24. Rede mit den Kindern Israel und sprich: Am ersten Tage des
siebenten Monats sollt ihr den heiligen Sabbat des Blasens zum
Gedächtnis halten, da ihr zusammenkommt;
25. da sollt ihr keine Dienstarbeit tun und sollt dem HERRN opfern.
26. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
27. Des zehnten Tages in diesem siebenten Monat ist der Versöhnungstag.
Der soll bei euch heilig heißen, daß ihr zusammenkommt; da sollt ihr
euren Leib kasteien und dem HERRN opfern
28. und sollt keine Arbeit tun an diesem Tage; denn es ist der
Versöhnungstag, daß ihr versöhnt werdet vor dem HERRN, eurem Gott.
29. Denn wer seinen Leib nicht kasteit an diesem Tage, der soll aus
seinem Volk ausgerottet werden.
30. Und wer dieses Tages irgend eine Arbeit tut, den will ich vertilgen
aus seinem Volk.
31. Darum sollt ihr keine Arbeit tun. Das soll ein ewiges Recht sein
euren Nachkommen in allen ihren Wohnungen.
32. Es ist euer großer Sabbat, daß ihr eure Leiber kasteit. Am neunten
Tage des Monats zu Abend sollt ihr diesen Sabbat halten, von Abend bis
wieder zu Abend.
33. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
34. Rede mit den Kindern Israel und sprich: Am fünfzehnten Tage dieses
siebenten Monats ist das Fest der Laubhütten sieben Tage dem HERRN.
35. Der erste Tag soll heilig heißen, daß ihr zusammenkommt; keine
Dienstarbeit sollt ihr tun.
36. Sieben Tage sollt ihr dem HERRN opfern. Der achte Tag soll auch
heilig heißen, daß ihr zusammenkommt, und sollt eure Opfer dem HERRN
tun; denn es ist der Tag der Versammlung; keine Dienstarbeit sollt ihr
tun.
37. Das sind die Feste des HERRN, die ihr sollt für heilig halten, daß
ihr zusammenkommt und dem HERRN Opfer tut: Brandopfer, Speisopfer,
Trankopfer und andere Opfer, ein jegliches nach seinem Tage,
38. außer was die Sabbate des HERRN und eure Gaben und Gelübde und
freiwillige Gaben sind, die ihr dem HERRN gebt.
39. So sollt ihr nun am fünfzehnten Tage des siebenten Monats, wenn ihr
die Früchte des Landes eingebracht habt, das Fest des HERRN halten
sieben Tage lang. Am ersten Tage ist es Sabbat, und am achten Tage ist
es auch Sabbat.
40. Und sollt am ersten Tage Früchte nehmen von schönen Bäumen,
Palmenzweige und Maien von dichten Bäumen und Bachweiden und sieben
Tage fröhlich sein vor dem HERRN, eurem Gott.
41. Und sollt also dem HERRN das Fest halten sieben Tage des Jahres.
Das soll ein ewiges Recht sein bei euren Nachkommen, daß sie im
siebenten Monat also feiern.
42. Sieben Tage sollt ihr in Laubhütten wohnen; wer einheimisch ist in
Israel, der soll in Laubhütten wohnen,
43. daß eure Nachkommen wissen, wie ich die Kinder Israel habe lassen
in Hütten wohnen, da ich sie aus Ägyptenland führte. Ich bin der HERR,
euer Gott.
44. Und Mose sagte den Kindern Israel solche Feste des HERRN.
Kapitel 24
1. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
2. Gebiete den Kindern Israel, daß sie zu dir bringen gestoßenes
lauteres Baumöl zur Leuchte, daß man täglich Lampen aufsetze
3. außen vor dem Vorhang des Zeugnisses in der Hütte des Stifts. Und
Aaron soll's zurichten des Abends und des Morgens vor dem HERRN
täglich. Das sei ein ewiges Recht euren Nachkommen.
4. Er soll die Lampen auf dem feinen Leuchter zurichten vor dem HERRN
täglich.
5. Und sollst Semmelmehl nehmen und davon zwölf Kuchen backen; zwei
Zehntel soll ein Kuchen haben.
6. Und sollst sie legen je sechs auf eine Schicht auf den feinen Tisch
vor dem HERRN.
7. Und sollst auf dieselben legen reinen Weihrauch, daß er sei bei den
Broten zum Gedächtnis, ein Feuer dem HERRN.
8. Alle Sabbate für und für soll er sie zurichten vor dem HERRN, von
den Kindern Israel zum ewigen Bund.
9. Und sie sollen Aarons und seiner Söhne sein; die sollen sie essen an
heiliger Stätte; denn das ist ein Hochheiliges von den Opfern des HERRN
zum ewigen Recht.
10. Es ging aber aus eines israelitischen Weibes Sohn, der eines
ägyptischen Mannes Kind war, unter den Kindern Israel und zankte sich
im Lager mit einem israelitischen Mann
11. und lästerte den Namen des HERRN und fluchte. Da brachten sie ihn
zu Mose (seine Mutter aber hieß Selomith, eine Tochter Dibris vom
Stamme Dan)
12. und legten ihn gefangen, bis ihnen klare Antwort würde durch den
Mund des HERRN.
13. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
14. Führe den Flucher hinaus vor das Lager und laß alle, die es gehört
haben, ihre Hände auf sein Haupt legen und laß ihn die ganze Gemeinde
steinigen.
15. Und sage den Kindern Israel: Welcher seinem Gott flucht, der soll
seine Sünde tragen.
16. Welcher des HERRN Namen lästert, der soll des Todes sterben; die
ganze Gemeinde soll ihn steinigen. Wie der Fremdling, so soll auch der
Einheimische sein; wenn er den Namen lästert, so soll er sterben.
17. Wer irgend einen Menschen erschlägt, der soll des Todes sterben.
18. Wer aber ein Vieh erschlägt, der soll's bezahlen, Leib um Leib.
19. Und wer seinen Nächsten verletzt, dem soll man tun, wie er getan
hat,
20. Schade um Schade, Auge um Auge, Zahn um Zahn; wie er hat einen
Menschen verletzt, so soll man ihm wieder tun.
21. Also daß, wer ein Vieh erschlägt, der soll's bezahlen; wer aber
einen Menschen erschlägt, der soll sterben.
22. Es soll einerlei Recht unter euch sein, dem Fremdling wie dem
Einheimischen; denn ich bin der HERR, euer Gott.
23. Mose aber sagte es den Kindern Israel; und sie führten den Flucher
hinaus vor das Lager und steinigten ihn. Also taten die Kinder Israel,
wie der HERR dem Mose geboten hatte.
Kapitel 25
1. Und der HERR redete mit Mose auf dem Berge Sinai und sprach:
2. Rede mit den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Wenn ihr in das
Land kommt, das ich euch geben werde, so soll das Land seinen Sabbat
dem HERRN feiern,
3. daß du sechs Jahre dein Feld besäest und sechs Jahre deinen Weinberg
beschneidest und sammelst die Früchte ein;
4. aber im siebenten Jahr soll das Land seinen großen Sabbat dem HERRN
feiern, darin du dein Feld nicht besäen noch deinen Weinberg
beschneiden sollst.
5. Was aber von selber nach deiner Ernte wächst, sollst du nicht
ernten, und die Trauben, so ohne deine Arbeit wachsen, sollst du nicht
lesen, dieweil es ein Sabbatjahr des Landes ist.
6. Aber was das Land während seines Sabbats trägt, davon sollt ihr
essen, du und dein Knecht, deine Magd, dein Tagelöhner, dein Beisaß,
dein Fremdling bei dir,
7. dein Vieh und die Tiere in deinem Lande; alle Früchte sollen Speise
sein.
8. Und du sollst zählen solcher Sabbatjahre sieben, daß sieben Jahre
siebenmal gezählt werden, und die Zeit der sieben Sabbatjahre mache
neunundvierzig Jahre.
9. Da sollst du die Posaune lassen blasen durch all euer Land am
zehnten Tage des siebenten Monats, eben am Tage der Versöhnung.
10. Und ihr sollt das fünfzigste Jahr heiligen und sollt ein Freijahr
ausrufen im Lande allen, die darin wohnen; denn es ist euer Halljahr.
Da soll ein jeglicher bei euch wieder zu seiner Habe und zu seinem
Geschlecht kommen;
11. denn das fünfzigste Jahr ist euer Halljahr. Ihr sollt nicht säen,
auch was von selber wächst, nicht ernten, auch was ohne Arbeit wächst
im Weinberge, nicht lesen;
12. denn das Halljahr soll unter euch heilig sein. Ihr sollt aber
essen, was das Feld trägt.
13. Das ist das Halljahr, da jedermann wieder zu dem Seinen kommen
soll.
14. Wenn du nun etwas deinem Nächsten verkaufst oder ihm etwas
abkaufst, soll keiner seinen Bruder übervorteilen,
15. sondern nach der Zahl der Jahre vom Halljahr an sollst du es von
ihm kaufen; und was die Jahre hernach tragen mögen, so hoch soll er
dir's verkaufen.
16. Nach der Menge der Jahre sollst du den Kauf steigern, und nach der
wenigen der Jahre sollst du den Kauf verringern; denn er soll dir's,
nach dem es tragen mag, verkaufen.
17. So übervorteile nun keiner seinen Nächsten, sondern fürchte dich
vor deinem Gott; denn ich bin der HERR, euer Gott.
18. Darum tut nach meinen Satzungen und haltet meine Rechte, daß ihr
darnach tut, auf daß ihr im Lande sicher wohnen möget.
19. Denn das Land soll euch seine Früchte geben, daß ihr zu essen genug
habet und sicher darin wohnt.
20. Und ob du würdest sagen: Was sollen wir essen im siebenten Jahr?
denn wir säen nicht, so sammeln wir auch kein Getreide ein:
21. da will ich meinem Segen über euch im sechsten Jahr gebieten, das
er soll dreier Jahr Getreide machen,
22. daß ihr säet im achten Jahr und von dem alten Getreide esset bis in
das neunte Jahr, daß ihr vom alten esset, bis wieder neues Getreide
kommt.
23. Darum sollt ihr das Land nicht verkaufen für immer; denn das Land
ist mein, und ihr seid Fremdlinge und Gäste vor mir.
24. Und sollt in all eurem Lande das Land zu lösen geben.
25. Wenn dein Bruder verarmt, und verkauft dir seine Habe, und sein
nächster Verwandter kommt zu ihm, daß er's löse, so soll er's lösen,
was sein Bruder verkauft hat.
26. Wenn aber jemand keinen Löser hat und kann mit seiner Hand so viel
zuwege bringen, daß er's löse,
27. so soll er rechnen von dem Jahr, da er's verkauft hat, und was noch
übrig ist, dem Käufer wiedergeben und also wieder zu seiner Habe
kommen.
28. Kann aber seine Hand nicht so viel finden, daß er's ihm wiedergebe,
so soll, was er verkauft hat, in der Hand des Käufers bleiben bis zum
Halljahr; in demselben soll es frei werden und er wieder zu seiner Habe
kommen.
29. Wer ein Wohnhaus verkauft in einer Stadt mit Mauern, der hat ein
ganzes Jahr Frist, dasselbe wieder zu lösen; das soll die Zeit sein,
darin er es lösen kann.
30. Wo er's aber nicht löst, ehe denn das ganze Jahr um ist, so soll's
der Käufer für immer behalten und seine Nachkommen, und es soll nicht
frei werden im Halljahr.
31. Ist's aber ein Haus auf dem Dorfe, um das keine Mauer ist, das soll
man dem Feld des Landes gleich rechnen, und es soll können los werden
und im Halljahr frei werden.
32. Die Städte der Leviten aber, nämlich die Häuser in den Städten,
darin ihre Habe ist, können immerdar gelöst werden.
33. Wer etwas von den Leviten löst, der soll's verlassen im Halljahr,
es sei Haus oder Stadt, das er besessen hat; denn die Häuser in den
Städten der Leviten sind ihre Habe unter den Kindern Israel.
34. Aber das Feld vor ihren Städten soll man nicht verkaufen; denn das
ist ihr Eigentum ewiglich.
35. Wenn dein Bruder verarmt und neben dir abnimmt, so sollst du ihn
aufnehmen als einen Fremdling oder Gast, daß er lebe neben dir,
36. und sollst nicht Zinsen von ihm nehmen noch Wucher, sondern sollst
dich vor deinem Gott fürchten, auf daß dein Bruder neben dir leben
könne.
37. Denn du sollst ihm dein Geld nicht auf Zinsen leihen noch deine
Speise auf Wucher austun.
38. Denn ich bin der HERR, euer Gott, der euch aus Ägyptenland geführt
hat, daß ich euch das Land Kanaan gäbe und euer Gott wäre.
39. Wenn dein Bruder verarmt neben dir und verkauft sich dir, so sollst
du ihn nicht lassen dienen als einen Leibeigenen;
40. sondern wie ein Tagelöhner und Gast soll er bei dir sein und bis an
das Halljahr bei dir dienen.
41. Dann soll er von dir frei ausgehen und seine Kinder mit ihm und
soll wiederkommen zu seinem Geschlecht und zu seiner Väter Habe.
42. Denn sie sind meine Knechte, die ich aus Ägyptenland geführt habe;
darum soll man sie nicht auf leibeigene Weise verkaufen.
43. Und sollst nicht mit Strenge über sie herrschen, sondern dich
fürchten vor deinem Gott.
44. Willst du aber leibeigene Knechte und Mägde haben, so sollst du sie
kaufen von den Heiden, die um euch her sind,
45. und auch von den Kindern der Gäste, die Fremdlinge unter euch sind,
und von ihren Nachkommen, die sie bei euch in eurem Land zeugen;
dieselben mögt ihr zu eigen haben
46. und sollt sie besitzen und eure Kinder nach euch zum Eigentum für
und für; die sollt ihr leibeigene Knechte sein lassen. Aber von euren
Brüdern, den Kindern Israel, soll keiner über den andern herrschen mit
Strenge.
47. Wenn irgend ein Fremdling oder Gast bei dir zunimmt und dein Bruder
neben ihm verarmt und sich dem Fremdling oder Gast bei dir oder jemand
von seinem Stamm verkauft,
48. so soll er nach seinem Verkaufen Recht haben, wieder frei zu
werden, und es mag ihn jemand unter seinen Brüdern lösen,
49. oder sein Vetter oder Vetters Sohn oder sonst ein Blutsfreund
seines Geschlechts; oder so seine Hand so viel erwirbt, so soll er
selbst sich lösen.
50. Und soll mit seinem Käufer rechnen von dem Jahr an, da er sich
verkauft hatte, bis aufs Halljahr; und das Geld, darum er sich verkauft
hat, soll nach der Zahl der Jahre gerechnet werden, als wäre er die
ganze Zeit Tagelöhner bei ihm gewesen.
51. Sind noch viele Jahre bis an das Halljahr, so soll er nach
denselben desto mehr zu seiner Lösung wiedergeben von dem Gelde darum
er gekauft ist.
52. Sind aber wenig Jahre übrig bis ans Halljahr, so soll er auch
darnach wiedergeben zu seiner Lösung.
53. Als Tagelöhner soll er von Jahr zu Jahr bei ihm sein, und sollst
nicht lassen mit Strenge über ihn herrschen vor deinen Augen.
54. Wird er aber auf diese Weise sich nicht lösen, so soll er im
Halljahr frei ausgehen und seine Kinder mit ihm.
55. Denn die Kinder Israel sind meine Knechte, die ich aus Ägyptenland
geführt habe. Ich bin der HERR, euer Gott.
Kapitel 26
1. Ihr sollt keine Götzen machen noch Bild und sollt euch keine Säule
aufrichten, auch keinen Malstein setzen in eurem Lande, daß ihr davor
anbetet; denn ich bin der HERR, euer Gott.
2. Haltet meine Sabbate und fürchtet euch vor meinem Heiligtum. Ich bin
der HERR.
3. Werdet ihr in meinen Satzungen wandeln und meine Gebote halten und
tun,
4. so will ich euch Regen geben zu seiner Zeit, und das Land soll sein
Gewächs geben und die Bäume auf dem Felde ihre Früchte bringen,
5. und die Dreschzeit soll reichen bis zur Weinernte, und die Weinernte
bis zur Zeit der Saat; und sollt Brots die Fülle haben und sollt sicher
in eurem Lande wohnen.
6. Ich will Frieden geben in eurem Lande, daß ihr schlafet und euch
niemand schrecke. Ich will die bösen Tiere aus eurem Land tun, und soll
kein Schwert durch euer Land gehen.
7. Ihr sollt eure Feinde jagen, und sie sollen vor euch her ins Schwert
fallen.
8. Euer fünf sollen hundert jagen, und euer hundert sollen zehntausend
jagen; denn eure Feinde sollen vor euch her fallen ins Schwert.
9. Und ich will mich zu euch wenden und will euch wachsen und euch
mehren lassen und will meinen Bund euch halten.
10. Und sollt von dem Vorjährigen essen, und wenn das Neue kommt, das
Vorjährige wegtun.
11. Ich will meine Wohnung unter euch haben, und meine Seele soll euch
nicht verwerfen.
12. Und will unter euch wandeln und will euer Gott sein; so sollt ihr
mein Volk sein.
13. Denn ich bin der HERR, euer Gott, der euch aus Ägyptenland geführt
hat, daß ihr meine Knechte wäret, und habe euer Joch zerbrochen und
habe euch aufgerichtet wandeln lassen.
14. Werdet ihr mir aber nicht gehorchen und nicht tun diese Gebote alle
15. und werdet meine Satzungen verachten und eure Seele wird meine
Rechte verwerfen, daß ihr nicht tut alle meine Gebote, und werdet
meinen Bund brechen,
16. so will ich euch auch solches tun: ich will euch heimsuchen mit
Schrecken, Darre und Fieber, daß euch die Angesichter verfallen und der
Leib verschmachte; ihr sollt umsonst euren Samen säen, und eure Feinde
sollen ihn essen;
17. und ich will mein Antlitz wider euch stellen, und sollt geschlagen
werden vor euren Feinden; und die euch hassen, sollen über euch
herrschen, und sollt fliehen, da euch niemand jagt.
18. So ihr aber über das noch nicht mir gehorcht, so will ich's noch
siebenmal mehr machen, euch zu strafen um eure Sünden,
19. daß ich euren Stolz und eure Halsstarrigkeit breche; und will euren
Himmel wie Eisen und eure Erde wie Erz machen.
20. Und eure Mühe und Arbeit soll verloren sein, daß euer Land sein
Gewächs nicht gebe und die Bäume des Landes ihre Früchte nicht bringen.
21. Und wo ihr mir entgegen wandelt und mich nicht hören wollt, so will
ich's noch siebenmal mehr machen, auf euch zu schlagen um eurer Sünden
willen.
22. Und will wilde Tiere unter euch senden, die sollen eure Kinder
fressen und euer Vieh zerreißen und euer weniger machen, und eure
Straßen sollen wüst werden.
23. Werdet ihr euch aber damit noch nicht von mir züchtigen lassen und
mir entgegen wandeln,
24. so will ich euch auch entgegen wandeln und will euch noch siebenmal
mehr schlagen um eurer Sünden willen
25. und will ein Racheschwert über euch bringen, das meinen Bund rächen
soll. Und ob ihr euch in eure Städte versammelt, will ich doch die
Pestilenz unter euch senden und will euch in eurer Feinde Hände geben.
26. Dann will ich euch den Vorrat des Brots verderben, daß zehn Weiber
sollen in einem Ofen backen, und euer Brot soll man mit Gewicht
auswägen, und wenn ihr esset, sollt ihr nicht satt werden.
27. Werdet ihr aber dadurch mir noch nicht gehorchen und mir entgegen
wandeln,
28. so will ich euch im Grimm entgegen wandeln und will euch siebenmal
mehr strafen um eure Sünden,
29. daß ihr sollt eurer Söhne und Töchter Fleisch essen.
30. Und will eure Höhen vertilgen und eure Sonnensäulen ausrotten und
will eure Leichname auf eure Götzen werfen, und meine Seele wird an
euch Ekel haben.
31. Und will eure Städte einreißen und will euren süßen Geruch nicht
riechen.
32. Also will ich das Land wüst machen, daß eure Feinde, so darin
wohnen, sich davor entsetzen werden.
33. Euch aber will ich unter die Heiden streuen, und das Schwert
ausziehen hinter euch her, daß euer Land soll wüst sein und eure Städte
verstört.
34. Alsdann wird das Land sich seine Sabbate gefallen lassen, solange
es wüst liegt und ihr in der Feinde Land seid; ja, dann wird das Land
feiern und sich seine Sabbate gefallen lassen.
35. Solange es wüst liegt, wird es feiern, darum daß es nicht feiern
konnte, da ihr's solltet feiern lassen, da ihr darin wohntet.
36. Und denen, die von euch übrigbleiben will ich ein feiges Herz
machen in ihrer Feinde Land, daß sie soll ein rauschend Blatt jagen,
und soll fliehen davor, als jage sie ein Schwert, und fallen, da sie
niemand jagt.
37. Und soll einer über den andern hinfallen, gleich als vor dem
Schwert, da sie doch niemand jagt; und ihr sollt euch nicht auflehnen
dürfen wider eure Feinde.
38. Und ihr sollt umkommen unter den Heiden, und eurer Feinde Land soll
euch fressen.
39. Welche aber von euch übrigbleiben, die sollen in ihrer Missetat
verschmachten in der Feinde Land; auch in ihrer Väter Missetat sollen
sie mit ihnen verschmachten.
40. Da werden sie denn bekennen ihre Missetat und ihrer Väter Missetat,
womit sie sich an mir versündigt und mir entgegen gewandelt haben.
41. Darum will ich auch ihnen entgegen wandeln und will sie in ihrer
Feinde Land wegtreiben; da wird sich ja ihr unbeschnittenes Herz
demütigen, und dann werden sie sich die Strafe ihrer Missetat gefallen
lassen.
42. Und ich werde gedenken an meinen Bund mit Jakob und an meinen Bund
mit Isaak und an meinen Bund mit Abraham und werde an das Land
gedenken,
43. das von ihnen verlassen ist und sich seine Sabbate gefallen läßt,
dieweil es wüst von ihnen liegt, und sie sich die Strafe ihrer Missetat
gefallen lassen, darum daß sie meine Rechte verachtet haben und ihre
Seele an meinen Satzungen Ekel gehabt hat.
44. Auch wenn sie schon in der Feinde Land sind, habe ich sie
gleichwohl nicht verworfen und ekelt mich ihrer nicht also, daß es mit
ihnen aus sein sollte und mein Bund mit ihnen sollte nicht mehr gelten;
denn ich bin der HERR, ihr Gott.
45. Und ich will über sie an meinen ersten Bund gedenken, da ich sie
aus Ägyptenland führte vor den Augen der Heiden, daß ich ihr Gott wäre,
ich, der HERR.
46. Dies sind die Satzungen und Rechte und Gesetze, die der HERR
zwischen ihm selbst und den Kindern Israel gestellt hat auf dem Berge
Sinai durch die Hand Mose's.
Kapitel 27
1. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
2. Rede mit den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Wenn jemand ein
besonderes Gelübde tut, also daß du seinen Leib schätzen mußt,
3. so soll dies eine Schätzung sein: ein Mannsbild, zwanzig Jahre alt
bis ins sechzigste Jahr, sollst du schätzen auf fünfzig Silberlinge
nach dem Lot des Heiligtums,
4. ein Weibsbild auf dreißig Silberlinge.
5. Von fünf Jahren an bis auf zwanzig Jahre sollst du ihn schätzen auf
zwanzig Silberlinge, wenn's ein Mannsbild ist, ein Weibsbild aber auf
zehn Silberlinge.
6. Von einem Monat an bis auf fünf Jahre sollst du ihn schätzen auf
fünf Silberlinge, wenn's ein Mannsbild ist, ein Weibsbild aber auf drei
Silberlinge.
7. Ist er aber sechzig Jahre alt und darüber, so sollst du ihn schätzen
auf fünfzehn Silberlinge, wenn's ein Mannsbild ist, ein Weibsbild aber
auf zehn Silberlinge.
8. Ist er aber zu arm zu solcher Schätzung, so soll er sich vor den
Priester stellen, und der Priester soll ihn schätzen; er soll ihn aber
schätzen, nach dem die Hand des, der gelobt hat, erwerben kann.
9. Ist's aber ein Vieh, das man dem HERRN opfern kann: alles, was man
davon dem HERRN gibt ist heilig.
10. Man soll's nicht wechseln noch wandeln, ein gutes um ein böses,
oder ein böses um ein gutes. Wird's aber jemand wechseln, ein Vieh um
das andere, so sollen sie beide dem HERRN heilig sein.
11. Ist aber das Tier unrein, daß man's dem HERRN nicht opfern darf, so
soll man's vor den Priester stellen,
12. und der Priester soll's schätzen, ob es gut oder böse sei; und es
soll bei des Priesters Schätzung bleiben.
13. Will's aber jemand lösen, der soll den Fünften über die Schätzung
geben.
14. Wenn jemand sein Haus heiligt, daß es dem HERRN heilig sei, das
soll der Priester schätzen, ob's gut oder böse sei; und darnach es der
Priester schätzt, so soll's bleiben.
15. So es aber der, so es geheiligt hat, will lösen, so soll er den
fünften Teil des Geldes, zu dem es geschätzt ist, draufgeben, so soll's
sein werden.
16. Wenn jemand ein Stück Acker von seinem Erbgut dem HERRN heiligt, so
soll es geschätzt werden nach der Aussaat. Ist die Aussaat ein Homer
Gerste, so soll es fünfzig Silberlinge gelten.
17. Heiligt er seinen Acker vom Halljahr an, so soll er nach seinem
Wert gelten.
18. Hat er ihn aber nach dem Halljahr geheiligt, so soll der Priester
das Geld berechnen nach den übrigen Jahren zum Halljahr und ihn darnach
geringer schätzen.
19. Will aber der, so ihn geheiligt hat, den Acker lösen, so soll er
den fünften Teil des Geldes, zu dem er geschätzt ist, draufgeben, so
soll er sein werden.
20. Will er ihn aber nicht lösen, sondern verkauft ihn einem andern, so
soll er ihn nicht mehr lösen können;
21. sondern derselbe Acker, wenn er im Halljahr frei wird, soll dem
HERRN heilig sein wie ein verbannter Acker und soll des Priesters
Erbgut sein.
22. Wenn aber jemand dem HERRN einen Acker heiligt, den er gekauft hat
und der nicht sein Erbgut ist,
23. so soll der Priester berechnen, was er gilt bis an das Halljahr;
und soll desselben Tages solche Schätzung geben, daß sie dem HERRN
heilig sei.
24. Aber im Halljahr soll er wieder gelangen an den, von dem er ihn
gekauft hat, daß sein Erbgut im Lande sei.
25. Alle Schätzung soll geschehen nach dem Lot des Heiligtums; ein Lot
aber hat zwanzig Gera.
26. Die Erstgeburt unter dem Vieh, die dem HERRN sonst gebührt, soll
niemand dem HERRN heiligen, es sei ein Ochs oder Schaf; denn es ist des
HERRN.
27. Ist es aber unreines Vieh, so soll man's lösen nach seinem Werte,
und darübergeben den Fünften. Will er's aber nicht lösen, so verkaufe
man's nach seinem Werte.
28. Man soll kein Verbanntes verkaufen noch lösen, das jemand dem HERRN
verbannt von allem, was sein ist, es seien Menschen, Vieh oder
Erbacker; denn alles verbannte ist ein Hochheiliges dem HERRN.
29. Man soll auch keinen verbannten Menschen lösen, sondern er soll des
Todes sterben.
30. Alle Zehnten im Lande von Samen des Landes und von Früchten der
Bäume sind des HERRN und sollen dem HERRN heilig sein.
31. Will aber jemand seinen Zehnten lösen, der soll den Fünften
darübergeben.
32. Und alle Zehnten von Rindern und Schafen, von allem, was unter dem
Hirtenstabe geht, das ist ein heiliger Zehnt dem HERRN.
33. Man soll nicht fragen, ob's gut oder böse sei; man soll's auch
nicht wechseln. Wird's aber jemand wechseln, so soll's beides heilig
sein und nicht gelöst werden.
