2001: zum ersten Mal findet ein kleines Festival namens Frequency statt. Damals hat es sogar noch den Untertitel "Vienna City Festival" und wird außerdem auf dem Open Air Gelände der Wiener Arena abgehalten... einziges Manko: Ich bin nicht dabei.
2004: Die Sache schaut jetzt ganz anders aus: Der Untertitel ist weg, logischerweise,
denn wir befinden uns ja jetzt auf dem Salzburgring,
einer Rennstrecke (wohl für irgendwelche schnellen Autos) außerhalb
von – klar – Salzburg :)
Ach ja, und was natürlich noch anders ist: Ich bin mit von der Partie!!
Donnerstag: Ich treffe mit dem Zug in Salzburg ein, mein Bruder (der geschickterweise
dort wohnt und studiert) holt mich vom Bahnhof ab. Eigentlich wollen wir (oder
zumindest ich) am selben Tag noch die Zelte aufbauen, aber es soll anders kommen...
Nach einer Höllenfahrt über Österreichs Bundesstraßen, die ewig zu dauern scheint,
kommen wir am Festivalgelände an. Ein Parkplatzzuweiser weist uns einen Parkplatz
zu. Wir parken. Wir begeben uns mit einer Ladung voll Gepäck Richtung Eingang.
Das Telefon läutet, eines der beiden Mädels, die ich im Zug getroffen habe,
fragt, ob wir denn heute schon campen würden, weil sie gehört hätten, dass eine
Sturmwarnung durchgegeben wurde. Sturmwarnung? WTF? Wir fragen ein paar andere
Leute, und bekommen langsam das Gefühl, es handle sich um einen Hoax. Weit gefehlt.
Nachdem wir die beiden Mädels gefunden haben, beginnen wir mit dem Aufbau der
Zelte. Während wir noch im Inbegriff sind,
diese Dinger aufzustellen, rollt ein Unwetter heran. Der Wind bringt alles
durcheinander, eine Zeltstange muss ihr Leben lassen. Wir hasten zum Auto, die
beiden Mädels fürchten sich, und wollen mitkommen. Wir haben zwar keinen Platz
in der Wohnung, aber sie wollen partout nicht dableiben, und entscheiden sich
dann dafür, in der Stadt ausgesetzt zu werden :D
Zuhause angekommen erwartet uns eine verärgerte Freundin, die meinem Bruder
gleich mal die Leviten liest (weil wir so lange ausgeblieben sind).
Fazit: Ein Zelt kaputt, eine Ration Kleidung durchnässt, Stimmung ist scheiße.
Freitag: Ich habe Rückenschmerzen von der Nacht auf meiner billigen Isomatte,
aber: die Sonne scheint. Wir fahren einkaufen, kaufen bei Hofer (Österreichs Aldi)
Dosenbier und fahren wieder mal Richtung Salzburgring. Dort angekommen versuchen
wir uns wieder mal mit dem Aufbau der Zelte (die kaputte Stange haben wir
halbwegs gefixed). Die Freundin meines Bruders ist völlig baff von dem Bild,
das sich ihr auftut. Feiernde Leute, einige haben es nicht mal bis zum
Campingplatz geschafft und haben ihr Lager gleich im/auf dem/unter dem Auto
aufgeschlagen :)
Ich packe natürlich auch gleich mal die erste Halbe aus. Nicht umsonst habe ich
ne Palette Bier vom Bayerischen Wald bis ins ferne Salzburg geschleppt (vielleicht
ist auch der Rucksack an meinen Rückenschmerzen schuld :D).
Nachdem alles aufgebaut ist, stößt irgendwann Phil, ein alter Bekannter meines
Bruders, mit Freundin zu uns. Ich öffne das 5. oder 7. Bier, und werde langsam
diesig. Da noch etwas Zeit ist, bis die erste Band spielt die wir sehen wollen,
beschließe ich, mich etwas hinzulegen :D
Scheinbar hatten einige andere dieselbe Idee.
Dumm wie ich bin, vergesse ich natürlich, mich auch im Gesicht einzucremen und
handle mir einen ordentlichen Sonnenbrand unter den Augen ein. Bäh.
Fazit: Möge die Party beginnen!
Immer noch Freitag: Wir begeben uns jetzt langsam mal Richtung
Festival-Gelände. Dort warten schon die ersten
Bands darauf, unsere Ohren mit verschiedensten Tönen verwöhnen zu dürfen.
Beispielsweise erklärt uns ein lockiges
Blondchen, dass wir uns wohl mal irgendwann in einem Garten getroffen haben...
muss ich betrunken gewesen sein :D
Weiter gehts mit einigen mehr oder weniger tollen Acts, mit von der Partie
sind Blumentopf (war nich so doll) und noch andere mehr oder weniger bekannte
Namen. Auf den Teerstrecken vor den beiden Bühnen vergnügen sich die Leute
im Sonnenschein mit Dingen, die jeder von uns
gerne mal machen würde :P.