34. Dies sind die Gebote, die der HERR dem Mose gebot an die Kinder
Israel auf dem Berge Sinai.
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Martin Luther: Die Bibel - Kapitel 4
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4. Buch Mose
Kapitel 1
1. Und der HERR redete mit Mose in der Wüste Sinai in der Hütte des
Stifts am ersten Tage des zweiten Monats im zweiten Jahr, da sie aus
Ägyptenland gegangen waren, und sprach:
2. Nehmet die Summe der ganzen Gemeinde der Kinder Israel nach ihren
Geschlechtern und Vaterhäusern und Namen, alles, was männlich ist, von
Haupt zu Haupt,
3. von zwanzig Jahren an und darüber, was ins Heer zu ziehen taugt in
Israel; ihr sollt sie zählen nach ihren Heeren, du und Aaron.
4. Und sollt zu euch nehmen je vom Stamm einen Hauptmann über sein
Vaterhaus.
5. Dies sind die Namen der Hauptleute, die neben euch stehen sollen:
von Ruben sei Elizur, der Sohn Sedeurs;
6. von Simeon sei Selumiel, der Sohn Zuri-Saddais;
7. von Juda sei Nahesson, der Sohn Amminadabs;
8. von Isaschar sei Nathanael, der Sohn Zuars;
9. von Sebulon sei Eliab, der Sohn Helons;
10. von den Kindern Josephs: von Ephraim sei Elisama, der Sohn
Ammihuds; von Manasse sei Gamliel, der Sohn Pedazurs;
11. von Benjamin sei Abidan, der Sohn des Gideoni;
12. von Dan sei Ahieser, der Sohn Ammi-Saddais;
13. von Asser sei Pagiel, der Sohn Ochrans;
14. von Gad sei Eljasaph, der Sohn Deguels;
15. von Naphthali sei Ahira, der Sohn Enans.
16. Das sind die Vornehmsten der Gemeinde, die Fürsten unter den
Stämmen ihrer Väter, die da Häupter über die Tausende in Israel waren.
17. Und Mose und Aaron nahmen sie zu sich, wie sie da mit Namen genannt
sind,
18. und sammelten auch die ganze Gemeinde am ersten Tage des zweiten
Monats und rechneten nach ihrer Geburt, nach ihren Geschlechtern und
Vaterhäusern und Namen, von zwanzig Jahren an und darüber, von Haupt zu
Haupt,
19. wie der HERR dem Mose geboten hatte, und zählten sie in der Wüste
Sinai.
20. Der Kinder Ruben, des ersten Sohnes Israels, nach ihrer Geburt und
Geschlecht, ihren Vaterhäusern und Namen, von Haupt zu Haupt, alles,
was männlich war, von zwanzig Jahren und darüber, und ins Heer zu
ziehen taugte,
21. wurden gezählt vom Stamme Ruben sechsundvierzigtausend und
fünfhundert.
22. Der Kinder Simeon nach ihrer Geburt und Geschlecht, ihren
Vaterhäusern, Zahl und Namen, von Haupt zu Haupt, alles, was männlich
war, von zwanzig Jahren und darüber, und ins Heer zu ziehen taugte,
23. wurden gezählt zum Stamm Simeon neunundfünfzigtausend und
dreihundert.
24. Der Kinder Gad nach ihrer Geburt und Geschlecht, ihren Vaterhäusern
und Namen, von zwanzig Jahren und darüber, und ins Heer zu ziehen
taugte,
25. wurden gezählt zum Stamm Gad fünfundvierzigtausend
sechshundertundfünfzig.
26. Der Kinder Juda nach ihrer Geburt und Geschlecht, ihren
Vaterhäusern und Namen, von zwanzig Jahren und darüber, was ins Heer zu
ziehen taugte,
27. wurden gezählt zum Stamm Juda vierundsiebzigtausend und
sechshundert.
28. Der Kinder Isaschar nach ihrer Geburt und Geschlecht, ihren
Vaterhäusern und Namen, von zwanzig Jahren und darüber, was ins Heer zu
ziehen taugte,
29. wurden gezählt zum Stamm Isaschar vierundfünfzigtausend und
vierhundert.
30. Der Kinder Sebulon nach ihrer Geburt und Geschlecht, ihren
Vaterhäusern und Namen, von zwanzig Jahren und darüber, was ins Heer zu
ziehen taugte,
31. wurden gezählt zum Stamm Sebulon siebenundfünfzigtausend und
vierhundert.
32. Der Kinder Joseph von Ephraim nach ihrer Geburt und Geschlecht,
ihren Vaterhäusern und Namen, von zwanzig Jahren und darüber, was ins
Heer zu ziehen taugte,
33. wurden gezählt zum Stamm Ephraim vierzigtausend und fünfhundert.
34. Der Kinder Manasse nach ihrer Geburt und Geschlecht, ihren
Vaterhäusern und Namen, von zwanzig Jahren und darüber, was ins Heer zu
ziehen taugte,
35. wurden zum Stamm Manasse gezählt zweiunddreißigtausend und
zweihundert.
36. Der Kinder Benjamin nach ihrer Geburt und Geschlecht, ihren
Vaterhäusern und Namen, von zwanzig Jahren und darüber, was ins Heer zu
ziehen taugte,
37. wurden zum Stamm Benjamin gezählt fünfunddreißigtausend und
vierhundert.
38. Der Kinder Dan nach ihrer Geburt und Geschlecht, ihren Vaterhäusern
und Namen, von zwanzig Jahren und darüber, was ins Heer zu ziehen
taugte,
39. wurden gezählt zum Stamme Dan zweiundsechzigtausend und
siebenhundert.
40. Der Kinder Asser nach ihrer Geburt und Geschlecht, ihren
Vaterhäusern und Namen, von zwanzig Jahren und darüber, was ins Heer zu
ziehen taugte,
41. wurden gezählt zum Stamm Asser einundvierzigtausend und
fünfhundert.
42. Der Kinder Naphthali nach ihrer Geburt und Geschlecht, ihren
Vaterhäusern und Namen, von zwanzig Jahren und darüber, was ins Heer zu
ziehen taugte,
43. wurden zum Stamm Naphthali gezählt dreiundfünfzigtausend und
vierhundert.
44. Dies sind, die Mose und Aaron zählten samt den zwölf Fürsten
Israels, deren je einer über ein Vaterhaus war.
45. Und die Summe der Kinder Israel nach ihrer Geburt und Geschlecht,
ihren Vaterhäusern und Namen, von zwanzig Jahren und darüber, was ins
Heer zu ziehen taugte in Israel,
46. war sechsmal hunderttausend und dreitausend fünfhundertundfünfzig.
47. Aber die Leviten nach ihrer Väter Stamm wurden nicht mit darunter
gezählt.
48. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
49. Den Stamm Levi sollst du nicht zählen noch ihre Summe nehmen unter
den Kindern Israel,
50. sondern du sollst sie ordnen zur Wohnung des Zeugnisses und zu
allem Geräte und allem, was dazu gehört. Und sie sollen die Wohnung
tragen und alles Gerät und sollen sein pflegen und um die Wohnung her
sich lagern.
51. Und wenn man reisen soll, so sollen die Leviten die Wohnung
abnehmen. Wenn aber das Heer zu lagern ist, sollen sie die Wohnung
aufschlagen. Und wo ein Fremder sich dazumacht, der soll sterben.
52. Die Kinder Israel sollen sich lagern, ein jeglicher in sein Lager
und zu dem Panier seiner Schar.
53. Aber die Leviten sollen sich um die Wohnung des Zeugnisses her
lagern, auf daß nicht ein Zorn über die Gemeinde der Kinder Israel
komme; darum sollen die Leviten des Dienstes warten an der Wohnung des
Zeugnisses.
54. Und die Kinder Israel taten alles, wie der HERR dem Mose geboten
hatte.
Kapitel 2
1. Und der HERR redete mit Mose und Aaron und sprach:
2. Die Kinder Israel sollen vor der Hütte des Stifts umher sich lagern,
ein jeglicher unter seinem Panier und Zeichen nach ihren Vaterhäusern.
3. Gegen Morgen sollen lagern Juda mit seinem Panier und Heer; ihr
Hauptmann Nahesson, der Sohn Amminadabs,
4. und sein Heer, zusammen vierundsiebzigtausend und sechshundert.
5. Neben ihm soll sich lagern der Stamm Isaschar; ihr Hauptmann
Nathanael, der Sohn Zuars,
6. und sein Heer, zusammen vierundfünfzigtausend und vierhundert.
7. Dazu der Stamm Sebulon; ihr Hauptmann Eliab, der Sohn Helons,
8. sein Heer, zusammen siebenundfünfzigtausend und vierhundert.
9. Daß alle, die ins Lager Juda's gehören, seien zusammen hundert
sechsundachtzigtausend und vierhundert die zu ihrem Heer gehören; und
sie sollen vornean ziehen.
10. Gegen Mittag soll liegen das Gezelt und Panier Rubens mit ihrem
Heer; ihr Hauptmann Elizur, der Sohn Sedeurs,
11. und sein Heer, zusammen sechsundvierzigtausend fünfhundert.
12. Neben ihm soll sich lagern der Stamm Simeon; ihr Hauptmann
Selumiel, der Sohn Zuri-Saddais,
13. und sein Heer, zusammen neunundfünfzigtausend dreihundert.
14. Dazu der Stamm Gad; ihr Hauptmann Eljasaph, der Sohn Reguels,
15. und sein Heer, zusammen fünfundvierzigtausend sechshundertfünfzig.
16. Daß alle, die ins Lager Rubens gehören, seien zusammen
hunderteinundfünfzigtausend vierhundertfünfzig, die zu ihrem Heer
gehören; sie sollen die zweiten im Ausziehen sein.
17. Darnach soll die Hütte des Stifts ziehen mit dem Lager der Leviten,
mitten unter den Lagern; und wie sie sich lagern, so sollen sie auch
ziehen, ein jeglicher an seinem Ort unter seinem Panier.
18. Gegen Abend soll liegen das Gezelt und Panier Ephraims mit ihrem
Heer; ihr Hauptmann soll sein Elisama, der Sohn Ammihuds,
19. und sein Heer, zusammen vierzigtausend und fünfhundert.
20. Neben ihm soll sich lagern der Stamm Manasse; ihr Hauptmann
Gamliel, der Sohn Pedazurs,
21. und sein Heer, zusammen zweiunddreißigtausend und zweihundert.
22. Dazu der Stamm Benjamin; ihr Hauptmann Abidan, der Sohn des
Gideoni,
23. und sein Heer, zusammen fünfunddreißigtausend und vierhundert.
24. Daß alle, die ins Lager Ephraims gehören, seien zusammen
hundertundachttausend und einhundert, die zu seinem Heer gehören; und
sie sollen die dritten im Ausziehen sein.
25. Gegen Mitternacht soll liegen das Gezelt und Panier Dans mit ihrem
Heer; ihr Hauptmann Ahieser, der Sohn Ammi-Saddais,
26. und sein Heer, zusammen zweiundsechzigtausend und siebenhundert.
27. Neben ihm soll sich lagern der Stamm Asser; ihr Hauptmann Pagiel,
der Sohn Ochrans,
28. und sein Heer, zusammen einundvierzigtausend und fünfhundert.
29. Dazu der Stamm Naphthali; ihr Hauptmann Ahira, der Sohn Enans,
30. und sein Heer, zusammen dreiundfünfzigtausend und vierhundert.
31. Daß alle, die ins Lager Dans gehören, seien zusammen
hundertsiebenundfünfzigtausend und sechshundert; und sie sollen die
letzten sein im Ausziehen mit ihrem Panier.
32. Dies ist die Summe der Kinder Israel nach ihren Vaterhäusern und
Lagern mit ihren Heeren: sechshunderttausend und dreitausend
fünfhundertfünfzig.
33. Aber die Leviten wurden nicht in die Summe unter die Kinder Israel
gezählt, wie der HERR dem Mose geboten hatte.
34. Und die Kinder Israel taten alles, wie der HERR dem Mose geboten
hatte, und lagerten sich unter ihre Paniere und zogen aus, ein
jeglicher in seinem Geschlecht nach seinem Vaterhaus.
Kapitel 3
1. Dies ist das Geschlecht Aarons und Mose's zu der Zeit, da der HERR
mit Mose redete auf dem Berge Sinai.
2. Und dies sind die Namen der Söhne Aarons: der Erstgeborene Nadab,
darnach Abihu, Eleasar und Ithamar.
3. Das sind die Namen der Söhne Aarons, die zu Priestern gesalbt waren
und deren Hände gefüllt wurden zum Priestertum.
4. Aber Nadab und Abihu starben vor dem HERRN, da sie fremdes Feuer
opferten vor dem HERRN in der Wüste Sinai, und hatten keine Söhne.
Eleasar aber und Ithamar pflegten des Priesteramtes unter ihrem Vater
Aaron.
5. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
6. Bringe den Stamm Levi herzu und stelle sie vor den Priester Aaron,
daß sie ihm dienen
7. und seiner und der ganzen Gemeinde Hut warten vor der Hütte des
Stifts und dienen am Dienst der Wohnung
8. und warten alles Gerätes der Hütte des Stifts und der Hut der Kinder
Israel, zu dienen am Dienst der Wohnung.
9. Und sollst die Leviten Aaron und seinen Söhnen zuordnen zum Geschenk
von den Kindern Israel.
10. Aaron aber und seine Söhne sollst du setzen, daß sie ihres
Priestertums warten. Wo ein Fremder sich herzutut, der soll sterben.
11. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
12. Siehe, ich habe die Leviten genommen unter den Kindern Israel für
alle Erstgeburt, welche die Mutter bricht, unter den Kindern Israel,
also daß die Leviten sollen mein sein.
13. Denn die Erstgeburten sind mein seit der Zeit, da ich alle
Erstgeburt schlug in Ägyptenland; da heiligte ich mir alle Erstgeburt
in Israel, vom Menschen an bis auf das Vieh, daß sie mein sein sollen,
ich, der HERR.
14. Und der HERR redete mit Mose in der Wüste Sinai und sprach:
15. Zähle die Kinder Levi nach ihren Vaterhäusern und Geschlechtern,
alles, was männlich ist, einen Monat alt und darüber.
16. Also zählte sie Mose nach dem Wort des HERRN, wie er geboten hatte.
17. Und dies waren die Kinder Levis mit Namen: Gerson, Kahath, Merari.
18. Die Namen aber der Kinder Gersons nach ihren Geschlechtern waren:
Libni und Simei.
19. Die Kinder Kahaths nach ihren Geschlechtern waren: Amram, Jizhar,
Hebron und Usiel.
20. Die Kinder Meraris nach ihren Geschlechtern waren; Maheli und Musi.
Dies sind die Geschlechter Levis nach ihren Vaterhäusern.
21. Dies sind die Geschlechter von Gerson: die Libniter und Simeiter.
22. Deren Summe war an der Zahl gefunden siebentausendundfünfhundert,
alles, was männlich war, einen Monat alt und darüber.
23. Und dieselben Geschlechter der Gersoniter sollen sich lagern hinter
der Wohnung gegen Abend.
24. Ihr Oberster sei Eljasaph, der Sohn Laels.
25. Und sie sollen an der Hütte des Stifts warten der Wohnung und der
Hütte und ihrer Decken und des Tuches in der Tür der Hütte des Stifts,
26. des Umhangs am Vorhof und des Tuches in der Tür des Vorhofs,
welcher um die Wohnung und um den Altar her geht, und ihre Seile und
alles dessen, was zu ihrem Dienst gehört.
27. Dies sind die Geschlechter von Kahath: die Amramiten, die
Jizhariten, die Hebroniten und die Usieliten,
28. was männlich war, einen Monat alt und darüber, an der Zahl
achttausendsechshundert, die der Sorge für das Heiligtum warten.
29. und sie sollen sich lagern an die Seite der Wohnung gegen Mittag.
30. Ihr Oberster sei Elizaphan, der Sohn Usiels.
31. Und sie sollen warten der Lade, des Tisches, des Leuchters, der
Altäre und alles Gerätes des Heiligtums, daran sie dienen und des
Tuches und was sonst zu ihrem Dienst gehört.
32. Aber der Oberste über alle Obersten der Leviten soll Eleasar sein,
Aarons Sohn, des Priesters, über die, so verordnet sind, zu warten der
Sorge für das Heiligtum.
33. Dies sind die Geschlechter Meraris: die Maheliter und Musiter,
34. die an der Zahl waren sechstausendundzweihundert, alles was
männlich war, einen Monat alt und darüber.
35. Ihr Oberster sei Zuriel, der Sohn Abihails. Und sollen sich lagern
an die Seite der Wohnung gegen Mitternacht.
36. Und ihr Amt soll sein, zu warten der Bretter und Riegel und Säulen
und Füße der Wohnung und alles ihres Gerätes und ihres Dienstes,
37. dazu der Säulen um den Vorhof her mit den Füßen und Nägeln und
Seilen.
38. Aber vor der Wohnung und vor der Hütte des Stifts gegen Morgen
sollen sich lagern Mose und Aaron und seine Söhne, daß sie des
Heiligtums warten für die Kinder Israel. Wenn sich ein Fremder
herzutut, der soll sterben.
39. Alle Leviten zusammen, die Mose und Aaron zählten nach ihren
Geschlechtern nach dem Wort des HERRN eitel Mannsbilder einen Monat alt
und darüber, waren zweiundzwanzigtausend.
40. Und der HERR sprach zu Mose: Zähle alle Erstgeburt, was männlich
ist unter den Kindern Israel, einen Monat und darüber, und nimm die
Zahl ihrer Namen.
41. Und sollst die Leviten mir, dem HERRN, aussondern für alle
Erstgeburt der Kinder Israel und der Leviten Vieh für alle Erstgeburt
unter dem Vieh der Kinder Israel.
42. Und Mose zählte, wie ihm der HERR geboten hatte, alle Erstgeburt
unter den Kindern Israel;
43. und fand sich die Zahl der Namen aller Erstgeburt, was männlich
war, einen Monat alt und darüber, in ihrer Summe zweiundzwanzigtausend
zweihundertdreiundsiebzig.
44. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
45. Nimm die Leviten für alle Erstgeburt unter den Kindern Israel und
das Vieh der Leviten für ihr Vieh, daß die Leviten mein, des HERRN,
seien.
46. Aber als Lösegeld von den zweihundertdreiundsiebzig Erstgeburten
der Kinder Israel, die über der Leviten Zahl sind,
47. sollst du je fünf Silberlinge nehmen von Haupt zu Haupt nach dem
Lot des Heiligtums (zwanzig Gera hat ein Lot)
48. und sollst das Geld für die, so überzählig sind unter ihnen, geben
Aaron und seinen Söhnen.
49. Da nahm Mose das Lösegeld von denen, die über der Leviten Zahl
waren,
50. von den Erstgeburten der Kinder Israel, tausenddreihundert und
fünfundsechzig Silberlinge nach dem Lot des Heiligtums,
51. und gab's Aaron und seinen Söhnen nach dem Worte des HERRN, wie der
HERR dem Mose geboten hatte.
Kapitel 4
1. Und der HERR redete mit Mose und Aaron und sprach:
2. Nimm die Summe der Kinder Kahath aus den Kindern Levi nach ihren
Geschlechtern und Vaterhäusern,
3. von dreißig Jahren an bis ins fünfzigste Jahr, alle, die zum Dienst
taugen, daß sie tun die Werke in der Hütte des Stifts.
4. Das soll aber das Amt der Kinder Kahath in der Hütte des Stifts
sein; was das Hochheilige ist.
5. Wenn das Heer aufbricht, so sollen Aaron und seine Söhne hineingehen
und den Vorhang abnehmen und die Lade des Zeugnisses darein winden
6. und darauf tun die Decke von Dachsfellen und obendrauf eine ganz
blaue Decke breiten und ihre Stangen daran legen
7. und über den Schaubrottisch auch eine blaue Decke breiten und darauf
legen die Schüsseln, Löffel, die Schalen und Kannen zum Trankopfer, und
das beständige Brot soll darauf liegen.
8. Und sollen darüber breiten eine scharlachrote Decke und dieselbe
bedecken mit einer Decke von Dachsfellen und seine Stangen daran legen.
9. Und sollen eine blaue Decke nehmen und darein winden den Leuchter
des Lichts und seine Lampen mit seinen Schneuzen und Näpfen und alle
Ölgefäße, die zum Amt gehören.
10. Und sollen um das alles tun eine Decke von Dachsfellen und sollen
es auf die Stangen legen.
11. Also sollen sie auch über den goldenen Altar eine blaue Decke
breiten und sie bedecken mit der Decke von Dachsfellen und seine
Stangen daran tun.
12. Alle Gerät, womit sie schaffen im Heiligtum, sollen sie nehmen und
blaue Decken darüber tun und mit einer Decke von Dachsfellen bedecken
und auf Stangen legen.
13. Sie sollen auch die Asche vom Altar fegen und eine Decke von rotem
Purpur über ihn breiten
14. und alle seine Geräte darauf schaffen, Kohlenpfannen, Gabeln,
Schaufeln, Becken mit allem Gerät des Altars; und sollen darüber
breiten eine Decke von Dachsfellen und seine Stangen daran tun.
15. Wenn nun Aaron und seine Söhne solches ausgerichtet und das
Heiligtum und all sein Gerät bedeckt haben, wenn das Heer aufbricht,
darnach sollen die Kinder Kahath hineingehen, daß sie es tragen; und
sollen das Heiligtum nicht anrühren, daß sie nicht sterben. Dies sind
die Lasten der Kinder Kahath an der Hütte des Stifts.
16. Und Eleasar, Aarons, des Priesters, Sohn, soll das Amt haben, daß
er ordne das Öl zum Licht und die Spezerei zum Räuchwerk und das
tägliche Speisopfer und das Salböl, daß er beschicke die ganze Wohnung
und alles, was darin ist, im Heiligtum und seinem Geräte.
17. Und der HERR redete mit Mose und Aaron und sprach:
18. Ihr sollt den Stamm der Geschlechter der Kahathiter nicht lassen
sich verderben unter den Leviten;
19. sondern das sollt ihr mit ihnen tun, daß sie leben und nicht
sterben, wo sie werden anrühren das Hochheilige: Aaron und seine Söhne
sollen hineingehen und einen jeglichen stellen zu seinem Amt und seiner
Last.
20. Sie sollen aber nicht hineingehen, zu schauen das Heiligtum auch
nur einen Augenblick, daß sie nicht sterben.
21. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
22. Nimm die Summe der Kinder Gerson auch nach ihren Vaterhäusern und
Geschlechtern,
23. von dreißig Jahren an und darüber bis ins fünfzigste Jahr, und
ordne sie alle, die da zum Dienst tüchtig sind, daß sie ein Amt haben
in der Hütte des Stifts.
24. Das soll aber der Geschlechter der Gersoniter Amt sein, das sie
schaffen und tragen:
25. sie sollen die Teppiche der Wohnung und der Hütte des Stifts tragen
und ihre Decke und die Decke von Dachsfellen, die obendrüber ist, und
das Tuch in der Hütte des Stifts
26. und die Umhänge des Vorhofs und das Tuch in der Tür des Tores am
Vorhof, welcher um die Wohnung und den Altar her geht, und ihre Seile
und alle Geräte ihres Amtes und alles, was zu ihrem Amt gehört.
27. Nach dem Wort Aarons und seiner Söhne soll alles Amt der Kinder
Gerson geschehen, alles, was sie tragen und schaffen sollen, und ihr
sollt zusehen, daß sie aller ihrer Last warten.
28. Das soll das Amt der Geschlechter der Kinder der Gersoniter sein in
der Hütte des Stifts; und ihr Dienst soll unter der Hand Ithamars sein,
des Sohnes Aarons, des Priesters.
29. Die Kinder Merari nach ihren Geschlechtern und Vaterhäusern sollst
du auch ordnen,
30. von dreißig Jahren an und darüber bis ins fünfzigste Jahr, alle,
die zum Dienst taugen, daß sie ein Amt haben in der Hütte des Stifts.
31. Dieser Last aber sollen sie warten nach allem ihrem Amt in der
Hütte des Stifts, das sie tragen die Bretter der Wohnung und Riegel und
Säulen und Füße,
32. dazu die Säulen des Vorhofs umher und Füße und Nägel und Seile mit
allem ihrem Geräte, nach allem ihrem Amt; einem jeglichen sollt ihr
seinen Teil der Last am Geräte zu warten verordnen.
33. Das sei das Amt der Geschlechter der Kinder Merari, alles, was sie
schaffen sollen in der Hütte des Stifts unter der Hand Ithamars, des
Priesters, des Sohnes Aarons.
34. Und Mose und Aaron samt den Hauptleuten der Gemeinde zählten die
Kinder der Kahathiter nach ihren Geschlechtern und Vaterhäusern,
35. von dreißig Jahren an und darüber bis ins fünfzigste Jahr, alle,
die zum Dienst taugten, daß sie Amt in der Hütte des Stifts hätten.
36. Und die Summe war zweitausend siebenhundertfünfzig.
37. Das ist die Summe der Geschlechter der Kahathiter, die alle zu
schaffen hatten in der Hütte des Stifts, die Mose und Aaron zählten
nach dem Wort des HERRN durch Mose.
38. Die Kinder Gerson wurden auch gezählt in ihren Geschlechtern und
Vaterhäusern,
39. von dreißig Jahren an und darüber bis ins fünfzigste, alle, die zum
Dienst taugten, daß sie Amt in der Hütte des Stifts hätten.
40. Und die Summe war zweitausend sechshundertdreißig.
41. Das ist die Summe der Geschlechter der Kinder Gerson, die alle zu
schaffen hatten in der Hütte des Stifts, welche Mose und Aaron zählten
nach dem Wort des HERRN.
42. Die Kinder Merari wurden auch gezählt nach ihren Geschlechtern und
Vaterhäusern,
43. von dreißig Jahren an und darüber bis ins fünfzigste, alle, die zum
Dienst taugten, daß sie Amt in der Hütte des Stifts hätten.
44. Und die Summe war dreitausendzweihundert.
45. Das ist die Summe der Geschlechter der Kinder Merari, die Mose und
Aaron zählten nach dem Wort des HERRN durch Mose.
46. Die Summe aller Leviten, die Mose und Aaron samt den Hauptleuten
Israels zählten nach ihren Geschlechtern und Vaterhäusern,
47. von dreißig Jahren und darüber bis ins fünfzigste, aller, die
eingingen, zu schaffen ein jeglicher sein Amt und zu tragen die Last
der Hütte des Stifts,
48. war achttausend fünfhundertachtzig,
49. die gezählt wurden nach dem Wort des HERRN durch Mose, ein
jeglicher zu seinem Amt und seiner Last, wie der HERR dem Mose geboten
hatte.
Kapitel 5
1. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
2. Gebiete den Kindern Israel, daß sie aus dem Lager tun alle
Aussätzigen und alle, die Eiterflüsse haben, und die an Toten unrein
geworden sind.
3. Beide, Mann und Weib, sollt ihr hinaustun vor das Lager, daß sie
nicht ihr Lager verunreinigen, darin ich unter ihnen wohne.
4. Und die Kinder Israel taten also und taten sie hinaus vor das Lager,
wie der HERR zu Mose geredet hatte.
5. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
6. Sage den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Wenn ein Mann oder Weib
irgend eine Sünde wider einen Menschen tut und sich an dem HERRN damit
versündigt, so hat die Seele eine Schuld auf sich;
7. und sie sollen ihre Sünde bekennen, die sie getan haben, und sollen
ihre Schuld versöhnen mit der Hauptsumme und darüber den fünften Teil
dazutun und dem geben, an dem sie sich versündigt haben.
8. Ist aber niemand da, dem man's bezahlen sollte, so soll man es dem
HERRN geben für den Priester außer dem Widder der Versöhnung, dadurch
er versöhnt wird.
9. Desgleichen soll alle Hebe von allem, was die Kinder Israel heiligen
und dem Priester opfern, sein sein.
10. Und wer etwas heiligt, das soll auch sein sein; und wer etwas dem
Priester gibt, das soll auch sein sein.
11. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
12. Sage den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Wenn irgend eines
Mannes Weib untreu würde und sich an ihm versündigte
13. und jemand bei ihr liegt, und es würde doch dem Manne verborgen vor
seinen Augen und würde entdeckt, daß sie unrein geworden ist, und er
kann sie nicht überführen, denn sie ist nicht dabei ergriffen,
14. und der Eifergeist entzündet ihn, daß er um sein Weib eifert, sie
sei unrein oder nicht unrein,
15. so soll er sie zum Priester bringen und ein Opfer über sie bringen,
ein zehntel Epha Gerstenmehl, und soll kein Öl darauf gießen noch
Weihrauch darauf tun. Denn es ist ein Eiferopfer und Rügeopfer, das
Missetat rügt.
16. Da soll der Priester sie herzuführen und vor den HERRN stellen
17. und heiliges Wasser nehmen in ein irdenes Gefäß und Staub vom Boden
der Wohnung ins Wasser tun.
18. Und soll das Weib vor den HERRN stellen und ihr Haupt entblößen und
das Rügeopfer, das ein Eiferopfer ist, auf ihre Hand legen; und der
Priester soll in seiner Hand bitteres verfluchtes Wasser haben
19. und soll das Weib beschwören und zu ihr sagen: Hat kein Mann bei
dir gelegen, und bist du deinem Mann nicht untreu geworden, daß du dich
verunreinigt hast, so sollen dir diese bittern verfluchten Wasser nicht
schaden.
20. Wo du aber deinem Mann untreu geworden bist, daß du unrein wurdest,
und hat jemand bei dir gelegen außer deinem Mann,
21. so soll der Priester das Weib beschwören mit solchem Fluch und soll
zu ihr sagen: Der HERR setze dich zum Fluch und zum Schwur unter deinem
Volk, daß der HERR deine Hüfte schwinden und deinen Bauch schwellen
lasse!
22. So gehe nun das verfluchte Wasser in deinen Leib, daß dein Bauch
schwelle und deine Hüfte schwinde! Und das Weib soll sagen: Amen, amen.
23. Also soll der Priester diese Flüche auf einen Zettel schreiben und
mit dem bittern Wasser abwaschen
24. und soll dem Weibe von dem bittern Wasser zu trinken geben, daß das
verfluchte bittere Wasser in sie gehe.
25. Es soll aber der Priester von ihrer Hand das Eiferopfer nehmen und
zum Speisopfer vor dem HERRN weben und auf dem Altar opfern, nämlich:
26. er soll eine Handvoll des Speisopfers nehmen und auf dem Altar
anzünden zum Gedächtnis und darnach dem Weibe das Wasser zu trinken
geben.
27. Und wenn sie das Wasser getrunken hat: ist sie unrein und hat sich
an ihrem Mann versündigt, so wird das verfluchte Wasser in sie gehen
und ihr bitter sein, daß ihr der Bauch schwellen und die Hüfte
schwinden wird, und wird das Weib ein Fluch sein unter ihrem Volk;
28. ist aber ein solch Weib nicht verunreinigt, sondern rein, so wird's
ihr nicht schaden, daß sie kann schwanger werden.
29. Dies ist das Eifergesetz, wenn ein Weib ihrem Mann untreu ist und
unrein wird,
30. oder wenn einen Mann der Eifergeist entzündet, daß er um sein Weib
eifert, daß er's stelle vor den HERRN und der Priester mit ihr tue
alles nach diesem Gesetz.
31. Und der Mann soll unschuldig sein an der Missetat; aber das Weib
soll ihre Missetat tragen.
Kapitel 6
1. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
2. Sage den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Wenn ein Mann oder Weib
ein besonderes Gelübde tut, dem HERRN sich zu enthalten,
3. der soll sich Weins und starken Getränks enthalten; Weinessig oder
Essig von starkem Getränk soll er auch nicht trinken, auch nichts, das
aus Weinbeeren gemacht wird; er soll weder frische noch dürre
Weinbeeren essen.
4. Solange solch ein Gelübde währt, soll er nichts essen, das man vom
Weinstock macht, vom Weinkern bis zu den Hülsen.
5. Solange die Zeit solches seines Gelübdes währt, soll kein
Schermesser über sein Haupt fahren, bis das die Zeit aus sei, die er
dem HERRN gelobt hat; denn er ist heilig und soll das Haar auf seinem
Haupt lassen frei wachsen.
6. Die ganze Zeit über, die er dem HERRN gelobt hat, soll er zu keinem
Toten gehen.
7. Er soll sich auch nicht verunreinigen an dem Tod seines Vaters,
seiner Mutter, seines Bruders oder seiner Schwester; denn das Gelübde
seines Gottes ist auf seinem Haupt.
8. Die ganze Zeit seines Gelübdes soll er dem HERRN heilig sein.
9. Und wo jemand vor ihm unversehens plötzlich stirbt, da wird das
Haupt seines Gelübdes verunreinigt; darum soll er sein Haupt scheren am
Tage seiner Reinigung, das ist am siebenten Tage.
10. Und am achten Tage soll er zwei Turteltauben bringen oder zwei
junge Tauben zum Priester vor die Tür der Hütte des Stifts.
11. Und der Priester soll eine zum Sündopfer und die andere zum
Brandopfer machen und ihn versöhnen, darum daß er sich an einem Toten
versündigt hat, und also sein Haupt desselben Tages heiligen,
12. daß er dem HERRN die Zeit seines Gelübdes aushalte. Und soll ein
jähriges Lamm bringen zum Schuldopfer. Aber die vorigen Tage sollen
umsonst sein, darum daß sein Gelübde verunreinigt ist.
13. Dies ist das Gesetz des Gottgeweihten: wenn die Zeit seines
Gelübdes aus ist, so soll man ihn bringen vor die Tür der Hütte des
Stifts.
14. Und er soll bringen sein Opfer dem HERRN, ein jähriges Lamm ohne
Fehl zum Brandopfer und ein jähriges Schaf ohne Fehl zum Sündopfer und
einen Widder ohne Fehl zum Dankopfer
15. und einen Korb mit ungesäuerten Kuchen von Semmelmehl, mit Öl
gemengt, und ungesäuerte Fladen, mit Öl bestrichen, und ihre Speisopfer
und Trankopfer.
16. Und der Priester soll's vor den HERRN bringen und soll sein
Sündopfer und sein Brandopfer machen.
17. Und den Widder soll er zum Dankopfer machen dem HERRN samt dem
Korbe mit den ungesäuerten Brot; und soll auch sein Speisopfer und sein
Trankopfer machen.
18. Und der Geweihte soll das Haupt seines Gelübdes scheren vor der Tür
der Hütte des Stifts und soll das Haupthaar seines Gelübdes nehmen und
aufs Feuer werfen, das unter dem Dankopfer ist.
19. Und der Priester soll den gekochten Bug nehmen von dem Widder und
einen ungesäuerten Kuchen aus dem Korbe und einen ungesäuerten Fladen
und soll's dem Geweihten auf sein Hände legen, nachdem er sein Gelübde
abgeschoren hat,
20. und der Priester soll's vor dem HERRN weben. Das ist heilig dem
Priester samt der Webebrust und der Hebeschulter. Darnach mag der
Geweihte Wein trinken.
21. Das ist das Gesetz des Gottgeweihten, der sein Opfer dem HERRN
gelobt wegen seines Gelübdes, außer dem, was er sonst vermag; wie er
gelobt hat, soll er tun nach dem Gesetz seines Gelübdes.
22. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
23. Sage Aaron und seinen Söhnen und sprich: Also sollt ihr sagen zu
den Kindern Israel, wenn ihr sie segnet:
24. Der HERR segne dich und behüte dich;
25. der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig;
26. der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.
27. Denn ihr sollt meinen Namen auf die Kinder Israel legen, daß ich
sie segne.
Kapitel 7
1. Und da Mose die Wohnung aufgerichtet hatte und sie gesalbt und
geheiligt allem ihrem Geräte, dazu auch den Altar mit allem seinem
Geräte gesalbt und geheiligt,
2. da opferten die Fürsten Israels, die Häupter waren in ihren
Vaterhäusern; denn sie waren die Obersten unter den Stämmen und standen
obenan unter denen, die gezählt waren.
3. Und sie brachten Opfer vor den HERRN, sechs bedeckte Wagen und zwölf
Rinder, je einen Wagen für zwei Fürsten und einen Ochsen für einen, und
brachten sie vor die Wohnung.
4. Und der HERR sprach zu Mose:
5. Nimm's von ihnen, daß es diene zum Dienst der Hütte des Stifts, und
gib's den Leviten, einem jeglichen nach seinem Amt.
6. Da nahm Mose die Wagen und die Rinder und gab sie den Leviten.
7. Zwei Wagen und vier Rinder gab er den Kindern Gerson nach ihrem Amt;
8. und vier Wagen und acht Ochsen gab er den Kindern Merari nach ihrem
Amt unter der Hand Ithamars, des Sohnes Aarons, des Priesters;
9. den Kinder Kahath aber gab er nichts, darum daß sie ein heiliges Amt
auf sich hatten und auf ihren Achseln tragen mußten.
10. Und die Fürsten opferten zur Einweihung das Altars an dem Tage, da
er gesalbt ward, und opferten ihre Gabe vor dem Altar.
11. Und der HERR sprach zu Mose: Laß einen jeglichen Fürsten an seinem
Tage sein Opfer bringen zur Einweihung des Altars.
12. Am ersten Tage opferte seine Gabe Nahesson, der Sohn Amminadabs,
des Stammes Juda.
13. Und seine Gabe war eine silberne Schüssel, hundertdreißig Lot
schwer, eine silbern Schale siebzig Lot schwer nach dem Lot des
Heiligtums, beide voll Semmelmehl, mit Öl gemengt, zum Speisopfer;
14. dazu einen goldenen Löffel, zehn Lot schwer, voll Räuchwerk,
15. einen jungen Farren, einen Widder, ein jähriges Lamm zum
Brandopfer;
16. einen Ziegenbock zum Sündopfer;
17. und zum Dankopfer zwei Rinder, fünf Widder und fünf jährige Lämmer.
Das ist die Gabe Nahessons, des Sohnes Amminadabs.
18. Am zweiten Tage opferte Nathanael, der Sohn Zuars, der Fürst
Isaschars.
19. Seine Gabe war eine silberne Schüssel, hundertdreißig Lot schwer,
eine silberne Schale, siebzig Lot schwer nach dem Lot des Heiligtums,
beide voll Semmelmehl, mit Öl gemengt, zum Speisopfer;
20. dazu einen goldenen Löffel, zehn Lot schwer, voll Räuchwerk,
21. einen jungen Farren, einen Widder, ein jähriges Lamm zum
Brandopfer;
22. einen Ziegenbock zum Sündopfer;
23. und zum Dankopfer zwei Rinder, fünf Widder und fünf jährige Lämmer.
Das ist die Gabe Nathanaels, des Sohnes Zuars.
24. Am dritten Tage der Fürst der Kinder Sebulon, Eliab, der Sohn
Helons.
25. Seine Gabe war eine silberne Schüssel, hundertdreißig Lot schwer,
eine silberne Schale, siebzig Lot schwer nach dem Lot des Heiligtums,
beide voll Semmelmehl, mit Öl gemengt, zum Speisopfer;
26. dazu einen goldenen Löffel, zehn Lot schwer, voll Räuchwerk,
27. einen jungen Farren, einen Widder, ein jähriges Lamm zum
Brandopfer;
28. einen Ziegenbock zum Sündopfer;
29. und zum Dankopfer zwei Rinder, fünf Widder und fünf jährige Lämmer.
Das ist die Gabe Eliabs, des Sohnes Helons.
30. Am vierten Tage der Fürst der Kinder Ruben, Elizur, der Sohn
Sedeurs.
31. Seine Gabe war eine silberne Schüssel, hundertdreißig Lot schwer,
eine silberne Schale, siebzig Lot schwer nach dem Lot des Heiligtums,
beide voll Semmelmehl, mit Öl gemengt, zum Speisopfer;
32. dazu einen goldenen Löffel, zehn Lot schwer, voll Räuchwerk,
33. einen jungen Farren, einen Widder, ein jähriges Lamm zum
Brandopfer;
34. einen Ziegenbock zum Sündopfer;
35. und zum Dankopfer zwei Rinder, fünf Widder und fünf jährige Lämmer.
Das ist die Gabe Elizurs, des Sohnes Sedeurs.
36. Am fünften Tage der Fürst der Kinder Simeon, Selumiel, der Sohn
Zuri-Saddais.
37. Seine Gabe war eine silberne Schüssel, hundertdreißig Lot schwer,
eine silberne Schale, siebzig Lot schwer nach dem Lot des Heiligtums,
beide voll Semmelmehl, mit Öl gemengt, zum Speisopfer;
38. dazu einen goldenen Löffel, zehn Lot schwer, voll Räuchwerk,
39. einen jungen Farren, einen Widder, ein jähriges Lamm zum
Brandopfer;
40. einen Ziegenbock zum Sündopfer;
41. und zum Dankopfer zwei Rinder, fünf Widder und fünf jährige Lämmer.
Das ist die Gabe Selumiels, des Sohnes Zuri-Saddais.
42. Am sechsten Tage der Fürst der Kinder Gad, Eljasaph, der Sohn
Deguels.
43. Seine Gabe war eine silberne Schüssel, hundertdreißig Lot schwer,
eine silberne Schale, siebzig Lot schwer nach dem Lot des Heiligtums,
beide voll Semmelmehl, mit Öl gemengt, zum Speisopfer;
44. dazu einen goldenen Löffel, zehn Lot schwer, voll Räuchwerk,
45. einen jungen Farren, einen Widder, ein jähriges Lamm zum
Brandopfer;
46. einen Ziegenbock zum Sündopfer;
47. und zum Dankopfer zwei Rinder, fünf Widder und fünf jährige Lämmer.
Das ist die Gabe Eljasaphs, des Sohnes Deguels.
48. Am siebenten Tage der Fürst der Kinder Ephraim, Elisama, der Sohn
Ammihuds.
49. Seine Gabe war eine silberne Schüssel, hundertdreißig Lot schwer,
eine silberne Schale, siebzig Lot schwer nach dem Lot des Heiligtums,
beide voll Semmelmehl, mit Öl gemengt, zum Speisopfer;
50. dazu einen goldenen Löffel, zehn Lot schwer, voll Räuchwerk,
51. einen jungen Farren, einen Widder, ein jähriges Lamm zum
Brandopfer;
52. einen Ziegenbock zum Sündopfer;
53. und zum Dankopfer zwei Rinder, fünf Widder und fünf jährige Lämmer.
Das ist die Gabe Elisamas, des Sohnes Ammihuds.
54. Am achten Tage der Fürst der Kinder Manasses, Gamliel, der Sohn
Pedazurs.
55. Seine Gabe war eine silberne Schüssel, hundertdreißig Lot schwer,
eine silberne Schale, siebzig Lot schwer nach dem Lot des Heiligtums,
beide voll Semmelmehl, mit Öl gemengt, zum Speisopfer;
56. dazu einen goldenen Löffel, zehn Lot schwer, voll Räuchwerk,
57. einen jungen Farren, einen Widder, ein jähriges Lamm zum
Brandopfer;
58. einen Ziegenbock zum Sündopfer;
59. und zum Dankopfer zwei Rinder, fünf Widder und fünf jährige Lämmer.
Das ist die Gabe Gamliels, des Sohnes Pedazurs.
60. Am neunten Tage der Fürst der Kinder Benjamin, Abidan, der Sohn des
Gideoni.
61. Seine Gabe war eine silberne Schüssel, hundertdreißig Lot schwer,
eine silberne Schale, siebzig Lot schwer nach dem Lot des Heiligtums,
beide voll Semmelmehl, mit Öl gemengt, zum Speisopfer;
62. dazu einen goldenen Löffel, zehn Lot schwer, voll Räuchwerk,
63. einen jungen Farren, einen Widder, ein jähriges Lamm zum
Brandopfer;
64. einen Ziegenbock zum Sündopfer;
65. und zum Dankopfer zwei Rinder, fünf Widder und fünf jährige Lämmer.
Das ist die Gabe Abidans, des Sohn's Gideonis.
66. Am zehnten Tage der Fürst der Kinder Dan, Ahi-Eser, der Sohn
Ammi-Saddais.
67. Seine Gabe war eine silberne Schüssel, hundertdreißig Lot schwer,
eine silberne Schale, siebzig Lot schwer nach dem Lot des Heiligtums,
beide voll Semmelmehl, mit Öl gemengt, zum Speisopfer;
68. dazu einen goldenen Löffel, zehn Lot schwer, voll Räuchwerk,
69. einen jungen Farren, einen Widder, ein jähriges Lamm zum
Brandopfer;
70. einen Ziegenbock zum Sündopfer;
71. und zum Dankopfer zwei Rinder, fünf Widder und fünf jährige Lämmer.
Das ist die Gabe Ahi-Esers, des Sohnes Ammi-Saddais.
72. Am elften Tage der Fürst der Kinder Asser, Pagiel, der Sohn
Ochrans.
73. Seine Gabe war eine silberne Schüssel, hundertdreißig Lot schwer,
eine silberne Schale, siebzig Lot schwer nach dem Lot des Heiligtums,
beide voll Semmelmehl, mit Öl gemengt, zum Speisopfer;
74. dazu einen goldenen Löffel, zehn Lot schwer, voll Räuchwerk,
75. einen jungen Farren, einen Widder, ein jähriges Lamm zum
Brandopfer;
76. einen Ziegenbock zum Sündopfer;
77. und zum Dankopfer zwei Rinder, fünf Widder und fünf jährige Lämmer.
Das ist die Gabe Pagiels, des Sohnes Ochrans.
78. Am zwölften Tage der Fürst der Kinder Naphthali, Ahira, der Sohn
Enans.
79. Seine Gabe war eine silberne Schüssel, hundertdreißig Lot schwer,
eine silberne Schale, siebzig Lot schwer nach dem Lot des Heiligtums,
beide voll Semmelmehl, mit Öl gemengt, zum Speisopfer;
80. dazu einen goldenen Löffel, zehn Lot schwer, voll Räuchwerk,
81. einen jungen Farren, einen Widder, ein jähriges Lamm zum
Brandopfer;
82. einen Ziegenbock zum Sündopfer;
83. und zum Dankopfer zwei Rinder, fünf Widder und fünf jährige Lämmer.
Das ist die Gabe Ahiras, des Sohnes Enans.
84. Das ist die Einweihung des Altars zur Zeit, da er gesalbt ward,
dazu die Fürsten Israels opferten diese zwölf silbernen Schüsseln,
zwölf silberne Schalen, zwölf goldene Löffel,
85. also daß je eine Schüssel hundertdreißig Lot Silber und je eine
Schale siebzig Lot hatte, daß die Summe alles Silbers am Gefäß betrug
zweitausendvierhundert Lot nach dem Lot des Heiligtums.
86. Und der zwölf goldenen Löffel voll Räuchwerk hatte je einer zehn
Lot nach dem Lot des Heiligtums, daß die Summe Goldes an den Löffeln
betrug hundertzwanzig Lot.
87. Die Summe der Rinder zum Brandopfer waren zwölf Farren, zwölf
Widder, zwölf jahrige Lämmer samt ihrem Speisopfer und zwölf
Ziegenböcke zum Sündopfer.
88. Und die Summe der Rinder zum Dankopfer war vierundzwanzig Farren,
sechzig Widder, sechzig Böcke, sechzig jährige Lämmer. Das ist die
Einweihung des Altars, da er gesalbt ward.
89. Und wenn Mose in die Hütte des Stifts ging, daß mit ihm geredet
würde, so hörte er die Stimme mit ihm reden von dem Gnadenstuhl, der
auf der Lade des Zeugnisses war, dort ward mit ihm geredet.
Kapitel 8
1. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
2. Rede mit Aaron und sprich zu ihm: Wenn du Lampen aufsetzt, sollst du
sie also setzen, daß alle sieben vorwärts von dem Leuchter scheinen.
3. Und Aaron tat also und setzte die Lampen auf, vorwärts von dem
Leuchter zu scheinen, wie der HERR dem Mose geboten hatte.
4. Der Leuchter aber war getriebenes Gold, beide, sein Schaft und seine
Blumen; nach dem Gesicht, das der HERR dem Mose gezeigt hatte, also
machte er den Leuchter.
5. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
6. Nimm die Leviten aus den Kindern Israel und reinige sie.
7. Also sollst du aber mit ihnen tun, daß du sie reinigst: du sollst
Sündwasser auf sie sprengen, und sie sollen alle ihre Haare rein
abscheren und ihre Kleider waschen, so sind sie rein.
8. Dann sollen sie nehmen einen jungen Farren und sein Speisopfer,
Semmelmehl, mit Öl gemengt; und einen andern jungen Farren sollst du
zum Sündopfer nehmen.
9. Und sollst die Leviten vor die Hütte des Stifts bringen und die
ganze Gemeinde der Kinder Israel versammeln
10. und die Leviten vor den HERRN bringen; und die Kinder Israel sollen
ihre Hände auf die Leviten legen,
11. und Aaron soll die Leviten vor dem HERRN weben als Webeopfer von
den Kindern Israel, auf daß sie dienen mögen in dem Amt des HERRN.
12. Und die Leviten sollen ihre Hände aufs Haupt der Farren legen, und
einer soll zum Sündopfer, der andere zum Brandopfer dem HERRN gemacht
werden, die Leviten zu versöhnen.
13. Und sollst die Leviten vor Aaron und seine Söhne stellen und vor
dem HERRN weben,
14. und sollst sie also aussondern von den Kindern Israel, daß sie mein
seien.
15. Darnach sollen sie hineingehen, daß sie dienen in der Hütte des
Stifts. Also sollst du sie reinigen und weben;
16. denn sie sind mein Geschenk von den Kindern Israel, und ich habe
sie mir genommen für alles, was die Mutter bricht, nämlich für die
Erstgeburt aller Kinder Israel.
17. Denn alle Erstgeburt unter den Kindern Israel ist mein, der
Menschen und des Viehes, seit der Zeit ich alle Erstgeburt in
Ägyptenland schlug und heiligte sie mir
18. und nahm die Leviten an für alle Erstgeburt unter den Kindern
Israel
19. und gab sie zum Geschenk Aaron und seinen Söhnen aus den Kindern
Israel, daß sie dienen im Amt der Kinder Israel in der Hütte des
Stifts, die Kinder Israel zu versöhnen, auf daß nicht unter den Kindern
Israel sei eine Plage, so sie sich nahen wollten zum Heiligtum.
20. Und Mose mit Aaron samt der ganzen Gemeinde der Kinder Israel taten
mit den Leviten alles, wie der HERR dem Mose geboten hatte.
21. Und die Leviten entsündigten sich und wuschen ihre Kleider, und
Aaron webte sie vor dem HERRN und versöhnte sie, daß sie rein wurden.
22. Darnach gingen sie hinein, daß sie ihr Amt täten in der Hütte des
Stifts vor Aaron und seinen Söhnen. Wie der HERR dem Mose geboten hatte
über die Leviten, also taten sie mit ihnen.
23. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
24. Das ist's, was den Leviten gebührt: von fünfundzwanzig Jahren und
darüber taugen sie zum Amt und Dienst in der Hütte des Stifts;
25. aber von dem fünfzigsten Jahr an sollen sie ledig sein vom Amt des
Dienstes und sollen nicht mehr dienen,
26. sondern ihren Brüdern helfen des Dienstes warten an der Hütte des
Stifts; des Amts aber sollen sie nicht pflegen. Also sollst du mit den
Leviten tun, daß ein jeglicher seines Dienstes warte.
Kapitel 9
1. Und der HERR redete mit Mose in der Wüste Sinai im zweiten Jahr,
nachdem sie aus Ägyptenland gezogen waren, im ersten Monat, und sprach:
2. Laß die Kinder Israel Passah halten zu seiner Zeit,
3. am vierzehnten Tage dieses Monats gegen Abend; zu seiner Zeit sollen
sie es halten nach aller seiner Satzung und seinem Recht.
4. Und Mose redete mit den Kindern Israel, daß sie das Passah hielten.
5. Und sie hielten Passah am vierzehnten Tage des ersten Monats gegen
Abend in der Wüste Sinai; alles, wie der HERR dem Mose geboten hatte,
so taten die Kinder Israel.
6. Da waren etliche Männer unrein geworden an einem toten Menschen, daß
sie nicht konnten Passah halten des Tages. Die traten vor Mose und
Aaron desselben Tages
7. und sprachen zu ihm: Wir sind unrein geworden an einem toten
Menschen; warum sollen wir geringer sein, daß wir unsere Gabe dem HERRN
nicht bringen dürfen zu seiner Zeit unter den Kindern Israel?
8. Mose sprach zu ihnen: Harret, ich will hören, was euch der HERR
gebietet.
9. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
10. Sage den Kinder Israel und sprich: Wenn jemand unrein an einem
Toten oder ferne über Feld ist, unter euch oder unter euren Nachkommen,
der soll dennoch dem HERRN Passah halten,
11. aber im zweiten Monat, am vierzehnten Tage gegen Abend, und soll's
neben ungesäuertem Brot und bitteren Kräutern essen,
12. und sie sollen nichts davon übriglassen, bis morgen, auch kein Bein
daran zerbrechen und sollen's nach aller Weise des Passah halten.
13. Wer aber rein und nicht über Feld ist und läßt es anstehen, das
Passah zu halten, des Seele soll ausgerottet werden von seinem Volk,
darum daß er seine Gabe dem HERRN nicht gebracht hat zu seiner Zeit; er
soll seine Sünde tragen.
14. Und wenn ein Fremdling bei euch wohnt und auch dem HERRN Passah
hält, der soll's halten nach der Satzung und dem Recht des Passah.
Diese Satzung soll euch gleich sein, dem Fremden wie des Landes
Einheimischen.
15. Und des Tages, da die Wohnung aufgerichtet ward, bedeckte sie eine
Wolke auf der Hütte des Zeugnisses; und des Abends bis an den Morgen
war über der Wohnung eine Gestalt des Feuers.
16. Also geschah's immerdar, daß die Wolke sie bedeckte, und des Nachts
die Gestalt des Feuers.
17. Und so oft sich die Wolke aufhob von der Hütte, so zogen die Kinder
Israel; und an welchem Ort die Wolke blieb, da lagerten sich die Kinder
Israel.
18. Nach dem Wort des HERRN zogen die Kinder Israel, und nach seinem
Wort lagerten sie sich. Solange die Wolke auf der Wohnung blieb, so
lange lagen sie still.
19. Und wenn die Wolke viele Tage verzog auf der Wohnung, so taten die
Kinder Israel nach dem Gebot des HERRN und zogen nicht.
20. Und wenn's war, daß die Wolke auf der Wohnung nur etliche Tage
blieb, so lagerten sie sich nach dem Wort des HERRN und zogen nach dem
Wort des HERRN.
21. Wenn die Wolke da war von Abend bis an den Morgen und sich dann
erhob, so zogen sie; oder wenn sie sich des Tages oder des Nachts
erhob, so zogen sie auch.
22. Wenn sie aber zwei Tage oder einen Monat oder länger auf der
Wohnung blieb, so lagen die Kinder Israel und zogen nicht; und wenn sie
sich dann erhob, so zogen sie.
23. Denn nach des HERRN Mund lagen sie, und nach des HERRN Mund zogen
sie, daß sie täten, wie der HERR gebot, nach des HERRN Wort durch Mose.
Kapitel 10
1. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
2. Mache dir zwei Drommeten von getriebenem Silber, daß du sie
brauchst, die Gemeinde zu berufen und wenn das Heer aufbrechen soll.
3. Wenn man mit beiden schlicht bläst, soll sich zu dir versammeln die
ganze Gemeinde vor die Tür der Hütte des Stifts.
4. Wenn man nur mit einer schlicht bläst, so sollen sich zu dir
versammeln die Fürsten, die Obersten über die Tausende in Israel.
5. Wenn ihr aber drommetet, so sollen die Lager aufbrechen, die gegen
Morgen liegen.