Dann kommt irgendwann der Auftritt von The Darkness.
Der verrückte Engländer alias Sänger der Band
hüpft im Glitzeranzug auf der Bühne
rum und singt wie gewohnt in einer Lage, die einem die Eier höher hüpfen lässt...
Außerdem beschimpft er natürlich in typisch englischer Manier alles, was ihm gerade
in den Weg kommt :) War echt genial! Wie gut, dass es noch echten Rock gibt.
Eigentlich wollte ich mich danach wieder mit den anderen Leutls treffen, aber die
sind komischerweise unauffindbar. Beim Treffpunkt gibts Groove Armada zu hören,
was eigentlich auch garnicht schlecht ist, aber ich begebe mich dann doch auf
die Suche nach meinen Genossen, will ja nicht den ganzen Tag alleine
verbringen.
Gegen Abend sind dann die "Super-Acts" wie Seeed und Die Ärzte geplant. Habe ich
aber nicht mehr wirklich Bock drauf, weil mir die Füße vom stundenlangen
Rumlaufen weh tun :D
Also schaue ich mir noch ein Bisschen was von oben an, und begebe mich dann
wieder Richtung Zeltplatz, wo ich wohl scheinbar
dann irgendwann ins Bett gegangen bin :)
Fazit: ein paar coole Acts, viel Bier, etwas Schlaf, Sonnenbrand, aber gutes Wetter! :)
Samstag: Ich schaue aus dem Zelt, man merkt, dass sich die Sonne wohl heute
nicht blicken lassen wird. Schade, aber solange's nicht schifft, passt ja alles.
Wir beginnen zu frühstücken, als es wie auf Kommando zu tröpfeln anfängt. TOLL!
Egal, denken wir uns, erstmal runter aufs Gelände.
Dort erfahren wir von einem verschobenen Zeitplan, was uns aber nicht weiter
stört. Nach ein paar eher langweiligen Auftritten beginnt es irgendwann zu
schiffen. Und hört auch nicht mehr auf. Alles wird nass, mein selbstgebastelter
Regenanzug (Lob an die Mülltüten) hält natürlich nicht besonders viel aus :)
Es regnet immer mehr, gleichzeitig wird es ziemlich kalt, was dann doch eher
verdrießliche Minen auf den Gesichtern
erscheinen lässt. Manche lassen sich durch das Wetter nicht stören, da aber
momentan keine soo tollen Bands im Angebot sind, wird uns die Sach irgendwann zu blöd.
Wir verziehen uns in mein Zelt, um die Lage zu besprechen. In einem kleinen
Brainstorming kommen wir zu dem Beschluss, nach Hause zu fahren, uns aufzuwärmen,
trockene Sachen anzuziehen (soweit noch vorhanden) und dann für
Fanta 4 nochmal
herzukommen. Gesagt getan. Im strömenden Regen packen wir unsere Sachen, Zelte
und den ganzen Mist. Leider sind die Security-Menschen absolut unfreundlich,
und drohen uns damit, uns die Bänder wegzunehmen, wenn wir nochmal durch den
Zaun steigen :)
Nachdem wir endlich wieder trocken sind, gibts was zu essen, und dann sitzen
wir ne Weile, und überlegen, ob wir denn überhaupt nochmal aus der trockenen
Wohnung verschwinden sollen. Fast alle sind dann aber doch dafür, sich
wenigstens Die Fantastischen Vier noch anzuschaun.
Wir suchen uns also einen Parkplatz. Beinahe bleiben wir mit dem Auto stecken,
weil alles dermaßen verschlammt ist. Irgendwann waten wir aber dann doch durch
knöchelhohen Schlamm Richtung Eingang. Der Abgang zur Bühne erweist sich als
Lebensgefährlich, weil die Böschung natürlich absolut rutschig ist. Unten
angekommen sind wir a) nass und b) verschlammt ohne Ende. EGAL.
Ich sags euch ganz konkret, Fanta 4 liefert
dann wirklich eine tolle Show. Leider wird es den anderen dann irgendwann
zu blöd, weil es z.B. in die (sündteure) Jacke regnet und solche Späße :)
Wir fahren also wieder heim, die letzte Ration trockene Wäsche ist nun
auch aufgebraucht. Leider haben wir wegen dem Regen viele tolle Bands wie
Apocalyptica und The Dandy Warhols verpasst.
Schade.
Fazit: Viel Spaß, viel Regen, viel Unlust, viele Bands,
viele Besucher, viele Verrückte und Fanta4's neues Album: Viel
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