6. Und wenn ihr zum andernmal drommetet, so sollen die Lager
aufbrechen, die gegen Mittag liegen. Denn wenn sie reisen sollen, so
sollt ihr drommeten.
7. Wenn aber die Gemeinde zu versammeln ist, sollt ihr schlicht blasen
und nicht drommeten.
8. Es sollen aber solch Blasen mit den Drommeten die Söhne Aarons, die
Priester, tun; und das soll euer Recht sein ewiglich bei euren
Nachkommen.
9. Wenn ihr in einen Streit ziehet in eurem Lande wider eure Feinde,
die euch bedrängen, so sollt ihr drommeten mit den Drommeten, daß euer
gedacht werde vor dem HERRN, eurem Gott, und ihr erlöst werdet von
euren Feinden.
10. Desgleichen, wenn ihr fröhlich seid, und an euren Festen und an
euren Neumonden sollt ihr mit den Drommeten blasen über eure Brandopfer
und Dankopfer, daß es euch sei zum Gedächtnis vor eurem Gott. Ich bin
der HERR, euer Gott.
11. Am zwanzigsten Tage im zweiten Monat des zweiten Jahres erhob sich
die Wolke von der Wohnung des Zeugnisses.
12. Und die Kinder Israel brachen auf und zogen aus der Wüste Sinai,
und die Wolke blieb in der Wüste Pharan.
13. Es brachen aber auf die ersten nach dem Wort des HERRN durch Mose;
14. nämlich das Panier des Lagers der Kinder Juda zog am ersten mit
ihrem Heer, und über ihr Heer war Nahesson, der Sohn Amminadabs;
15. und über das Heer des Stammes der Kinder Isaschar war Nathanael,
der Sohn Zuars;
16. und über das Heer des Stammes der Kinder Sebulon war Eliab, der
Sohn Helons.
17. Da zerlegte man die Wohnung, und zogen die Kinder Gerson und Merari
und trugen die Wohnung.
18. Darnach zog das Panier des Lagers Rubens mit ihrem Heer, und über
ihr Heer war Elizur, der Sohn Sedeurs;
19. und über das Heer des Stammes der Kinder Simeon war Selumiel, der
Sohn Zuri-Saddais;
20. und Eljasaph, der Sohn Deguels, über das Heer des Stammes der
Kinder Gad.
21. Da zogen auch die Kahathiten und trugen das Heiligtum; und jene
richteten die Wohnung auf, bis diese nachkamen.
22. Darnach zog das Panier des Lagers der Kinder Ephraim mit ihrem
Heer, und über ihr Heer war Elisama, der Sohn Ammihuds;
23. und Gamliel, der Sohn Pedazurs, über das Heer des Stammes der
Kinder Manasse;
24. und Abidan, der Sohn des Gideoni, über das Heer des Stammes der
Kinder Benjamin.
25. Darnach zog das Panier des Lagers der Kinder Dan mit ihrem Heer;
und so waren die Lager alle auf. Und Ahi-Eser, der Sohn Ammi-Saddais,
war über ihr Heer;
26. und Pagiel, der Sohn Ochrans, über das Heer des Stammes der Kinder
Asser;
27. und Ahira, der Sohn Enans, über das Heer des Stammes der Kinder
Naphthali.
28. So zogen die Kinder Israel mit ihrem Heer.
29. Und Mose sprach zu seinem Schwager Hobab, dem Sohn Reguels, aus
Midian: Wir ziehen dahin an die Stätte, davon der HERR gesagt hat: Ich
will sie euch geben; so komm nun mit uns, so wollen wir das Beste an
dir tun; denn der HERR hat Israel Gutes zugesagt.
30. Er aber antwortete: Ich will nicht mit euch, sondern in mein Land
zu meiner Freundschaft ziehen.
31. Er sprach: Verlaß uns doch nicht; denn du weißt, wo wir in der
Wüste uns lagern sollen, und sollst unser Auge sein.
32. Und wenn du mit uns ziehst: was der HERR Gutes an uns tut, das
wollen wir an dir tun.
33. Also zogen sie von dem Berge des HERRN drei Tagereisen, und die
Lade des Bundes des HERRN zog vor ihnen her die drei Tagereisen, ihnen
zu weisen, wo sie ruhen sollten.
34. Und die Wolke des Herrn war des Tages über ihnen, wenn sie aus dem
Lager zogen.
35. Und wenn die Lade zog, so sprach Mose: HERR, stehe auf! laß deine
Feinde zerstreut und die dich hassen, flüchtig werden vor dir!
36. Und wenn sie ruhte, so sprach er: Komm wieder, HERR, zu der Menge
der Tausende Israels!
Kapitel 11
1. Und da sich das Volk ungeduldig machte, gefiel es übel vor den Ohren
des HERRN. Und als es der HERR hörte, ergrimmte sein Zorn, und zündete
das Feuer des HERRN unter ihnen an; das verzehrte die äußersten Lager.
2. Da schrie das Volk zu Mose, und Mose bat den HERRN; da verschwand
das Feuer.
3. Und man hieß die Stätte Thabeera, darum daß sich unter ihnen des
HERRN Feuer angezündet hatte.
4. Das Pöbelvolk aber unter ihnen war lüstern geworden, und sie saßen
und weinten samt den Kindern Israel und sprachen: Wer will uns Fleisch
zu essen geben?
5. Wir gedenken der Fische, die wir in Ägypten umsonst aßen, und der
Kürbisse, der Melonen, des Lauchs, der Zwiebeln und des Knoblauchs.
6. Nun aber ist unsere Seele matt; denn unsere Augen sehen nichts als
das Man.
7. Es war aber das Man wie Koriandersamen und anzusehen wie Bedellion.
8. Und das Volk lief hin und her und sammelte und zerrieb es mit Mühlen
und stieß es in Mörsern und kochte es in Töpfen und machte sich
Aschenkuchen daraus; und es hatte einen Geschmack wie ein Ölkuchen.
9. Und wenn des Nachts der Tau über die Lager fiel, so fiel das Man mit
darauf.
10. Da nun Mose das Volk hörte weinen unter ihren Geschlechtern, einen
jeglichen in seiner Hütte Tür, da ergrimmte der Zorn des HERRN sehr,
und Mose ward auch bange.
11. Und Mose sprach zu dem HERRN: Warum bekümmerst du deinen Knecht?
und warum finde ich nicht Gnade vor deinen Augen, daß du die Last
dieses ganzen Volks auf mich legst?
12. Habe ich nun all das Volk empfangen oder geboren, daß du zu mir
sagen magst: Trag es in deinen Armen, wie eine Amme ein Kind trägt, in
das Land, das du ihren Vätern geschworen hast?
13. Woher soll ich Fleisch nehmen, daß ich allem diesem Volk gebe? Sie
weinen vor mir und sprechen: Gib uns Fleisch, daß wir essen.
14. Ich vermag alles das Volk nicht allein zu ertragen; denn es ist mir
zu schwer.
15. Und willst du also mit mir tun, so erwürge ich mich lieber, habe
ich anders Gnade vor deinen Augen gefunden, daß ich nicht mein Unglück
so sehen müsse.
16. Und der HERR sprach zu Mose: Sammle mir siebzig Männer unter den
Ältesten Israels, von denen du weißt, daß sie Älteste im Volk und seine
Amtleute sind, und nimm sie vor die Hütte des Stifts und stelle sie
daselbst vor dich,
17. so will ich herniederkommen und mit dir daselbst reden und von
deinem Geist, der auf dir ist, nehmen und auf sie legen, daß sie mit
dir die Last des Volkes tragen, daß du nicht allein tragest.
18. Und zum Volk sollst du sagen: Heiliget euch auf morgen, daß ihr
Fleisch esset; denn euer Weinen ist vor die Ohren des HERRN gekommen,
die ihr sprecht: Wer gibt uns Fleisch zu essen? denn es ging uns wohl
in Ägypten. Darum wird euch der HERR Fleisch geben, daß ihr esset,
19. nicht einen Tag, nicht zwei, nicht fünf, nicht zehn, nicht zwanzig
Tage lang,
20. sondern einen Monat lang, bis daß es euch zur Nase ausgehe und euch
ein Ekel sei; darum daß ihr den HERRN verworfen habt, der unter euch
ist, und vor ihm geweint und gesagt: Warum sind wir aus Ägypten
gegangen?
21. Und Mose sprach: Sechshunderttausend Mann Fußvolk ist es, darunter
ich bin, und du sprichst Ich will euch Fleisch geben, daß ihr esset
einen Monat lang!
22. Soll man Schafe und Rinder schlachten, daß es ihnen genug sei? Oder
werden sich alle Fische des Meeres herzu versammeln, daß es ihnen genug
sei?
23. Der HERR aber sprach zu Mose: Ist denn die Hand des HERRN verkürzt?
Aber du sollst jetzt sehen, ob meine Worte können dir etwas gelten oder
nicht.
24. Und Mose ging heraus und sagte dem Volk des HERRN Worte und
versammelte siebzig Männer unter den Ältesten des Volks und stellte sie
um die Hütte her.
25. Da kam der HERR hernieder in der Wolke und redete mit ihm und nahm
von dem Geist, der auf ihm war, und legte ihn auf die siebzig ältesten
Männer. Und da der Geist auf ihnen ruhte, weissagten sie und hörten
nicht auf.
26. Es waren aber noch zwei Männer im Lager geblieben; der eine hieß
Eldad, der andere Medad, und der Geist ruhte auf ihnen; denn sie waren
auch angeschrieben und doch nicht hinausgegangen zu der Hütte, und sie
weissagten im Lager.
27. Da lief ein Knabe hin und sagte es Mose an und sprach: Eldad und
Medad weissagen im Lager.
28. Da antwortete Josua, der Sohn Nuns, Mose's Diener, den er erwählt
hatte, und sprach: Mein Herr Mose, wehre ihnen.
29. Aber Mose sprach zu ihm: Bist du der Eiferer für mich? Wollte Gott,
daß all das Volk des HERRN weissagte und der HERR seinen Geist über sie
gäbe!
30. Also sammelte sich Mose zum Lager mit den Ältesten Israels.
31. Da fuhr aus der Wind von dem HERRN und ließ Wachteln kommen vom
Meer und streute sie über das Lager, hier eine Tagereise lang, da eine
Tagereise lang um das Lager her, zwei Ellen hoch über der Erde.
32. Da machte sich das Volk auf denselben ganzen Tag und die ganze
Nacht und den ganzen andern Tag und sammelten Wachteln; und welcher am
wenigsten sammelte, der sammelte zehn Homer. Uns sie hängten sie auf um
das Lager her.
33. Da aber das Fleisch noch unter ihren Zähnen war und ehe es
aufgezehrt war, da ergrimmte der Zorn des HERRN unter dem Volk, und
schlug sie mit einer sehr großen Plage.
34. Daher heißt diese Stätte Lustgräber, darum daß man daselbst begrub
das lüsterne Volk.
35. Von den Lustgräbern aber zog das Volk aus gen Hazeroth, und sie
blieben zu Hazeroth.
Kapitel 12
1. Und Mirjam und Aaron redeten wider Mose um seines Weibes willen, der
Mohrin, die er genommen hatte, darum daß er eine Mohrin zum Weibe
genommen hatte,
2. und sprachen: Redet denn der HERR allein durch Mose? Redet er nicht
auch durch uns? Und der HERR hörte es.
3. Aber Mose war ein sehr geplagter Mensch über alle Menschen auf
Erden.
4. Und plötzlich sprach der HERR zu Mose und zu Aaron und zu Mirjam:
Geht heraus, ihr drei, zu der Hütte des Stifts. Und sie gingen alle
drei heraus.
5. Da kam der HERR hernieder in der Wolkensäule und trat in der Hütte
Tür und rief Aaron und Mirjam; und die beiden gingen hinaus.
6. Und er sprach: Höret meine Worte: Ist jemand unter euch ein Prophet
des HERRN, dem will ich mich kundmachen in einem Gesicht oder will mit
ihm reden in einem Traum.
7. Aber nicht also mein Knecht Mose, der in meinem ganzen Hause treu
ist.
8. Mündlich rede ich mit ihm, und er sieht den HERRN in seiner Gestalt,
nicht durch dunkle Worte oder Gleichnisse. Warum habt ihr euch denn
nicht gefürchtet, wider meinen Knecht Mose zu reden?
9. Und der Zorn des HERRN ergrimmte über sie, und er wandte sich weg;
10. dazu die Wolke wich auch von der Hütte. Und siehe da war Mirjam
aussätzig wie der Schnee. Und Aaron wandte sich zu Mirjam und wird
gewahr, daß sie aussätzig ist,
11. Und sprach zu Mose: Ach, mein Herr, laß die Sünde nicht auf uns
bleiben, mit der wir töricht getan und uns versündigt haben,
12. daß diese nicht sei wie ein Totes, das von seiner Mutter Leibe
kommt und ist schon die Hälfte seines Fleisches gefressen.
13. Mose aber schrie zu dem HERRN und sprach: Ach Gott, heile sie!
14. Der HERR sprach zu Mose: Wenn ihr Vater ihr ins Angesicht gespieen
hätte, sollte sie sich nicht sieben Tage schämen? Laß sie verschließen
sieben Tage außerhalb des Lagers; darnach laß sie wieder aufnehmen.
15. Also ward Mirjam sieben Tage verschlossen außerhalb des Lagers. Und
das Volk zog nicht weiter, bis Mirjam aufgenommen ward.
16. Darnach zog das Volk von Hazeroth und lagerte sich in die Wüste
Pharan.
Kapitel 13
1. Und der HERR redet mit Mose und sprach:
2. Sende Männer aus, die das Land Kanaan erkunden, das ich den Kindern
Israel geben will, aus jeglichem Stamm ihrer Väter einen vornehmen
Mann.
3. Mose, der sandte sie aus der Wüste Pharan nach dem Wort des HERRN,
die alle vornehme Männer waren unter den Kindern Israel.
4. Und hießen also: Sammua, der Sohn Sakkurs, des Stammes Ruben;
5. Saphat, der Sohn Horis, des Stammes Simeon;
6. Kaleb, der Sohn Jephunnes, des Stammes Juda;
7. Jigeal, der Sohn Josephs, des Stammes Isaschar;
8. Hosea, der Sohn Nuns, des Stammes Ephraim;
9. Palti, der Sohn Raphus, des Stammes Benjamin;
10. Gaddiel, der Sohn Sodis, des Stammes Sebulon;
11. Gaddi, der Sohn Susis, des Stammes Joseph von Manasse;
12. Ammiel, der Sohn Gemallis, des Stammes Dan;
13. Sethur, der Sohn Michaels, des Stammes Asser;
14. Nahebi, der Sohn Vaphsis, des Stammes Naphthali;
15. Guel, der Sohn Machis, des Stammes Gad.
16. Das sind die Namen der Männer, die Mose aussandte, zu erkunden das
Land. Aber Hosea, den Sohn Nuns, nannte Mose Josua.
17. Da sie nun Mose sandte, das Land Kanaan zu erkunden, sprach er zu
ihnen: Ziehet hinauf ins Mittagsland und geht auf das Gebirge
18. und besehet das Land, wie es ist, und das Volk, das darin wohnt,
ob's stark oder schwach, wenig oder viel ist;
19. und was es für ein Land ist, darin sie wohnen, ob's gut oder böse
sei; und was für Städte sind, darin sie wohnen, ob sie in Gezelten oder
Festungen wohnen;
20. und was es für Land sei, ob's fett oder mager sei und ob Bäume
darin sind oder nicht. Seid getrost und nehmet die Früchte des Landes.
Es war aber eben um die Zeit der ersten Weintrauben.
21. Sie gingen hinauf und erkundeten das Land von der Wüste Zin bis gen
Rehob, da man gen Hamath geht.
22. Sie gingen auch hinauf ins Mittagsland und kamen bis gen Hebron; da
waren Ahiman, Sesai und Thalmai, die Kinder Enaks. Hebron aber war
sieben Jahre gebaut vor Zoan in Ägypten.
23. Und sie kamen bis an den Bach Eskol und schnitten daselbst eine
Rebe ab mit einer Weintraube und ließen sie zwei auf einem Stecken
tragen, dazu auch Granatäpfel und Feigen.
24. Der Ort heißt Bach Eskol um der Traube willen, die die Kinder
Israel daselbst abschnitten.
25. Und sie kehrten um, als sie das Land erkundet hatten, nach vierzig
Tagen,
26. gingen hin und kamen zu Mose und Aaron und zu der ganzen Gemeinde
der Kinder Israel in die Wüste Pharan gen Kades und sagten ihnen wieder
und der ganzen Gemeinde, wie es stände, und ließen sie die Früchte des
Landes sehen.
27. Und erzählten ihnen und sprachen: Wir sind in das Land gekommen,
dahin ihr uns sandtet, darin Milch und Honig fließt, und dies ist seine
Frucht;
28. nur, daß starkes Volk darin wohnt und sehr große und feste Städte
sind; und wir sahen auch Enaks Kinder daselbst.
29. So wohnen die Amalekiter im Lande gegen Mittag, die Hethiter und
Jebusiter und Amoriter wohnen auf dem Gebirge, die Kanaaniter aber
wohnen am Meer und um den Jordan.
30. Kaleb aber stillte das Volk gegen Mose und sprach: Laßt uns
hinaufziehen und das Land einnehmen; denn wir können es überwältigen.
31. Aber die Männer, die mit ihm waren hinaufgezogen, sprachen: Wir
vermögen nicht hinaufzuziehen gegen das Volk; denn sie sind uns zu
stark,
32. und machten dem Lande, das sie erkundet hatten, ein böses Geschrei
unter den Kindern Israel und sprachen: Das Land, dadurch wir gegangen
sind, es zu erkunden, frißt seine Einwohner, und alles Volk, das wir
darin sahen, sind Leute von großer Länge.
33. Wir sahen auch Riesen daselbst, Enaks Kinder von den Riesen; und
wir waren vor unsern Augen wie Heuschrecken, und also waren wir auch
vor ihren Augen.
Kapitel 14
1. Da fuhr die ganze Gemeinde auf und schrie, und das Volk weinte die
Nacht.
2. Und alle Kinder Israel murrten wider Mose und Aaron, und die ganze
Gemeinde sprach zu ihnen: Ach, daß wir in Ägyptenland gestorben wären
oder noch stürben in dieser Wüste!
3. Warum führt uns der HERR in dies Land, daß wir durchs Schwert fallen
und unsere Weiber und unsere Kinder ein Raub werden? Ist's nicht
besser, wir ziehen wieder nach Ägypten?
4. Und einer sprach zu dem andern: Laßt uns einen Hauptmann aufwerfen
und wieder nach Ägypten ziehen!
5. Mose aber und Aaron fielen auf ihr Angesicht vor der ganzen
Versammlung der Gemeinde der Kinder Israel.
6. Und Josua, der Sohn Nuns, und Kaleb, der Sohn Jephunnes, die auch
das Land erkundet hatten, zerrissen ihre Kleider
7. und sprachen zu der ganzen Gemeinde der Kinder Israel: Das Land, das
wir durchwandelt haben, es zu erkunden, ist sehr gut.
8. Wenn der HERR uns gnädig ist, so wird er uns in das Land bringen und
es uns geben, ein Land, darin Milch und Honig fließt.
9. Fallt nur nicht ab vom HERRN und fürchtet euch vor dem Volk dieses
Landes nicht; denn wir wollen sie wie Brot fressen. Es ist ihr Schutz
von ihnen gewichen; der HERR aber ist mit uns. Fürchtet euch nicht vor
ihnen.
10. Da sprach das ganze Volk, man sollte sie steinigen. Da erschien die
Herrlichkeit des HERRN in der Hütte des Stifts allen Kindern Israel.
11. Und der HERR sprach zu Mose: Wie lange lästert mich dies Volk? und
wie lange wollen sie nicht an mich glauben durch allerlei Zeichen, die
ich unter ihnen getan habe?
12. So will ich sie mit Pestilenz schlagen und vertilgen und dich zu
einem größeren und mächtigeren Volk machen, denn dies ist.
13. Mose aber sprach zu dem HERRN: So werden's die Ägypter hören; denn
du hast dies Volk mit deiner Kraft mitten aus ihnen geführt.
14. Und man wird es sagen zu den Einwohnern dieses Landes, die da
gehört haben, daß du, HERR, unter diesem Volk seist, daß du von
Angesicht gesehen werdest und deine Wolke stehe über ihnen und du,
HERR, gehest vor ihnen her in der Wolkensäule des Tages und Feuersäule
des Nachts.
15. Würdest du nun dies Volk töten, wie einen Mann, so würden die
Heiden sagen, die solch Gerücht von dir hören, und sprechen:
16. Der HERR konnte mitnichten dies Volk in das Land bringen, das er
ihnen geschworen hatte; darum hat er sie geschlachtet in der Wüste.
17. So laß nun die Kraft des HERRN groß werden, wie du gesagt hast und
gesprochen:
18. Der HERR ist geduldig und von großer Barmherzigkeit und vergibt
Missetat und Übertretung und läßt niemand ungestraft sondern sucht heim
die Missetat der Väter über die Kinder ins dritte und vierte Glied.
19. So sei nun gnädig der Missetat dieses Volks nach deiner großen
Barmherzigkeit, wie du auch vergeben hast diesem Volk aus Ägypten bis
hierher.
20. Und der HERR sprach: Ich habe es vergeben, wie du gesagt hast.
21. Aber so wahr als ich lebe, so soll alle Herrlichkeit des HERRN voll
werden.
22. Denn alle die Männer, die meine Herrlichkeit und meine Zeichen
gesehen haben, die ich getan habe in Ägypten und in der Wüste, und mich
nun zehnmal versucht und meiner Stimme nicht gehorcht haben,
23. deren soll keiner das Land sehen, das ich ihren Vätern geschworen
habe; auch keiner soll es sehen, der mich verlästert hat.
24. Aber meinen Knecht Kaleb, darum daß ein anderer Geist mit ihm ist
und er mir treulich nachgefolgt ist, den will ich in das Land bringen,
darein er gekommen ist, und sein Same soll es einnehmen,
25. dazu die Amalekiter und Kanaaniter, die im Tale wohnen. Morgen
wendet euch und ziehet in die Wüste auf dem Wege zum Schilfmeer.
26. Und der HERR redete mit Mose und Aaron und sprach:
27. Wie lange murrt diese böse Gemeinde wider mich? Denn ich habe das
Murren der Kinder Israel, das sie wider mich gemurrt haben, gehört.
28. Darum sprich zu ihnen: So wahr ich lebe, spricht der HERR, ich will
euch tun, wie ihr vor meinen Ohren gesagt habt.
29. Eure Leiber sollen in dieser Wüste verfallen; und alle, die ihr
gezählt seid von zwanzig Jahren und darüber, die ihr wider mich gemurrt
habt,
30. sollt nicht in das Land kommen, darüber ich meine Hand gehoben
habe, daß ich euch darin wohnen ließe, außer Kaleb, dem Sohn Jephunnes,
und Josua, dem Sohn Nuns.
31. Eure Kinder, von denen ihr sagtet: Sie werden ein Raub sein, die
will ich hineinbringen, daß sie erkennen sollen das Land, das ihr
verwerft.
32. Aber ihr samt euren Leibern sollt in dieser Wüste verfallen.
33. Und eure Kinder sollen Hirten sein in dieser Wüste vierzig Jahre
und eure Untreue tragen, bis daß eure Leiber aufgerieben werden in der
Wüste,
34. Nach der Zahl der vierzig Tage, darin ihr das Land erkundet habt;
je ein Tag soll ein Jahr gelten, daß ihr vierzig Jahre eure Missetaten
tragt; auf daß ihr innewerdet, was es sei, wenn ich die Hand abziehe.
35. Ich, der HERR, habe es gesagt; das will ich auch tun aller dieser
bösen Gemeinde, die sich wider mich empört hat. In dieser Wüste sollen
sie aufgerieben werden und daselbst sterben.
36. Also starben durch die Plage vor dem HERRN alle die Männer, die
Mose gesandt hatte, das Land zu erkunden, und wiedergekommen waren und
wider ihn murren machten die ganze Gemeinde,
37. damit daß sie dem Lande ein Geschrei machten, daß es böse wäre.
38. Aber Josua, der Sohn Nuns, und Kaleb, der Sohn Jephunnes, blieben
lebendig aus den Männern, die gegangen waren, das Land zu erkunden.
39. Und Mose redete diese Worte zu allen Kindern Israel. Da trauerte
das Volk sehr,
40. und sie machten sich des Morgens früh auf und zogen auf die Höhe
des Gebirges und sprachen: Hier sind wir und wollen hinaufziehen an die
Stätte, davon der HERR gesagt hat; denn wir haben gesündigt.
41. Mose aber sprach: Warum übertretet ihr also das Wort des HERRN? Es
wird euch nicht gelingen.
42. Ziehet nicht hinauf, denn der HERR ist nicht unter Euch, daß ihr
nicht geschlagen werdet vor euren Feinden.
43. Denn die Amalekiter und Kanaaniter sind vor euch daselbst, und ihr
werdet durchs Schwert fallen, darum daß ihr euch vom HERRN gekehrt
habt, und der HERR wird nicht mit euch sein.
44. Aber sie waren störrig, hinaufzuziehen auf die Höhe des Gebirges;
aber die Lade des Bundes des HERRN und Mose kamen nicht aus dem Lager.
45. Da kamen die Amalekiter und Kanaaniter, die auf dem Gebirge
wohnten, herab und schlugen und zersprengten sie bis gen Horma.
Kapitel 15
1. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
2. Rede mit den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Wenn ihr in das
Land eurer Wohnung kommt, das ich euch geben werde,
3. und wollt dem HERRN Opfer tun, es sei ein Brandopfer oder ein Opfer
zum besonderen Gelübde oder ein freiwilliges Opfer oder euer Festopfer,
auf daß ihr dem HERRN einen süßen Geruch machet von Rindern oder von
Schafen:
4. wer nun seine Gabe dem HERRN opfern will, der soll das Speisopfer
tun, ein Zehntel Semmelmehl, mit einem viertel Hin Öl;
5. und Wein zum Trankopfer, auch ein viertel Hin, zu dem Brandopfer
oder sonst zu dem Opfer, da ein Lamm geopfert wird.
6. Wenn aber ein Widder geopfert wird, sollst du das Speisopfer machen
aus zwei Zehntel Semmelmehl, mit einem drittel Hin Öl gemengt,
7. und Wein zum Trankopfer, auch ein drittel Hin; das sollst du dem
HERRN zum süßen Geruch opfern.
8. Willst du aber ein Rind zum Brandopfer oder zum besonderen
Gelübdeopfer oder zum Dankopfer dem HERRN machen,
9. so sollst du zu dem Rind ein Speisopfer tun, drei Zehntel
Semmelmehl, mit einem halben Hin Öl gemengt,
10. und Wein zum Trankopfer, auch ein halbes Hin; das ist ein Opfer dem
HERRN zum süßen Geruch.
11. Also sollst du tun mit einem Ochsen, mit einem Widder, mit einem
Schaf oder mit einer Ziege.
12. Darnach die Zahl dieser Opfer ist, darnach soll auch die Zahl der
Speisopfer und Trankopfer sein.
13. Wer ein Einheimischer ist, der soll solches tun, daß er dem HERRN
opfere ein Opfer zum süßen Geruch.
14. Und wenn ein Fremdling bei euch wohnt oder unter euch bei euren
Nachkommen ist, und will dem HERRN ein Opfer zum süßen Geruch tun, der
soll tun, wie ihr tut.
15. Der ganzen Gemeinde sei eine Satzung, euch sowohl als den
Fremdlingen; eine ewige Satzung soll das sein euren Nachkommen, daß vor
dem HERRN der Fremdling sei wie ihr.
16. Ein Gesetz, ein Recht soll euch und dem Fremdling sein, der bei
euch wohnt.
17. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
18. Rede mit den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Wenn ihr in das
Land kommt, darein ich euch bringen werde,
19. daß ihr esset von dem Brot im Lande, sollt ihr dem HERRN eine Hebe
geben:
20. als eures Teiges Erstling sollt ihr einen Kuchen zur Hebe geben;
wie die Hebe von der Scheune,
21. also sollt ihr auch dem HERRN eures Teiges Erstling zur Hebe geben
bei euren Nachkommen.
22. Und wenn ihr aus Versehen dieser Gebote irgend eins nicht tut, die
der HERR zu Mose geredet hat,
23. alles, was der HERR euch durch Mose geboten hat, von dem Tage an,
da er anfing zu gebieten auf eure Nachkommen;
24. wenn nun ohne Wissen der Gemeinde etwas versehen würde, so soll die
ganze Gemeinde einen jungen Farren aus den Rindern zum Brandopfer
machen, zum süßen Geruch dem HERRN, samt seinem Speisopfer, wie es
recht ist, und einen Ziegenbock zum Sündopfer.
25. Und der Priester soll also die ganze Gemeinde der Kinder Israel
versöhnen, so wird's ihnen vergeben sein; denn es ist ein Versehen. Und
sie sollen bringen solch ihre Gabe zum Opfer dem HERRN und ihr
Sündopfer vor dem HERRN über ihr Versehen,
26. so wird's vergeben der ganzen Gemeinde der Kinder Israel, dazu auch
dem Fremdling, der unter euch wohnt, weil das ganze Volk an solchem
versehen teilhat.
27. Wenn aber eine Seele aus Versehen sündigen wird, die soll eine
jährige Ziege zum Sündopfer bringen.
28. Und der Priester soll versöhnen solche Seele, die aus Versehen
gesündigt hat, vor dem HERRN, daß er sie versöhne und ihr vergeben
werde.
29. Und es soll ein Gesetz sein für die, so ein Versehen begehen, für
den Einheimischen unter den Kindern Israel und für den Fremdling, der
unter ihnen wohnt.
30. Wenn aber eine Seele aus Frevel etwas tut, es sei ein Einheimischer
oder Fremdling, der hat den HERRN geschmäht. Solche Seele soll
ausgerottet werden aus ihrem Volk;
31. denn sie hat des HERRN Wort verachtet und sein Gebot lassen fahren.
Ja, sie soll ausgerottet werden; die Schuld sei ihr.
32. Als nun die Kinder Israel in der Wüste waren, fanden sie einen Mann
Holz lesen am Sabbattage.
33. Und die ihn darob gefunden hatten, da er das Holz las, brachten sie
ihn zu Mose und Aaron und vor die ganze Gemeinde.
34. Und sie legten ihn gefangen; denn es war nicht klar ausgedrückt,
was man mit ihm tun sollte.
35. Der HERR aber sprach zu Mose: Der Mann soll des Todes sterben; die
ganze Gemeinde soll ihn steinigen draußen vor dem Lager.
36. Da führte die ganze Gemeinde ihn hinaus vor das Lager und
steinigten ihn, daß er starb, wie der HERR dem Mose geboten hatte.
37. Und der HERR sprach zu Mose:
38. Rede mit den Kindern Israel und sprich zu ihnen, daß sie sich
Quasten machen an den Zipfeln ihrer Kleider samt allen ihren
Nachkommen, und blaue Schnüre auf die Quasten an die Zipfel tun;
39. und sollen euch die Quasten dazu dienen, daß ihr sie ansehet und
gedenket aller Gebote des HERRN und tut sie, daß ihr nicht von eures
Herzens Dünken noch von euren Augen euch umtreiben lasset und
abgöttisch werdet.
40. Darum sollt ihr gedenken und tun alle meine Gebote und heilig sein
eurem Gott.
41. Ich bin der HERR, euer Gott, der euch aus Ägyptenland geführt hat,
daß ich euer Gott wäre, ich, der HERR, euer Gott.
Kapitel 16
1. Und Korah, der Sohn Jizhars, des Sohnes Kahaths, des Sohnes Levis,
samt Dathan und Abiram, den Söhnen Eliabs, und On, dem Sohn Peleths,
den Söhnen Rubens,
2. die empörten sich wider Mose samt etlichen Männern unter den Kindern
Israel, zweihundertundfünfzig, Vornehmste in der Gemeinde, Ratsherren
und namhafte Leute.
3. Und sie versammelten sich wider Mose und Aaron und sprachen zu
ihnen: Ihr macht's zu viel. Denn die ganze Gemeinde ist überall heilig,
und der HERR ist unter ihnen; warum erhebt ihr euch über die Gemeinde
des HERRN?
4. Da das Mose hörte, fiel er auf sein Angesicht
5. und sprach zu Korah und zu seiner ganzen Rotte: Morgen wird der HERR
kundtun, wer sein sei, wer heilig sei und zu ihm nahen soll; welchen er
erwählt, der soll zu ihm nahen.
6. Das tut: nehmet euch Pfannen, Korah und seine ganze Rotte,
7. und legt Feuer darein und tut Räuchwerk darauf vor dem HERRN morgen.
Welchen der HERR erwählt, der sei heilig. Ihr macht es zu viel, ihr
Kinder Levi.
8. Und Mose sprach zu Korah: Höret doch, ihr Kinder Levi!
9. Ist's euch zu wenig, daß euch der Gott Israels ausgesondert hat von
der Gemeinde Israel, daß ihr zu ihm nahen sollt, daß ihr dienet im Amt
der Wohnung des HERRN und vor die Gemeinde tretet, ihr zu dienen?
10. Er hat dich und alle deine Brüder, die Kinder Levi, samt dir zu
sich genommen; und ihr sucht nun auch das Priestertum?
11. Du und deine ganze Rotte macht einen Aufruhr wider den HERRN. Was
ist Aaron, daß ihr wider ihn murrt?
12. Und Mose schickte hin und ließ Dathan und Abiram rufen, die Söhne
Eliabs. Sie aber sprachen: Wir kommen nicht hinauf.
13. Ist's zu wenig, daß du uns aus dem Lande geführt hast, darin Milch
und Honig fließt, daß du uns tötest in der Wüste? Du mußt auch noch
über uns herrschen?
14. Wie fein hast du uns gebracht in ein Land, darin Milch und Honig
fließt, und hast uns Äcker und Weinberge zum Erbteil gegeben! Willst du
den Leuten auch die Augen ausreißen? Wir kommen nicht hinauf.
15. Da ergrimmte Mose sehr und sprach zu dem HERRN: Wende dich nicht zu
ihrem Speisopfer! Ich habe nicht einen Esel von ihnen genommen und habe
ihrer keinem nie ein Leid getan.
16. Und er sprach zu Korah: Du und deine Rotte sollt morgen vor dem
HERRN sein; du, sie auch und Aaron.
17. Und ein jeglicher nehme seine Pfanne und lege Räuchwerk darauf, und
tretet herzu vor den HERRN, ein jeglicher mit seiner Pfanne, das sind
zweihundertundfünfzig Pfannen; auch Du Aaron, ein jeglicher mit seiner
Pfanne.
18. Und ein jeglicher nahm seine Pfanne und legte Feuer und Räuchwerk
darauf; und sie traten vor die Tür der Hütte des Stifts, und Mose und
Aaron auch.
19. Und Korah versammelte wider sie die ganze Gemeinde vor der Tür der
Hütte des Stifts. Aber die Herrlichkeit des HERRN erschien vor der
ganzen Gemeinde.
20. Und der HERR redete mit Mose und Aaron und sprach:
21. Scheidet euch von dieser Gemeinde, daß ich sie plötzlich vertilge.
22. Sie fielen aber auf ihr Angesicht und sprachen: Ach Gott, der du
bist ein Gott der Geister alles Fleisches, wenn ein Mann gesündigt hat,
willst du darum über die ganze Gemeinde wüten?
23. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
24. Sage der Gemeinde und sprich: Weicht ringsherum von der Wohnung
Korahs und Dathans und Abirams.
25. Und Mose stand auf und ging zu Dathan und Abiram, und die Ältesten
Israels folgten ihm nach,
26. und er redete mit der Gemeinde und sprach: Weichet von den Hütten
dieser gottlosen Menschen und rührt nichts an, was ihr ist, daß ihr
nicht vielleicht umkommt in irgend einer ihrer Sünden.
27. Und sie gingen hinweg von der Hütte Korahs, Dathans und Abirams.
Dathan aber und Abiram gingen heraus und traten an die Tür ihrer Hütten
mit ihren Weibern und Söhnen und Kindern.
28. Und Mose sprach: Dabei sollt ihr merken, daß mich der HERR gesandt
hat, daß ich alle diese Werke täte, und nicht aus meinem Herzen:
29. werden sie sterben, wie alle Menschen sterben, oder heimgesucht,
wie alle Menschen heimgesucht werden, so hat mich der HERR nicht
gesandt;
30. wird aber der HERR etwas Neues schaffen, daß die Erde ihren Mund
auftut und verschlingt sie mit allem, was sie haben, daß sie lebendig
hinunter in die Hölle fahren, so werdet ihr erkennen, daß diese Leute
den HERRN gelästert haben.
31. Und als er diese Worte hatte alle ausgeredet, zerriß die Erde unter
ihnen
32. und tat ihren Mund auf und verschlang sie mit ihren Häusern, mit
allen Menschen, die bei Korah waren, und mit aller ihrer Habe;
33. und sie fuhren hinunter lebendig in die Hölle mit allem, was sie
hatten, und die Erde deckte sie zu, und kamen um aus der Gemeinde.
34. Und ganz Israel, das um sie her war, floh vor ihrem Geschrei; denn
sie sprachen: daß uns die Erde nicht auch verschlinge!
35. Dazu fuhr das Feuer aus von dem HERRN und fraß die
zweihundertundfünfzig Männer, die das Räuchwerk opferten.
36. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
37. Sage Eleasar, dem Sohn Aarons, des Priesters, daß er die Pfannen
aufhebe aus dem Brand und streue das Feuer hin und her;
38. denn die Pfannen solcher Sünder sind dem Heiligtum verfallen durch
ihre Seelen. Man schlage sie zu breiten Blechen, daß man den Altar
damit überziehe; denn sie sind geopfert vor dem HERRN und geheiligt und
sollen den Kindern Israel zum Zeichen sein.
39. Und Eleasar, der Priester, nahm die ehernen Pfannen, die die
Verbrannten geopfert hatten und schlug sie zu Blechen, den Altar zu
überziehen,
40. zum Gedächtnis der Kinder Israel, daß nicht jemand Fremdes sich
herzumache, der nicht ist des Samens Aarons, zu opfern Räuchwerk vor
dem HERRN, auf daß es ihm nicht gehe wie Korah und seiner Rotte, wie
der HERR ihm geredet hatte durch Mose.
41. Des andern Morgens aber murrte die ganze Gemeinde der Kinder Israel
wider Mose und Aaron, und sprachen: Ihr habt des HERRN Volk getötet.
42. Und da sich die Gemeinde versammelte wider Mose und Aaron, wandten
sie sich zu der Hütte des Stifts. Und siehe, da bedeckte es die Wolke,
und die Herrlichkeit des HERRN erschien.
43. Und Mose und Aaron gingen herzu vor die Hütte des Stifts.
44. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
45. Hebt euch aus dieser Gemeinde; ich will sie plötzlich vertilgen!
Und sie fielen auf ihr Angesicht.
46. Und Mose sprach zu Aaron: Nimm die Pfanne und tue Feuer darein vom
Altar und lege Räuchwerk darauf und gehe eilend zu der Gemeinde und
versöhne sie; denn das Wüten ist von dem HERRN ausgegangen, und die
Plage ist angegangen.
47. Und Aaron nahm wie ihm Mose gesagt hatte, und lief mitten unter die
Gemeinde (und siehe, die Plage war angegangen unter dem Volk) und
räucherte und versöhnte das Volk
48. und stand zwischen den Toten und den Lebendigen. Da ward der Plage
gewehrt.
49. Derer aber, die an der Plage gestorben waren, waren vierzehntausend
und siebenhundert, ohne die, so mit Korah starben.
50. Und Aaron kam wieder zu Mose vor die Tür der Hütte des Stifts, und
der Plage ward gewehrt.
Kapitel 17
1. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
2. Sage den Kindern Israel und nimm von ihnen zwölf Stecken, von
Jeglichem Fürsten seines Vaterhauses einen, und schreib eines jeglichen
Namen auf seinen Stecken.
3. Aber den Namen Aarons sollst du schreiben auf den Stecken Levis.
Denn je für ein Haupt ihrer Vaterhäuser soll ein Stecken sein.
4. Und lege sie in die Hütte des Stifts vor dem Zeugnis, da ich mich
euch bezeuge.
5. Und welchen ich erwählen werde, des Stecken wird grünen, daß ich das
Murren der Kinder Israel, das sie wider euch murren, stille.
6. Mose redete mit den Kindern Israel, und alle ihre Fürsten gaben ihm
zwölf Stecken, ein jeglicher Fürst einen Stecken, nach ihren
Vaterhäusern; und der Stecken Aarons war auch unter ihren Stecken.
7. Und Mose legte die Stecken vor den HERRN in der Hütte des
Zeugnisses.
8. Des Morgens aber, da Mose in die Hütte des Zeugnisses ging, fand er
den Stecken Aarons des Hauses Levi grünen und die Blüte aufgegangen und
Mandeln tragen.
9. Und Mose trug die Stecken alle heraus von dem HERRN vor alle Kinder
Israel, daß sie es sahen; und ein jeglicher nahm seinen Stecken.
10. Der HERR sprach aber zu Mose: Trage den Stecken Aarons wieder vor
das Zeugnis, daß er verwahrt werde zum Zeichen den ungehorsamen
Kindern, daß ihr Murren von mir aufhöre, daß sie nicht sterben.
11. Mose tat wie ihm der HERR geboten hatte.
12. Und die Kinder Israel sprachen zu Mose: Siehe, wir verderben und
kommen um; wir werden alle vertilgt und kommen um.
13. Wer sich naht zur Wohnung des HERRN, der stirbt. Sollen wir denn
ganz und gar untergehen?
Kapitel 18
1. Und der HERR sprach zu Aaron: Du und deine Söhne und deines Vaters
Haus mit dir sollt die Missetat des Heiligtums tragen; und du und deine
Söhne mit dir sollt die Missetat eures Priestertums tragen.
2. Aber deine Brüder des Stammes Levis, deines Vaters, sollst du zu dir
nehmen, daß sie bei dir seien und dir dienen; du aber und deine Söhne
mit dir vor der Hütte des Zeugnisses.
3. Und sie sollen deines Dienstes und des Dienstes der ganzen Hütte
warten. Doch zu dem Gerät des Heiligtums und zu dem Altar sollen sie
nicht nahen, daß nicht beide, sie und ihr, sterbet;
4. sondern sie sollen bei dir sein, daß sie des Dienstes warten an der
Hütte des Stifts in allem Amt der Hütte; und kein Fremder soll sich zu
euch tun.
5. So wartet nun des Dienstes des Heiligtums und des Dienstes des
Altars, daß hinfort nicht mehr ein Wüten komme über die Kinder Israel.
6. Denn siehe, ich habe die Leviten, eure Brüder, genommen aus den
Kindern Israel, dem HERRN zum Geschenk, und euch gegeben, daß sie des
Amts pflegen an der Hütte des Stifts.
7. Du aber und deine Söhne mit dir sollt eures Priestertums warten, daß
ihr dienet in allerlei Geschäft des Altars und inwendig hinter dem
Vorhang; denn euer Priestertum gebe ich euch zum Amt, zum Geschenk.
Wenn ein Fremder sich herzutut, der soll sterben.
8. Und der HERR sagte zu Aaron: Siehe, ich habe dir gegeben meine
Hebopfer von allem, was die Kinder Israel heiligen, als Gebühr dir und
deinen Söhnen zum ewigen Recht.
9. Das sollst du haben von dem Hochheiligen: Was nicht angezündet wird
von allen ihren Gaben an allen ihren Speisopfern und an allen ihren
Sündopfern und an allen ihren Schuldopfern, die sie mir geben, das soll
dir und deinen Söhnen ein Hochheiliges sein.
10. An einem heiligen Ort sollst du es essen. Was männlich ist, soll
davon essen; denn es soll dir heilig sein.
11. Ich habe auch das Hebopfer ihrer Gabe an allen Webeopfern der
Kinder Israel dir gegeben und deinen Söhnen und Töchtern samt dir zum
ewigen Recht; wer rein ist in deinem Hause, soll davon essen.
12. Alles beste Öl und alles Beste vom Most und Korn, nämlich ihre
Erstlinge, die sie dem HERRN geben, habe ich dir gegeben.
13. Die erste Frucht, die sie dem HERRN bringen von allem, was in ihrem
Lande ist, soll dein sein; wer rein ist in deinem Hause, soll davon
essen.
14. Alles Verbannte in Israel soll dein sein.
15. Alles, was die Mutter bricht unter allem Fleisch, das sie dem HERRN
bringen, es sei ein Mensch oder Vieh, soll dein sein; doch daß du die
erste Menschenfrucht lösen lassest und die erste Frucht eines unreinen
Viehs auch lösen lassest.
16. Sie sollen's aber lösen, wenn's einen Monat alt ist; und sollst es
zu lösen geben um Geld, um fünf Silberlinge nach dem Lot des
Heiligtums, das hat zwanzig Gera.
17. Aber die erste Frucht eines Rindes oder Schafes oder einer Ziege
sollst du nicht zu lösen geben, denn sie sind heilig; ihr Blut sollst
du sprengen auf den Altar, und ihr Fett sollst du anzünden zum Opfer
des süßen Geruchs dem HERRN.
18. Ihr Fleisch soll dein sein, wie auch die Webebrust und die rechte
Schulter dein ist.
19. Alle Hebeopfer, die die Kinder Israel heiligen dem HERRN, habe ich
dir gegeben und deinen Söhnen und deinen Töchtern samt dir zum ewigen
Recht. Das soll ein unverweslicher Bund sein ewig vor dem HERRN, dir
und deinem Samen samt dir.
20. Und der HERR sprach zu Aaron: Du sollst in ihrem Lande nichts
besitzen, auch kein Teil unter ihnen haben; denn ich bin dein Teil und
dein Erbgut unter den Kindern Israel.
21. Den Kindern Levi aber habe ich alle Zehnten gegeben in Israel zum
Erbgut für ihr Amt, das sie mir tun an der Hütte des Stifts.
22. Daß hinfort die Kinder Israel nicht zur Hütte des Stifts sich tun,
Sünde auf sich zu laden, und sterben;
23. sondern die Leviten sollen des Amts pflegen an der Hütte des
Stifts, und sie sollen jener Missetat tragen zu ewigem Recht bei euren
Nachkommen. Und sie sollen unter den Kindern Israel kein Erbgut
besitzen;
24. Denn den Zehnten der Kinder Israel, den sie dem HERRN heben, habe
ich den Leviten zum Erbgut gegeben. Darum habe ich zu ihnen gesagt, daß
sie unter den Kindern Israel kein Erbgut besitzen sollen.
25. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
26. Sage den Leviten und sprich zu ihnen: Wenn ihr den Zehnten nehmt
von den Kindern Israel, den ich euch von ihnen gegeben habe zu eurem
Erbgut, so sollt ihr davon ein Hebeopfer dem HERRN tun, je den Zehnten
von dem Zehnten;
27. und sollt solch euer Hebeopfer achten, als gäbet ihr Korn aus der
Scheune und Fülle aus der Kelter.
28. Also sollt auch ihr das Hebeopfer dem HERRN geben von allen euren
Zehnten, die ihr nehmt von den Kindern Israel, daß ihr solches Hebopfer
des HERRN dem Priester Aaron gebet.
29. Von allem, was euch gegeben wird, sollt ihr dem HERRN allerlei
Hebopfer geben, von allem Besten das, was davon geheiligt wird.
30. Und sprich zu ihnen: Wenn ihr also das Beste davon hebt, so soll's
den Leviten gerechnet werden wie ein Einkommen der Scheune und wie ein
Einkommen der Kelter.
31. Ihr möget's essen an allen Stätten, ihr und eure Kinder; denn es
ist euer Lohn für euer Amt in der Hütte des Stifts.
32. So werdet ihr nicht Sünde auf euch laden an demselben, wenn ihr das
Beste davon hebt, und nicht entweihen das Geheiligte der Kinder Israel
und nicht sterben.
Kapitel 19
1. Und der HERR redete mit Mose und Aaron und sprach:
2. Diese Weise soll ein Gesetz sein, das der HERR geboten hat und
gesagt: Sage den Kindern Israel, daß sie zu dir führen ein rötliche Kuh
ohne Gebrechen, an der kein Fehl sei und auf die noch nie ein Joch
gekommen ist.
3. Und gebt sie dem Priester Eleasar; der soll sie hinaus vor das Lager
führen und daselbst vor ihm schlachten lassen.
4. Und Eleasar, der Priester, soll von ihrem Blut mit seinem Finger
nehmen und stracks gegen die Hütte des Stifts siebenmal sprengen
5. und die Kuh vor ihm verbrennen lassen, beides, ihr Fell und ihr
Fleisch, dazu ihr Blut samt ihrem Mist.
6. Und der Priester soll Zedernholz und Isop und scharlachrote Wolle
nehmen und auf die brennende Kuh werfen
7. und soll seine Kleider waschen und seinen Leib mit Wasser baden und
darnach ins Lager gehen und unrein sein bis an den Abend.
8. Und der sie verbrannt hat, soll auch seine Kleider mit Wasser
waschen und seinen Leib in Wasser baden und unrein sein bis an den
Abend.
9. Und ein reiner Mann soll die Asche von der Kuh aufraffen und sie
schütten draußen vor dem Lager an eine reine Stätte, daß sie daselbst
verwahrt werde für die Gemeinde der Kinder Israel zum Sprengwasser;
denn es ist ein Sündopfer.
10. Und derselbe, der die Asche der Kuh aufgerafft hat, soll seine
Kleider waschen und unrein sein bis an den Abend. Dies soll ein ewiges
Recht sein den Kindern Israel und den Fremdlingen, die unter euch
wohnen.
11. Wer nun irgend einen toten Menschen anrührt, der wird sieben Tage
unrein sein.
12. Der soll sich hiermit entsündigen am dritten Tage und am siebenten
Tage, so wird er rein; und wo er sich nicht am dritten Tage und am
siebenten Tage entsündigt, so wird er nicht rein werden.
13. Wenn aber jemand irgend einen toten Menschen anrührt und sich nicht
entsündigen wollte, der verunreinigt die Wohnung des HERRN, und solche
Seele soll ausgerottet werden aus Israel. Darum daß das Sprengwasser
nicht über ihn gesprengt ist, so ist er unrein; seine Unreinigkeit
bleibt an ihm.
14. Das ist das Gesetz: Wenn ein Mensch in der Hütte stirbt, soll
jeder, der in die Hütte geht und wer in der Hütte ist, unrein sein
sieben Tage.
15. Und alles offene Gerät, das keinen Deckel noch Band hat, ist
unrein.
16. Auch wer anrührt auf dem Felde einen, der erschlagen ist mit dem
Schwert, oder einen Toten oder eines Menschen Gebein oder ein Grab, der
ist unrein sieben Tage.
17. So sollen sie nun für den Unreinen nehmen Asche von diesem
verbrannten Sündopfer und fließendes Wasser darauf tun in ein Gefäß.
18. Und ein reiner Mann soll Isop nehmen und ins Wasser tauchen und die
Hütte besprengen und alle Geräte und alle Seelen, die darin sind; also
auch den, der eines Toten Gebein oder einen Erschlagenen oder Toten
oder ein Grab angerührt hat.
19. Es soll aber der Reine den Unreinen am dritten Tage und am
siebenten Tage entsündigen; und er soll seine Kleider waschen und sich
mit Wasser baden, so wird er am Abend rein.
20. Welcher aber unrein sein wird und sich nicht entsündigen will, des
Seele soll ausgerottet werden aus der Gemeinde; denn er hat das
Heiligtum des HERRN verunreinigt und ist mit Sprengwasser nicht
besprengt; darum ist er unrein.
21. Und dies soll ihnen ein ewiges Recht sein. Und der auch, der mit
dem Sprengwasser gesprengt hat, soll seine Kleider waschen; und wer das
Sprengwasser anrührt, der soll unrein sein bis an den Abend.
22. Und alles, was der Unreine anrührt, wird unrein werden; und welche
Seele ihn anrühren wird, soll unrein sein bis an den Abend.
Kapitel 20
1. Und die Kinder Israel kamen mit der ganzen Gemeinde in die Wüste Zin
im ersten Monat, und das Volk lag zu Kades. Und Mirjam starb daselbst
und ward daselbst begraben.
2. Und die Gemeinde hatte kein Wasser, und sie versammelten sich wider
Mose und Aaron.
3. Und das Volk haderte mit Mose und sprach: Ach, daß wir umgekommen
wären, da unsere Brüder umkamen vor dem HERRN!
4. Warum habt ihr die Gemeinde des HERRN in diese Wüste gebracht, daß
wir hier sterben mit unserm Vieh?
5. Und warum habt ihr uns aus Ägypten geführt an diesen bösen Ort, da
man nicht säen kann, da weder Feigen noch Weinstöcke noch Granatäpfel
sind und dazu kein Wasser zu trinken?
6. Mose und Aaron gingen vor der Gemeinde zur Tür der Hütte des Stifts
und fielen auf ihr Angesicht, und die Herrlichkeit des HERRN erschien
ihnen.
7. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
8. Nimm den Stab und versammle die Gemeinde, du und dein Bruder Aaron,
und redet mit dem Fels vor ihren Augen; der wird sein Wasser geben.
Also sollst du ihnen Wasser aus dem Fels bringen und die Gemeinde
tränken und ihr Vieh.
9. Da nahm Mose den Stab vor dem HERRN, wie er ihm geboten hatte.
10. Und Mose und Aaron versammelten die Gemeinde vor den Fels, und er
sprach zu ihnen: Höret, ihr Ungehorsamen, werden wir euch Wasser
bringen aus jenem Fels?
11. Und Mose hob seine Hand auf und schlug den Fels mit dem Stab
zweimal. Da ging viel Wasser heraus, daß die Gemeinde trank und ihr
Vieh.
12. Der HERR aber sprach zu Mose und Aaron: Darum daß ihr nicht an mich
geglaubt habt, mich zu heiligen vor den Kindern Israel, sollt ihr diese
Gemeinde nicht in das Land bringen, das ich ihnen geben werde.
13. Das ist das Haderwasser, darüber die Kinder Israel mit dem HERRN
haderten und er geheiligt ward an ihnen.
14. Und Mose sandte Botschaft aus Kades zu dem König der Edomiter: Also
läßt dir dein Bruder Israel sagen: Du weißt alle die Mühsal, die uns
betroffen hat,
15. daß unsre Väter nach Ägypten hinabgezogen sind und wir lange Zeit
in Ägypten gewohnt haben, und die Ägypter behandelten uns und unsre
Väter übel.
16. Und wir schrieen zu dem HERRN; der hat unsre Stimme erhört und
einen Engel gesandt und uns aus Ägypten geführt. Und siehe, wir sind zu
Kades, in der Stadt an deinen Grenzen.
17. Laß uns durch dein Land ziehen. Wir wollen nicht durch Äcker noch
Weinberge gehen, auch nicht Wasser aus den Brunnen trinken; die
Landstraße wollen wir ziehen, weder zur Rechten noch zur Linken
weichen, bis wir durch deine Grenze kommen.
18. Edom aber sprach zu ihnen: Du sollst nicht durch mich ziehen, oder
ich will dir mit dem Schwert entgegenziehen.
19. Die Kinder Israel sprachen zu ihm: Wir wollen auf der gebahnten
Straße ziehen, und so wir von deinem Wasser trinken, wir und unser
Vieh, so wollen wir's bezahlen; wir wollen nichts denn nur zu Fuße
hindurchziehen.
20. Er aber sprach: Du sollst nicht herdurchziehen. Und die Edomiter
zogen aus, ihnen entgegen, mit mächtigem Volk und starker Hand.
21. Also weigerten sich die Edomiter, Israel zu vergönnen, durch ihr
Gebiet zu ziehen. Und Israel wich von ihnen.
22. Und die Kinder Israel brachen auf von Kades und kamen mit der
ganzen Gemeinde an den Berg Hor.
23. Und der HERR redete mit Mose und Aaron am Berge Hor, an den Grenzen
des Landes der Edomiter, und sprach:
24. Laß sich Aaron sammeln zu seinem Volk; denn er soll nicht in das
Land kommen, das ich den Kindern Israel gegeben habe, darum daß ihr
meinem Munde ungehorsam gewesen seid bei dem Haderwasser.
25. Nimm aber Aaron und seinen Sohn Eleasar und führe sie auf den Berg
Hor
26. und zieh Aaron seine Kleider aus und ziehe sie Eleasar an, seinem
Sohne. Und Aaron soll sich daselbst sammeln und sterben.
27. Da tat Mose, wie ihm der HERR geboten hatte, und sie stiegen auf
den Berg Hor vor der ganzen Gemeinde.
28. Und Mose zog Aaron seine Kleider aus und zog sie Eleasar an, seinem
Sohne.
29. Und Aaron starb daselbst oben auf dem Berge. Mose aber und Eleasar
stiegen herab vom Berge.
Kapitel 21
1. Und da die Kanaaniter, der König von Arad, der gegen Mittag wohnte,
hörte, daß Israel hereinkommt durch den Weg der Kundschafter, stritt er
wider Israel und führte etliche gefangen.
2. Da gelobte Israel dem HERRN ein Gelübde und sprach: Wenn du dies
Volk unter Meine Hand gibst, so will ich ihre Städte verbannen.
3. Und der HERR erhörte die Stimme Israels und gab die Kanaaniter, und
sie verbannten sie samt ihren Städten und hießen die Stätte Horma.
4. Da zogen sie von dem Berge Hor auf dem Wege gegen das Schilfmeer,
daß sie um der Edomiter Land hinzögen. Und das Volk ward verdrossen auf
dem Wege
5. und redete wider Gott und wider Mose: Warum hast du uns aus Ägypten
geführt, daß wir sterben in der Wüste? Denn es ist kein Brot noch
Wasser hier, und unsre Seele ekelt vor dieser mageren Speise.
6. Da sandte der HERR feurige Schlangen unter das Volk; die bissen das
Volk, daß viel Volks in Israel starb.
7. Da kamen sie zu Mose und sprachen: Wir haben gesündigt, daß wir
wider dich geredet haben; bitte den HERRN, daß er die Schlangen von uns
nehme. Mose bat für das Volk.
8. Da sprach der HERR zu Mose: Mache dir eine eherne Schlange und
richte sie zum Zeichen auf; wer gebissen ist und sieht sie an, der soll
leben.
9. Da machte Mose eine eherne Schlange und richtete sie auf zum
Zeichen; und wenn jemanden eine Schlange biß, so sah er die eherne
Schlange an und blieb leben.
10. Und die Kinder Israel zogen aus und lagerten sich in Oboth.
11. Und von Oboth zogen sie aus und lagerten sich in Ije-Abarim, in der
Wüste Moab, gegenüber gegen der Sonne Aufgang.
12. Und von da zogen sie und lagerten sich am Bach Sered.
13. Von da zogen sie und lagerten sich diesseits am Arnon, der in der
Wüste ist und herauskommt von der Grenze der Amoriter; denn der Arnon
ist die Grenze Moabs zwischen Moab und den Amoritern.
14. Daher heißt es in dem Buch von den Kriegen des HERRN: "Das Vaheb in
Supha und die Bäche Arnon
15. und die Quelle der Bäche, welche reicht hinan bis zur Stadt Ar und
lenkt sich und ist die Grenze Moabs."
16. Und von da zogen sie zum Brunnen. Das ist der Brunnen, davon der
HERR zu Mose sagte: Sammle das Volk, ich will ihnen Wasser geben.
17. Da sang Israel das Lied: "Brunnen, steige auf! Singet von ihm!
18. Das ist der Brunnen, den die Fürsten gegraben haben; die Edlen im
Volk haben ihn gegraben mit dem Zepter, mit ihren Stäben." Und von
dieser Wüste zogen sie gen Matthana;
19. und von Matthana gen Nahaliel; und von Nahaliel gen Bamoth;
20. und von Bamoth in das Tal, das im Felde Moabs liegt, zu dem hohen
Berge Pisgas, der gegen die Wüste sieht.
21. Und Israel sandte Boten zu Sihon, dem König der Amoriter, und ließ
ihm sagen:
22. Laß mich durch dein Land ziehen. Wir wollen nicht weichen in die
Äcker noch in die Weingärten, wollen auch Brunnenwasser nicht trinken;
die Landstraße wollen wir ziehen, bis wir durch deine Grenze kommen.
23. Aber Sihon gestattete den Kindern Israel nicht den Zug durch sein
Gebiet, sondern sammelte all sein Volk und zog aus, Israel entgegen in
die Wüste; und als er gen Jahza kam, stritt er wider Israel.
24. Israel aber schlug ihn mit der Schärfe des Schwerts und nahm sein
Land ein vom Arnon an bis an den Jabbok und bis an die Kinder Ammon;
denn die Grenzen der Kinder Ammon waren fest.
25. Also nahm Israel alle diese Städte und wohnte in allen Städten der
Amoriter, zu Hesbon und in allen seinen Ortschaften.
26. Denn Hesbon war die Stadt Sihons, des Königs der Amoriter, und er
hatte zuvor mit dem König der Moabiter gestritten und ihm all sein Land
abgewonnen bis zum Arnon.
27. Daher sagt man im Lied: "Kommt gen Hesbon, daß man die Stadt Sihons
baue und aufrichte;
28. denn Feuer ist aus Hesbon gefahren, eine Flamme von der Stadt
Sihons, die hat gefressen Ar der Moabiter und die Bürger der Höhen am
Arnon.
29. Weh dir, Moab! Du Volk des Kamos bist verloren; man hat seine Söhne
in die Flucht geschlagen und seine Töchter gefangen geführt Sihon, dem
König der Amoriter.
30. Ihre Herrlichkeit ist zunichte worden von Hesbon bis gen Dibon; sie
ist verstört bis gen Nophah, die da langt bis gen Medeba."
31. Also wohnte Israel im Lande der Amoriter.
32. Und Mose sandte aus Kundschafter gen Jaser, und sie gewannen seine
Ortschaften und nahmen die Amoriter ein, die darin waren,
33. und wandten sich und zogen hinauf den Weg nach Basan. Da zog aus,
ihnen entgegen, Og, der König von Basan, mit allem seinem Volk, zu
streiten in Edrei.
34. Und der HERR sprach zu Mose: Fürchte dich nicht vor ihm; denn ich
habe ihn in deine Hand gegeben mit Land und Leuten, und du sollst mit
ihm tun, wie du mit Sihon, dem König der Amoriter, getan hast, der zu
Hesbon wohnte.
35. Und sie schlugen ihn und seine Söhne und all sein Volk, bis daß
keiner übrigblieb, und nahmen das Land ein.
Kapitel 22
1. Darnach zogen die Kinder Israel und lagerten sich in das Gefilde
Moab jenseit des Jordans, gegenüber Jericho.
2. Und Balak, der Sohn Zippors, sah alles, was Israel getan hatte den
Amoritern;
3. und die Moabiter fürchteten sich sehr vor dem Volk, das so groß war,
und den Moabitern graute vor den Kindern Israel;
4. und sie sprachen zu den Ältesten der Midianiter: Nun wird dieser
Haufe auffressen, was um uns ist, wie ein Ochse Kraut auf dem Felde
auffrißt. Balak aber, der Sohn Zippors, war zu der Zeit König der
Moabiter.
5. Und er sandte Boten aus zu Bileam, dem Sohn Beors, gen Pethor, der
wohnte an dem Strom im Lande der Kinder seines Volks, daß sie ihn
forderten, und ließ ihm sagen: Siehe, es ist ein Volk aus Ägypten
gezogen, das bedeckt das Angesicht der Erde und liegt mir gegenüber.
6. So komm nun und verfluche mir das Volk (denn es ist mir zu mächtig),
ob ich's schlagen möchte und aus dem Lande vertreiben; denn ich weiß,
daß, welchen du segnest, der ist gesegnet, und welchen du verfluchst,
der ist verflucht.
7. Und die Ältesten der Moabiter gingen hin mit den Ältesten der
Midianiter und hatten den Lohn des Wahrsagers in ihren Händen und kamen
zu Bileam und sagten ihm die Worte Balaks.
8. Und er sprach zu ihnen: Bleibt hier über Nacht, so will ich euch
wieder sagen, wie mir der HERR sagen wird. Also blieben die Fürsten der
Moabiter bei Bileam.
9. Und Gott kam zu Bileam und sprach: Wer sind die Leute, die bei dir
sind?
10. Bileam sprach zu Gott: Balak, der Sohn Zippors, der Moabiter König,
hat zu mir gesandt:
11. Siehe, ein Volk ist aus Ägypten gezogen und bedeckt das Angesicht
der Erde; so komm nun und fluche ihm, ob ich mit ihm streiten möge und
sie vertreiben.
12. Gott aber sprach zu Bileam: Gehe nicht mit ihnen, verfluche das
Volk auch nicht; denn es ist gesegnet.
13. Da stand Bileam des Morgens auf und sprach zu den Fürsten Balaks:
Gehet hin in euer Land; denn der HERR will's nicht gestatten, daß ich
mit euch ziehe.
14. Und die Fürsten der Moabiter machten sich auf, kamen zu Balak und
sprachen: Bileam weigert sich, mit uns zu ziehen.
15. Da sandte Balak noch größere und herrlichere Fürsten, denn jene
waren.
16. Da die zu Bileam kamen, sprachen sie zu ihm: Also läßt dir sagen
Balak, der Sohn Zippors: Wehre dich doch nicht, zu mir zu ziehen;
17. denn ich will dich hoch ehren, und was du mir sagst, das will ich
tun; komm doch und fluche mir diesem Volk.
18. Bileam antwortete und sprach zu den Dienern Balaks: Wenn mir Balak
sein Haus voll Silber und Gold gäbe, so könnte ich doch nicht
übertreten das Wort des HERRN, meines Gottes, Kleines oder Großes zu
tun.
19. So bleibt doch nur hier auch ihr diese Nacht, daß ich erfahre, was
der HERR weiter mit mir reden werde.
20. Da kam Gott des Nachts zu Bileam und sprach zu ihm: Sind die Männer
gekommen, dich zu rufen, so mache dich auf und zieh mit ihnen; doch was
ich dir sagen werde, das sollst du tun.
21. Da stand Bileam des Morgens auf und sattelte seine Eselin und zog
mit den Fürsten der Moabiter.
22. Aber der Zorn Gottes ergrimmte, daß er hinzog. Und der Engel des
HERRN trat ihm in den Weg, daß er ihm widerstünde. Er aber ritt auf
seiner Eselin, und zwei Knechte waren mit ihm.
23. Und die Eselin sah den Engel des HERRN im Wege stehen und ein
bloßes Schwert in seiner Hand. Und die Eselin wich aus dem Wege und
ging auf dem Felde; Bileam aber schlug sie, daß sie in den Weg sollte
gehen.
24. Da trat der Engel des HERRN in den Pfad bei den Weinbergen, da auf
beiden Seiten Wände waren.
25. Und da die Eselin den Engel des HERRN sah, drängte sie sich an die
Wand und klemmte Bileam den Fuß an der Wand; und er schlug sie noch
mehr.
26. Da ging der Engel des HERRN weiter und trat an einen engen Ort, da
kein Weg war zu weichen, weder zur Rechten noch zur Linken.
27. Und da die Eselin den Engel des HERRN sah, fiel sie auf ihre Knie
unter Bileam. Da ergrimmte der Zorn Bileams, und er schlug die Eselin
mit dem Stabe.
28. Da tat der HERR der Eselin den Mund auf, und sie sprach zu Bileam:
Was habe ich dir getan, daß du mich geschlagen hast nun dreimal?
29. Bileam sprach zur Eselin: Daß du mich höhnest! ach, daß ich jetzt
ein Schwert in der Hand hätte, ich wollte dich erwürgen!
30. Die Eselin sprach zu Bileam: Bin ich nicht deine Eselin, darauf du
geritten bist zu deiner Zeit bis auf diesen Tag? Habe ich auch je
gepflegt, dir also zu tun? Er sprach: Nein.
31. Da öffnete der HERR dem Bileam die Augen, daß er den Engel des
HERRN sah im Wege stehen und ein bloßes Schwert in seiner Hand, und er
neigte und bückte sich mit seinem Angesicht.
32. Und der Engel des HERRN sprach zu ihm: Warum hast du deine Eselin
geschlagen nun dreimal? Siehe, ich bin ausgegangen, daß ich dir
widerstehe; denn dein Weg ist vor mir verkehrt.
33. Und die Eselin hat mich gesehen und ist dreimal ausgewichen; sonst,
wo sie nicht vor mir gewichen wäre, so wollte ich dich auch jetzt
erwürgt und die Eselin lebendig erhalten haben.
34. Da sprach Bileam zu dem Engel des HERRN: Ich habe gesündigt; denn
ich habe es nicht gewußt, daß du mir entgegenstandest im Wege. Und nun,
so dir's nicht gefällt, will ich wieder umkehren.
35. Der Engel des HERRN sprach zu ihm: Zieh hin mit den Männern; aber
nichts anderes, denn was ich dir sagen werde, sollst du reden. Also zog
Bileam mit den Fürsten Balaks.
36. Da Balak hörte, daß Bileam kam, zog er aus ihm entgegen in die
Stadt der Moabiter, die da liegt an der Grenze des Arnon, welcher ist
an der äußersten Grenze,
37. und sprach zu ihm: Habe ich nicht zu dir gesandt und dich fordern
lassen? Warum bist du denn nicht zu mir gekommen? Meinst du ich könnte
dich nicht ehren?
38. Bileam antwortete ihm: Siehe, ich bin gekommen zu dir; aber wie
kann ich etwas anderes reden, als was mir Gott in den Mund gibt? Das
muß ich reden.
39. Also zog Bileam mit Balak, und sie kamen in die Gassenstadt.
40. Und Balak opferte Rinder und Schafe und sandte davon an Bileam und
an die Fürsten, die bei ihm waren.
41. Und des Morgens nahm Balak den Bileam und führte ihn hin auf die
Höhe Baals, daß er von da sehen konnte das Ende des Volks.
Kapitel 23
1. Und Bileam sprach zu Balak: Baue mir hier sieben Altäre und schaffe
mir her sieben Farren und sieben Widder.
2. Balak tat, wie ihm Bileam sagte; und beide, Balak und Bileam,
opferten je auf einem Altar einen Farren und einen Widder.
3. Und Bileam sprach zu Balak: Tritt zu deinem Brandopfer; ich will
hingehen, ob vielleicht mir der HERR begegne, daß ich dir ansage, was
er mir zeigt. Und ging hin eilend.
4. Und Gott begegnete Bileam; er aber sprach zu ihm: Sieben Altäre habe
ich zugerichtet und je auf einem Altar einen Farren und einen Widder
geopfert.
5. Der HERR aber gab das Wort dem Bileam in den Mund und sprach: Gehe
wieder zu Balak und rede also.
6. Und da er wieder zu ihm kam, siehe, da stand er bei dem Brandopfer
samt allen Fürsten der Moabiter.
7. Da hob er an seinen Spruch und sprach: Aus Syrien hat mich Balak,
der Moabiter König, holen lassen von dem Gebirge gegen Aufgang: Komm,
verfluche mir Jakob! komm schilt Israel!
8. Wie soll ich fluchen, dem Gott nicht flucht? Wie soll ich schelten,
den der HERR nicht schilt?
9. Denn von der Höhe der Felsen sehe ich ihn wohl, und von den Hügeln
schaue ich ihn. Siehe, das Volk wird besonders wohnen und nicht unter
die Heiden gerechnet werden.
10. Wer kann zählen den Staub Jakobs und die Zahl des vierten Teils
Israels? Meine Seele müsse sterben des Todes der Gerechten, und mein
Ende werde wie dieser Ende!
11. Da sprach Balak zu Bileam: Was tust du an mir? Ich habe dich holen
lassen, zu fluchen meinen Feinden; und siehe, du segnest.
12. Er antwortete und sprach: Muß ich das nicht halten und reden, was
mir der HERR in den Mund gibt?
13. Balak sprach zu ihm: Komm doch mit mir an einen andern Ort, von wo
du nur sein Ende sehest und es nicht ganz sehest, und fluche mir ihm
daselbst.
14. Und er führte ihn auf einen freien Platz auf der Höhe Pisga und
baute sieben Altäre und opferte je auf einem Altar einen Farren und
einen Widder.
15. Und (Bileam) sprach zu Balak: Tritt her zu deinem Brandopfer; ich
will dort warten.
16. Und der HERR begegnete Bileam und gab ihm das Wort in seinen Mund
und sprach: Gehe wieder zu Balak und rede also.
17. Und da er wieder zu ihm kam, siehe, da stand er bei seinem
Brandopfer samt den Fürsten der Moabiter. Und Balak sprach zu ihm: Was
hat der HERR gesagt?
18. Und er hob an seinen Spruch und sprach: Stehe auf, Balak, und höre!
nimm zu Ohren was ich sage, du Sohn Zippors!
19. Gott ist nicht ein Mensch, daß er lüge, noch ein Menschenkind, daß
ihn etwas gereue. Sollte er etwas sagen und nicht tun? Sollte er etwas
reden und nicht halten?
20. Siehe, zu segnen bin ich hergebracht; er segnet, und ich kann's
nicht wenden.
21. Man sieht keine Mühe in Jakob und keine Arbeit in Israel. Der HERR,
sein Gott, ist bei ihm und das Drommeten des Königs unter ihm.
22. Gott hat sie aus Ägypten geführt; seine Freudigkeit ist wie eines
Einhorns.
23. Denn es ist kein Zauberer in Jakob und kein Wahrsager in Israel. Zu
seiner Zeit wird Jakob gesagt und Israel, was Gott tut.
24. Siehe, das Volk wird aufstehen, wie ein junger Löwe und wird sich
erheben wie ein Löwe; es wird sich nicht legen, bis es den Raub fresse
und das Blut der Erschlagenen saufe.
25. Da sprach Balak zu Bileam: Du sollst ihm weder fluchen noch es
segnen.
26. Bileam antwortete und sprach zu Balak: Habe ich dir nicht gesagt,
alles, was der HERR reden würde, das würde ich tun?
27. Balak sprach zu ihm: Komm doch, ich will dich an einen Ort führen,
ob's vielleicht Gott gefalle, daß du daselbst mir sie verfluchst.
28. Und er führte ihn auf die Höhe des Berges Peor, welcher gegen die
Wüste sieht.
29. Und Bileam sprach zu Balak: Baue mir hier sieben Altäre und schaffe
mir sieben Farren und sieben Widder.
30. Balak tat, wie ihm Bileam sagte, und opferte je auf einem Altar
einen Farren und einen Widder.
Kapitel 24
1. Da nun Bileam sah, daß es dem HERRN gefiel, daß er Israel segnete,
ging er nicht aus, wie vormals, nach Zauberei, sondern richtete sein
Angesicht stracks zu der Wüste,
2. hob seine Augen auf und sah Israel, wie sie lagen nach ihren
Stämmen. Und der Geist Gottes kam auf ihn,
3. und er hob an seinen Spruch und sprach: Es sagt Bileam, der Sohn
Beors, es sagt der Mann, dem die Augen geöffnet sind,
4. es sagt der Hörer göttlicher Rede, der des Allmächtigen Offenbarung
sieht, dem die Augen geöffnet werden, wenn er niederkniet:
5. Wie fein sind deine Hütten, Jakob, und deine Wohnungen, Israel!
6. Wie die Täler, die sich ausbreiten, wie die Gärten an den Wassern,
wie die Aloebäume, die der HERR pflanzt, wie die Zedern an den Wassern.
7. Es wird Wasser aus seinem Eimer fließen, und sein Same wird ein
großes Wasser werden; sein König wird höher werden denn Agag, und sein
Reich wird sich erheben.
8. Gott hat ihn aus Ägypten geführt; seine Freudigkeit ist wie eines
Einhorns. Er wird die Heiden, seine Verfolger, fressen und ihre Gebeine
zermalmen und mit seinen Pfeilen zerschmettern.
9. Er hat sich niedergelegt wie ein Löwe und wie ein junger Löwe; wer
will sich gegen ihn auflehnen? Gesegnet sei, der dich segnet, und
verflucht, der dir flucht!
10. Da ergrimmte Balak im Zorn wider Bileam und schlug die Hände
zusammen und sprach zu ihm: Ich habe dich gefordert, daß du meinen
Feinden fluchen solltest; und siehe, du hast sie nun dreimal gesegnet.
11. Und nun hebe dich an deinen Ort! Ich gedachte, ich wollte dich
ehren; aber der HERR hat dir die Ehre verwehrt.
12. Bileam antwortete ihm: Habe ich nicht auch zu deinen Boten gesagt,
die du zu mir sandtest, und gesprochen:
13. Wenn mir Balak sein Haus voll Silber und Gold gäbe, so könnte ich
doch an des HERRN Wort nicht vorüber, Böses oder Gutes zu tun nach
meinem Herzen; sondern was der HERR reden würde, das würde ich auch
reden?
14. Und nun siehe, ich ziehe zu meinem Volk. So komm, ich will dir
verkündigen, was dies Volk deinem Volk tun wird zur letzten Zeit.
15. Und er hob an seinen Spruch und sprach: es sagt Bileam, der Sohn
Beors, es sagt der Mann, dem die Augen geöffnet sind,
16. es sagt der Hörer göttlicher Rede und der die Erkenntnis hat des
Höchsten, der die Offenbarung des Allmächtigen sieht und dem die Augen
geöffnet werden, wenn er niederkniet.
17. Ich sehe ihn, aber nicht jetzt; ich schaue ihn aber nicht von nahe.
Es wird ein Stern aus Jakob aufgehen und ein Zepter aus Israel
aufkommen und wird zerschmettern die Fürsten der Moabiter und verstören
alle Kinder des Getümmels.
18. Edom wird er einnehmen, und Seir wird seinen Feinden unterworfen
sein; Israel aber wird den Sieg haben.
19. Aus Jakob wird der Herrscher kommen und umbringen, was übrig ist
von den Städten.
20. Und da er sah die Amalekiter, hob er an seinen Spruch und sprach:
Amalek, die Ersten unter den Heiden; aber zuletzt wirst du gar
umkommen.
21. Und da er die Keniter sah, hob er an seinen Spruch und sprach: Fest
ist deine Wohnung, und hast dein Nest in einen Felsen gelegt.
22. Aber, o Kain, du wirst verbrannt werden, wenn Assur dich gefangen
wegführen wird.
23. Und er hob abermals an seinen Spruch und sprach: Ach, wer wird
leben, wenn Gott solches tun wird?
24. Und Schiffe aus Chittim werden verderben den Assur und Eber; er
aber wird auch umkommen.
25. Und Bileam machte sich auf und zog hin und kam wieder an seinen
Ort, und Balak zog seinen Weg.
Kapitel 25
1. Und Israel wohnte in Sittim. Und das Volk hob an zu huren mit der
Moabiter Töchtern,
2. welche luden das Volk zum Opfer ihrer Götter. Und das Volk aß und
betete ihre Götter an.
3. Und Israel hängte sich an den Baal-Peor. Da ergrimmte des HERRN Zorn
über Israel,
4. und er sprach zu Mose: nimm alle Obersten des Volks und hänge sie
dem HERRN auf an der Sonne, auf daß der grimmige Zorn des HERRN von
Israel gewandt werde.
5. Und Mose sprach zu den Richtern Israels: Erwürge ein jeglicher seine
Leute, die sich an den Baal-Peor gehängt haben.
6. Und siehe, ein Mann aus den Kindern Israel kam und brachte unter
seine Brüder eine Midianitin vor den Augen Mose's und der ganzen
Gemeinde der Kinder Israel, die da weinten vor der Tür der Hütte des
Stifts.
7. Da das sah Pinehas, der Sohn Eleasars, des Sohnes Aarons, des
Priesters, stand er auf aus der Gemeinde und nahm einen Spieß in seine
Hand
8. und ging dem israelitischen Mann nach hinein in die Kammer und
durchstach sie beide, den israelitischen Mann und das Weib, durch ihren
Bauch. Da hörte die Plage auf von den Kindern Israel.
9. Und es wurden getötet in der Plage vierundzwanzigtausend.
10. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
11. Pinehas, der Sohn Eleasars, des Sohnes Aarons, des Priesters, hat
meinen Grimm von den Kindern Israel gewendet durch seinen Eifer um
mich, daß ich nicht in meinem Eifer die Kinder Israel vertilgte.
12. Darum sage: Siehe, ich gebe ihm meinen Bund des Friedens;
13. und er soll haben und sein Same nach ihm den Bund eines ewigen
Priestertums, darum daß er für seinen Gott geeifert und die Kinder
Israel versöhnt hat.
14. Der israelitische Mann aber, der erschlagen ward mit der
Midianitin, hieß Simri, der Sohn Salus, der Fürst eines Vaterhauses der
Simeoniter.
15. Das midianitische Weib, das auch erschlagen ward, hieß Kosbi, eine
Tochter Zurs, der ein Fürst war seines Geschlechts unter den
Midianitern.
16. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
17. Tut den Midianitern Schaden und schlagt sie;
18. denn sie haben euch Schaden getan mit ihrer List, die sie wider
euch geübt haben durch den Peor und durch ihre Schwester Kosbi, die
Tochter des Fürsten der Midianiter, die erschlagen ist am Tag der Plage
um des Peor willen.
Kapitel 26
1. Und es geschah, nach der Plage sprach der HERR zu Mose und Eleasar,
dem Sohn des Priesters Aaron:
2. Nehmt die Summe der ganzen Gemeinde der Kinder Israel, von zwanzig
Jahren und darüber, nach ihren Vaterhäusern, alle, die ins Heer zu
ziehen taugen in Israel.
3. Und Mose redete mit ihnen samt Eleasar, dem Priester, in dem Gefilde
der Moabiter, an dem Jordan gegenüber Jericho,
4. die zwanzig Jahre alt waren und darüber, wie der HERR dem Mose
geboten hatte und den Kindern Israel, die aus Ägypten gezogen waren.
5. Ruben, der Erstgeborene Israels. Die Kinder Rubens aber waren:
Henoch, von dem das Geschlecht der Henochiter kommt; Pallu, von dem das
Geschlecht der Palluiter kommt;
6. Hezron, von dem das Geschlecht der Hezroniter kommt; Charmi, von dem
das Geschlecht der Charmiter kommt.
7. Das sind die Geschlechter von Ruben, und ihre Zahl war
dreiundvierzigtausend siebenhundertdreißig.
8. Aber die Kinder Pallus waren: Eliab.
9. Und die Kinder Eliabs waren: Nemuel und Dathan und Abiram, die
Vornehmen in der Gemeinde, die sich wider Mose und Aaron auflehnten in
der Rotte Korahs, die sich wider den HERRN auflehnten
10. und die Erde ihren Mund auftat und sie verschlang mit Korah, da die
Rotte starb, da das Feuer zweihundertfünfzig Männer fraß und sie ein
Zeichen wurden.
11. Aber die Kinder Korahs starben nicht.
12. Die Kinder Simeons in ihren Geschlechtern waren: Nemuel, daher
kommt das Geschlecht der Nemueliter; Jamin, daher kommt das Geschlecht
der Jaminiter; Jachin, daher das Geschlecht der Jachiniter kommt;
13. Serah, daher das Geschlecht der Serahiter kommt; Saul, daher das
Geschlecht der Sauliter kommt.
14. Das sind die Geschlechter Simeon, zweiundzwanzigtausend und
zweihundert.
15. Die Kinder Gads in ihren Geschlechtern waren: Ziphon, daher das
Geschlecht der Ziphoniter kommt; Haggi, daher das Geschlecht der
Haggiter kommt; Suni, daher das Geschlecht der Suniter kommt;
16. Osni, daher das Geschlecht der Osniter kommt; Eri, daher das
Geschlecht der Eriter kommt;
17. Arod, daher das Geschlecht der Aroditer kommt; Ariel, daher das
Geschlecht der Arieliter kommt.
18. Das sind die Geschlechter der Kinder Gads, an ihrer Zahl
vierzigtausend und fünfhundert
19. Die Kinder Juda's: Ger und Onan, welche beide starben im Lande
Kanaan.
20. Es waren aber die Kinder Juda's in ihren Geschlechtern: Sela, daher
das Geschlecht der Selaniter kommt; Perez, daher das Geschlecht der
Pereziter kommt; Serah, daher das Geschlecht der Serahiter kommt.
21. Aber die Kinder des Perez waren: Hezron, daher das Geschlecht der
Hezroniter kommt; Hamul, daher das Geschlecht der Hamuliter kommt.
22. Das sind die Geschlechter Juda's, an ihrer Zahl
sechsundsiebzigtausend und fünfhundert.
23. Die Kinder Isaschars in ihren Geschlechtern waren: Thola, daher das
Geschlecht der Tholaiter kommt; Phuva, daher das Geschlecht der
Phuvaniter kommt;
24. Jasub, daher das Geschlecht der Jasubiter kommt; Simron, daher das
Geschlecht der Simroniter kommt.
25. Das sind die Geschlechter Isaschars, an der Zahl
vierundsechzigtausend und dreihundert.
26. Die Kinder Sebulons in ihren Geschlechtern waren: Sered, daher das
Geschlecht der Serediter kommt; Elon, daher das Geschlecht der Eloniter
kommt; Jahleel, daher das Geschlecht der Jahleeliter kommt.
27. Das sind die Geschlechter Sebulons, an ihrer Zahl sechzigtausend
und fünfhundert.
28. Die Kinder Josephs in ihren Geschlechtern waren: Manasse und
Ephraim.
29. Die Kinder aber Manasses waren: Machir, daher kommt das Geschlecht
der Machiriter; Machir aber zeugte Gilead, daher kommt das Geschlecht
der Gileaditer.
30. Dies sind aber die Kinder Gileads: Hieser, daher kommt das
Geschlecht der Hieseriter; Helek, daher kommt das Geschlecht der
Helekiter;
31. Asriel, daher kommt das Geschlecht der Asrieliter; Sichem, daher
kommt das Geschlecht der Sichemiter;
32. Semida, daher kommt das Geschlecht der Semiditer; Hepher, daher
kommt das Geschlecht der Hepheriter.
33. Zelophehad aber war Hephers Sohn und hatte keine Söhne sondern
Töchter; die hießen Mahela, Noa, Hogla, Milka und Thirza.
34. Das sind die Geschlechter Manasses, an ihrer Zahl
zweiundfünfzigtausend und siebenhundert.
35. Die Kinder Ephraims in ihren Geschlechtern waren: Suthelah, daher
kommt das Geschlecht der Suthelahiter; Becher, daher kommt das
Geschlecht der Becheriter; Thahan, daher kommt das Geschlecht der
Thahaniter.
36. Die Kinder Suthelahs waren: Eran, daher kommt das Geschlecht der
Eraniter.
37. Das sind die Geschlechter der Kinder Ephraims, an ihrer Zahl
zweiunddreißigtausend und fünfhundert. Das sind die Kinder Josephs in
ihren Geschlechtern.
38. Die Kinder Benjamins in ihren Geschlechtern waren: Bela, daher
kommt das Geschlecht der Belaiter; Asbel, daher kommt das Geschlecht
der Asbeliter; Ahiram, daher kommt das Geschlecht der Ahiramiter;
39. Supham, daher kommt das Geschlecht der Suphamiter; Hupham, daher
kommt das Geschlecht der Huphamiter.
40. Die Kinder aber Belas waren: Ard und Naeman, daher kommt das
Geschlecht der Arditer und Naemaniter.
41. Das sind die Kinder Benjamins in ihren Geschlechtern, an der Zahl
fünfundvierzigtausend und sechshundert.
42. Die Kinder Dans in ihren Geschlechtern waren: Suham, daher kommt
das Geschlecht der Suhamiter
43. Das sind die Geschlechter Dans in ihren Geschlechtern, allesamt an
der Zahl vierundsechzigtausend und vierhundert.
44. Die Kinder Asser in ihren Geschlechtern waren: Jimna, daher kommt
das Geschlecht der Jimniter; Jiswi, daher kommt das Geschlecht der
Jiswiter; Beria, daher kommt das Geschlecht der Beriiter.
45. Aber die Kinder Berias waren: Heber, daher kommt das Geschlecht der
Hebriter; Melchiel, daher kommt das Geschlecht der Melchieliter.
46. Und die Tochter Assers hieß Sarah.
47. Das sind die Geschlechter der Kinder Assers, an ihrer Zahl
dreiundfünfzigtausend und vierhundert.
48. Die Kinder Naphthalis in ihren Geschlechtern waren: Jahzeel, daher
kommt das Geschlecht der Jahzeeliter; Guni, daher kommt das Geschlecht
der Guniter;
49. Jezer, daher kommt das Geschlecht der Jezeriter; Sillem, daher
kommt das Geschlecht der Sillemiter.
50. Das sind die Geschlechter von Naphthali, an ihrer Zahl
fünfundvierzigtausend und vierhundert.
51. Das ist die Summe der Kinder Israel sechsmal hunderttausend
eintausend siebenhundertdreißig.
52. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
53. Diesen sollst du das Land austeilen zum Erbe nach der Zahl der
Namen.
54. Vielen sollst du viel zum Erbe geben, und wenigen wenig; jeglichen
soll man geben nach ihrer Zahl.
55. Doch man soll das Land durchs Los teilen; nach dem Namen der Stämme
ihrer Väter sollen sie Erbe nehmen.
56. Denn nach dem Los sollst du ihr Erbe austeilen zwischen den vielen
und den wenigen.
57. Und das ist die Summe der Leviten in ihren Geschlechtern: Gerson,
daher kommt das Geschlecht der Gersoniter; Kahath, daher kommt das
Geschlecht der Kahathiter; Merari, daher das Geschlecht der Merariter.
58. Dies sind die Geschlechter Levis: das Geschlecht der Libniter, das
Geschlecht der Hebroniter, das Geschlecht der Maheliter, das Geschlecht
der Musiter, das Geschlecht der Korahiter. Kahath zeugte Amram.
59. Und Amrams Weib hieß Jochebed, eine Tochter Levis, die ihm geboren
ward in Ägypten; und sie gebar dem Amram Aaron und Mose und ihre
Schwester Mirjam.
60. Dem Aaron aber ward geboren: Nadab, Abihu, Eleasar und Ithamar.
61. Nadab aber und Abihu starben, da sie fremdes Feuer opferten vor dem
HERRN.
62. Und ihre Summe war dreiundzwanzigtausend, alles Mannsbilder, von
einem Monat und darüber. Denn sie wurden nicht gezählt unter die Kinder
Israel; denn man gab ihnen kein Erbe unter den Kindern Israel.
63. Das ist die Summe der Kinder Israel, die Mose und Eleasar, der
Priester, zählten im Gefilde der Moabiter, an dem Jordan gegenüber
Jericho;
64. unter welchen war keiner aus der Summe, da Mose und Aaron, der
Priester, die Kinder Israel zählten in der Wüste Sinai.
65. Denn der HERR hatte ihnen gesagt, sie sollten des Todes sterben in
der Wüste. Und blieb keiner übrig als Kaleb, der Sohn Jephunnes, und
Josua, der Sohn Nuns.
Kapitel 27
1. Und die Töchter Zelophehads, des Sohnes Hephers, des Sohnes Gileads,
des Sohnes Machirs, des Sohnes Manasses, unter den Geschlechtern
Manasses, des Sohnes Josephs, mit Namen Mahela, Noa, Hogla, Milka und
Thirza, kamen herzu
2. und traten vor Mose und vor Eleasar, den Priester, und vor die
Fürsten und die ganze Gemeinde vor der Tür der Hütte des Stifts und
sprachen:
3. Unser Vater ist gestorben in der Wüste und war nicht mit unter der
Gemeinde, die sich wider den HERRN empörte in der Rotte Korahs, sondern
ist an seiner Sünde gestorben, und hatte keine Söhne.
4. Warum soll denn unsers Vaters Name unter seinem Geschlecht
untergehen, weil er keinen Sohn hat? Gebt uns auch ein Gut unter unsers
Vaters Brüdern!
5. Mose brachte ihre Sache vor den HERRN.
6. Und der HERR sprach zu ihm:
7. Die Töchter Zelophehads haben recht geredet; du sollst ihnen ein
Erbgut unter ihres Vaters Brüdern geben und sollst ihres Vaters Erbe
ihnen zuwenden.
8. Und sage den Kindern Israel: Wenn jemand stirbt und hat nicht Söhne,
so sollt ihr sein Erbe seiner Tochter zuwenden.
9. Hat er keine Tochter, sollt ihr's seinen Brüdern geben.
10. Hat er keine Brüder, sollt ihr's seines Vaters Brüdern geben.
11. Hat er nicht Vatersbrüder, sollt ihr's seinen nächsten
Blutsfreunden geben, die ihm angehören in seinem Geschlecht, daß sie es
einnehmen. Das soll den Kindern Israel ein Gesetz und Recht sein, wie
der HERR dem Mose geboten hat.
12. Und der HERR sprach zu Mose: Steig auf dies Gebirge Abarim und
besiehe das Land, das ich den Kindern Israel gebe werde.
13. Und wenn du es gesehen hast, sollst du dich sammeln zu deinem Volk,
wie dein Bruder Aaron versammelt ist,
14. dieweil ihr meinem Wort ungehorsam gewesen seid in der Wüste Zin
bei dem Hader der Gemeinde, da ihr mich heiligen solltet durch das
Wasser vor ihnen. Das ist das Haderwasser zu Kades in der Wüste Zin.
15. Und Mose redete mit dem HERRN und sprach:
16. Der HERR, der Gott der Geister alles Fleisches, wolle einen Mann
setzen über die Gemeinde,
17. der vor ihnen her aus und ein gehe und sie aus und ein führe, daß
die Gemeinde des HERRN nicht sei wie die Schafe ohne Hirten.
18. Und der HERR sprach zu Mose: Nimm Josua zu dir, den Sohn Nuns,
einen Mann, in dem der Geist ist, und lege deine Hände auf ihn
19. und stelle ihn vor den Priester Eleasar und vor die ganze Gemeinde
und gebiete ihm vor ihren Augen,
20. und lege von deiner Herrlichkeit auf ihn, daß ihm gehorche die
ganze Gemeinde der Kinder Israel.
21. Und er soll treten vor den Priester Eleasar, der soll für ihn
ratfragen durch die Weise des Lichts vor dem HERRN. Nach desselben Mund
sollen aus und einziehen er und alle Kinder Israel mit ihm und die
ganze Gemeinde.
22. Mose tat, wie ihm der HERR geboten hatte, und nahm Josua und
stellte ihn vor den Priester Eleasar und vor die ganze Gemeinde
23. und legte seine Hand auf ihn und gebot ihm, wie der HERR mit Mose
geredet hatte.
Kapitel 28
1. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
2. Gebiete den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Die Opfer meines
Brots, welches mein Opfer des süßen Geruchs ist, sollt ihr halten zu
seiner Zeit, daß ihr mir's opfert.
3. Und sprich zu ihnen: Das sind die Opfer, die ihr dem HERRN opfern
sollt: jährige Lämmer, die ohne Fehl sind, täglich zwei zum täglichen
Brandopfer,
4. Ein Lamm des Morgens, das andere gegen Abend;
5. dazu ein zehntel Epha Semmelmehl zum Speisopfer, mit Öl gemengt, das
gestoßen ist, ein viertel Hin.
6. Das ist das tägliche Brandopfer, das ihr am Berge Sinai opfertet,
zum süßen Geruch ein Feuer dem HERRN.
7. Dazu ein Trankopfer je zu einem Lamm ein viertel Hin. Im Heiligtum
soll man den Wein des Trankopfers opfern dem HERRN.
8. Das andere Lamm sollst du gegen Abend zurichten; mit dem Speisopfer
wie am Morgen und mit einem Trankopfer sollst du es machen zum Opfer
des süßen Geruchs dem HERRN.
9. Am Sabbattag aber zwei jährige Lämmer ohne Fehl und zwei Zehntel
Semmelmehl zum Speisopfer, mit Öl gemengt, und sein Trankopfer.
10. Das ist das Brandopfer eines jeglichen Sabbats außer dem täglichen
Brandopfer samt seinem Trankopfer.
11. Aber des ersten Tages eurer Monate sollt ihr dem HERRN ein
Brandopfer opfern: Zwei junge Farren, einen Widder, sieben jährige
Lämmer ohne Fehl;
12. und je drei Zehntel Semmelmehl zum Speisopfer, mit Öl gemengt, zu
einem Farren; zwei Zehntel Semmelmehl zum Speisopfer, mit Öl gemengt,
zu einem Widder;
13. und je ein Zehntel Semmelmehl zum Speisopfer, mit Öl gemengt, zu
einem Lamm. Das ist das Brandopfer des süßen Geruchs, ein Opfer dem
HERRN.
14. Und ihr Trankopfer soll sein ein halbes Hin Wein zum Farren, ein
drittel Hin zum Widder, ein viertel Hin zum Lamm. Das ist das
Brandopfer eines jeglichen Monats im Jahr.
15. Dazu soll man einen Ziegenbock zum Sündopfer dem HERRN machen außer
dem täglichen Brandopfer und seinem Trankopfer.
16. Aber am vierzehnten Tage des ersten Monats ist das Passah des
HERRN.
17. Und am fünfzehnten Tage desselben Monats ist Fest. Sieben Tage soll
man ungesäuertes Brot essen.
18. Der erste Tag soll heilig heißen, daß ihr zusammenkommt; keine
Dienstarbeit sollt ihr an ihm tun
19. und sollt dem HERRN Brandopfer tun: Zwei junge Farren, einen
Widder, sieben jährige Lämmer ohne Fehl;
20. samt ihren Speisopfern: Drei Zehntel Semmelmehl, mit Öl gemengt, zu
einem Farren, und zwei Zehntel zu dem Widder,
21. und je ein Zehntel auf ein Lamm unter den sieben Lämmern;
22. dazu einen Bock zum Sündopfer, daß ihr versöhnt werdet.
23. Und sollt solches tun außer dem Brandopfer am Morgen, welche das
tägliche Brandopfer ist.
24. Nach dieser Weise sollt ihr alle Tage, die sieben Tage lang, das
Brot opfern zum Opfer des süßen Geruchs dem HERRN außer dem täglichen
Brandopfer, dazu sein Trankopfer.
25. Und der siebente Tag soll bei euch heilig heißen, daß ihr
zusammenkommt; keine Dienstarbeit sollt ihr da tun.
26. Und der Tag der Erstlinge, wenn ihr opfert das neue Speisopfer dem
HERRN, wenn eure Wochen um sind, soll heilig heißen, daß ihr
zusammenkommt; keine Dienstarbeit sollt ihr da tun
27. und sollt dem HERRN Brandopfer tun zum süßen Geruch: zwei junge
Farren, einen Widder, sieben jährige Lämmer;
28. samt ihrem Speisopfer: drei Zehntel Semmelmehl, mit Öl gemengt, zu
einem Farren, zwei Zehntel zu dem Widder,
29. und je ein Zehntel zu einem Lamm der sieben Lämmer;
30. und einen Ziegenbock, euch zu versöhnen.
31. Dies sollt ihr tun außer dem täglichen Brandopfer mit seinem
Speisopfer. Ohne Fehl soll's sein, dazu ihre Trankopfer.
Kapitel 29
1. Und der erste Tag des siebenten Monats soll bei euch heilig heißen,
daß ihr zusammenkommt; keine Dienstarbeit sollt ihr da tun-es ist euer
Drommetentag-
2. und sollt Brandopfer tun zum süßen Geruch dem HERRN: einen jungen
Farren, einen Widder, sieben jährige Lämmer ohne Fehl;
3. dazu ihr Speisopfer: drei Zehntel Semmelmehl, mit Öl gemengt, zu dem
Farren, zwei Zehntel zu dem Widder,
4. und ein Zehntel auf ein jegliches Lamm der sieben Lämmer;
5. auch einen Ziegenbock zum Sündopfer, euch zu versöhnen-
6. außer dem Brandopfer des Monats und seinem Speisopfer und außer dem
täglichen Brandopfer mit seinem Speisopfer und mit seinem Trankopfer,
wie es recht ist -,zum süßen Geruch. Das ist ein Opfer dem HERRN.
7. Der zehnte Tag des siebenten Monats soll bei euch auch heilig
heißen, daß ihr zusammenkommt; und sollt eure Leiber kasteien und keine
Arbeit da tun,
8. sondern Brandopfer dem HERRN zum süßen Geruch opfern: einen jungen
Farren, einen Widder, sieben jährige Lämmer ohne Fehl;
9. mit ihren Speisopfern: drei Zehntel Semmelmehl, mit Öl gemengt, zu
dem Farren, zwei Zehntel zu dem Widder,
10. und ein Zehntel je zu einem Lamm der sieben Lämmer;
11. dazu einen Ziegenbock zum Sündopfer, außer dem Sündopfer der
Versöhnung und dem täglichen Brandopfer mit seinem Speisopfer und mit
ihrem Trankopfer.
12. Der fünfzehnte Tag des siebenten Monats soll bei euch heilig
heißen, daß ihr zusammenkommt; keine Dienstarbeit sollt ihr an dem tun
und sollt dem HERRN sieben Tage feiern
13. und sollt dem HERRN Brandopfer tun zum Opfer des süßen Geruchs dem
HERRN: dreizehn junge Farren, zwei Widder; vierzehn jährige Lämmer ohne
Fehl;
14. samt ihrem Speisopfer: drei Zehntel Semmelmehl, mit Öl gemengt, je
zu einem der dreizehn Farren, zwei Zehntel je zu einem Widder,
15. und ein Zehntel je zu einem der vierzehn Lämmer;
16. dazu einen Ziegenbock zum Sündopfer, -außer dem täglichen
Brandopfer mit seinem Speisopfer und seinem Trankopfer.
17. Am zweiten Tage: zwölf junge Farren, zwei Widder, vierzehn jährige
Lämmer ohne Fehl;
18. mit ihrem Speisopfer und Trankopfer zu den Farren, zu den Widdern
und zu den Lämmern in ihrer Zahl, wie es recht ist;
19. dazu einen Ziegenbock zum Sündopfer, außer dem täglichen Brandopfer
mit seinem Speisopfer und mit ihrem Trankopfer.
20. Am dritten Tage: elf Farren, zwei Widder, vierzehn jährige Lämmer
ohne Fehl;
21. mit ihrem Speisopfer und Trankopfer zu den Farren, zu den Widdern
und zu den Lämmern in ihrer Zahl, wie es recht ist;
22. dazu einen Ziegenbock zum Sündopfer, außer dem täglichen Brandopfer
mit seinem Speisopfer und mit ihrem Trankopfer.
23. Am vierten Tage: Zehn Farren, zwei Widder, vierzehn jährige Lämmer
ohne Fehl;
24. samt ihren Speisopfern und Trankopfern zu den Farren, zu den
Widdern und zu den Lämmern in ihrer Zahl, wie es recht ist;
25. dazu einen Ziegenbock zum Sündopfer, außer dem täglichen Brandopfer
mit seinem Speisopfer und mit ihrem Trankopfer.
26. Am fünften Tage: neun Farren, zwei Widder, vierzehn jährige Lämmer
ohne Fehl;
27. samt ihren Speisopfern und Trankopfern zu den Farren, zu den
Widdern und zu den Lämmern in ihrer Zahl, wie es recht ist;
28. dazu einen Ziegenbock zum Sündopfer, außer dem täglichen Brandopfer
mit seinem Speisopfer und mit ihrem Trankopfer.
29. Am sechsten Tage: acht Farren, zwei Widder, vierzehn jährige Lämmer
ohne Fehl;
30. samt ihren Speisopfern und Trankopfern zu den Farren, zu den
Widdern und zu den Lämmern in ihrer Zahl, wie es recht ist;
31. dazu einen Ziegenbock zum Sündopfer, außer dem täglichen Brandopfer
mit seinem Speisopfer und mit ihrem Trankopfer.
32. Am siebenten Tage: sieben Farren, zwei Widder, vierzehn jährige
Lämmer ohne Fehl;
33. samt ihren Speisopfern und Trankopfern zu den Farren, zu den
Widdern und zu den Lämmern in ihrer Zahl, wie es recht ist;
34. dazu einen Ziegenbock zum Sündopfer, außer dem täglichen Brandopfer
mit seinem Speisopfer und mit ihrem Trankopfer.
35. Am achten soll der Tag der Versammlung sein; keine Dienstarbeit
sollt ihr da tun
36. und sollt Brandopfer opfern zum Opfer des süßen Geruchs dem HERRN:
einen Farren, einen Widder, sieben jährige Lämmer ohne Fehl;
37. samt ihren Speisopfern und Trankopfern zu den Farren, zu den
Widdern und zu den Lämmern in ihrer Zahl, wie es recht ist;
38. dazu einen Bock zum Sündopfer, außer dem täglichen Brandopfer mit
seinem Speisopfer und mit ihrem Trankopfer.
39. Solches sollt ihr dem HERRN tun auf eure Feste, außerdem, was ihr
gelobt und freiwillig gebt zu Brandopfern, Speisopfern, Trankopfern und
Dankopfern.
40. Und Mose sagte den Kindern Israel alles, was ihm der HERR geboten
hatte.
Kapitel 30
1. Und Mose redete mit den Fürsten der Stämme der Kinder Israel und
sprach: das ist's, was der HERR geboten hat:
2. Wenn jemand dem HERRN ein Gelübde tut oder einen Eid schwört, daß er
seine Seele verbindet, der soll sein Wort nicht aufheben, sondern alles
tun, wie es zu seinem Munde ist ausgegangen.
3. Wenn ein Weib dem HERRN ein Gelübde tut und sich verbindet, solange
sie in ihres Vaters Hause und ledig ist,
4. und ihr Gelübde und Verbündnis, das sie nimmt auf ihre Seele, kommt
vor ihren Vater, und er schweigt dazu, so gilt all ihr Gelübde und all
ihr Verbündnis, das sie ihrer Seele aufgelegt hat.
5. Wo aber ihr Vater ihr wehrt des Tages, wenn er's hört, so gilt kein
Gelübde noch Verbündnis, das sie auf ihre Seele gelegt hat; und der
HERR wird ihr gnädig sein, weil ihr Vater ihr gewehrt hat.
6. Wird sie aber eines Mannes und hat ein Gelübde auf sich oder ist ihr
aus ihren Lippen ein Verbündnis entfahren über ihre Seele,
7. und der Mann hört es, und schweigt desselben Tages, wenn er's hört,
so gilt ihr Gelübde und Verbündnis, das sie auf ihre Seele genommen
hat.
8. Wo aber ihr Mann ihr wehrt des Tages, wenn er's hört, so ist ihr
Gelübde los, das sie auf sich hat, und das Verbündnis, das ihr aus den
Lippen entfahren ist über ihre Seele; und der HERR wird ihr gnädig
sein.
9. Das Gelübde einer Witwe und Verstoßenen, alles Verbündnis, das sie
nimmt auf ihre Seele, das gilt auf ihr.
10. Wenn eine in ihres Mannes Hause gelobt oder sich mit einem Eide
verbindet über ihre Seele,
11. und ihr Mann hört es, und schweigt dazu und wehrt es nicht, so gilt
all dasselbe Gelübde und alles Verbündnis, das sie auflegt ihrer Seele.
12. Macht's aber ihr Mann des Tages los, wenn er's hört, so gilt das
nichts, was aus ihren Lippen gegangen ist, was sie gelobt oder wozu sie
sich verbunden hat über ihre Seele; denn ihr Mann hat's losgemacht, und
der HERR wird ihr gnädig sein.
13. Alle Gelübde und Eide, die verbinden den Leib zu kasteien, mag ihr
Mann bekräftigen oder aufheben also:
14. wenn er dazu schweigt von einem Tag zum andern, so bekräftigt er
alle ihre Gelübde und Verbündnisse, die sie auf sich hat, darum daß er
geschwiegen hat des Tages, da er's hörte;
15. wird er's aber aufheben, nachdem er's gehört hat, so soll er ihre
Missetat tragen.
16. Das sind die Satzungen, die der HERR dem Mose geboten hat zwischen
Mann und Weib, zwischen Vater und Tochter, solange sie noch ledig ist
in ihres Vaters Hause.
Kapitel 31
1. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
2. Räche die Kinder Israel an den Midianitern, daß du darnach dich
sammelst zu deinem Volk.
3. Da redete Mose mit dem Volk und sprach: Rüstet unter euch Leute zum
Heer wider die Midianiter, daß sie den HERRN rächen an den Midianitern,
4. aus jeglichem Stamm tausend, daß ihr aus allen Stämmen Israels in
das Heer schickt.
5. Und sie nahmen aus den Tausenden Israels je tausend eines Stammes,
zwölftausend gerüstet zum Heer.
6. Und Mose schickte sie mit Pinehas, dem Sohn Eleasars, des Priesters,
ins Heer und die heiligen Geräte und die Halldrommeten in seiner Hand.
7. Und sie führten das Heer wider die Midianiter, wie der HERR dem Mose
geboten hatte, und erwürgten alles, was männlich war.
8. Dazu die Könige der Midianiter erwürgten sie samt ihren
Erschlagenen, nämlich Evi, Rekem, Zur, Hur und Reba, die fünf Könige
der Midianiter. Bileam, den Sohn Beors, erwürgten sie auch mit dem
Schwert.
9. Und die Kinder Israel nahmen gefangen die Weiber der Midianiter und
ihre Kinder; all ihr Vieh, alle ihre Habe und alle ihre Güter raubten
sie,
10. und verbrannten mit Feuer alle ihre Städte ihrer Wohnungen und alle
Zeltdörfer.
11. Und nahmen allen Raub und alles, was zu nehmen war, Menschen und
Vieh,
12. und brachten's zu Mose und zu Eleasar, dem Priester, und zu der
Gemeinde der Kinder Israel, nämlich die Gefangenen und das genommene
Vieh und das geraubte Gut ins Lager auf der Moabiter Gefilde, das am
Jordan liegt gegenüber Jericho.
13. Und Mose und Eleasar, der Priester, und alle Fürsten der Gemeinde
gingen ihnen entgegen, hinaus vor das Lager.
14. Und Mose ward zornig über die Hauptleute des Heeres, die Hauptleute
über tausend und über hundert waren, die aus dem Heer und Streit kamen,
15. und sprach zu ihnen: Warum habt ihr alle Weiber leben lassen?
16. Siehe, haben nicht dieselben die Kinder Israel durch Bileams Rat
abwendig gemacht, daß sie sich versündigten am HERRN über dem Peor und
eine Plage der Gemeinde des HERRN widerfuhr?
17. So erwürget nun alles, was männlich ist unter den Kindern, und alle
Weiber, die Männer erkannt und beigelegen haben;
18. aber alle Kinder, die weiblich sind und nicht Männer erkannt haben,
die laßt für euch leben.
19. Und lagert euch draußen vor dem Lager sieben Tage, alle, die jemand
erwürgt oder Erschlagene angerührt haben, daß ihr euch entsündigt am
dritten und am siebenten Tage, samt denen, die ihr gefangen genommen
habt.
20. Und alle Kleider und alles Gerät von Fellen und alles Pelzwerk und
alles hölzerne Gefäß sollt ihr entsündigen.
21. Und Eleasar, der Priester, sprach zu dem Kriegsvolk, das in den
Streit gezogen war: Das ist das Gesetz, welches der HERR dem Mose
geboten hat:
22. Gold, Silber, Erz, Eisen, Zinn und Blei
23. und alles was das Feuer leidet, sollt ihr durchs Feuer lassen gehen
und reinigen; nur daß es mit dem Sprengwasser entsündigt werde. Aber
alles, was das Feuer nicht leidet, sollt ihr durchs Wasser gehen
lassen.
24. Und sollt eure Kleider waschen am siebenten Tage, so werdet ihr
rein; darnach sollt ihr ins Lager kommen.
25. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
26. Nimm die Summe des Raubes der Gefangenen, an Menschen und an Vieh,
du und Eleasar, der Priester, und die obersten Väter der Gemeinde;
27. und gib die Hälfte denen, die ins Heer gezogen sind und die
Schlacht getan haben, und die andere Hälfte der Gemeinde.
28. Du sollst aber dem HERRN heben von den Kriegsleuten, die ins Heer
gezogen sind, je fünf Hunderten eine Seele, an Menschen, Rindern, Eseln
und Schafen.
29. Von ihrer Hälfte sollst du es nehmen und dem Priester Eleasar geben
zur Hebe dem HERRN.
30. Aber von der Hälfte der Kinder Israel sollst du je ein Stück von
fünfzigen nehmen, an Menschen, Rindern, Eseln und Schafen und von allem
Vieh, und sollst es den Leviten geben, die des Dienstes warten an der
Wohnung des HERRN.
31. Und Mose und Eleasar, der Priester, taten, wie der HERR dem Mose
geboten hatte.
32. Und es war die übrige Ausbeute, die das Kriegsvolk geraubt hatte,
sechsmal hundert und fünfundsiebzigtausend Schafe,
33. zweiundsiebzigtausend Rinder,
34. einundsechzigtausend Esel
35. und der Mädchen, die nicht Männer erkannt hatten,
zweiunddreißigtausend Seelen.
36. Und die Hälfte, die denen, so ins Heer gezogen waren, gehörte, war
an der Zahl dreihundertmal und siebenunddreißigtausend und fünfhundert
Schafe;
37. davon wurden dem HERRN sechshundertfünfundsiebzig Schafe.
38. Desgleichen sechsunddreißigtausend Rinder; davon wurden dem HERRN
zweiundsiebzig.
39. Desgleichen dreißigtausend und fünfhundert Esel; davon wurden dem
HERRN einundsechzig.
40. Desgleichen Menschenseelen, sechzehntausend Seelen; davon wurden
dem HERRN zweiunddreißig Seelen.
41. Und Mose gab solche Hebe des HERRN dem Priester Eleasar, wie ihm
der HERR geboten hatte.
42. Aber die andere Hälfte, die Mose den Kindern Israel zuteilte von
den Kriegsleuten,
43. nämlich die Hälfte, der Gemeinde zuständig, war auch dreihundertmal
und siebenunddreißigtausend fünfhundert Schafe,
44. sechsunddreißigtausend Rinder,
45. dreißigtausend und fünfhundert Esel
46. und sechzehntausend Menschenseelen.
47. Und Mose nahm von dieser Hälfte der Kinder Israel je ein Stück von
fünfzigen, sowohl des Viehs als der Menschen, und gab's den Leviten,
die des Dienstes warteten an der Wohnung des HERRN, wie der HERR dem
Mose geboten hatte.
48. Und es traten herzu die Hauptleute über die Tausende des
Kriegsvolks, nämlich die über tausend und über hundert waren, zu Mose
49. und sprachen zu ihm: Deine Knechte haben die Summe genommen der
Kriegsleute, die unter unsern Händen gewesen sind, und fehlt nicht
einer.
50. Darum bringen wir dem HERRN Geschenke, was ein jeglicher gefunden
hat von goldenem Geräte, Ketten, Armgeschmeide, Ringe, Ohrenringe und
Spangen, daß unsere Seelen versöhnt werden vor dem HERRN.
51. Und Mose samt dem Priester Eleasar nahm von ihnen das Gold von
allerlei Geräte.
52. Und alles Goldes Hebe, das sie dem HERRN hoben, war sechzehntausend
und siebenhundertfünfzig Lot von den Hauptleuten über tausend und
hundert.
53. Denn die Kriegsleute hatten geraubt ein jeglicher für sich.
54. Und Mose mit Eleasar, dem Priester, nahm das Gold von den
Hauptleuten über tausend und hundert, und brachten es in die Hütte des
Stifts zum Gedächtnis der Kinder Israel vor dem HERRN.
Kapitel 32
1. Die Kinder Ruben und die Kinder Gad hatten sehr viel Vieh und sahen
das Land Jaser und Gilead an als gute Stätte für ihr Vieh
2. und kamen und sprachen zu Mose und zu dem Priester Eleasar und zu
den Fürsten der Gemeinde:
3. Das Land Ataroth, Dibon, Jaser, Nimra, Hesbon, Eleale, Sebam, Nebo
und Beon,
4. das der HERR geschlagen hat vor der Gemeinde Israel, ist gut zur
Weide; und wir, deine Knechte, haben Vieh.
5. Und sprachen weiter: Haben wir Gnade vor dir gefunden, so gib dies
Land deinen Knechten zu eigen, so wollen wir nicht über den Jordan
ziehen.
6. Mose sprach zu ihnen: Eure Brüder sollen in den Streit ziehen, und
ihr wollt hier bleiben?
7. Warum macht ihr der Kinder Israel Herzen abwendig, daß sie nicht
hinüberziehen in das Land, das ihnen der HERR geben wird?
8. Also taten auch eure Väter, da ich sie aussandte von Kades-Barnea,
das Land zu schauen;
9. und da sie hinaufgekommen waren bis an den Bach Eskol und sahen das
Land, machten sie das Herz der Kinder Israel abwendig, daß sie nicht in
das Land wollten, das ihnen der HERR geben wollte.
10. Und des HERRN Zorn ergrimmte zur selben Zeit, und er schwur und
sprach:
11. Diese Leute, die aus Ägypten gezogen sind, von zwanzig Jahren und
darüber sollen wahrlich das Land nicht sehen, das ich Abraham, Isaak
und Jakob geschworen habe, darum daß sie mir nicht treulich nachgefolgt
sind;
12. ausgenommen Kaleb, den Sohn Jephunnes, des Kenisiters, und Josua,
den Sohn Nuns; denn sie sind dem HERRN treulich nachgefolgt.
13. Also ergrimmte des HERRN Zorn über Israel, und er ließ sie hin und
her in der Wüste ziehen vierzig Jahre, bis daß ein Ende ward all des
Geschlechts, das übel getan hatte vor dem HERRN.
14. Und siehe, ihr seid aufgetreten an eurer Väter Statt, daß der
Sünder desto mehr seien und ihr auch den Zorn und Grimm des HERRN noch
mehr macht wider Israel.
15. Denn wo ihr euch von ihm wendet, so wird er auch noch länger sie
lassen in der Wüste, und ihr werdet dies Volk alles verderben.
16. Da traten sie herzu und sprachen: Wir wollen nur Schafhürden hier
bauen für unser Vieh und Städte für unsere Kinder;
17. wir aber wollen uns rüsten vornan vor den Kindern Israel her, bis
daß wir sie bringen an ihren Ort. Unsre Kinder sollen in den
verschlossenen Städten bleiben um der Einwohner willen des Landes.
18. Wir wollen nicht heimkehren, bis die Kinder Israel einnehmen ein
jeglicher sein Erbe.
19. Denn wir wollen nicht mit ihnen erben jenseit des Jordans, sondern
unser Erbe soll uns diesseit des Jordan gegen Morgen gefallen sein.
20. Mose sprach zu Ihnen: Wenn ihr das tun wollt, daß ihr euch rüstet
zum Streit vor dem HERRN,
21. so zieht über den Jordan vor dem HERRN, wer unter euch gerüstet
ist, bis daß er seine Feinde austreibe von seinem Angesicht
22. und das Land untertan werde dem HERRN; darnach sollt ihr umwenden
und unschuldig sein vor dem HERRN und vor Israel und sollt dies Land
also haben zu eigen vor dem HERRN.
23. Wo ihr aber nicht also tun wollt, siehe, so werdet ihr euch an dem
HERRN versündigen und werdet eurer Sünde innewerden, wenn sie euch
finden wird.
24. So bauet nun Städte für eure Kinder und Hürden für euer Vieh und
tut, was ihr geredet habt.
25. Die Kinder Gad und die Kinder Ruben sprachen zu Mose: Deine Knechte
sollen tun, wie mein Herr geboten hat.
26. Unsre Kinder, Weiber, Habe und all unser Vieh sollen in den Städten
Gileads sein;
27. wir aber, deine Knechte, wollen alle gerüstet zum Heer in den
Streit ziehen vor dem HERRN, wie mein Herr geredet hat.
28. Da gebot Mose ihrethalben dem Priester Eleasar und Josua, dem Sohn
Nuns, und den obersten Vätern der Stämme der Kinder Israel
29. und sprach zu ihnen: Wenn die Kinder Gad und die Kinder Ruben mit
euch über den Jordan ziehen, alle gerüstet zum Streit vor dem HERRN,
und das Land euch untertan ist, so gebet ihnen das Land Gilead zu
eigen;
30. ziehen sie aber nicht mit euch gerüstet, so sollen sie unter euch
erben im Lande Kanaan.
31. Die Kinder Gad und die Kinder Ruben antworteten und sprachen: Wie
der Herr redete zu seinen Knechten, so wollen wir tun.
32. Wir wollen gerüstet ziehen vor dem HERRN ins Land Kanaan und unser
Erbgut besitzen diesseit des Jordans.
33. Also gab Mose den Kindern Gad und den Kindern Ruben und dem halben
Stamm Manasses, des Sohnes Josephs, das Königreich Sihons, des Königs
der Amoriter, und das Königreich Ogs, des Königs von Basan, das Land
samt den Städten in dem ganzen Gebiete umher.
34. Da bauten die Kinder Gad Dibon, Ataroth, Aroer,
35. Atroth-Sophan, Jaser, Jogbeha,
36. Beth-Nimra und Beth-Haran, verschlossene Städte und Schafhürden.
37. Die Kinder Ruben bauten Hesbon, Eleale, Kirjathaim,
38. Nebo, Baal-Meon, und änderten die Namen, und Sibma, und gaben den
Städten Namen, die sie bauten.
39. Und die Kinder Machirs, des Sohnes Manasses, gingen nach Gilead und
gewannen's und vertrieben die Amoriter, die darin waren.
40. Da gab Mose dem Machir, dem Sohn Manasses, Gilead; und er wohnte
darin.
41. Jair aber, der Sohn Manasses, ging hin und gewann ihre Dörfer und
hieß sie Dörfer Jairs.
42. Nobah ging hin und gewann Knath mit seinen Ortschaften und hieß sie
Nobah nach seinem Namen.
Kapitel 33
1. Das sind die Reisen der Kinder Israel, da sie aus Ägyptenland
gezogen sind mit ihrem Heer durch Mose und Aaron.
2. Und Mose beschrieb ihren Auszug, wie sie zogen nach dem Befehl des
HERRN, und dies sind die Reisen ihres Zuges.
3. Sie zogen aus von Raemses am fünfzehnten Tag des ersten Monats, dem
zweiten Tage der Ostern, durch eine hohe Hand, daß es alle Ägypter
sahen,
4. als sie eben die Erstgeburt begruben, die der HERR unter ihnen
geschlagen hatte; denn der HERR hatte auch an ihren Göttern Gericht
geübt.
5. Als sie nun von Raemses auszogen, lagerten sie sich in Sukkoth.
6. Und zogen aus von Sukkoth und lagerten sich in Etham, welches liegt
an dem Ende der Wüste.
7. Von Etham zogen sie aus und blieben in Pihachiroth, welches liegt
gegen Baal-Zephon, und lagerten sich gegen Migdol.
8. Von Hachiroth zogen sie aus und gingen mitten durchs Meer in die
Wüste und reisten drei Tagereisen in der Wüste Etham und lagerten sich
in Mara.
9. Von Mara zogen sie aus und kamen gen Elim; da waren zwölf
Wasserbrunnen und siebzig Palmen; und lagerten sich daselbst.
10. Von Elim zogen sie aus und lagerten sich an das Schilfmeer.
11. Von dem Schilfmeer zogen sie aus und lagerten sich in der Wüste
Sin.
12. Von der Wüste Sin zogen sie aus und lagerten sich in Dophka.
13. Von Dophka zogen sie aus und lagerten sich in Alus.
14. Von Alus zogen sie aus und lagerten sich in Raphidim, daselbst
hatte das Volk kein Wasser zu trinken.
15. Von Raphidim zogen sie aus und lagerten sich in der Wüste Sinai.
16. Von Sinai zogen sie aus und lagerten sich bei den Lustgräbern.
17. Von den Lustgräbern zogen sie aus und lagerten sich in Hazeroth.
18. Von Hazeroth zogen sie aus und lagerten sich in Rithma.
19. Von Rithma zogen sie aus und lagerten sich in Rimmon-Perez.
20. Von Rimmon-Perez zogen sie aus und lagerten sich in Libna.
21. Von Libna zogen sie aus und lagerten sich in Rissa.
22. Von Rissa zogen sie aus und lagerten sich in Kehelatha.
23. Von Kehelatha zogen sie aus und lagerten sich im Gebirge Sepher.
24. Vom Gebirge Sepher zogen sie aus und lagerten sich in Harada.
25. Von Harada zogen sie aus und lagerten sich in Makheloth.
26. Von Makheloth zogen sie aus und lagerten sich in Thahath.
27. Von Thahath zogen sie aus und lagerten sich in Tharah.
28. Von Tharah zogen sie aus und lagerten sich in Mithka.
29. Von Mithka zogen sie aus und lagerten sich in Hasmona.
30. Von Hasmona zogen sie aus und lagerten sich in Moseroth.
31. Von Moseroth zogen sie aus und lagerten sich in Bne-Jaakan.
32. Von Bne-Jaakan zogen sie aus und lagerten sich in Horgidgad.
33. Von Horgidgad zogen sie aus und lagerten sich in Jotbatha.
34. Von Jotbatha zogen sie aus und lagerten sich in Abrona.
35. Von Abrona zogen sie aus und lagerten sich in Ezeon-Geber.
36. Von Ezeon-Geber zogen sie aus und lagerten sich in der Wüste Zin,
das ist Kades.
37. Von Kades zogen sie aus und lagerten sich an dem Berge Hor, an der
Grenze des Landes Edom.
38. Da ging der Priester Aaron auf den Berg Hor nach dem Befehl des
HERRN und starb daselbst im vierzigsten Jahr des Auszugs der Kinder
Israel aus Ägyptenland am ersten Tage des fünften Monats,
39. da er hundertunddreiundzwanzig Jahre alt war.
40. Und der König der Kanaaniter zu Arad, der da wohnte gegen Mittag
des Landes Kanaan, hörte, daß die Kinder Israel kamen.
41. Und von dem Berge Hor zogen sie aus und lagerten sich in Zalmona.
42. Von Zalmona zogen sie aus und lagerten sich in Phunon.
43. Von Phunon zogen sie aus und lagerten sich in Oboth.
44. Von Oboth zogen sie aus und lagerten sich in Ije-Abarim, in der
Moabiter Gebiet.
45. Von Ijim zogen sie aus und lagerten sich in Dibon-Gad.
46. Von Dibon-Gad zogen sie aus und lagerten sich in Almon-Diblathaim.
47. Von Almon-Diblathaim zogen sie aus und lagerten sich in dem Gebirge
Abarim vor dem Nebo.
48. Von dem Gebirge Abarim zogen sie aus und lagerten sich in das
Gefilde der Moabiter an dem Jordan gegenüber Jericho.
49. Sie lagerten sich aber am Jordan von Beth-Jesimoth an bis an
Abel-Sittim, im Gefilde der Moabiter.
50. Und der HERR redete mit Mose in dem Gefilde der Moabiter an dem
Jordan gegenüber Jericho und sprach:
51. Rede mit den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Wenn ihr über den
Jordan gegangen seid in das Land Kanaan,
52. so sollt ihr alle Einwohner vertreiben vor eurem Angesicht und alle
ihre Säulen und alle ihre gegossenen Bilder zerstören und alle ihre
Höhen vertilgen,
53. daß ihr also das Land einnehmet und darin wohnet; denn euch habe
ich das Land gegeben, daß ihr's einnehmet.
54. Und sollt das Land austeilen durchs Los unter eure Geschlechter.
Denen, deren viele sind, sollt ihr desto mehr zuteilen, und denen,
deren wenige sind, sollt ihr desto weniger zuteilen. Wie das Los einem
jeglichen daselbst fällt, so soll er's haben; nach den Stämmen eurer
Väter sollt ihr's austeilen.
55. Werdet ihr aber die Einwohner des Landes nicht vertreiben vor eurem
Angesicht, so werden euch die, so ihr überbleiben laßt, zu Dornen
werden in euren Augen und zu Stacheln in euren Seiten und werden euch
drängen in dem Lande darin ihr wohnet.
56. So wird's dann gehen, daß ich euch gleich tun werde, wie ich
gedachte ihnen zu tun.
Kapitel 34
1. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
2. Gebiete den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Wenn ihr ins Land
Kanaan kommt, so soll dies das Land sein, das euch zum Erbteil fällt,
das Land Kanaan nach seinen Grenzen.
3. Die Ecke gegen Mittag soll anfangen an der Wüste Zin bei Edom, daß
eure Grenze gegen Mittag sei vom Ende des Salzmeeres, das gegen Morgen
liegt,
4. und das die Grenze sich lenke mittagwärts von der Steige Akrabbim
und gehe durch Zin, und ihr Ausgang sei mittagwärts von Kades-Barnea
und gelange zum Dorf Adar und gehe durch Azmon
5. und lenke sich von Azmon an den Bach Ägyptens, und ihr Ende sei an
dem Meer.
6. Aber die Grenze gegen Abend soll diese sein, nämlich das große Meer.
Das sei eure Grenze gegen Abend.
7. Die Grenze gegen Mitternacht soll diese sein: ihr sollt messen von
dem großen Meer bis an den Berg Hor,
8. und von dem Berg Hor messen, bis man kommt gen Hamath, das der
Ausgang der Grenze sei gen Zedad
9. und die Grenze ausgehe gen Siphron und ihr Ende sei am Dorf Enan.
Das sei eure Grenze gegen Mitternacht.
10. Und sollt messen die Grenze gegen Morgen vom Dorf Enan gen Sepham,
11. und die Grenze gehe herab von Sepham gen Ribla morgenwärts von Ain;
darnach gehe sie herab und lenke sich an die Seite des Meers Kinneret
gegen Morgen
12. und komme herab an den Jordan, daß ihr Ende sei das Salzmeer. Das
sei euer Land mit seiner Grenze umher.
13. Und Mose gebot den Kindern Israel und sprach: Das ist das Land, das
ihr durchs Los unter euch teilen sollt, das der HERR geboten hat den
neun Stämmen und dem halben Stamm zu geben.
14. Denn der Stamm der Kinder Ruben nach ihren Vaterhäusern und der
halbe Stamm Manasse haben ihr Teil genommen.
15. Also haben zwei Stämme und der halbe Stamm ihr Erbteil dahin,
diesseit des Jordans gegenüber Jericho gegen Morgen.
16. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
17. Das sind die Namen der Männer, die das Land unter euch teilen
sollen: der Priester Eleasar und Josua, der Sohn Nuns.
18. Dazu sollt ihr nehmen von einem jeglichen Stamm einen Fürsten, das
Land auszuteilen.
19. Und das sind der Männer Namen: Kaleb, der Sohn Jephunnes, des
Stammes Juda;
20. Samuel, der Sohn Ammihuds, des Stammes Simeon;
21. Elidad, der Sohn Chislons, des Stammes Benjamin;
22. Bukki, der Sohn Joglis, Fürst des Stammes der Kinder Dan;
23. Hanniel, der Sohn Ephods, Fürst des Stammes der Kinder Manasse, von
den Kindern Joseph;
24. Kemuel, der Sohn Siphtans, Fürst des Stammes der Kinder Ephraim;
25. Elizaphan, der Sohn Parnachs, Fürst des Stammes der Kinder Sebulon;
26. Paltiel, der Sohn Assans, der Fürst des Stammes der Kinder
Isaschar;
27. Ahihud, der Sohn Selomis, Fürst des Stammes der Kinder Asser;
28. Pedahel, der Sohn Ammihuds, Fürst des Stammes der Kinder Naphthali.
29. Dies sind die, denen der HERR gebot, daß sie den Kindern Israel
Erbe austeilten im Lande Kanaan.
Kapitel 35
1. Und der HERR redete mit Mose auf den Gefilde der Moabiter am Jordan
gegenüber Jericho und sprach:
2. Gebiete den Kindern Israel, daß sie den Leviten Städte geben von
ihren Erbgütern zur Wohnung;
3. dazu Vorstädte um die Städte her sollt ihr den Leviten auch geben,
daß sie in den Städten wohnen und in den Vorstädten ihr Vieh und Gut
und allerlei Tiere haben.
4. Die Weite aber der Vorstädte, die ihr den Leviten gebt, soll tausend
Ellen draußen vor der Stadtmauer umher haben.
5. So sollt ihr nun messen außen an der Stadt von der Ecke gegen Morgen
zweitausend Ellen und von der Ecke gegen Mittag zweitausend Ellen und
von der Ecke gegen Abend zweitausend Ellen und von der Ecke gegen
Mitternacht zweitausend Ellen, daß die Stadt in der Mitte sei. Das
sollen ihre Vorstädte sein.
6. Und unter den Städten, die ihr den Leviten geben werdet, sollt ihr
sechs Freistädte geben, daß dahinein fliehe, wer einen Totschlag getan
hat. Über dieselben sollt ihr noch zweiundvierzig Städte geben,
7. daß alle Städte, die ihr den Leviten gebt, seien achtundvierzig mit
ihren Vorstädten.
8. Und sollt derselben desto mehr geben von denen, die viel besitzen
unter den Kindern Israel, und desto weniger von denen, die wenig
besitzen; ein jeglicher nach seinem Erbteil, das ihm zugeteilt wird,
soll Städte den Leviten geben.
9. Und der HERR redete mit Mose und sprach:
10. Rede mit den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Wenn ihr über den
Jordan ins Land Kanaan kommt,
11. sollt ihr Städte auswählen, daß sie Freistädte seien, wohin fliehe,
wer einen Totschlag unversehens tut.
12. Und sollen unter euch solche Freistädte sein vor dem Bluträcher,
daß der nicht sterben müsse, der einen Totschlag getan hat, bis daß er
vor der Gemeinde vor Gericht gestanden sei.
13. Und der Städte, die ihr geben werdet zu Freistädten, sollen sechs
sein.
14. Drei sollt ihr geben diesseit des Jordans und drei im Lande Kanaan.
15. Das sind die sechs Freistädte, den Kindern Israel und den
Fremdlingen und den Beisassen unter euch, daß dahin fliehe, wer einen
Totschlag getan hat unversehens.
16. Wer jemand mit einem Eisen schlägt, daß er stirbt, der ist ein
Totschläger und soll des Todes sterben.
17. Wirft er ihn mit einem Stein, mit dem jemand mag getötet werden,
daß er davon stirbt, so ist er ein Totschläger und soll des Todes
sterben.
18. Schlägt er ihn aber mit einem Holz, mit dem jemand mag
totgeschlagen werden, daß er stirbt, so ist er ein Totschläger und soll
des Todes sterben.
19. Der Rächer des Bluts soll den Totschläger zum Tode bringen; wo er
ihm begegnet, soll er ihn töten.
20. Stößt er ihn aus Haß oder wirft etwas auf ihn aus List, daß er
stirbt,
21. oder schlägt ihn aus Feindschaft mit seiner Hand, daß er stirbt, so
soll er des Todes sterben, der ihn geschlagen hat; denn er ist ein
Totschläger. Der Rächer des Bluts soll ihn zum Tode bringen, wo er ihm
begegnet.
22. Wenn er ihn aber ungefähr stößt, ohne Feindschaft, oder wirft
irgend etwas auf ihn unversehens
23. oder wirft irgend einen Stein auf ihn, davon man sterben mag, und
er hat's nicht gesehen, also daß er stirbt, und er ist nicht sein
Feind, hat ihm auch kein Übles gewollt,
24. so soll die Gemeinde richten zwischen dem, der geschlagen hat, und
dem Rächer des Bluts nach diesen Rechten.
25. Und die Gemeinde soll den Totschläger erretten von der Hand des
Bluträchers und soll ihn wiederkommen lassen zu der Freistadt, dahin er
geflohen war; und er soll daselbst bleiben, bis daß der Hohepriester
sterbe, den man mit dem heiligen Öl gesalbt hat.
26. Wird aber der Totschläger aus seiner Freistadt Grenze gehen, dahin
er geflohen ist,
27. und der Bluträcher findet ihn außerhalb der Grenze seiner Freistadt
und schlägt ihn tot, so soll er des Bluts nicht schuldig sein.
28. Denn er sollte in seiner Freistadt bleiben bis an den Tod des
Hohenpriesters, und nach des Hohenpriesters Tod wieder zum Lande seines
Erbguts kommen.
29. Das soll euch ein Recht sein bei euren Nachkommen, überall, wo ihr
wohnt.
30. Den Totschläger soll man töten nach dem Mund zweier Zeugen. Ein
Zeuge soll nicht aussagen über eine Seele zum Tode.
31. Und ihr sollt keine Versühnung nehmen für die Seele eines
Totschlägers; denn er ist des Todes schuldig, und er soll des Todes
sterben.
32. Und sollt keine Versühnung nehmen für den, der zur Freistadt
geflohen ist, daß er wiederkomme, zu wohnen im Lande, bis der Priester
sterbe.
33. Und schändet das Land nicht, darin ihr wohnet; denn wer
blutschuldig ist, der schändet das Land, und das Land kann vom Blut
nicht versöhnt werden, das darin vergossen wird, außer durch das Blut
des, der es vergossen hat.
34. Verunreinigt das Land nicht, darin ihr wohnet, darin ich auch
wohne; denn ich bin der HERR, der unter den Kindern Israel wohnt.
Kapitel 36
1. Und die obersten Väter des Geschlechts der Kinder Gileads, des
Sohnes Machirs, der Manasses Sohn war, von den Geschlechtern der Kinder
Joseph, traten herzu und redeten vor Mose und vor den Fürsten, den
obersten Vätern der Kinder Israel,
2. und sprachen: Meinem Herrn hat der HERR geboten, daß man das Land
zum Erbteil geben sollte durchs Los den Kindern Israel; auch ward
meinem Herrn geboten von dem HERRN, daß man das Erbteil Zelophehads,
unsers Bruders, seinen Töchtern geben soll.
3. Wenn sie jemand aus den Stämmen der Kinder Israel zu Weibern nimmt,
so wird unserer Väter Erbteil weniger werden, und so viel sie haben,
wird zu dem Erbteil kommen des Stammes, dahin sie kommen; also wird das
Los unseres Erbteils verringert.
4. Wenn nun das Halljahr der Kinder Israel kommt, so wird ihr Erbteil
zu dem Erbteil des Stammes kommen, da sie sind; also wird das Erbteil
des Stammes unserer Väter verringert, so viel sie haben.
5. Mose gebot den Kindern Israel nach dem Befehl des Herrn und sprach:
Der Stamm der Kinder Joseph hat recht geredet.
6. Das ist's, was der HERR gebietet den Töchtern Zelophehads und
spricht: Laß sie freien, wie es ihnen gefällt; allein daß sie freien
unter dem Geschlecht des Stammes ihres Vaters,
7. auf daß nicht die Erbteile der Kinder Israel fallen von einen Stamm
zum andern; denn ein jeglicher unter den Kindern Israel soll anhangen
an dem Erbe des Stammes seiner Väter.
8. Und alle Töchter, die Erbteil besitzen unter den Stämmen der Kinder
Israel, sollen freien einen von dem Geschlecht des Stammes ihres
Vaters, auf daß ein jeglicher unter den Kindern Israel seiner Väter
Erbe behalte
9. und nicht ein Erbteil von einem Stamm falle auf den andern, sondern
ein jeglicher hange an seinem Erbe unter den Stämmen der Kinder Israel.
10. Wie der HERR dem Mose geboten hatte, so taten die Töchter
Zelophehads,
11. Mahela, Thirza, Hogla, Milka und Noa, und freiten die Kinder ihrer
Vettern,
12. des Geschlechts der Kinder Manasses, des Sohnes Josephs. Also blieb
ihr Erbteil an dem Stamm des Geschlechts ihres Vaters.
13. Das sind die Gebote und Rechte, die der HERR gebot durch Mose den
Kindern Israel auf dem Gefilde der Moabiter am Jordan gegenüber
Jericho.
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